Juri Auel, Chefredakteur von Oberhessen-live
Juri Auel, Chefredakteur von Oberhessen-live

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KOMMENTAR zur bisherigen Regelung + EIGENE UMFRAGEHerr Paule, es braucht einen Bürgerentscheid über den Marktplatz!

MEINUNG |ALSFELD. Der Marktplatz von Alsfeld ist das historische Herzstück der Stadt. Die Verantwortlichen möchten den Platz gerne umgestalten und haben versprochen, die Bürger bei dieser wichtigen Frage mit einzubeziehen. Doch die bisherigen Versuche, dies zu tun, sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben stehen. Damit muss Schluss sein. Es braucht bei dieser Aktion unbedingt einen echten Bürgerentscheid. Ein Kommentar von OL-Chef Juri Auel.

Auf den ersten Blick sieht es schon so aus, als hätte Bürgermeister Stephan Paule uneingeschränkt recht, wenn er sich frustriert zeigt, wie wenig Alsfelder zu den Abenden kommen, an denen die Stadt über solche Vorhaben wie die Sanierung des Marktplatzes informiert. 50 waren etwa es beim Infoabend über den Marktplatz am Freitag in der Feuerwache. „Da gibt man den Leuten die Möglichkeit, sich in den Planungsprozess mit einzubringen, und dann nimmt sie keiner wahr“, könnte man denken. Bis es dann zu spät ist, dann wird gemeckert – wie es bei Stuttgart 21 der Fall war. Erst wenn die Bagger rollen, gibt es Protest.

Nun, zum Teil mag das auch stimmen. Doch in Alsfeld kommt ein wichtiger Faktor hinzu. Und zwar der, dass die Leute es leid sind, nur zum Schein gefragt zu werden. Die Bewohner der Stadt haben den Eindruck, dass ihre Argumente und Bedenken verpuffen, das die politisch Verantwortlichen ihre Entscheidung eh längst getroffen haben, bevor sie der guten PR wegen so tun, als lüden sie die Bevölkerung zu einem Diskussionsabend ein.

 

Der Alsfelder Marktplatz. Foto: aep

Das ist nicht nur jetzt beim Marktplatz so, wie ein Alsfelder am Freitag in der Feuerwache sagte. Das war auch so als es um die Frage nach dem Standort für einen Kita-Neubau ging. Oder die Entscheidung, ob mehrere Linden am Ludwigsplatz für einen Windkraft-Transport gefällt werden sollen. Vom Bürgermeister kommt in diesen Fragen oft das Argument, als Politiker müsse man eben das langfristige Stadtwohl im Blick haben, wenn er erklärt, warum er die Wünsche der Bürger ignoriert. Auch das mag im Kern stimmen. Es stimmt jedoch auch, dass es die Politikverdrossenheit bei den Bürgern massiv befördert, wenn ihre Bedenken so vom Tisch gewischt werden.


Auf die Umfrage muss gut hingewiesen werden

Völlig unglaubwürdig wird es jedoch, wenn man zwar offiziell von Bürgerbeteiligung spricht, so wie jetzt beim Marktplatz der Fall – das dazu erstellte Formular aber auf der Homepage der Stadt so gut versteckt, dass es nur mir einem erheblichen Aufwand zu finden ist. Gerade einmal 70 Teilnehmer sollen bislang mitgemacht haben. Wen wundert das? Wäre der Bürgermeister wirklich an der Meinung seiner Wähler interessiert, dann gäbe es einen großen, auffälligen Knopf, der auf der Startseite von Alsfeld.de sofort auf die Umfrage hindeutet. Und zusätzlich vielleicht Schilder am Marktplatz, die Smartphones über QR-Codes ganz einfach auf die entsprechende Seite bringen. Und würde man es in die positive Richtung übertreiben wollen, dann eben auch noch ein Plakat an der Fassade des Rathauses: „Dein Marktplatz, Deine Entscheidung!“

Aus diesen Gründen ist es Zeit für einen echten Bürgerentscheid in Alsfeld, um über die Zukunft des Marktplatzes abzustimmen. Die Meinungen sind zu unterschiedlich, die Frage zu wichtig, als das sie von einer knappen Mehrheit im Stadtparlament beschlossen werden sollte. Oberhessen-live macht dafür den Anfang – mit einem eigenen Umfrageformular! Wir geben nicht drei feste Varianten vor, wie sie jetzt seitens der Stadt diskutiert werden – sondern fragen offen, was die Alsfelder sich von ihrem Marktplatz wünschen. Soll er weiter auch Parkplatz sein? Soll es ein Wasserspiel oder mehr Sitzgelegenheiten geben? Es ist Ihre Entscheidung! Stimmen Sie also ab! Je mehr Menschen mitmachen, desto weniger kann die Politik diese Umfrage ignorieren.

Hier geht es zur Umfrage von Oberhessen-Live.

Da Onlineumfragen wie die von OL weder repräsentativ noch frei von Manipulierbarkeit sind, kann das natürlich nur ein symbolischer Anfang sein. Der Anfang auf dem Weg, lieber Herr Paule, zu einem echten Bürgerentscheid über die Zukunft des Alsfelder Marktplatzes – dem wohl schon jetzt hübschesten und wichtigsten Platz der gesamten Stadt, an dem jede Veränderung wohl überlegt sein sollte.


Nehmen Sie an der OL-Umfrage zur Marktplatz-Neugestaltung teil
Nehmen Sie sich etwas Zeit und beantworten Sie ein paar Fragen zur Neugestaltung des Alsfelder Marktplatzes, um aktiv am Gestaltungsprozess teilzunehmen und der Politik Ihre Wünsche mitzuteilen: https://www.umfrageonline.com/s/33d158c

Und hier geht es zu den Ergebnissen.

Studierte in Erfurt Staats- und Geschichtswissenschaften, ist Mitbegründer von Oberhessen-live und seit 2017 Chefredakteur des Magazins. Hat bei der HNA in Kassel volontiert, danach Stationen bei SPIEGEL ONLINE in Hamburg und der Süddeutschen Zeitung in München. Sammelt eine Auswahl seiner Arbeiten auf diesem Blog.

15 Gedanken zu “Herr Paule, es braucht einen Bürgerentscheid über den Marktplatz!

  1. In deiner kranken Welt würdest du wohl alle einsperren, möchtegern Moralapostel du :))) kennst ja den Spruch „nur getroffene HUNDE bellen“ WUFFF WUFF
    Labberst nur MÜLL hast 0 Ahnung von dem was zu von dir gibst :)

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  2. Gerade habe ich mich auch an der Umfrage von OL beteiligt.
    Leider war mir nicht bekannt, dass es seitens der Stadtverwaltung eine Umfrage gab. Besteht noch die Möglichkeit ?

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  3. Wenn Alsfeld will das man dort in der Innenstadt schön einkaufen kann, dann bekommt man das nicht durch ein paar Parkplätze am Marktplatz hin.
    Ich kaufe in Alsfeld in der Innenstadt so gut wie nicht mehr ein, da man kaum einen Parkplatz findet auf dem man länger als zwei Stunden stehen darf. In ruhe Bummeln mit Besuch beim RAMSPECK und Eisdiele fällt da Flach. Daher sollte eher daran gearbeitet werden.
    Wenn ich in Alsfeld einkaufen Parke ich in in der Hersfelder Straße in der Nähe vom Klingelhöfer. Aber auch sa ist meistens alles belegt. Wenn ich daran denke vergeht mir die Lust meist vorher.
    Ist schade, aber ist so.

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  4. Wenn ich die Kommentare lese
    Nehmt mir’s nicht übel, werd‘ ich böse.
    Sich über andere zu beklagen
    Ist leichter als was beizutragen
    Zur Klärung aller Fragen, welche
    Nicht nur die Kritiker der Elche
    In dem Zusammenhang bewegen.
    Mehr Sachlichkeit wär‘ anzuregen.

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  5. Welcher Schlaumeier hat denn die Kreisstadtfrage aufgeworfen?
    Um diese geht es doch gar nicht, die ist vor fast einem halben Jahrhundert abgehakt worden. Aber ich sehe, dass einige Leute, die sich für vortrefflich halten, mit ihrer Meinung weit am Ziel Gestaltung des Marktplatzes vorbeigeschossen sind. Wenn ich die Kommentare lese, so kommt es mir vor als hätte diese einige Halbwüchsige ohne viel Verstand geschrieben. Immer wieder taucht in den Kommentaren verletzte Eitelkeit, Statt Gemeinwohl das eigene Wohl auf. Man sollte nicht denken, diese Kommentare seien von vernünftig denkenden Menschen geschrieben worden. Ich frage mich was haben iese Schreiber in ihrem Leben gelrnt.

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  6. Hier wird so schön, sachlich und angeregt diskutiert. Aber wenn Julius dann endlich mal wieder seinen Dreizeiler auspackt, kommen da die Worte „hassen“, „Pest“, „0815“ und „Ossi“ vor.

    Kann man diesen unsäglichen Hetzer denn nicht endlich mal sperren und das Niveau von OL dauerhaft steigern?

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  7. Bürgerentscheide haben den Nachteil, dass die Bürger nicht unbedingt an das Gemeinwohl denken, sie denken vor allem an sich und entscheiden dementsprechend.
    Viele Bürger nutzen Bürgerentscheide auch als „Abstrafungsinstrument“ -sie entscheiden also nicht über die eigentliche Sache, sondern darüber, wie gut ihnen der aktuelle Bürgermeister oder andere gefallen (kann man ja schon an den Kommentaren ablesen).
    Bürgerentscheide sind Ja/Nein Abstimmungen. Man hat also keine Gestaltungsmöglichkeiten.

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  8. @Theo
    Wie lange wird dieser kalte Kaffee eigentlich noch umgerührt? Die Kreisstadtfrage ist im 21. Jahrhundert sowieso völlig uninteressant. In beiden Fällen handelt es sich um Provinzkäffer. Und ob der Vogelsbergkreis das 22. Jahrhundert noch erlebt… Abwarten!

    Dr. Zwecker mag sich schuldig fühlen. Aber er liegt falsch. Lauterbach hat die Umwandlung des Marktplatzes in eine Fußgängerzone (und zurück) bis heute nicht überwunden. Die paar überhaupt noch dort kaufenden Menschen wollen mit dem Auto fahren! Das ist die letzte Chance von kleinen Läden! Wenn man nicht mehr mit dem Auto dort parken kann, ist es vorbei. Dasselbe gilt für Alsfeld. Kein Auto = kein Leben. Alsfeld ist nicht Kassel oder Frankfurt. Das einzige, was für Alsfeld spricht, ist die KFC-Filiale.

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  9. Du bist nur ein 0815 Bürger mehr nicht, das Volk sind die anderen 80 Mio und die entscheiden selbst ob sie mit dir ein „VOLK“ sein wollen.
    Hasse diesen OSSI SPRUCH wie die PEST.

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  10. Was heißt hier Bürgerwillen? Denkt zurück an die Kreisstadtfrage, hier wurde im Parlament dreimal für Alfeld abgestimmt und Lauterbach ist es geworden, dank einer Person, Herrn Bielefeld ( Hessischer Innrnminister aus Schlitz der es Lauterbach zugesagt hatte .So ist nun mal Politk.
    Es ist halt schon lange her, keiner denkt mehr daran,oder weiß es noch.
    Wenn Herr Dr. Zwecker damals für AUTOFREI entschieden hätte, würde heute keiner mehr darüber sprechen,

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  11. Die Online-Umfrage ist für die Bürger in der Stadt eine sehr gute Möglichkeit Ihre Wünsche und Bedenken kund zutun und sie werden beachtet.
    Irgend Jemand muss ja mal dem Herrn Bürgermeister die Stirn bieten. Ob es um die Marktplatzgestaltung oder um die neue geplante Kindertagesstätte geht ist einerlei. Immer wird das gemacht und vor allem durchgefochten, was der Bürgermeister in seinem Kopf hat. Man muss in diesem Zusammenhang oft unwillkürlich an vergangene Zeiten denken, wo es auch solche Herren gegeben hat, die immer ihren Willen durchgesetzt haben. Wie haben es die Menschen damals in Mitteldeutschland treffend formuliert: WIR SIND DAS VOLK! und irgendwo STEHT GESCHRIEBEN. ALLE GEWALT GHT VOM Volk AUS: das heißt auch der Herr Bürgermeister kann nicht nach eigenem Gutdünken Projekte durchboxen, die von den Menschen in dieser Stadt anders wahrgenommen werden und dementsprechend in die Tat umgesetzt werden sollten.
    Das gilt auch für die Leute von der Stadtverordnetenversammlung. Nicht die Menschen mit Fadenscheinigkeit belügen, sondern klare Ansprache und die Wahrheit reden.

    Auch sollte Herr Bürgermeister Paule daran denken, dass in 2019 Bürgermeisterwahlen anstehen und laut Medien er sich nochmals für dieses Amt zur Wahl stellt. Wenn er nur das macht, was in seinem Kopf ist und nicht auf die Bürger der Stadt hört, kann dieser Schuss nach hinten losgehen und dann ist es vorbei mit der Bürgermeisterei..

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