Gebaut aus vielen verschiedenen Steinen: Der Turm zu Babel. Fotos: Traudi Schlitt

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Aufführung des Musicals "Babel blamabel" sorgte für zwei volle Kirchen in Kirtorf und OhmesDie Botschaft: Sich verstehen und das Leben auf der Erde teilen

ALSFELD/KIRTORF/OHMES (ol). Sie begrüßten sich auf Polnisch, Englisch und in anderen Sprachen, doch erst als Pfarrer Zbigniew Wojcik und Pfarrer Frank Hammel sich in der deutschen Sprache fanden, konnten Sie sich auch verstehen und hatten gleichzeitig einen ganz persönlichen Bogen zum Thema des zur Aufführung kommenden Musicals „Babel blamabel“ gespannt. Schließlich ging es hier um die babylonische Sprachverwirrung, zu der der Turmbau zu Babel bekanntlich geführt hatte.

Zwei Kirchen – die Ev. Kirche in Kirtorf und die Kath. Kirche in Ohmes – füllte das Musical am vergangenen Wochenende, ein großer und sehr erfreulicher Erfolg für die bunt gemischte Sängergruppe, die sich unter Christine Geitl, Kirchenmusikerin im Ev. Dekanat Alsfeld, seit November zu regelmäßigen Proben zusammengefunden hat. Gereift war die Idee für ein konfessions- und generationsübergreifendes Projekt im Rahmen der Feiern zum 500. Reformationsjubiläum, wie Pfarrer Hammel in seiner kurzen Begrüßung in der Ohmes Kirche bekannt gab.

Babylonisch verwirrt begrüßten sich Pfarrer Zbigniew Wojcik und Pfarrer Frank Hammel.

Gemeinsam mit Pfarrerin Mona Rieg war er federführend an der Realisierung beteiligt. Bald hatten Rieg, Hammel und Geitl genug Freiwillige um sich geschart, die zum einen sing- und spielfreudig waren, zum anderen aber auch verantwortlich zeichneten für Dekoration, Kostüme, Versorgung, Aufbau und viele andere Arbeiten, die ein solches Projekt mit sich bringt.

Neben den Sängerinnen und Sängern begeisterte besonders die eigens für dieses Musical ins Leben gerufene Band mit Karl Pfeil am Saxophon, Manfred Krieb am Bass, Lukas Geitl am Schlagzeug und Rainer Geitl am E-Piano das Publikum.

Eigens für „Babel blamabel“ hatte sich die Band mit Manfred Krieb am Bass, Lukas Geitl am Schlagzeug, Rainer Geitl am E-Piano und Karl Pfeil am Saxophon zusammengefunden.

Rockig, bluesige und poppige Rhythmen

Voller Spielfreunde brachten gerade die kleinen Sängerinnen und Sänger die biblische Geschichte des Turmbaus zu Babel auf die Kirchenbühne. Zwei Erzähler führten in die Geschichte ein und erläuterten zwischendurch, was es damit auf sich hatte. Die Lieder aus der Feder von Andreas Hantke (Musik) und Eugen Eckert (Text) erzählten das Geschehen bunt und abwechslungsreich: Von der Ankunft der Nomaden in Schinar, wo sie sesshaft werden wollten und beschlossen eine Stadt zu bauen, über die Idee, die alles immer größer und toller werden ließ, bis hin zu Gottes Unmut, den er mit der Sprachverwirrung zum Ausdruck brachte und der schließlich den Turm, gebaut aus Steinen der Angst, des Machthungers oder der Vorurteile, wieder zum Einstürzen bringen ließ.

Die beiden jungen Erzähler behielten den Überblick über das Geschehen in Babel.

Rockig, bluesig und poppig waren die Rhythmen, die den Chor begleiteten, aus dem immer wieder auch Solistinnen und Solisten hervortraten. Die Großspurigkeit der babylonischen Bauherren brachte ein Rap ganz hervorragend zum Ausdruck, die Stille nach der Sprachverwirrung unterstrich eine Ballade. „Was soll werden, wenn die Worte fehlen“ – eine traurige Einsicht nach dem Hochmut, der die Menschen schließlich in alle Welt verstreut.

Zusammenhalten und verstehen: Eine große, aktuelle Botschaft in diesen Zeiten

Doch es gab Hoffnung, wie die Erzähler kundtaten: Ein fröhliches, laut gesungenes und gespieltes „Halleluja“ brachte Jesus zu den Menschen, gesandt von Gott, um wieder Frieden zu stiften unter den Menschen. Zunächst wurde auch diese Hoffnung von der Kreuzigung zerstört, wieder fehlten die Worte, wieder wurde es still und traurig.

Doch dann geschah noch etwas, was am Ende allen Mut machte: Der Heilige Geist kam über die Jünger, die sich plötzlich in allen Sprachen mit den Menschen verständigen konnten und Gottes Botschaft verkündigten. Die Menschen verstanden: „Wir sollen einander verstehen, wir sollen das Leben auf dieser Erde teilen und zusammenhalten in Freud und Leid“.

Gebaut aus vielen verschiedenen Steinen: Der Turm zu Babel.

Eine große, aktuelle Botschaft in diesen Zeiten, wie Pfarrer Frank Hammel abschließend unterstrich. Zuvor jedoch hatte es tosenden Applaus für die Sängerinnen und Sänger, die Musiker und die Verantwortlichen gegeben, die ohne eine Zugabe natürlich nicht gehen durften. Spätestens jetzt swingte und klatschte auch der letzte Gast in der Kirche mit – denn der Projektchor und die Band hatten das Musical mitreißend gesungen und gespielt. Kein Wunder, dass sich abschließend sowohl alle Beteiligten als auch das Publikum für irgendwann ein neues schönes Projekt dieser Art wünschten.

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