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Alexander-von-Humboldt-Schule bietet ihren Schülerinnen Teilnahme am Pilotprojekt CyberMentor für mehr Frauen in MINT-BerufenRollenbilder aufbrechen, Role Models präsentieren

LAUTERBACH (ol). Die Alexander-von-Humboldt-Schule ermöglicht es ihren Schülerinnen, ab Oktober an dem Projekt Cybermentor teilzunehmen. Es richtet sich exklusiv an Mädchen und junge Frauen, um deren Kompetenz im MINT-Bereich zu stärken.

15,4 Prozent betrug laut einer Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit (Bundesagentur für Arbeit [Hg], 2019, Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt, Nürnberg) der Frauenanteil in MINT-Berufen. In Führungspositionen dürfte er noch weitaus geringer sein. Grund genug für viele Schulen, den MINT-Bereich zu stärken.

Die Alexander-von-Humboldt-Schule ist seit 2017 zertifiziert als MINT-freundliche Schule und tut dies bereits mit verschiedenen Initiativen, die allen Schülerinnen und Schülern zugutekommen. So bietet sie mit der Technik-AG, der MINT-AG, der AG Lego Mindstorms und First Lego League, der Naturwissenschafts- und der Mathe-Plus-AG sowie mit den Projekten I am MINT undMINT-Stars ein breites Spektrum an.

Darüber hinaus haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihr Wissen im Rahmen der Labortage an Hochschulen zu erweitern, und in Zukunft sollen sie dieses auch noch im Rahmen des MINT-EC-Zertifikats nachweisen können.

Pilotprojekt für Mädchen ab der 5. Klasse

In einem Pilotprojekt widmet sich die Schule nun auch ganz gezielt den Schülerinnen und bietet Mädchen ab der 5. Klasse die Teilnahme an dem Online-Mentoring-Programm CyberMentor an, einem Verbundvorhaben, das von den Universitäten Regensburg und Erlangen-Nürnberg durchgeführt wird. Im größten wissenschaftlich begleiteten Online-Mentoring-Programm engagieren sich jährlich MINT-Frauen aus Wirtschaft und Wissenschaft für die Förderung des weiblichen Nachwuchses. Wencke Brauns von CyberMentor stellte ihr Programm nun online sowohl interessierten Lehrkräften als auch Schülerinnen der Oberstufe vor.

Anna-Sophie Forche und Franziska Streicher ermöglichten ebenso per Live-Schaltung Einblicke in das Projekt für die Stufen 8-10 sowie 5-7. Die Auftaktveranstaltung wurde für über 500 Schülerinnen pandemiebedingt sicherheitshalber per Livestream in fast 50 Klassenräume übertragen. Im weiteren Verlauf werden die Mädchen in vier Phasen ein Jahr lang von einer Mentorin aus einem ausgewählten MINT-Bereich begleitet, für den sie sich speziell interessieren.

Foto: Traudi Schlitt

Als Tandem oder in einer Kleingruppe gehen sie zunächst MINT-Themen im Alltag nach: Wo ist überall Technik, Informatik, Chemie oder Physik drin? In der zweiten Phase werden die Communities, bestehend aus mehreren MINT-Gruppen, angeregt, gemeinsame Projekt zu bearbeiten. Phase drei bringt die Communities auch interdisziplinär zusammen und fördert damit eine Erweiterung der Horizonte und der Kommunikationsfähigkeit.

Mit einem Rückblick auf das Mentoring-Jahr schließt das Projekt jeweils ab. „Etwa eine halbe Stunde pro Woche sollte man für das Projekt übrig haben“, warb Brauns um Zeit und Verbindlichkeit seitens der Schülerinnen, denen als Gewinn viel mehr als nur ein regelmäßiger Austausch winkt. Schließlich sind die Mentorinnen junge, erfolgreiche Frauen aus allen Bereichen, die ehrenamtlich und aus Überzeugung an dem Projekt mitwirken.

Neue CyberMentor-Runde startet bereits am 14. Oktober

„Wir sehen immer noch, dass Frauen in den MINT-Berufen deutlich unterrepräsentiert sind“, begründete Brauns den Fokus von CyberMentor nur auf Mädchen und junge Frauen. „Rollenbilder sind immer noch fest verankert in der Gesellschaft und Veränderungen erreicht man am ehesten mit Role Models. Eine Koryphäe wie Marie Curry, die ziemlich allein in ihrem Metier unterwegs war und überdies schon lange in der Vergangenheit gewirkt hat, reicht dazu nicht mehr aus.“ Der Kontakt zwischen aktiven MINT-Beruflerinnen und Schülerinnen sei daher enorm wichtig.

Seit 2005 läuft das CyberMentor-Programm, und dies nach eigenen Angaben sehr erfolgreich: 71 Prozent aller ehemaligen Teilnehmerinnen wählten nach Verlassen des Programms ein MINT-Fach als Studienfach oder Ausbildungsrichtung, was für die Nachhaltigkeit des Programms spräche, wie CyberMentor angibt. Neben ein wenig Zeit, viel Interesse und der Bereitschaft, ein Jahr mir der Mentorin am Ball zu bleiben, müssen die Schülerinnen nichts mitbringen: Die Teilnahme an dem Projekt ist kostenlos.

Die neue CyberMentor-Runde startet bereits am 14. Oktober, anmelden kann man sich noch bis Ende September. Schulleitungsmitglied Oliver Stoy, an der Alexander-von-Humboldt-Schule verantwortlich für Berufliche Orientierung, freut sich sehr, dieses Projekt als Pilotprojekt nun erstmals an seinem Gymnasium vorzustellen. „Wir hoffen sehr, dass möglichst viele Mädchen sich für MINT und dieses Angebot begeistern lassen“, so Stoy , der  betont, dass alle anderen MINT-Angebote der Schule natürlich auch den Jungs offenstehen.

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