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Nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten auf 12.700 QuadratmeternNeuer Hauptsitz von Bell Deutschland in Alsfeld eröffnet

ALSFELD (ol). Der neue Hauptsitz von Bell Deutschland wurde am Dienstagabend in Alsfeld feierlich eröffnet. Zur symbolischen Schlüsselübergabe der 5 Millionen Euro Investition kamen internationale Unternehmensvertreter mit dem Vorstandsvorsitzenden Gary Bell an der Spitze. Nach zehnmonatiger Bauzeit im April des Jahres fertiggestellt, bietet der neue Standort dem seit 17 Jahren in Alsfeld ansässigen Muldenkipper-Hersteller nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten.

So hat das Unternehmen bereits ein benachbartes Areal mit einer Größe von 12.700 Quadratmetern für eine mögliche Erweiterung erworben. „Es war eine langwierige Standortdiskussion“, sagte Bell-Deutschland-Geschäftsführer Andreas Heinrich im Rahmen der Eröffnung. Wie er schilderte, habe die Stadt Alsfeld mit wichtigen Ideen und Antworten zur Unternehmensentscheidung geführt. John Barton vom internationalen Unternehmensvorstand zeigte sich über den Standort Alsfeld erfreut. „It`s great to be here“, erklärte Barton und richtete mit „welcome local government“ einen Gruß an die zur Eröffnung gekommene Kommunalpolitik.

John Barton bei seiner Rede. Alle Fotos: privat

Unternehmensleiter Gary Bell, der einen Wohnsitz im benachbarten Romrod hat, zeigte sich für den Standort Alsfeld zukunftssicher: „We are here to stay“. An das Deutsche Unternehmensteam richtete er großes Lob für seine Leistungen. „Well done“, so Bell. Er gab auch seinen Nachfolger Leon Goosen als Unternehmensleiter bekannt.

Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule zeigte sich zur Eröffnung erfreut. „Mit dieser Investition hat Bell ein Stück Zuhause in Alsfeld gefunden“. Er dankte für das Bekenntnis von Bell zur Stadt Alsfeld. „Uns wird eine gute gemeinsame Zukunft ermöglicht“, so der Bürgermeister. Er sprach von einer Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum und überreichte zusammen mit Wirtschaftsförderer Uwe Eifert ein Gastgeschenk in Form einer Alsfelder Bildermontage mit Bell-Miniaturfotos. Diplomingenieur Andreas Kiermeier vom Architekturbüro Goldbeck hob ins einem Grußwort die nur wenige Monate betragende Bauzeit für den neuen Hauptsitz hervor.

Gary Bell bei seiner Rede.

Rund 5 Millionen Euro für Neubau-Komplex

Bereits Anfang Mai dieses Jahres nahm Bell Deutschland seinen neuen Hauptsitz im Industrieareal „Oberste Elpersweide“ in Betrieb. Als Tochter des weltweit aktiven südafrikanischen Baumaschinen-Herstellers Bell Equipment ist das Unternehmen auf Herstellung und Vertrieb von schweren Muldenkippern für Erdbau und Gewinnung spezialisiert. Seit 2000 werden von Alsfeld aus neben dem deutschen Händlernetz weitere zwanzig nationale Märkte in Mittel- und Osteuropa betreut, seit 2002 ist zudem das europäische Bell-Zentrallager „European Logistics Centre“ angegliedert. Dessen wachsende Zuständigkeiten ließen den alten Standort im ehemaligen Alsfelder BGS-Gelände seit Jahren an seine Grenzen stoßen.

Rund 5 Millionen Euro investierte Bell Equipment in den Neubau-Komplex, der jetzt auf insgesamt 3,1 Hektar mit 4.700 Quadratmetern Gebäudefläche neben modernen Räumen für Verwaltung und Vertrieb auch das Dreifache des bisherigen Lagervolumens, zeitgemäße Verpackungslösungen und großzügige Verkehrsflächen bietet. Insgesamt 107 Tonnen Stahl wurden für den neuen Gebäudekomplex verbaut. „Statt der bislang knapp 30 Beschäftigten werden bereits mittelfristig 40 Menschen hier arbeiten“, sagte Bell-Deutschland-Geschäftsführer Andreas Heinrich.

Gigantische Regale im neuen Lager.

Gemeinsam mit dem europäischen Bell-Muldenkipperwerk in Eisenach, das 2003 als Niederlassung eröffnet wurde, beschäftigt Bell damit in Deutschland derzeit insgesamt 108 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von 95,4 Millionen Euro. Als eigenständige Abteilung bewirtschaften die derzeit 18 Logistiker in Alsfeld einen Bestand von etwa 12.100 Positionen für alle Bell-Modellreihen ab 1998 mit einem Lagerwert von über 4 Millionen Euro.

Der Vorteil: Kürzere Lieferketten

„Unsere Lieferkette wird kürzer – auch wenn unsere Lieferwege immer länger werden,“ fasste der Bell-Deutschland-Geschäftsführer die Vorteile des Logistik-Standortes inmitten Europas und nahe des Frankfurter Luftdrehkreuzes zusammen. Zentral zuständig für alle Märkte der Nordhalbkugel verschickte das Alsfelder Logistikzentrum von Bell im Jahr 2016 insgesamt 12.500 Lieferungen mit einem Gesamt-Jahresumsatz von knapp über 10 Millionen Euro.

Bell-Deutschland-Geschäftsführer Andreas Heinrich führte durch die Räumlichkeiten.

Neben weiteren Aufgaben in der Produktions-  und Teilelogistik übernimmt der neue Standort in Alsfeld auch neue Funktionen im Bell-Kundendienst. So wurde als neue Abteilung mit Mechatronik-Spezialisten im eigenen Werkstatt-Bereich ein Service für Verteilergetriebe, Differenziale, Hydraulikzylinder und Automatikgetriebe aufgebaut. Weiterhin gibt es einen Programmierplatz für computergestützte Anwendungen und eine Waschhalle. Das gesamte Gebäude wird durch LEDs erhellt und mit einer Luftwärmepumpe ressourceneffizient geheizt.

Weitere Eindrücke der Eröffnung von Bell-Deutschland:

2 Gedanken zu “Neuer Hauptsitz von Bell Deutschland in Alsfeld eröffnet

  1. Liebe Frau Marion,

    ich verstehe nicht, was Sie damit meinen oder welchen Hintergedanken Sie haben.
    Vor knapp einem Jahr gab es ein Interview mit dem Geschäftsführer von Bell hier auf Oberhessen-Live:
    https://www.oberhessen-live.de/2016/09/02/bell-langfristig-standort-alsfeld/

    „Oberhessen-live: Wie ging es weiter, seit wann ist die Firma Bell in Alsfeld ansässig?
    […]
    Durch die zentrale Lage in Europa entschied man sich für den Standort Deutschland. Man hat sich dann tatsächlich in Alsfeld umgeschaut. Leider ist man sich nicht mit der damaligen Stadtverwaltung einig geworden. Damals spielte Wirtschaftsförderung noch keine sonderlich große Rolle. Deshalb ist unser Montagewerk in Eisenach knapp hundert Kilometer von Alsfeld entfernt entstanden.“

    „Oberhessen-live: Gab es vor dem Neubau Überlegungen den Standort Alsfeld ganz aufzugeben?
    Die gab es tatsächlich. Bereits während der Wirtschaftskrise 2008/09 gab es Überlegungen die Standorte zu bündeln und komplett nach Eisenach umzusiedeln.“

    „Oberhessen-live: Welche Rolle hat die Stadt Alsfeld beim Neubau gespielt?
    In der damaligen Situation im Jahr 2003 war die Stadt Alsfeld der Grund dafür, dass wir in Eisenach gebaut haben. In der jetzigen Situation war die Stadt Alsfeld sowohl vonseiten des Bürgermeisters als auch des Wirtschaftsförderers Uwe Eifert eine riesen Hilfe. Herr Eifert hat uns kompetent beraten und verschiedene Grundstücke zur Verfügung gestellt. Im Rahmen dessen, was im europäischen Recht machbar ist, hat die Stadt uns zu hervorragenden Preisen die Grundstücke verkauft. Die Stadt hat uns die Entscheidung leicht gemacht.“

    Daher sollten wir uns doch alle freuen, dass sich das Unternehmen an unsere Heimat gebunden hat.

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