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Schottens Gastronomie ist kreativCaRe serviert Dinner im eigenen Wohnmobil

SCHOTTEN (ol). Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen: Dass die Gastronomie eine der Branchen ist, die unter den aktuell herrschenden Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie ganz besonders leiden, ist hinlänglich bekannt. Umso wichtiger ist es für Gastronomen, an neuen Ideen und Konzepten zu arbeiten, die es ermöglichen, Gäste zu bewirten und gleichzeitig die gegebenen Schutz- und Hygienevorgaben einzuhalten. Das Café-Restaurant CaRe in Schotten geht in diesen Tagen mit einem derartigen und in dieser Art sicherlich außergewöhnlichen Konzept an den Start: Den Gästen wird das Essen kurzerhand im eigenen Wohnmobil serviert.

„Das Prozedere ist denkbar einfach und funktioniert mit Vorbestellung“, erklärt Melanie Pfeiffer, Gastronomie-Leitung bei der Schottener Soziale Dienste und somit auch für das CaRe verantwortlich. Das „Dinner im eigenen Wohnmobil“ wird freitags und samstags von 17 Uhr bis 21 Uhr und sonntags von 9 Uhr bis 21 Uhr angeboten. In diesen Zeiten seien Reservierungen möglich, diese würden zeitversetzt vorgenommen, um Wartezeiten und mögliche Menschenansammlungen zu vermeiden.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung, der Gast bestellt unter der Telefonnummer 06044/9876135 einen Stellplatz für den gewünschten Zeitraum, an dem er zum Essen kommen möchte. Der Parkplatz der Stadt Schotten vor dem CaRe sowie der Parkplatz auf dem Vorplatz des Vulkaneum biete zu den Angebotszeiten stets ausreichend Platz.

Bei der Reservierung werde erfragt, mit wie vielen Personen zum Dinner angereist wird und die Bestellung der Speisen aufgenommen. Küchenchef Holger Baum habe zwei köstliche Menüs zusammengestellt, die im Wohnmobil serviert werden: So gibt es ein 4-gängiges Candle-Light-Dinner und der Jahreszeit angemessen ein leckeres Gänse-Menü mit drei Gängen. Ergänzt wird das Angebot durch eine Winterkarte mit einigen ausgewählten Speisen. Neben den warmen Speisen biete das CaRe an Sonntagen ein CaRe-Frühstück DeLuxe an, das keine Wünsche offen lasse. Die ausführlichen Informationen mit Menü- und Speisekarte zu „Dinner im Wohnmobil“ gibt es auf der Homepage.

Alle Gäste würden zu Beginn Servietten und Besteck bekommen, außerdem werde zur Begrüßung ein warmes Getränk gereicht – je nach Wunsch mit oder ohne Alkohol. Das Servieren und Anreichen der Speisen und Getränke sowie der sonstigen Utensilien erfolge ausschließlich durch die Tür oder durch ein Fenster, um jeglichen direkten Kontakt zwischen den Gästen und den CaRe-Mitarbeitern zu vermeiden.

Die Speisen würden auf Tellern oder Platten angerichtet und in Thermoboxen zum Wohnmobil transportiert, um HACCP-gerecht und ansprechend serviert werden zu können. Abgerundet werde das Menü durch die angebotenen Getränke-Pakete. Diese umfassen ausschließlich verschlossene Flaschen, damit keine offenen Getränke über die Straße getragen werden.

„Ein solches Projekt ist natürlich kein Selbstläufer“, so Melanie Pfeiffer. „Das Konzept an sich war schnell entwickelt, aber entscheidend für die Umsetzung waren die Zustimmung durch die Stadt Schotten und die zuständigen Ämter.“ Beides liege nun vor und die Stadt Schotten gehe sogar noch weiter und unterstütze das Konzept durch die Aufstellung von Stromverteilerkästen auf den Parkplätzen. Somit könne das CaRe seinen Gästen für die Zeit des Dinners leihweise auch Heizlüfter zur Verfügung stellen.

Abschließend sei erwähnt, dass selbstverständlich alle Gegenstände, die vom Gast zurückkommen, gereinigt und desinfiziert werden – auch die Speisekarten. Aufgrund des bestehenden Hygienekonzeptes sei eine Benutzung der CaRe-eigene Toiletten-Anlagen leider nicht möglich. Und auch das Übernachten auf den Parkplätzen rund um das CaRe sei behördlich nicht gestattet. Dass sie dies zur Kenntnis genommen haben, unterschreiben die Gäste in einer kurzen Erklärung unter Angabe von Namen und Adresse.

2 Gedanken zu “CaRe serviert Dinner im eigenen Wohnmobil

  1. Bedauerlicherweise wird viel mit Fertigware hantiert. Sossen aus dem Eimer und Gemüsebrühe mit Glutamat und Hefeextrakt sind schon echt fragwürdig. Die Speisen sind übergart und teilweise lieblos gewürzt.

    Schade aber den hohen Preis nicht gerechtfertigt.

  2. Tolle Idee, aber leider nur nachgemacht (siehe https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/schleswig-holstein_magazin/Schleswig-Holstein-Magazin,sendung1096664.html). Aber egal. Ich habe mein Sterne-Dinner schon bestellt. Jetzt muss ich nur noch die 60.000 Euro für das entsprechende Wohnmobil auftreiben. Ist aber eine nachhaltige Investition, weil… lässt sich mehrfach benutzen. Und es gibt mittlerweile ja mehr Lokale, die mir das Tablett ans Wohnmobil bringen, als Ladestationen für Emobile.
    Aber was ist, wenn ich mit dem Wohnmobil lockdownbedingt gar nicht mehr „nur so zum Spaß“ ausfahren darf?

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