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Beide Eventlocations beteiligen sich an der bundesweiten Aktion "Night of Light"Villa Raab und Schloss Romrod erstrahlen in rotem Licht

ALSFELD (akr). Wenn in der Abenddämmerung des 22. Juni die Villa Raab und das Schloss Romrod in rotem Licht erstrahlen, dann hat das einen ganz bestimmten Grund: Sie beteiligen sich an der bundesweiten Aktion „Night of Light“, ein flammender Appell und Hilferuf an die Politik zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft – und natürlich auch ein Zeichen der Solidarität.

Die Veranstaltungsbranche hat es derzeit alles andere als einfach. Seit nunmehr drei Monaten schon sind jegliche Arten von Großveranstaltungen verboten – sei es Konzerte, Festivals, Hochzeiten, Theateraufführungen oder Tagungen, um nur einige Beispiele zu nennen. Und ein Licht am Ende des Tunnels ist noch weit entfernt, denn in Hessen gilt das Verbot von Großveranstaltungen noch mindestens bis zum 31. August.

„Faktisch alle Unternehmen aus den Bereichen Messebau, Veranstaltungstechnik, Eventagentur, Catering, Bühnenbau, Eventlocation, Messegesellschaft Kongresscenter, Tagungshotel, Konzertveranstalter, Künstler und Einzelunternehmer haben durch die erfolgten Veranstaltungsverbote seit dem 10. März innerhalb weniger Werktage ihre gesamten Auftragsbestände verloren. Sie gerieten als erste in die Krise und werden als letzte wieder aus der Krise herauskommen“, erklärt Tom Koperek, Night of Light-Initiator, auf der Internetseite der Aktion.

Die nächsten 100 Tage würde die Veranstaltungswirtschaft nicht überstehen. Sie stehe auf der Roten Liste der akut vom Aussterben bedrohten Branchen. Die aktuellen Auflagen und Restriktionen machen die wirtschaftliche Durchführung von Veranstaltungen laut Koperek quasi unmöglich. „Einem riesigen Wirtschaftszweig ist praktisch über Nacht die Arbeitsgrundlage entzogen worden, eine Pleitewelle enormen Ausmaßes droht: mit gravierenden Folgen für den Arbeitsmarkt und die kulturelle Vielfalt als tragende Säule unserer Gesellschaft“, so der Initiator.

Ein flammender Appell

Um auf diese dramatische Situation aufmerksam zu machen, werden in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni die Teilnehmer bundesweit in mehr als 200 Städten Eventlocations, Spielstätten, Gebäude und Bauwerke mit rotem Licht illuminieren: viele leuchtende Mahnmale, die sich zu einem gewaltigen Licht-Monument arrangieren. Ein flammender Appell zum Einstieg in einen Branchendialog, der die Vielfältigkeit und Systemrelevanz der deutschen Veranstaltungswirtschaft thematisieren soll.

Der Aufruf der Initiatoren richtet sich an alle Unternehmer aus der Branche – egal ob Locations, Veranstalter, Event-Agenturen, Messebauer oder Caterer: „Illuminiert Eure Location, Euren Firmensitz, sucht Euch ein Gebäude oder ein Bauwerk in Eurer Heimatstadt aus und illuminiert dieses mit rotem Licht, um Eure Solidarität mit unserer Aktion auszudrücken“ – und genau das hat auch das Hotel Villa Raab und Schloss Romrod vor.

„Wir wollen natürlich auch Solidarität zeigen“, erklärt Villa Raab Geschäftsführer Bastian Heiser. Deshalb werden beide Locations in der Abenddämmerung des 22. Juni im roten Licht erstrahlen. Sowohl der Villa als auch dem Schloss hat die Corona-Krise nämlich einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht – sei es hinsichtlich öffentlicher als auch privater Veranstaltungen. „Wir mussten das Schlossfest absagen, genauso wie das geplante Sommerfest in der Villa Raab, gleiches gilt auch für die Krimidinner, die wir im Schloss normalerweise veranstalten“, erzählt Heiser. Doch es sind auch die Hochzeiten, die Geburtstage, die Tagungen, die in dieser aktuellen Situation einfach nicht stattfinden können – zumindest nicht so, wie sonst.

„Ich denke, man kann den Menschen sehr gut bewusst machen, dass wenn hier so eine bundesweite Aktion stattfindet, dass das nicht nur etwas mit Veranstaltungen in Großstädten zu tun hat. Auch wir auf dem Land merken es. Kirmes, Flohmärkte, Veranstaltungen von Vereinen, all das gehört auch dazu“, betont Heiser. Wenn also in der Abenddämmerung des 22. Juni die Villa Raab und das Schloss Romrod rot aufleuchten, ist das nicht nur ein Appell, ein leuchtendes Mahnmal, ein Hilferuf an die Politik, sondern auch ein Zeichen der Solidarität.

5 Gedanken zu “Villa Raab und Schloss Romrod erstrahlen in rotem Licht

  1. Die letzte Nachricht aus Romrod ist eine Pressemitteilung vom 13.06. tut sich in Romrod nix oder berichtet ihr nicht mehr aus Romrod?

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  2. Meiner Meinung nach hat die Aktion nur Sinn, wenn die regionalen und überregionalen Stromversorger mit ins Boot genommen werden und die Stromeinnahmen für diesen Tag zugunsten der betroffenen Veranstalter gespendet werden.
    Ansonst ist die Aktion nur unnötiger CO2 Ausstoß den ich aus umweltpolitischen Gründen Ablehnen muss.

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  3. Es wird nie mehr so werden wie es war.Der Mensch ist halt doch nur ein Tier,auch wenn er eine Armbanduhr trägt.

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    1. Da ist Frau Werner-Kalbfleisch aber eine flammende Botschaft gelungen, die zu dem Thema „flammender Appell und Hilferuf an die Politik zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft“ passt wie ein ganz großer Arsch auf einen ganz kleinen Eimer. Nur den Gag mit der Armbanduhr hätte ich noch ein bisschen variiert, damit der kleine Eimer sich richtig festsaugt (plöpffffft) vor Lachen. Beispiel: „Der Mensch bleibt halt ein komischer Vogel, auch wenn er eine Kuckucksuhr trägt.“ Saukomisch.

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      1. Komische Logik. Wenn man auf den tierischen Ursprung rekurriert, nähert man sich doch der Vergangenheit wieder an. Dann wird es doch so, wie es war. Die Däumchen-runter-Fangemeinde von Frau Werner-Kalbfleisch scheint das nicht zu schrecken. Vielleicht waren das ja die goldenen Jahre des Vogelsbergs.

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