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Portraitaktion „Wir sind Alsfeld" - Heute mit: Bernd Duchardt - Inhaber „Duchardt Raumausstattung“Ein Unternehmen für (fast) alle räumlichen Situationen

SONDERTHEMA|ALSFELD (bk). Eine zukunftssichere Branche könnte man die Raumausstattung nennen. Zumindest, wenn man wie Bernd Duchardt weit mehr anbietet als nur einfache Dekoartikel. Anfertigung, Lieferung, Einbau und fachmännische Beratung: Das alles gehört zum Service dazu. Was nicht dazu gehört verrät der Inhaber von Duchardt Raumausstattung im Rahmen der Portraitaktion „Wir sind Alsfeld“.



In Alsfeld gibt es viele Geschäfte. Ein Fakt, den man so stehen lassen könnte, wenn nicht viele der Unternehmen eins gemeinsam hätten: Bekannte Gesichter – auch „Chefs“ genannt. Die meisten teilnehmenden Unternehmen von Erlebnis.Alsfeld haben diesen gewissen Charme eben genau wegen ihrer Persönlichkeiten die Ihnen innewohnen. Selbst wenn man den Namen nicht kennt, so grüßt man sie doch auf der Straße, wenn man ihnen begegnet – einfach, weil sie sind, wie sie sind.

Erlebnis.Alsfeld wagt in Zusammenarbeit mit Oberhessen-live und merciPhotography einen Blick hinter die Unternehmensfassaden und holt den Menschen zurück in den Vordergrund. Denn ohne den Gründer oder Besitzer des jeweiligen Unternehmens gebe es dieses vermutlich gar nicht. Sie machen das Einkaufen in Alsfeld zu etwas Besonderem. Sei es durch ihre freundliche, charmante Art, oder durch ihr kompetentes Fachwissen – „Wir sind Alsfeld“ zeigt die Unternehmer, wie man sie normalerweise nicht zu sehen bekommt und wirft einen Blick zurück in die manchmal kuriose Vergangenheit der Unternehmer.

Heute: Bernd Duchardt, Inhaber von „Duchardt Raumausstattung“

Mit dem in Alsfeld geborenen Bernd Duchardt hat man „einen Mann für alle Fälle“ – oder eher ein Unternehmen für alle Fälle. Denn Duchardt Raumausstattungen ist ein Geschäft, in dem man alles bekommt, wenn es sich rund um das Haus dreht. Solange man einen Raum mit vier Wänden und einem Fenster hat, bekommt man alles Weitere bei dem gelernten Raumausstatter. „Und wenn er kein Fenster hat, können wir ihm das auch noch liefern“, lacht Bernd Duchardt herzlich. Es handelt sich dabei um seine gelebte Firmenphilosophie.

Als Kunde soll man bei ihm nämlich alles bekommen, solange es sich ums Haus dreht. Im Prinzip könnte man, wenn man wollte, mit einem Fachverkäufer an der Seite einmal quer durch den Laden marschieren und sich so sein komplettes Heim einrichten. Von Fußboden, Tapeten, Deckenpanelen über Gardinenstoffe, Sonnenschutz für innen und außen, und Zimmertüren bis hin zu allem, was man als Dekoration sonst noch benötigt. Bei Duchardts kann man sich alles nach Wunsch anfertigen lassen. „Alles was wir liefern, und was wir verkaufen, können wir auch mit eigenen Leuten verarbeiten, einbauen oder montieren. Wir bieten unseren Kunden das Rund-um-Paket.“

Haustiere sind bei Ausmessungen und Montage nicht hilfreich

Das Rund-um-Paket umfasst aber keinen „Kampf“ mit Haustieren: Bernd Duchardt sollte bei einem Kunden eine Markise auf der Terrasse ausmessen. Als er ankam, war nur die etwa 80-jährige Oma da. „Ich kam die Tür rein und da hörte ich schon das Bellen von einem Hund. Aber richtig dumpf.“ Was eindeutig auf eine größere Hunderasse hindeutete. „Die Oma meinte dann nur, dass auf der Terrasse der Hund sei und setzte hinzu: „Der macht aber nix‘“, erzählt Duchardt und muss sich das Lachen verkneifen. Denn er schaute durch eine Tür auf die Terrasse und entdeckte eine Dogge. „Die war bestimmt einen Meter zwanzig hoch.“

Also bat er die Dame vorzugehen. Das tat sie auch. „Auch wenn sie immer noch beharrte, dass der Hund nichts tun würde. Doch die Dogge guckte und rannte auf die Tür zu.“ Reflexartig zog Bernd Duchardt die Tür zu und die Dogge knallte dagegen. „Sie schüttelte sich kurz und ich trat einen Schritt zurück“, lacht er und fügt hinzu: „Ich sagte der älteren Dame dann, dass ich nochmal kurz ins Treppenhaus gehe während sie die Dogge woanders einsperren könnte. Dann würde ich wiederkommen.“ Der Hund war dem hundelieben Unternehmer doch eine Nummer zu groß. Hat er doch selbst einen Hund – aber einen kleinen.

Bereits als Kleinkind ist Duchardt schon immer mit seinem Vater zum Ausmessen mit zu Kunden gefahren und hat als Jugendlicher sogar auf den Baustellen ausgeholfen. „Das war immer interessant und hat mir gut gefallen“, sagt der gelernte Raumausstatter, der in Kassel seine Meisterprüfung absolvierte. Seine Eltern jedoch haben ihm alle Freiheiten gelassen. So lag es ganz in seiner Entscheidung in das 1899 von seinem Urgroßvater, Bernhard Duchardt, gegründete Traditionsunternehmen einzusteigen. Damals war das erste Geschäft in der Hersfelder Straße. Sein Opa Phillip eröffnete ein neues Geschäft in der Alicestraße, das Bernd Duchardts Vater Bernhard übernahm. Erst seine Mutter, Ingrid Duchardt, kehrte mit eigenem Geschäft zurück in die Hersfelder Straße. Dort wurden letztlich beide Geschäfte zusammengelegt und Bernd Duchardt übernahm 2001 die Leitung.

Früher war die Auswahl an Farben kleiner

Die Verkleinerung von zwei Stockwerken auf eine Etage, sieht Duchardt nicht als Nachteil. „Früher waren es andere Zeiten“, erklärt er. Früher kamen die Leute, haben geguckt und dann gekauft. Es gab alles nur in drei verschiedenen Beigetönen und einer Jahrestrendfarbe. Die gab es dann in uni, gestreift und sonstigen Musterungen. Heute ist es aber so, dass es keine klassische Trendfarbe mehr gibt. „Es sind beispielsweise vier Farben im Trend, aber eigentlich nutzt man alle Farben“, erklärt er.

Dabei gibt es einen Farbton noch in zwanzig bis dreißig verschiedenen Untertönen. Das kann man gar nicht mehr alles auf Lager haben. Was die heutige Logistik mit den kurzen Lieferzeiten auch vereinfacht. „Die Ware ist so schnell da. Spätestens nach einer Woche ist die bestellte Ware bei uns und kann kundengerecht verarbeitet werden.“ Was nicht heißt, dass bei Duchardt Raumausstattungen alles nur Ausstellungsstücke sind. „Wir haben auch Ware da, die man direkt mitnehmen kann. Das sind dann so die beliebtesten Stücke.“ Heutzutage ist es vielen wichtig, die Freiheit der Auswahl zu habe. Es soll ja auch alles zusammenpassen.

Der Zukunft sieht Bernd Duchardt sehr optimistisch entgegen. Gerade dadurch, dass sich immer mehr Unternehmen in Alsfeld ansiedeln, hofft er, werde der Wegzug aus Alsfeld verringert. „Es gibt viele leerstehende Häuser, auch in den Dörfern rund um Alsfeld. Vielleicht ziehen ja auch wieder mehr Leute hier her“, hofft er und blickt damit erwartungsvoll in die Zukunft. Denn wohnen müssen die Menschen ja irgendwo. Dabei liegt Alsfeld sehr zentral, bietet eine freundliche Atmosphäre und eine besondere Gemütlichkeit. „Egal in welches Geschäft man reinkommt, man wird gleich begrüßt. Hier bei uns fühlt man sich nicht fremd.“

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3 Gedanken zu “Ein Unternehmen für (fast) alle räumlichen Situationen

  1. @ Prima
    Sie sind ja sooo gemein! Die JU hat ja auch nicht für die Firma Bundesregierung schleichgeworben und Frau Merkel und Herrn Altmeier abgebildet. Insofern hinkt Ihr Vergleich. Ihrer möglichen Überforderung könnte abgeholfen werden, wenn SPD und Grüne sich vielleicht für diesen „Lieblingsbetrieb“ entscheiden wollten: https://www.oberhessen-live.de/2018/08/22/medizin-und-aesthetik-in-fuldas-innenstadt/! Natürlich müsste man zusätzlich doch den Lautsprecher stumm schalten.

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  2. Überforderter Leser: Eventuell haben SPD, FDP, Grüne, Linke und AfD keine hübschen Mädels. Stellen Sie sich vor ein Frau Nahles oder Roth wären auf dem Bild. Dann wäre ich auch ein „Überforderter Leser“ :-)

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  3. Wieder ein schönes Unternehmens- bzw. Unternehmerportrait. Aber offensichtlich hat ja die Junge Union eine eigene Serie gestartet (siehe https://www.oberhessen-live.de/2018/08/14/lifestyle-statt-muckibude-sport-verbindet-die-alsfelder-generationen/). Ist das nicht ein bisschen viel? Vielleicht möchten ja auch SPD, FDP, Grüne, Linke und AfD ihre Lieblingsunternehmen „besuchen“ und anschließend ausführlich vorstellen. Da staunt man doch über so viel Handel, Wandel, Gewerbe und Gewusel in einer einzigen Kleinstadt. Und dauernd laufen einem noch das Rotkäppchen, der böse Wolf, die sieben Geißlein/Zwerge/Schwaben/Raben/Schwäne und wer weiß was noch alles über die Füße. Ich seh‘ schon: Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main.

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