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Vom Bike-Park und einer neuen Feuerwache, bis hin zur digitalen ZukunftSechs Bilder, unterschiedliche Visionen: Das denken Feick und Schmehl

ROMROD (ls). Ein leeres Hotel, ein ideenloser Schotterplatz, eine kaputte Straße mit viel Verkehr und eine viel zu kleine Kita: In Romrod gibt es für den nächsten Bürgermeister einiges zu tun. Was genau schwebt den Kandidaten vor? Diese Visionen haben sie für die Zukunft der Stadt.

Nachdem die amtierende Bürgermeisterin Birgit Richtberg bekannt gegeben hat, dass sie nicht erneut kandidiert und es damit im kommenden Jahr einen Wechsel an der Verwaltungsspitze der Schlossstadt geben soll, gab es schnell drei Kandidaten für das Amt: die Romröder Hauke Schmehl und Ingo Schwalm, sowie Holger Feick aus Leusel.

Nachdem bereits alle drei Kandidaten zu Gast im OL-Talkstudio waren, folgt nun nochmal ein Blick auf sechs spezielle Romröder Themen – dieses Mal in einem neuen Rahmen. Vorgegeben waren den drei Kandidaten sechs Bilder, die symbolisch für einen Konflikt beziehungsweise im wahrsten Sinne des Worten für offene Baustellen in der Stadt stehen. Die Frage dazu: Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie dieses Foto sehen? 1.000 Zeichen inklusive Leerzeichen hatten die Kandidaten dafür Platz – und hier sind die Antworten.

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Anmerkung der Redaktion: Im Vorfeld angefragt wurden alle drei Kandidaten gleichermaßen, allerdings lagen bis zum Redaktionsschluss für diesen Artikel nur die Antworten von Feick und Schmehl vor. SPD-Kandidat Ingo Schwalm hatte in einer Mail an die Redaktion als Antwort auf die Anfrage lediglich mitgeteilt, dass er „nicht mehr für Aktionen von Oberhessen-live zur Verfügung“ steht. „Leider gibt es deutliche Hinweise, dass Oberhessen-live indirekt einen der Kandidaten unterstützt. Ein offensichtliches Beispiel dafür war die nicht faire Sitzverteilung bei der Talkrunde“, schrieb Schwalm.

Sechs Bilder, unterschiedliche Visionen

Holger Feick: Feuerwehren als Stütze der Stadt

„Die Feuerwehren sind eine wichtige Stütze unserer Stadt. Wichtig ist die Jugendarbeit, die in Romrod gut funktioniert und vorbildlich ist. Dringend geboten ist die Ertüchtigung der Feuerwehrgerätehäuser, die nicht mehr zeitgemäß sind. Hier kann über eine Zentrale in Romrod ernsthaft nachgedacht werden.“

Hauke Schmehl: Einsatzbereitschaft muss attraktiv bleiben

„Die Feuerwehr ist fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Ihre ehrenamtlich engagierten Mitglieder helfen Menschen und Tieren in Notsituationen. Unbestritten muss diese Arbeit unterstützt werden. Feuerwehrkameraden sind Vorbilder. Ihre Einsatzbereitschaft muss attraktiv bleiben, um den Schutz aller Romröder zu gewährleisten. Umso bedeutender ist, dass Standorte und Ausstattungen zum Teil nicht mehr zeit- und normgerecht sind. Hier stehen in den kommenden Jahren dringende Investitionen an.

Dies betrifft sowohl die Stützpunkte wie auch die Einsatzmittel. Den Wehren soll eine zeitgemäße Ausrüstung zur Verfügung stehen. Lösungsmöglichkeiten werden im Bedarfs- und Entwicklungsplan erarbeitet. In dessen Rahmen können die Wehren, einhergehend mit dem finanziellen Spielraum der Stadt, selbstständig Einfluss auf den Bedarf nehmen. Alle Beteiligten müssen ein zukunftsfähiges Konzept erarbeiten, da die Umsetzung wegen der hohen Investition eine mittel- bis langfristige Aufgabe ist.“

Hauke Schmehl: Gute digitale Zukunft Romrods

„Das Bild steht für die digitale Zukunft Romrods. Hierzu gehört nicht nur ein leistungsfähiges Mobilfunknetz, sondern auch das Glasfasernetz, welches hoffentlich bald ein schnelles Internet sicherstellen wird. In der überparteilichen Glasfaserinitiative habe ich mich auch engagiert. Derzeit gibt es eine ungleiche Mobilfunkabdeckung in den Stadtteilen, die schnell beseitigt werden muss. Die politischen Gremien haben die Voraussetzungen geschaffen, dass zwei neue Masten in Romrod (Alsfelder Berg) sowie zwischen Nieder-Breidenbach und Strebendorf (An der Bornhecke) errichtet werden konnten.

Der Funkmast in Romrod wird im Dezember in Betrieb genommen. Die Errichtung eines Masts an der Bornhecke wurde aufgrund höherer Kosten ‚auf Eis gelegt‘. Ich werde mich dafür stark machen, dass auch dieser Mast gebaut wird und Funklöcher der Vergangenheit angehören. Meine Vision: Bis zur Hälfte meiner ersten Amtszeit ist Romrod Glasfaserstadt und verfügt über ein Mobilfunknetz ohne weiße Flecken.“

Holger Feick: Allerhöchste Zeit für Mobilfunk

„Die Freischaltung der Antennen soll noch im Dezember erfolgen. Das wäre ein guter Schritt in die gewünschte Richtung. Denn dann kann Mobilfunk endlich auch in Romrod genutzt werden. Dafür wurde es allerhöchste Zeit. Der Standort für den Mast passt gut. Bei den Ortsteilen ist noch Luft nach oben. Gut, dass es bald frischen Wind gibt.“

Holger Feick: Anbau soll endlich realisiert werden

„Endlich soll der dringend notwendige Anbau realisiert werden. Mehr Platz, Sicherheit und eine entsprechende Stätte, um zu Essen, sind dann vorhanden. Wir müssen Romrod fit für die Zukunft machen. Deshalb ist ein attraktiver Kindergarten notwendig. Da freuen sich die Kinder und die Eltern – und auch die Erzieherinnen.“

Hauke Schmehl: Modernisierung ist ein wichtiges Zeichen für die Stadt

„Die evangelische Kindertagesstätte wird gemeinsam mit der Kirche betrieben. Sie bietet Kindern ab 2 Jahren die Möglichkeit der Betreuung und Vorbereitung auf die Grundschule. Ich bin Mitglied des Kindergartenausschusses und kenne das pädagogische Konzept sehr gut. Es ist zielführend und durchdacht. Das Kita-Team versucht auf alle Betreuungswünsche der Eltern einzugehen, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die geänderten Anforderungen durch zusätzliche Mittagsbetreuung erfordern schon jetzt eine Erweiterung mit einer neuen Küche und einem neuen Essensraum.

Die Pläne für den Anbau und für einen zusätzlichen Fluchtweg über eine Außentreppe wurden in der Bürgerversammlung vorgestellt. Meine jüngste Tochter besucht die Kita noch, so dass ich oft vor Ort bin. Ich bin auch in diesen Kindergarten gegangen und freue mich, dass wir die Chance auf eine Modernisierung und Vergrößerung haben. Das ist ein wichtiges Zeichen für unsere Stadt.“

Hauke Schmehl: Lost Place darf nicht sinnbildlich für Romrod stehen

„Kein einfaches Thema. Das ehemalige Sporthotel fristet seit Jahren ein trauriges Dasein. Die Größe des Objekts und die schöne Lage würde ohne Zweifel eine neue Verwendung erlauben, Ideen gibt’s auch einige. Aber die Umsetzung solcher Ideen ist an das Mitwirken des Eigentümers gekoppelt. In der Vergangenheit wurden potenzielle Investoren an den Geschäftsführer der Xinyu GmbH vermittelt, leider ohne Einigung. Dem Vernehmen nach war der aufgerufene Kaufpreis zu hoch.

Den Xinyu-Geschäftsführer von einer sinnvollen Verwendung des Landhotels zu überzeugen, sehe ich als eine meiner Aufgaben. Dieser Lost Place darf nicht sinnbildlich für Romrod stehen, und das meine ich auch als generelle Aufgabe für den neuen Bürgermeister und das Parlament: Die Infrastruktur und die Lebensqualität vor Ort, darunter auch die existenziell notwendige ärztliche Versorgung, muss man fortlaufend im Blick haben. Das ist eine Aufgabe, die nie abgeschlossen ist.“

Holger Feick: Gemeinsamen Konsens mit dem Eigentümer finden

„Über den Zustand bin ich immer noch erschüttert. Deshalb habe ich schon viel recherchiert und telefoniert. Es ist nicht so, dass der Stadt komplett die Hände gebunden sind. Man kann koordinieren und moderieren und zusehen, dass man mit dem Eigentümer einen Konsens findet. Und bei der Umsetzung sollte man ihm zur Seite stehen, statt ihn zu behindern. Es gibt ein Konzept, das in die touristische Richtung geht, Kaufkraft bringt und Besucher von außen sowie aus der eigenen Bevölkerung lockt. Dies soll aber keine Konkurrenz zu den bestehenden Betrieben sein.“

Holger Feick: Parkplatz soll Sinn und Zweck erfüllen

„Auch ein Diskussionspunkt, der bei meinen Hausbesuchen und den Bürgerdialogen immer wieder angesprochen wurde. Hier sieht es richtig schlimm aus – getan wurde in den vergangenen Jahren aber wenig bis gar nichts. Hier muss ordentlich befestigt werden, so dass der Parkplatz seinen Sinn und Zweck erfüllt. Hier sollen die Leute ihre Fahrzeuge abstellen können, ohne sich jedes Mal die Schuhe zu verschmutzen.“

Hauke Schmehl: Tourismus fördern und dem Zeitgeist entsprechen

„Die Brauwiese wird vornehmlich als Parkplatz des Schlosses genutzt. Der Schotterplatz ist nicht repräsentativ, als Hochzeitsgast kann man froh sein, wenn man mit sauberen Schuhen ins Schloss kommt. Das Schloss wertet die Stadt auf, deshalb sollte es auch eine ordentliche Parkmöglichkeit geben. Die Brauwiese ist Eigentum der Stadt. Wenn wir den Parkplatz als Projekt anpacken, könnten wir Wohnmobilstellplätze einplanen. Wanderer könnten in den Lutherweg einsteigen, Radfahrer in die ‚MTB Marathon Tour‘. Alles Dinge, die den Tourismus fördern und dem Zeitgeist entsprechen!

Gestaltung entsteht auch aus Fantasie: Ein Bike-Park wäre klasse. Eine Fitnessstation im Rahmen eines ‚Aktivwegs‘. Ladesäulen für E-Autos und E-Bikes. Die Brauwiese als Begegnungsort! Aber für all das muss man erstmal die Köpfe zusammenstecken. So oder so muss es ökologisch gedacht werden, denn die Brauwiese ist Retentionsfläche und könnte bei Hochwasser überspült werden.“

Hauke Schmehl: Alle Stadtteile sollen ohne Gefahr mit dem Rad erreichbar sein

„Romrod hat Chancen, die andere Kommunen nicht haben. Wir haben eine gute Infrastruktur, sind angebunden an Autobahn und Bundesstraße, haben Landstraßen und Radwege. Ein Sprichwort sagt „Alle Wege führen nach Rom“, aber eigentlich müsste es heißen: „Alle Wege führen nach Romrod“! Wir haben Aufgaben vor uns. Infolge überörtlicher Straßensanierungen wurde unser Straßennetz stark beansprucht. Vor allem die Straße zwischen Romrod und Zell ist schwer beschädigt. Andere Dinge liegen unter der Erde: Kanal, Strom, Glasfaser werden bei den Baumaßnahmen mitberücksichtigt.

Die Baumaßnahme von April bis November 2022 wird zu starken Beeinträchtigungen führen, vor allem bei Anliegern und Gewerbetreibenden. Den Radweg können wir nicht als Ausweichmöglichkeit integrieren. Durch Corona haben viele das Rad neu entdeckt. Romrod hat viele schöne Ecken. Auch deshalb ist mir die Ausweitung des Radwegenetzes wichtig. Alle Stadtteile sollen ohne Gefahr mit dem Rad erreichbar sein. Ein Konzept gibt es schon.“

Holger Feick: Fußgänger und Radfahrer werden benachteiligt

„Diese auf dem Foto veröffentlichte Straße befindet sich in einem katastrophalen Zustand. Es fehlt außerdem der Fahrradweg. Der Umbau der Zeller Straße soll bald erfolgen, aber noch ist das Problem nicht gelöst. Generell werden Fußgänger/innen und Radfahrer/innen in Romrod benachteiligt. Hier gilt es, alsbald zu handeln. Wir brauchen Radwege, Fußgängerüberwege und Straßen, die nicht von Schlaglöchern übersät sind, sondern ihren Namen verdienen.“

21 Gedanken zu “Sechs Bilder, unterschiedliche Visionen: Das denken Feick und Schmehl

  1. Man hat nichts unversucht gelassen
    Uns mit Versuchen zu bespaßen
    Das Unglück in Erfolg zu wenden
    Und so den Lost Place zu beenden

    Doch zog man bisher ständig Nieten
    Und Letzt’re hatten nichts zu bieten
    Um hier durch Planen und Verhandeln
    Den Schandfleck glücklich zu verwandeln

    Leuchttürme gibt es nur am Meer
    Schafft man auch manchen Zuschuss her
    Denn alles öffentliche Geld
    Bewirkt noch keine schön’re Welt

    Ja, führt es oft zu Fehlanreizen
    Wo Menschen mit Talenten geizen
    Und ohne solche Kompetenzen
    Bringt man nicht einmal Gold zum Glänzen

    Hat man die Staatsknete erst sicher
    Und sein Projekt in trockne Tücher
    Muss man nicht weiter sich bemühen
    Um Blumen, die woanders blühen.

    Es wird bestellt und andere zahlen
    Und bereits bei den nächsten Wahlen
    Hat doch der Wähler längst vergessen
    Was man verbockt und ausgesessen.

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    1. Eine Meinungsäußerung erscheint mir nur sinnvoll, wenn sich aus der Äußerung eine Meinung ergibt. „Das mit Herrn Schwalm“ war bitte was? Und was ist Ihnen bewusst? Dass da auch ein Herr Schwalm saß? Oder dass er – seiner Meinung nach – in der Talkrunde nicht fair gesessen hat? Oder dass SPD-Kandidat Ingo Schwalm „nicht mehr für Aktionen von Oberhessen-live zur Verfügung“ steht? Oder dass es „leider deutliche Hinweise [gibt], dass Oberhessen-live indirekt einen der Kandidaten unterstützt“?
      Merke: Erscheint die Talkrunde unrund / Tu deutlich deine Meinung kund!

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    2. Ach ja, das mit Herrn Schwalm! Sowas aber auch. Da setzt eine OL-Fragetante, die sich selbst einmal als – wie die gesamte OL-Redaktion – „ziemlich verquatscht“ bezeichnete, den Talkgast Schwalm praktisch mit dem Rücken zur Kamera und verquatscht sich mit den übrigen Teilnehmern der Runde, die auch noch ständig zu Wort kommen wollen, ehe – gefühlt nach Stunden – auch „Sleepy Ingo“ endlich, endlich mit einer ihn sichtlich aufschreckenden Frage in das Gespräch einbezogen wird. Er beschwert sich, wird aber mit der zynischen Feststellung abgebügelt, er habe ja längst schon einmal dazwischen quatschen können. Ab da war nur noch der Wurm drin, im Ingo. Merke: Ein Interview wird selten gut / Wenn einen etwas wurmen tut! Dabei kann man sich interviewtechnisch viel schlimmer verquatschen, wie die Dokumentation „Die Kinski Bänder – Gottes letztes Interview“ von Lorenz Schröter (siehe https://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-hoerspiel/klaus-kinski-letztes-interview-100.html) eindrucksvoll dokumentieren.

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    1. Bald ist vielleicht die ganze Demokratie „rum“. Dann nämlich, wenn Putins Cybercrime-Brigaden den Code für all die Chips geknackt haben, mit denen die Teptilien uns flächendeckend verimpft – pardon, verchipt – haben. Dann ist endlich Ruhe und Harmonie. Der Junge mit der Mundharmonika…

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  2. „In dessen Rahmen können die Wehren, einhergehend mit dem finanziellen Spielraum der Stadt, selbstständig Einfluss auf den Bedarf nehmen.“

    Ich übersetze: Da setzt die CDU ihre Politik der vergangenen Jahre mit Hauke Schmehl fort. Kein Geld für die Feuerwehr ausgeben und die Ehrenamtlichen alleine lassen.

    Ob so der Brandschutz für das neue Schmehl Wunsch Baugebiet sichergestellt werden kann? Wem gehören eigentlich die Ackerflächen für das neue Baugebiet? In Sachen Vetternwirtschaft hat man in Romrod ja schon Einiges erlebt.

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    1. Troll Dich endlich Breidenbächer…

      Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, die im Internet vorsätzlich mit „zündelnden“ Flame-Kommentaren einen verbalen Disput entfachen oder absichtlich Menschen im Internet verärgern will. Dies geschieht zur Unterhaltung des Trolls normalerweise durch das Posten entzündlicher und abschweifender, irrelevanter oder nicht themenbezogener Nachrichten und Beiträge in einer Online-Community

      Nach Judith Donath ist das Trollen für den Autor ein Spiel, in welchem das einzige Ziel das Erregen von möglichst erbosten und unsachlichen Antworten ist.

      Forschungsergebnisse zu der dunklen Tetrade (Dark Tetrad) zeigen, dass Menschen mit einer Neigung zum Trolling-Verhalten hohe Psychopathie- und Sadismuswerte aufweisen und sich als Zielscheibe ihrer Provokationsversuche tendenziell Menschen aussuchen, die beliebt sind und einen höheren sozialen Status besitzen.

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      1. Ein Troll ist nach Wikipedia ein unberechenbares Fabelwesen der nordischen Mythologie, das die Naturkräfte verkörpert. Besonders in Romrods Oberdörfern vermischte sich in den Märchen die Vorstellung von Zwergen und anderen Wald-, Wasser- oder Berggeistern, teilweise auch mit der von menschenfreundlichen Feen und Elfen. So wurde „Troll“ zu einem allgemeinen Ausdruck für jede Art von mehr oder weniger menschengestaltigen Fabelwesen, ähnlich wie die fairies der anglo-keltischen Tradition. Das Christentum (nicht zu verwechseln mit der CDU) dämonisierte die Trolle, deren Existenz im Volksglauben noch bis ins 19. Jahrhundert angenommen wurde, denen man aber nicht zu begegnen wünschte.

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  3. Da hat sich der sozialdemokratische Bürgermeisterkandidat ja mal rechtzeitig selbst entzaubert und macht für seine verunglückte Talk-Performance den Rest der Welt verantwortlich, den er dann beleidigt sabotiert. In der Kommunalpolitik sind eben oft Amateure unterwegs, deren Selbstdarstellung amateurhaft wirkt und persönliche Schwächen deutlich hervortreten lässt.
    Wer sich um ein öffentliches Amt bewirbt und auf den Vergleich mit Mitbewerbern einlässt, sollte nicht zu dünnhäutig sein und eine gewisse Resilienz aufweisen. Aber vor allem sollte er sich vor seiner Kandidatur selbstkritisch prüfen, ob sein „Angebot“ die Wähler*innen überzeugen kann. Der selbstbewusste Auftritt allein reicht nicht aus. Doch ist es für den Außenstehenden schwer, den/die hochstaplerische(n) Selbstdarsteller*in von der in sich gefestigten Amtsträger-Persönlichkeit, die allen Anforderungen fachlich und charakterlich gerecht wird, rechtzeitig zu unterscheiden. In den letzten Jahren hat sich oft gezeigt, dass die anfangs hoch Geschätzten, ja Umjubelten, schon nach kurzer Zeit entzaubert werden und von den Medien regelrecht geschlachtet werden. Denken wir nur an die kurzzeitigen „Medienstars“ Christian Wulff oder Karl-Theodor zu Guttenberg, den SPD-Hoffnungsträger Martin Schulz, den weinenden Peer Steinbrück oder zuletzt den öffentlich demontierten CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet. Der neoliberale Konkurrenz-Kapitalismus hat den sich selbst vermarktenden Homo oeconomicus hervor gebracht, der seinen „Marktwert“ dadurch erhöht, dass er dem Schein vor dem Sein den Vorzug gibt. Doch das ist ein Ritt über den Bodensee. Auf ganz, ganz dünnem Eis. Da haut die zur Hälfte abgekupferte Doktorarbeit oder das gestohlene Manuskript im nicht selbst geschriebenen Buch voll rein. Gar nicht zu reden von zur Unzeit ans Licht kommenden Untaten, mit denen man intern „Erfolge“ feiern oder einfach nur persönliche Schwächen kaschieren wollte, wie illegalen Parteispenden, dubiosen Beraterverträgen und Provisionszahlungen, schmuddeligen Affairen mit und ohne Sex.
    Man mag die Medien dafür schelten, dass sie mit ihren Nachforschungen oft zu sehr ins Private vordringen und Karrieren zerstören. Aber es ist leider eben auch so, dass die besonders selbstbewussten Charaktere sich oft auch selbst überschätzen und besonders viel Dreck am Stecken haben. Da ist die öffentliche Entzauberung Teil der politischen Hygiene, die verhindert, dass überschätzte Kandidaten nicht Schaden vom deutschen Volke abwenden, sondern uns die Bredouille reiten. Die Vokabel Staatsversagen schwebt drohend über dem Tun überforderter Staatsdiener. Ein „schlagendes Beispiel“ ist derzeit die Pandemie-Entwicklung. Da warnt die Wissenschaft über Monate vor den gefährlichen Folgen von „Lockerungen“, die die Politik leichtfertig verspricht. Und zur Rede gestellt, behauptet ein Markus Söder dreist, dass gerade die Wissenschaftler, deren Warnungen man in den Wind schlug, um im Bundestagswahlkampf zu punkten, das Ausmaß der vierten Corona-Welle falsch eingeschätzt hätten (https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-vierte-welle-soeder-warnungen-check-100.html). Und ruft im selben Zusammenhang heuchlerisch eine „Woche der Wahrheit“ aus (https://www.welt.de/wissenschaft/article235051534/Markus-Soeder-ruft-Woche-der-Wahrheit-aus-im-Kampf-gegen-die-Corona-Pandemie.html). Gab es nicht viele, die in Söder den besseren Kanzlerkandidaten sahen und den CDU-Kandidaten Laschet nur halbherzig unterstützten, nachdem der sich u.a. in der Flutkatastrophe des Sommers gerade selbst entzaubert hatte?
    Matthaeus 20:16
    Also werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige [sind] auserwählt.

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    1. Sollte man nicht für alle, die mehr verdienen wollen, ein bundesweites Initiativ-Berwerbungsformular einfügen, mit dessen Hilfe sich auch schwache und übersensible Kandidaten digital für kommunale Spitzenämter bewerben können (Landrat, Oberbürgermeister, Bürgemeister, Reichsbürger-Präsident)? Sie müssten sich dann nicht mehr dem Stress von Triellen usw. aussetzen. Wie hieß es doch lange Jahre in den Kleinanzeigen der Kleine-Leute-Presse: „Nebenbei Geld verdienen – Bequem von zu Hause aus!“
      Oder andersrum: Man wandelt die kommunalen Jobs, die nach Meinung eines gewissen „Breidenbächer“ ohnehin „der nächstbeste Dahergelaufene besetzen“ kann, in heimarbeitsähnliche Nebenjobs (https://www.gruender.de/finanzen/heimarbeit-zuhause-geld-verdienen/). Spart der Rentenkasse diverse Euros. Und Herr Schwalm müsste sich nicht volle 9 Jahre im Rathaus wach halten, um in Genuss einer original B-2-Bürgermeisterpension zu kommen.

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  4. Von welcher „Sitzverteilung“ spricht Herr Schwalm? Saßen die anderen Kandidaten auf mehreren Stühlen? Oder war Schwalms Sessel links mit rechtem Profil schlechter als Feicks Sessel rechts mit linkem Profil? Kaum merkt einer, dass er sich nicht so wirkungsvoll präsentieren konnte wie die Mitbewerber, ist natürlich der Talk-Veranstalter oder die Moderatorin schuld. Und „Ehrlichkeit“ an der falschen Stelle kann auch peinlich sein. Das hätte Schwalm vom einstigen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück lernen können, der das Kanzler*innen-Gehalt zu mickrig fand und dafür ganz schön einen auf die Fahrradkette kriegte.

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  5. Hat Ingo Schwalm ernsthaft die Stellungnahme verweigert weil er im OL-Talk den vermeintlich schlechteren Platz hatte?

    ich muss lachen.

    Jemand der ne Haut hat dünn wie Seidenpapier und der keine Unterstützer hat in der eigenen Partei will BGM werden?

    Besser nicht.

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      1. Nee bin ich nicht. Echt nicht. Passt halt leider wohl nicht alles in ihr Weltbild, liebe Breidenbächer-Sofakartoffel.

        Davon abgesehen: Stänkern Sie eigentlich nur rum gegen alles und jeden oder haben sie auch mal was konstruktives zu sagen?

        Sie dürfen gerne mal Position beziehen (auch wenn sie dafür ihr stänkersofa verlassen müssten, wird wohl schwer genug sein)

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    1. Wieso keine Unterstützer aus der eigenen Partei? Wo doch sogar die Landesvorsitzende der SPD auf Facebook für den Herr Schwalm um Unterstützung wirbt.

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