200 Rettungsdosen spendete die UWA-Fraktion an die Stadt Alsfeld. Foto: UWA Alsfeld

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200 SOS-Rettungsdosen an Stadt Alsfeld gespendet - Verteilung über Tourist Center und BürgerbüroUWA setzt sich nun doch für Rettungsdosen ein

ALSFELD (ol). Es klingt schon ein bisschen widersprüchlich, was die Alsfelder UWA da in einer Pressemitteilung bekannt gibt: Plötzlich spendet die UWA-Fraktion der Stadt Alsfeld 200 SOS-Rettungsdosen, die durch die Stadt vertrieben werden – und räumt selbst ein, dass es zunächst widerwillig klingt. Noch vor einem Monat lehnte die Fraktion einen SPD-Antrag für ein Vertriebssystem der Dose in der letzten Stadtverordnetenversammlung ab.

Viel wurde über sie diskutiert in der letzten Stadtverordnetenversammlung und ihren Ausschüssen. Eine kleine Dose, die Leben retten kann, die SOS-Rettungsdose. Sie enthalte oft lebensrettende Patienteninformationen und soll an einem einheitlichen Ort – meist im Kühlschrank – aufbewahrt werden. Eingereicht wurde der entsprechende Antrag dazu von der SPD, die darin ein Vertriebssystem für die lebensrettende Dose durch die Stadt forderten. Auch ein einheitliches Erscheinungsbild war damals im Gespräch.

Bei den Stadtverordneten stieß der Antrag auf Ablehnung, da die Dosen oftmals nicht für die lebensrettenden Informationen genutzt würden und auch die Aktualität angezweifelt werden müsse, so die Gegenstimmen innerhalb der Alsfelder Politik. Auch innerhalb der UWA sorgte der Antrag für Kopfschütteln: „Die Dose gibt es in Apotheken zu kaufen“, entkräftete Achim Spychalski-Merle das Vorhaben der SPD damals.


Trotz Spende steht die UWA zur Ablehnung des SPD-Antrags

Um so erstaunlicher, was die UWA-Fraktion jetzt – gut einen Monat später – in einer Pressemitteilung bekannt gibt: 200 Rettungsdosen spendeten sie der Stadt und das trotz der Ablehnung im Stadtparlament. In den Diskussionen damals habe der SPD-Stadtverordnete Heinz Heilbronn gesagt: „Wenn durch die SOS-Rettungsdose nur ein Menschleben gerettet wird, dann ist das schon ein Erfolg“. Dieser Satz habe die UWA-Fraktion letztendlich zu der Spende bewegt. Dennoch: Nach wie vor stehe man weiter hinter der Ablehnung des Antrags, da man es noch immer nicht als Aufgabe der Stadt sehe, den Ein- und Verkauf der Dosen zu betreiben, wie Spychalski-Merle in der Pressemitteilung bekannt gibt.

Im Rahmen der Diskussion um den Antrag der SPD hatte Bürgermeister Stephan Paule mitgeteilt, dass die restlichen verfügbaren Dosen des Seniorenbeirates auch ohne entsprechenden Beschluss der Stadtverordnetenversammlung über das TCA oder Bürgerbüro verteilt werden können. Aufgrund der geringen Restbestände habe sich die UWA für diese Spende eingesetzt, die von einem Alsfelder Unternehmen stamme. Auf Nachfrage beim Bürgermeister habe dieser bestätigt, dass diese Zusage zur Verteilung auch für die nun aufgefüllten Bestände gelte.

3 Gedanken zu “UWA setzt sich nun doch für Rettungsdosen ein

  1. Die UWA hat kein eigenes Profil. Ah was macht die CDU und der Bgm.? Aha Antrag von SPD dann Ablehnung.Und jetzt auf einmal? Unglaubwürdig!

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  2. Das verstehe, wer will. Die SOS-Dosen, die übrigens nur sicher gefunden werden, wenn an der Innenseite der Haus- bzw. Wohnungstür ein gut lesbarer Hinweis auf die Patientendaten im Kühlschrank befestigt wird (ein entsprechender Aufkleber sollte zusammen mit den Dosen verteilt werden!), sind ja nur als EIN Baustein in dem gesamten System der Notfallhilfe gedacht. Und als solchen kann man sie auch unterstützen. Bürgermeister Paule gibt den richtigen Hinweis auf Seniorenvertretung, Bürgerbüro usw. als geeignete Distributoren. Man sollte auch darauf hinweisen, dass auf den richtigen Einsatz in regelmäßigem Abstand immer wieder informiert werden muss. In diesem Zusammenhang halte ich den Hinweis für wichtig, dass in der SOS-Dose auch Patientenverfügung und Betreuungsverfügung ihren Platz haben.

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  3. Wenn man in der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag ablehnt, dann sollte man auch zu dieser Entscheidung stehen. Was soll der Blödsinn? Was will man mit der Meinungsänderung erreichen? Hat man aufgrund der Begründung durch H. Heilbronn ein schlechtes Gewissen? Taktische Entscheidung wegen der anstehenden Bgm.-Wahl? Oder einfach nur UWA typisch. Die Notfall-Büchsen kosten im EK nur ein paar Kröten. Es wird so viel Geld für unnützes Zeug ausgegeben. Hier wird gespart. Einfach nur armselig.

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