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Friedliche Demonstration gegen Corona-Regeln in Alsfeld„Das Virus wurde benutzt, um eine Diktatur zu errichten“

ALSFELD (akr). Nicht mehr nur in Großstädten gehen die Menschen auf die Straße, um gegen die Corona-Regeln zu demonstrieren. Auch in Alsfeld gab es an diesem Samstag eine Protestaktion, bei der die Grenze zwischen dem Einsatz für Grundrechte in Krisenzeiten und kruden Thesen mitunter verschwamm. Oberhessen-live war mit dabei und hat mit einigen Teilnehmern gesprochen.

Es ist Samstag, kurz vor 17 Uhr. Einige Menschen haben sich bereits auf dem Stadthallenparkplatz in Alsfeld versammelt, denn in wenigen Minuten soll hier die Demonstration gegen die Corona-Regeln starten. Viele der Teilnehmer stehen noch an ihren Autos, halten Abstand, warten darauf, dass der Rundgang durch Alsfeld startet. Einer von ihnen ist Uwe Tetzlaff. Er ist 65 Jahre alt, kommt aus Lauterbach. „Ich bin hier, weil mich das ganze ankotzt“, sagt er gerade heraus. Ihn kotze es an, dass man zu etwas gezwungen werde, dessen Nutzen nicht einmal wissenschaftlich erwiesen sei.

Er selbst sagt, er sei kein Verschwörungstheoretiker, doch als Wirtschaftsprüfer kenne er sich aus, habe viel mit der Pharmaindustrie gearbeitet. „Ich kenne die ganzen Verstrickungen“, sagt Tetzlaff. Der 65-Jährige könne nicht verstehen, wieso man die gesamte Wirtschaft hinrichte. Noch weniger verstehen könne er, wie man das alles den Kindern antun kann, den Kontakt zu den Großeltern zu verweigern, ihnen zu erklären, dass das Virus Oma und Opa tötet, wenn die Kinder sie infizieren.“Das ist das allerschlimmste Verbrechen“, betont er. Der psychische Schaden sei nicht wieder gut zu machen.

Uwe Tetzlaff aus Lauterbach: „Ich bin ein Mensch und möchte auch als Mensch behandelt werden“

Angst vor dem Virus hat er nach eigener Aussage nicht. „Es ist nichts neues, das ein Körper gegen einen Virus ankämpfen muss“, sagt er. Seiner Meinung nach sind die Zahlen über Infizierte und Tote „Fake“. Als Risikopatient habe er schon mehrere Grippen überstanden. Zur Demo hat er, im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern, eine Maske mitgebracht. Allerdings nicht, um sie im Gesicht zu tragen. Die schwarz-weiße Maske mit Piratenmotiv hat er an sein Handgelenk gebunden. „Das ist reine Provokation“, lacht er. Dort, wo sie Pflicht sei, trage er sie. Aber nur, weil er keine Schwierigkeiten machen möchte. Sonst halte er nichts von der Maskenpflicht. Seiner Meinung nach ist es mittlerweile bewiesen, dass die Maske eher kontraproduktiv ist- sofern es sich bei ihr nicht um eine medizinische handele.

„Die Regierung hätte das Coronavirus so handhaben müssen wie jede andere Grippe“, meint der 65-Jährige. Ein Modell wie in Schweden hätte er sich vorstellen können. Eigenverantwortung nennt er als Stichwort. Die Bevölkerung sei schließlich nicht doof. „Ich bin ein Mensch und möchte auch weiterhin als Mensch behandelt werden“. Mittlerweile sind noch einige weitere Teilnehmer zur Demo erschienen. Bevor sich die Gruppe von rund 30 bis 40 Menschen – so schätzt es die Polizei – auf den Weg durch Alsfeld macht, liest Joachim Böcher, der die Veranstaltung angemeldet hat, noch kurz die Auflagen vor, die er von der Stadt Alsfeld bekam. Mindestabstand, keine Megafone, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Dann übergibt er das Wort an Thorsten Schmitt, den manch einer vielleicht als Chefredakteur von „Extremnews“ kennt – einer alternativen Nachrichtenseite mit Redaktionssitz in Brauerschwend, auf der echte Nachrichten neben Esoterikvideos und Reichsbürgerthesen stehen. Er möchte vor dem Start erst noch „die Harmonie in der Gruppe sowie das Bewusstsein und den Frieden mit der Erde stärken“, wie er erklärt. Dafür hat Schmitt eine kleine Übung mitgebracht: linke Hand aufs Herz, die rechte Hand auf den Boden, damit man das Kribbeln der Erd-Energie spürt, sich mit Mutter-Erde verbindet. Nach der kurzen Übung startet der Rundgang.

Vor dem Rundgang fand zunächst noch eine kleine Übung statt.

Es geht vom Stadthallenparkplatz aus die Altenburger Straße entlang Richtung Mainzer Tor, Untergasse, Hersfelder Straße, am Amtsgericht vorbei, die Schellengasse hinunter zur Löbergasse, Wallgasse und zurück zur Stadthalle. Nicht nur die Polizei hat die Demo ständig im Blick. Manche der Teilnehmer fungieren als sogenannte „Ordner“. Pro zehn Demonstranten gibt es einen. Damit sie als solche erkannt werden, tragen sie am Oberarm eine schwarz-weiße Binde. „Die Ordner achten darauf, dass beispielsweise der Mindestabstand eingehalten wird, dass die Gruppe sich nicht aus den Augen verliert, keiner auf der Straße läuft. Sicherheit eben“, erklärt Gabriele Karl-Böcher. Sie ist einer dieser Ordner.

In Deutschland herrsche keine Demokratie, sondern eine Diktatur

An der Demonstration nimmt sie bereits zum dritten Mal teil. „Ich bin hier, weil ich für die Freiheit und den Frieden eintrete“, erklärt sie. Ihrer Meinung nach ist beides derzeit gefährdet, wenn nicht gar schon abgeschafft. „Das Virus wurde benutzt, um eine Diktatur zu errichten“, sagt sie. Was genau dahinter stecke, wisse sie aber nicht. Doch sie ist sich sicher: „Die Wahrheit kommt ans Licht.“

Die Hombergerin, so sagt sie selbst, fühlt sich“ komplett verarscht“. In ihren Augen wird die Situation überzogen dargestellt. Es gebe genug andere Probleme auf der Welt. Hunger, Krieg, Misshandlungen. Um all diese Dinge kümmere sich niemand mehr. „Da schreit kein Bill Gates, dass er helfen will“, betont sie und huscht ein paar Meter weiter nach vorne. Die Sache mit Gates ist eine Anspielung auf die Ablehnung, die dem Microsoft-Gründer gerade auf den vielen Corona-Demos entgegenschlägt. Gates ist ein wichtiger Geldgeber der Weltgesundheitsorganisation WHO. Einige Menschen glauben, Gates stecke hinter dem Virus, versuche damit über Impfstoffe Geld zu verdienen oder gar die Menschheit kontrollierbar zu machen. Berechtigte Kritik vermischt sich an dieser Stelle oftmals mit haltlosen Thesen, die Kritiker anschließend Verschwörungstheorien nennen.

„Abstand halten, bitte“, hört man Karl-Böcher rufen. Eine paradoxe Situation. Sie fordert auf, Abstand zu halten, obwohl sie von den Regelungen nichts hält. „Ich mache das nur, damit die Versammlung stattfinden kann und um die Menschen, die Angst vor dem Virus haben, zu schützen“, erklärt sie. Davon gebe es nämlich genug.

Den Lockdown habe es nicht gebraucht

Markus Pfeifer aus Schwalmtal zählt nicht dazu. „Ich habe keine Angst“, sagt er, wie aus der Pistole geschossen. Seiner Meinung nach wird man nicht durch den Erreger krank, sondern dadurch, dass man für den Erreger zugänglich wird. Was genau er damit meint, wird auch nach mehrfachem Nachfragen nicht ganz klar. Während er die Strecke entlang läuft, hält Pfeifer ein großes Schild hoch. „Für Freiheit und Grundrechte“, steht auf der braunen Pappe geschrieben – denn dafür stehe er ein. Der Lockdown hätte nicht sein müssen, findet Pfeifer. Wenn die halbe Bevölkerung krank gewesen wäre, wäre es etwas anderes. „Bei den Zahlen hätte es nicht sein müssen. Letztes Jahr sind 15.000 Menschen an der Grippe gestorben. Das hat auch keinen interessiert“, betont er.

Pfeifer ist dafür, dass nur Risikopatienten geschützt werden. „Schutzbedarf für alle, die Schutz brauchen“. Sprich: wer zu einer Risikogruppe gehört, erhält Schutz. Doch wie definiert man Risikogruppe genau? „Das ist nicht einfach. Jeder soll für sich selbst ausmachen, ob er dazugehört“, erklärt er. Menschen, die das alles nicht wollen, die sollen das Ganze auch nicht müssen. Für Freiheit und Grundrechte eben, denn seiner Meinung nach handele die Regierung im Auftrag der Pharma- und Lebensmittelindustrie. Auch er sieht Gates als wichtige Schlüsselfigur bei dem Ganzen. Er wolle sich auch bald ein Attest beim Arzt besorgen, um von der Maskenpflicht befreit zu werden, sagt Pfeifer. „Ich will den Menschen zeigen, dass es nicht sinnvoll und nicht gut ist“, erklärt er. Schließlich würde durch das Tragen einer Maske der CO₂-Spiegel im Blut steigen. Nach Aussage des Robert-Koch-Instituts und anderer Experten atmet man durch Masken zwar schwerer, ein gefährlicher Anstieg von CO₂ im Blut wird den Fachleuten nach jedoch nicht verursacht.

Markus Pfeifer: „Für Freiheit und Grundrechte“

Anders als Pfeifer hält ein Pärchen, das namentlich nicht erwähnt werden will, den Lockdown für angebracht – beziehungsweise hielt in für angebracht. Ihrer Meinung nach hätte er sogar schon eher kommen müssen. „Jetzt muss es aber wieder in Richtung Normalität gehen. Die Welle ist vorbei“, sagt die Frau. Deshalb nehme sie an der Demo teil. „Wir glauben, dass es Corona wirklich gibt. Wir halten uns auch an die Regeln“, sagen sie. Gut eine Stunde ist mittlerweile seit Beginn der Demo vergangen. Die Gruppe ist wieder am Startpunkt angelangt. Abgeschlossen wird die friedliche Demonstration wieder mit Schmitts kleiner Übung, um sich mit Mutter Erde zu verbinden. „Bis zum nächsten Mal“ hört man sich die Teilnehmer verabschieden, ehe sich der Stadthallenparkplatz langsam wieder leert.

Anmerkung der Redaktion: Auf einigen Bildern ist ein Mann in Uniform zu sehen. Dieser teilte im Nachhinein mit, dass er nicht als Demonstrant vor Ort war, sondern als Begleitung einer älteren Dame.

52 Gedanken zu “„Das Virus wurde benutzt, um eine Diktatur zu errichten“

  1. Liebe Frau Roth, bitte nehmen Sie das nur als wohlmeinende und konstruktive Kritik auf, aber ich hätte drei kleinere Kritikpunkte an der Ausführung des Artikels:

    1. Die zitierten Demoteilnehmer Tetzlaff und Pfeiffer dürfen hier mehrfach relativ unwidersprochen behaupten, dass es sich bei dem Virus „nur um eine Grippe“ handeln würde. Zwar wird im von Ihnen gesetzten Link zur SZ diese Annahme als Falschinformation entlarvt, doch hätte ich mir schon in Ihrem Artikel wenigstens einen Nebensatz zur Richtigstellung gewünscht. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich diese Sichtweise weiter als wahrheitsgemäß einschreibt.

    2. Da der Chefredakteur von „ExtremNews“, Thorsten Schmitt, eine exponierte Stellung bei dieser Demonstration einnimmt, wäre es m.M.n. angebracht gewesen, die politische Ausrichtung dieses Mediums noch etwas klarer und ausführlicher zu formulieren. Auch und vor allem, um z.B. dem namentlich nicht genannten Ehepaar und anderen Menschen, die durch die Eindämmungsmaßnahmen von heftigen materiellen, psychischen oder anderen Beeinträchtigungen betroffen sind oder sein werden (und trotzdem nicht die Gefährlichkeit des Virus leugnen), warnend aufzuzeigen, mit wem und welcher Ideologie sie sich gemein machen, wenn sie an dieser Demonstration teilnehmen.

    3. Der Satz „Berechtigte Kritik vermischt sich an dieser Stelle oftmals mit haltlosen Thesen, die Kritiker anschließend Verschwörungstheorien nennen“ ist etwas zu ungenau formuliert: Wenn z.B. behauptet wird, dass Bill Gates die Weltbevölkerung zwangsimpfen und dabei heimlich einen Chip einsetzen lassen will, durch den wir dann alle zu willfährigen Gehilfen seines großen Plans zur Reduzierung der Weltbevölkerung gemacht werden sollen, ist das ganz faktisch ein kruder, mit strukturell antisemitischen Klischees arbeitender Verschwörungsmythos. Die Formulierung, Kritiker würden diese Behauptung nur als „Verschwörungstheorie“ benennen, bietet diesem Milieu die Möglichkeit, sich von „Kritikern“ als „Verschwörungstheoretiker diffamiert“ zu betrachten,– sie sollen ja angeblich alle vom „Corona-Regime“ den „Maulkorb“ verordnet bekommen und wer die „Wahrheit“ kenne und auch öffentlich sage, würde eben „denunziert und diffamiert“.

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  2. Diktatur, würde ich es nennen, wenn erwachsene Menschen auf Befehl, so alberne Verrenkugen auf dem Parkplatz vorführen.

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  3. Interessant das es sogar „ORDNER“ gab bei dem kleinen Häufchen Verschwörungs Paranoiatikonikern :)))))))
    Als ich das Plakat mit der „Diktatur“ sah habe ich den ganzen Beitrag ignoriert :))

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  4. Meine Gedanken zu Corona sind auch von Skepsis geprägt. Dennoch halte ich ich an die Regeln und bin vorsichtig. Ich möchte keine lange Anekdote halten und bringe es auf den Punkt. Ihr habt sie nicht mehr alle am Lattenzaun.

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    1. Wer nicht mehr „alle am Lattenzaun“ – oder besser: alle Latten am Zaun – hat, konnte ich Ihrem Post mit Mühe entnehmen. Und wer wären jetzt die „geistigen Überflieger“? Bringen Sie das doch auch mal „auf den Punkt“. Danke.

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      1. Einverstanden! Halten wir die Anekdoten kurz und bringen wir die deutschen Redewendungen vorsichtig auf den Punkt. Denn wie schnell ist es passiert und der Draht fliegt einem aus der Mütze, weil der Knallerbsenstrauch den Maschendrahtzaun korrodieren lässt.

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  5. Hallo Frau Roth,
    schade, das Ergebnis Ihres Artikels. Wie man an den Kommentaren lesen kann, haben Sie mit dem Bericht zur Spaltung der Gesellschaft beigetragen. Ich hatte Ihnen einige Hinweise gegeben in Bezug auf: 2. Gesetz zum Schutz der Bevölkerung, abgestimmt im Deutschen Bundestag am 14.05.20 s. auch sog. „Immunitätsausweis“, Lastenausgleichsgesetz (wird bald interessant, weil die noch vermögenden Bundesbürger mit ihrem Vermögen den explodierenden Schuldenberg begleichen werden) Auch kannten Sie Robert Habeck nicht, daher auch nicht seine politischen Forderungen, die Seite „www.aerzte-fuer-aufklaerung.de“ haben Sie auch nicht erwähnt, obowhl ich Ihnen diese Seite genannt habe. Warum haben Sie nicht darüber geschrieben? Stattdessen haben Sie in nicht angemessener Art die kleine geistige Übung, die wir gemacht haben, ins Lächerliche gezogen. Sie haben mit diesem Bericht unserer Sache geschadet, denn wie man an den Kommentaren sieht, äußern sich die Menschen beleidigend und spaltend. Ist das Ihr Beitrag zum Frieden?
    Bin gespannt, ob Sie den Mut haben, meinen Kommentar hier frei zu schalten.
    Mit freundlichen Grüssen
    Gabriele Karl-Böcher

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    1. Sie verwechseln Ursache und Wirkung, werte Frau Karl-Böcher. Wenn Sie sich in schlechte Gesellschaft begeben, über Ihren bizarren Auf- bzw. Umzug dann in – wie ich finde – noch sehr zurückhaltendem und neutralem Schreibstil berichtet wird und die Publikumsreaktion anschließend zwischen „verständnislos“ und „angewidert“ schwankt, können Sie dafür nicht die Reporterin verantwortlich machen. Vielleicht war ja das zur Verfügung gestellte Hintergrund-Material (Ihre „Hinweise“) aus Sicht der Verfasserin des Artikels nicht in gleicher Weise relevant bzw. hätte dessen Berücksichtigung die Berichterstattung zu sehr ausgeweitet. Ihre Kritik erweckt ganz den Eindruck, dass Sie eine Art Auftrags-Bericht (PR) vorausgesetzt haben, der ohne eigenen Standpunkt der Journalistin ausschließlich Ihre Sicht der Dinge wiederspiegelte. Dies entspricht aber nicht allgemeinen Gepflogenheiten.
      Vor diesem Hintergrund halte ich Ihre Bewertung „Sie haben mit diesem Bericht unserer Sache geschadet, denn wie man an den Kommentaren sieht, äußern sich die Menschen beleidigend und spaltend. Ist das Ihr Beitrag zum Frieden?“ für absolut unangemessen. Sie haben sich mit einer extremen Minderheitenposition öffentlich sehr deutlich exponiert und selbst einen sehr scharfen Ton vorgegeben. Da durften Sie sich über entsprechende Reaktionen bis hin zu Hohn und Spott nicht wundern.

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      1. Wenn Frau Karl-Böcher einen Schaden beklagt, der ihrer vermeintlich guten Sache durch eine unfreundliche Berichterstattung zugefügt worden sei, dann muss man dagegen aufrechnen, was der Gesellschaft gegen die von den angeblich so freiheitsliebenden „Corona-Skeptikern“ verbreiteten Fake-News an Schäden entsteht. Zu einem hohen Prozentsatz wird einfach „falsches Denken“ verbreitet wie das, die Bundesrepublik Deutschland sei kein „Staat“ im völkerrechtlichen Sinne, sondern nur eine GbR, staatliche Maßnahmen des Seuchenschutzes seien durch die Verfassung nicht gedeckt und dergleichen Unsinn mehr. Da wird mitten in schweren Krisen staatlicher Gemeinwesen Vertrauen unterminiert und Unsicherheit geschürt, wo das genaue Gegenteil überlebenswichtig wäre. Schon die Polarisierung zwischen den politischen Lagern eines normalen Parteienspektrums mit seinen Schwankungen der politischen Machteroberung zwischen Links und Rechts wirkt in Krisenzeiten wie eine Abrissbirne, die den demokratischen Konsens und den Zusammenhalt der Gesellschaften in Schutt und Asche legt. In England haben wir dies erlebt in dem außen- wie innenpolitisch zerstörerischen Brexit. In Spanien werden wir derzeit Zeugen eines extremen Machtkampfs zwischen Sozialisten und neoliberalen Konservativen, der eine gesellschaftliche Neuformierung nach der Krise grundsätzlich in Frage stellt. Ohnehin hat das neoliberale Erbe der letzten konservativen Regierung sämtliche Sicherheitsreserven im Gesundheitswesen, Bildungswesen usw. aufgebraucht, was sich nicht zuletzt in schwersten Auswirkungen der Pandemie mit vielen Tausenden von vermeidbaren Todesfällen gezeigt hat. Die Sozialisten als „Erben“ dieser staatlichen Ausplünderung können im Grunde auf keinerlei Ressourcen mehr zurückgreifen und sind auf Unterstützung der EU-Partner von außen vollkommen angewiesen. Auch die Rückeroberung der Macht durch die Konservativen würde an dieser Lage überhaupt nichts ändern. Massenarbeitslosigkeit und Verelendung weiter Teile der Bevölkerung lassen dann nur noch die Machteroberung durch extremistische Parteien zu die zu Lasten der europäischen Solidarität gehen und den politischen Fortschritt von vielen Jahrzehnten auf den Abfallhaufen der Geschichte befördern. In Italien sieht es ähnlich aus und auch Frankreich wird schneller in eine solche Spirale hinein gezogen werden, als wir uns das derzeit vorstellen können.
        Die noch vor kurzem vollkommen unpopuläre große Koalition in Berlin ist inzwischen hoch geachtet und erhält bei den Wählern Bestnoten, weil sie die verderblichen Ausschläge der „Abrissbirne“ extremer politischer Konfrontationen kontrollierbar macht und damit das Umfeld schafft für die notwendige Krisenbewältigung. Selbst die zuletzt extrem erstarkte AfD konnte in diesem Rahmen nahezu neutralisiert werden. Deshalb sollte man den Brandstifter-Trupps der Corona-Skeptiker als einer Art „APO“ der AfD keine falsche Toleranz entgegen bringen, so lächerlich sich diese mit ihrem esoterischen Getue auch präsentieren mögen.

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    2. Ich finde den Artikel gut und wünsche Ihnen gute Besserung. Den passenden Arzt im ländlichen Raum zu finden ist schwer, ich weiß…

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      1. hier muss ich völlig recht geben, endlich mal ein angemessener Kommentar,
        viele haben keine ahnung, es ist traurig, mehr als traurig.

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    3. Sehr geehrte Frau Karl-Böcher,

      warum sollte Oberhessen-live Ihren Kommentar denn nicht freischalten? Sie üben hier doch lediglich Ihr grundgesetzlich verbrieftes Recht auf freie Meinungsäußerung aus, welches erst durch nicht gesetzeskonforme Äußerungen, wie z.B. Aufrufe zu Gewalt o.ä. beschnitten werden dürfte.

      Interessant, dass dieses Recht in der von Ihnen herbeifantasierten „Corona-Diktatur“ anscheinend doch noch besteht, oder? Ebenfalls scheint Ihr Grundrecht auf Versammlungsfreiheit – wenn auch unter den Auflagen, die unter der aktuellen Situation notwendig sind, um den Schutz der Gesundheit Ihrer Mitmenschen zu gewährleisten – weiterhin zu bestehen, sonst hätten Sie und Ihre Mitstreiter nicht so fröhlich erdverbunden miteinander marschieren dürfen, oder? Es ist schon eine merkwürdige Diktatur, in der wir uns da alle befinden…
      Nun denn, die eklatanten Widersprüche im eigenen Denken und Handeln zu erkennen, ist nicht unbedingt die größte Stärke des Milieus, das sich da seit ein paar Wochen so tapfer für „unser aller Freiheit“ auf die Straßen traut.

      Seien wir lieber mal ehrlich Frau Karl-Böcher: Mit Ihrer Frage, ob Oberhessen-live den „Mut“ aufbringen würde, Ihren ach so kritischen Kommentar freizuschalten, ging es Ihnen doch auch vielmehr darum, subtil den Vorwurf der „Zensur“ (hier der heutzutage leider nötige Einschub, dass Zensur nur vom Staate ausgehen kann; den Wikipedia-Link spare ich mir) anzubringen, der die „gleichgeschalteten Mainstream-Medien“ angeblich unterliegen. Damit lässt sich eben schön der angebliche Opferstatus kultivieren. Sie beherrschen das Spiel mit den subtil-agitatorischen Sprachbildern, das muss ich sagen, eigentlich ganz gut, denn der Vorwurf der „Spaltung unserer Gesellschaft“, der darf natürlich nicht fehlen. Einen haben Sie aber liegen lassen: Frau Roth verweist doch kurz auf die Verstrickungen Ihres Kameraden vom verschwurbelten Rechts-Eso-Blog ExtremNews ins rechtsextreme Reichsbürgermilieu. Da hätten sie noch das berühmte „wir sind weder links noch rechts, sondern Menschen“ (oder Deutsche, je nach Gusto) anbringen können. Eine vertane Chance, aber dann eben beim nächsten Mal!

      Ernsthaft muss ich noch fragen, wie Sie darauf kommen, Frau Roth vorzuwerfen, sie hätte die ihre Demonstration ein- und ausleitende Achtsamkeitsübung lächerlich gemacht? Meiner Meinung nach hat Frau Roth diese – ganz im Sinne journalistischer Sorgfaltspflicht – völlig wertfrei beschrieben. Wenn nun hier im Kommentarbereich belustigt darauf Bezug genommen wird, dann hat das wohl vielmehr damit zu tun, dass jene Kommentartoren eher einem wissenschaftlich-aufgeklärten Weltbild anzuhängen scheinen und solchen Praktiken womöglich eher skeptisch gegenüber stehen. Ihre Praxis fällt unter Religionsfreiheit (ja, auch diese gilt noch!), vom Recht auf freie Meinungsäußerung wiederum gedeckt ist, dass solche Praktiken von Andersgläubigen (oder vielmehr: -denkenden) eben auch kritisiert (oder sogar lächerlich gemacht) werden dürfen.

      What a Diktatur to be alive!

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      1. Hallo Wolfgang,
        ich weiss gar nicht, warum Sie sich so aufregen. Bleiben Sie doch ruhig. Die Behauptung „es sei nur eine Grippe“ von Tetzlaff und Pfeiffer, wie von Ihnen oben erwähnt, stammt von Medizinern, wie z.B. Prof.Dr. Bhakdi (Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie), Prof. Klaus Püschel (Rechtsmediziner Uni Hamburg), Dr. Wolfgang Wodarg (Epidemiologe u. Lungenfacharzt, Mitglied des Deutschen Bundestages, Mitglied des Europarates für Fragen der Sicherheit und Medizin zuständig), um nur diese drei bekannten Namen zu nennen, es sind mittlerweile hunderte – s. Informationen auf der Seite http://www.aerzte-fuer-aufklaeurung.de. Diese Experten werden aber in den Medien nicht wahrgenommen. Es findet somit keine wissenschaftliche Diskussion in der Öffentlichkeit statt. Es sind also keine Behauptungen der Teilnehmer, es ist hier wichtig, dies klarzustellen. Weiterhin bleibt die Frage nach dem Immunitätsausweis, wie er im Gesetzesentwurf des “ zweiten Gesetzes zum Schutze der Bevölkerung bei einer Epidemie nationaler Tragweite“ vorgesehen war, jedoch durch den Widerstand der Bevölkerung (Demonstrationen) erst einmal verzögert und nach Brüssel abgegeben wurde. Alle Fraktionen außer CDU/SPD haben gegen diesen Immunitätsausweis gestimmt, da er mit den Grundrechten, nach Aussage der Abgeordneten, nicht vereinbar ist! Wird aber ab jetzt auf EU-Ebene behandelt. Den Widerstand der Bevölkerung kann man somit als nur teilweise erfolgreich ansehen, denn der Bundestag hat am 14.05.20 großen Teilen des Gesetzesentwurfes zugestimmt z.B, dass Rechtsverordnungen in Zukunft vom BMfG ohne Kontrolle durch den Bundesrat erlassen werden können. Interessant ist hierbei auch das Papier von Stefan Kohn aus dem BMI zu lesen. Das Lastenausgleichsgesetz wird demnächst mehr Beachtung finden müssen.

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      2. Ach diese Frau Karl-Böcher,

        ich habe eigentlich „gerade Besseres zu tun“, um einen auf dem Gebiet der Virologie – im Gegensatz zu den von ihr ins Feld geführten Leuten – wirklich renommierten Wissenschaftler zu zitieren. Und ich sehe generell auch wenig Sinn darin, über längst vielfach widerlegte Thesen von irgendwelchen Pseudo-Experten zu diskutieren. Man sollte dieser lautstarken Minderheit ohnehin nicht allzu viel Aufmerksamkeit schenken. Aber für alle Wissbegierigen und Unentschlossenen hier schnell ein Link zu einer seriösen Sammlung von Faktenchecks, die die Beiträge all der Wodargs und Bhakdis kritisch überprüfen:
        https://pflege-professionell.at/der-coronavirus-ist-harmlos-youtube-videos-im-faktencheck

        Und, weil der in der Sammlung fehlt, zur eigentlichen Agenda des schwindeligen Arztes aus Süddeutschland, hier entlang:
        https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2020/05/06/bodo-schiffmann-der-arzt-dem-die-corona-rebellen-vertrauen

        Wie gesagt, ich hätte Besseres zu tun, aber ich springe jetzt doch mal so halb über das Stöckchen, das sie mir hingehalten hat: Es ist doch ganz nett zu beobachten, wie plump sie abermals versucht, sich und ihr vermeintlich im Besitz der einzig wahren Wahrheit befindlichen Milieu als Opfer einer angeblich unterdrückten öffentlichen Debatte zu gerieren. (Im Link zu den Faktenchecks sieht man auf den ersten Blick, wie viel sich in den letzten Wochen mit den Positionen all dieser Leute beschäftigt wurde – auch in den sogenannten „Mainstream-Medien“.)
        Dies ist unschwer als Ausweichmanöver zu erkennen, mit dem sie Antworten auf die kritischen Anmerkungen schuldig bleiben und gleichzeitig weiter ihre Propaganda unter die Leute bringen kann. Wäre es stattdessen nicht für alle interessanter gewesen, wie sie auf die sehr gute Anmerkung des Mitkommentartoren Karl Blecher Bezug nimmt, der ihren infamen Versuch kritisiert, eine junge Journalistin zur ausführenden Kraft in Public Relations ihrer „Sache“ machen zu wollen? Oder wie sie ihre enge Kooperation mit dem Chefredakteur des Rechts-Eso-Portals ‚ExtremNews’ begründet? Aber gut, wenn sie sich nicht von rechts-esoterischen bis rechtsextremen Positionen distanzieren möchte, muss das wohl als Einverständnis mit diesen Ideologien zu verstehen sein. Ist in Ordnung, dann wäre das wenigstens geklärt.

        Außerdem würde ich hiermit gerne klarstellen, dass ich mich nicht „aufgeregt“ habe, als jemand das Virus als „Grippe“ verharmlost hat, sondern ich habe versucht, rationale Kritik an gewissen Teilnehmern dieser Demonstration und einigen dort vorgetragenen Positionen zu formulieren – da liegt womöglich der Unterschied zwischen uns beiden: Die Hombergerin fühlt, der Alsfelder denkt.

        Worüber ich mich tatsächlich aufrege: Seit Wochen braut sich deutschlandweit eine ganz üble braune Suppe zusammen. Da sieht man z.B. Leute, die sagen, es sei gerade alles „schlimmer als wie beim Hitler, denn bei dem durfte man ja wenigschtens noch demonschtrieren“ oder tragen – die absolute Ausgeburt der untersten Niedertracht: gelbe Davidsterne auf der Brust, auf denen in Fraktur „ungeimpft“ steht. Geht’s noch??
        Das sind nicht nur geschichtsrevisionistische Relativierungen der Verbrechen zur Zeit des Nationalsozialismus, das ist eine so geschmack- und ehrlose Verhöhnung des unermesslichen Leids jüdischen Lebens in Deutschland, das mich nicht nur vollkommen sprachlos, sondern auch unendlich traurig und wütend macht. Und ja, zu solchen Leuten und Ideen gesellt man sich und reiht sich ideologisch ein, wenn man als „Corona-Rebell“ auf die Straße geht!

        Dazu, – das ist das andere, was mich „aufregt“ –, beherrschen diese Leute und ihre „Forderungen“ nach, was weiß ich, Öffnung der Yogastudios oder ihr Einstehen für das Grundrecht auf (Fern-)Reisefreiheit seit Wochen die Schlagzeilen und binden damit die eh schon geringe mediale Aufmerksamkeit für die heftigen Probleme der vielen Leute, die am Samstag keine Zeit oder keine Kraft mehr haben, sich lautstark Gehör zu verschaffen. Das sind Leute, die

        – in einem kaputtgesparten und auf Profitmaximierung ausgerichteten Gesundheitswesen buckeln, das über sogenannte Fallpauschalen abrechnet, und wo sie und ihre viel zu wenigen Kollegen viel zu schlecht bezahlt werden;
        – unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen und kriminell-schlechter Entlohnung in den Schlachthöfen und anderen Teilen der Lebensmittelindustrie Doppelschichten fahren;
        – die alleinerziehende Mutter, die gerade neben dem ’systemrelevanten‘ Halbtagsjob (ohne Prämie) noch die Kinder beschulen muss;
        – Leute, die in Kurzarbeit nur noch 60 % des Lohns bekommen, der sonst schon kaum reicht;

        … ach, das ließe sich noch endlos so weiterführen, sogar nur innerhalb Deutschlands. Schon in europäischen Nachbarländern sieht es ganz anders aus, geschweige denn in den Lagern auf griechischen Inseln oder in anderen viel, viel ärmeren Teilen der Welt.

        Und warum findet man auf diesen „Corona-Demos“ keine Leute mit Schildern mit solchen Forderungen, sondern nur Leute, die unter Schwarz-Weiß-Rot und Volksverräter-Rufen für ihr Karma und gegen Impfen grölen oder meditieren?

        Weil es denen nur um sich selber geht.

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      3. @ Wolfgang
        Ja, auch Dumme, Sich-Dumm-Steller*innen und Harmlos-Gucker*innen haben eine Meinung und wollen für diese beherzt eintreten. Und machen Bumm-Bumm auf der Schamanen-Trommel. Und wundern sich, wenn andere (Weitblickendere) sich aufregen. Karl-Böcher, mei Droppe.
        Dass es denen nur um sich selber geht, will ich generell gar nicht unterstellen. Ich glaube sogar, dass die gar nicht zu sich selbst vordringen, um für ihr Leben wirklich die Verantwortung zu übernehmen. Sie landen im Schlepptau irgendwelcher Rattenfänger, weil sie irgendwo unterschlüpfen müssen, um sich als Gefolgschaft narzißtischer Charismatiker künstlich aufpumpen zu können. Hier habe ich mal was zur Charakterisierung dieser Freiheitshelden von der traurigen Gestalt:
        (1) https://www.deutschlandfunk.de/politologe-zu-anti-corona-demos-grundproblem-ist-ein.694.de.html?dram:article_id=476417
        (2) https://www.deutschlandfunk.de/demos-gegen-corona-einschraenkungen-ich-wuesste-nicht-warum.691.de.html?dram:article_id=476466
        (3) https://daserste.ndr.de/panorama/aktuell/Hygiene-Demo-in-Berlin-Juden-angeblich-Schuld-an-Corona,antisemitismus228.html
        Der Vulkan schläft. Die Dummheit nicht.

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      4. Guten Tag, Wolfgang. Bezugnehmend auf Ihren Kommentar vom 27.05.20 um 18.38 Uhr stelle ich hiermit folgendes klar: Ich vertrete keine „rechtsesoterischen bis rechtsextremen Positionen“ und distanziere mich ausdrücklich davon. Es ist sicherlich für Sie nachvollziehbar, dass ich mir das nicht gefallen lassen kann. Der Tatbestand der üblen Nachrede wäre juristisch zu prüfen.

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      5. Nee, nee, Frau Karl-Böcher, jetzt nicht mit Links auf Linken-Politiker linken oder (verführerisch) winken!!! Fragen Sie sich doch einfach, ob Herr Ramelow mit Ihnen zusammen eine Mutter-Erde-Kribbel-Übung veranstaltet hätte und sich Ihrem Fastnachtsumzug angeschlossen hätte!

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  6. Welche Rechte hatten die 5 Verstorbenen im Vogelsbergkreis und ihre Angehörigen? Warum werden solche Demos gegen alle Regeln nicht unterbunden? Kan ich demnächst alle Verkehrszeichen und rote Ampeln missachten, weil sie meine Grundrechte einschränken?

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    1. In einer Diktatur sind Demonstrationen verboten. Siehe Überschrift des Berichtes. Somit wäre Ihrer Forderung Genüge getan.

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      1. Alleine daran sollten Sie erkennen, dass wir nicht in einer Diktatur leben, anders als es Ihr Mitdemonstrant mit dem Schild „Merkel Land = DDR 2.0“ zu verstehen gibt.

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    2. Was ist denn das für ein fragwürdiges Denken? Warum sollten solche Demos unterbunden werden? Sie finden ihre Berechtigung durch fachliche Zustimmung, unabhängiger Fachärzte. Und missbrauchen Sie nicht Verstorbene für Ihre Thesen, über die Sie nichts wissen.

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  7. Ob die Maßnahmen übertrieben waren oder nicht konnte man damals noch nicht sagen. Besser zu viel als zu wenig Vorsicht. Die Unvernunft der Bürger sieht man ja jetzt schon wieder wenn man in Restaurants und Cafés schaut: dichtes Gedränge, größere Gruppierungen, freche Gäste wenn der Gastwirt auf das Gesetz verweist. Nur noch eine Frage der Zeit wann die zweite Welle der Pandemie eintritt und dann heißt es wieder: warum hat die Politik nichts unternommen?

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  8. Ob die Maßnahmen übertrieben waren oder nicht konnte man damals noch nicht sagen. Besser zu viel als zu wenig Vorsicht. Die Unvernunft der Bürger sieht man ja jetzt schon wieder wenn man in Restaurants und Cafés schaut: dichtes Gedränge, größere Gruppierungen, freche Gäste wenn der Gastwirt auf das Gesetz verweist. Nur noch eine Frage der Zeit wann die zweite Welle der Pandemie eintritt.

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    1. …let me know the answer… Nur habe ich bei diesem Link völlig den Faden zur Frage verloren. Was war noch mal das Thema? Und warum erzählt dieser Langweiler da was von den Nazis in den Konzentrationslagern, die die Atombombe gebaut hätten. Alle wären sie beschult gewesen. Tatsache: BESCHULT! Aber keiner war gebildet. Und niemandem scheint das aufgefallen zu sein, außer diesem unsäglichen Kindheitsforscher. Alle sind sie beschult, ja, ja, beschult, beschult, beschult…
      Quelle: https://youtu.be/ThR0iuh3uWI?t=3274

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  9. Überall, wo aus einer Gefahrensituation für den Bürger selbst oder Dritte heraus staatlicher Zwang ausgeübt wird, müsste aus Sicht dieser „Demonstranten“ vor der „Errichtung einer Diktatur“ gewarnt werden. Das beginnt beim Tempo-30-Schild vor dem Kindergarten und hört damit auf, dass notfalls ein sog. rechtlicher Betreuer mein Eigenheim zu Geld macht, um damit die Kosten meines Pflegeheims und meiner rechtlichen Betreuung zu begleichen.
    Doch das vermeintliches Recht des Bürgers/der Bürgerin, tun und lassen zu dürfen, was sie wollen, unterliegt laut der Verfassung tatsächlich gewissen Einschränkungen. Also liegt nicht jedes Mal, wenn ein Freiheitsrecht in irgendeiner Weise eingeschränkt wird, zwangsläufig eine unzulässige Einschränkung der Freiheitsrechte und die Gefahr der Errichtung einer Diktatur vor.
    Wer von der Einschränkung seiner Freiheitsrechte betroffen ist, hat das Recht, ihre verfassungsmäßige Berechtigung gerichtlich überprüfen zu lassen.
    Bevor dies nicht geschehen und eine verfassungswidrige Einschränkung der Freiheitsrechte gerichtlich festgestellt ist, darf nicht von Errichtung einer Diktatur gesprochen werden.
    Dieser Vorwurf hat deshalb auf den gezeigten Plakaten nichts zu suchen. Da müsste man also jetzt mal genau hinschauen. Im konkreten Fall könnte man gegen die (vermeintlich unzulässige) Einschränkung von Freiheitsrechten oder die GEFAHR einer Diktatur protestieren und würde dann etwa auf das Plakat schreiben: „Gegen Maskenzwang!“ oder „Gegen Ausgangsbeschränkung!“. Insbesondere wo Gerichte bereits geurteilt und Einschränkungen der Freiheitsrechte für rechtens erklärt haben, ist der explizite Diktatur-Vorwurf gegen konkrete Personen unzulässig.

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    1. Eine Diktatur kann nur entstehen wenn die richterliche und ausführende Gewalt in der Hand der Diktatoren sind.
      Man sollte mal drüber nachdenken wie weit wir sind

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  10. Wenn man die rechte Hand auf den Boden legt und die Linke nicht auf das Herz sondern nur den Zeigefinger ebendieser Hand an die Schläfe hält, zieht die Erd-Energie auch noch das letzte Quentchen Verstand aus den Hirnwindungen!

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    1. Also ich muss in dieser Körperhaltung immer pupsen und komme anschließend ohne fremde Hilfe nicht mehr auf die Füße. Als alter Mensch bleibt einem wohl am Ende nur die Diktatur (Im Altenheim muss man z.B. dauernd singen. Schrecklich!). Und statt der Erdenergie spürt man nur noch die Erdanziehung.

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      1. Alt werden wollen ja fast alle, aber alt sein… Na, ja.
        Auf jeden Fall rate ich zu geriatrischer Prophylaxe, denn besser wird’s nicht mehr. Da muss man gucken, was die Kassen so zahlen. Denn das genannte Gebiet wird immer noch weitgehend stiefmütterlich behandelt, trotz Leistungspflicht der Kassen. Achten Sie im WWW auf Angebote wie „Sich bücken auf Krücken“ oder „Stehaufmännchen – Mit Bauch geht’s auch!“ Oder: „Und hoch! Schwungenergie aus körpereigener Pressluft“.

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  11. Da lassen’s die drei(ßig) von der Baustelle aber mal ordentlich kribbeln. Ein paar von den Teilnehmern kenne ich. Und zwar in dem Sinne, dass sie mir schon in anderen Zusammenhängen als zwar harmlose, aber auch irgenwie sonderbare Zeitgenossen aufgefallen sind. Verhaltensoriginell nennt man das in aktueller Behördensprache. Typisch für diesen Personenkreis ist, dass man sich irgendein „Prinzip“ zu eigen macht, das sich dann im eigenen Gehirn oder dem Filter der dazugehörigen Blase irgendwie verselbständigt. Dass der rechte Winkel unnatürlich sei. Der Genuss von Zwiebeln den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen versorge. Vollkornbrot und häufiges Sonnenbaden (nackt) die Lebenszeit um gut die Hälfte verlängerten. Und dergleichen mehr.
    Kann (und sollte man überhaupt) man von diesen „besorgten Bürgern“ Notiz nehmen? Zitat aus obigem Beitrag: „Seiner Meinung nach wird man nicht durch den Erreger krank, sondern dadurch, dass man für den Erreger zugänglich wird. Was genau er damit meint, wird auch nach mehrfachem Nachfragen nicht ganz klar.“ Meiner Meinung nach wird hier das Prinzip der Ansteckung umschrieben. Passt aber auch auf Schwangerschaft. Und mal ehrlich: Schon mal die christliche Glaubenslehre mit den Mitteln der kritischen Vernunft geprüft? „Geheimnis des Glaubens“ (klingeling, schell, schell)…“ (https://bistum-osnabrueck.de/geheimnis-des-glaubens/). Da fragen Milliarden auf der ganzen Welt nicht nach naturwissenschaftlicher Evidenz und geben sich mit Sätzen zufrieden, wie sie hier Bischof Franz Bode zur Erklärung beisteuert:
    „Da er sich als Gott in diese Abgründe herablässt, untergreift er jede Tiefe und jeden Tod und umfängt sie mit seinem Leben. Das ist das Geheimnis der Auferstehung: Leben umfängt Tod und hält damit auch den gestorbenen Menschen in seinem Leben. In diesem Geheimnis kann ein Mensch daheim sein und damit besser bestehen, selbst wenn er es nicht ganz versteht.“
    Also lasst sie demonstrieren.

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  12. Merkwürdig … 🤔
    Hatten die Demonstrationsteilnehmer jetzt doch alle eine Maske aufgehabt?
    Herrliche Bilder. 😜

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  13. Das Virus hat wohl unbemerkt einige Hirne befallen.
    Ich denke, daß einige Maßnahmen etwas überzogen waren bzw. sind, aber von einer Diktatur zu reden ist sehr weit hergeholt.
    Zu viele „Fachleute“ haben ihren qualitativ nicht immer hochwertigen Senf dazu abgegeben und die Regierung hat darauf nicht immer qualitativ hochwertig reagiert. Aber für diese neue Situation hat die Regierung so schlecht nicht reagiert. Und ich bin kein Freund von Frau Merkel.

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  14. Schmitts kleine Übung zeigt doch schon wohin der Weg der Gruppe führt. Nach Lauterbach ins Schlösschen, da müssen die hin,

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  15. „Letztes Jahr sind 15.000 Menschen an der Grippe gestorben. Das hat auch keinen interessiert“, betont er.“

    Woher hat er denn diese Zahlen? Laut Grippemonitor sind in der aktuellen Saison (30.9.2019 bis zum 17.5.2020)
    186.185 bestätigte Fälle gemeldet und insgesamt 493 Todesfälle in Verbindung mit der akuellen Grippewelle nachgewiesen.
    2018/19 182.000 Fälle und 954 Tote in 13 Wochen Grippesaison.

    Abgesehen davon, gibt es gegen die Grippe Medikamente, man weiß, wie man sie behandelt, kann sich dagegen impfen lassen und es kommt nicht zu derart gravierenden Spätfolgen, wie bei Covid-19.

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    1. Woher wissen Sie das? Jede Grippe hat die Potenz, gesundheitlich angeschlagene Menschen zu töten. Das nur mal allgemein. Und nur, weil man hier den Focus darauf lenkte und medial, täglich mit diesem Thema konfrontiert wird, heisst das nicht, daß vorausgegangen Grippewellen, weniger Potential hatten. Wir hatten in den letzten Jahren, wenn ich mich richtig erinnere, zwei aggressivere Verlaufsformen. So auch C19.
      Es wird auch nicht die Letzte gewesen sein. Übrigens sind bereits viele Menschen zuvor schon gegen Grippe geimpft gewesen und Jeder, der es möchte, sollte sich impfen lassen. Weiterhin sind Ihnen sicher die Fragestellungen hinsichtlich Todesursachen bekannt, ob Jemand an, oder mit Corona verstarb. Diese wiederum verändert nämlich auch die Statistik. Zudem gelten Tests noch nicht als gesichert, wie sie vor wenigen Tagen, durch die Medien, sicher auch vernommen haben.
      Sie geben hier Zahlen an, zweifeln aber nur die an, die Ihre Meinung nicht unterstützen. Fakt ist doch, dass wir Bürger, nichts, verbindlich wissen. Wir können uns lediglich eine Meinung über das bilden, was wir hören und lesen.

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  16. Liebe Demonstranten und Demonstrantinnen,
    bitte treffen Sie sich doch demnächst in einen abgesperrten Areal und verlassen dieses nicht mehr. Dort können Sie dann in aller Ruhe eine Coronaparty veranstalten, ohne medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen selbstverständlich! Sie wollten es ja so! So können wir alle gemeinsam herausfinden ob Sie Recht haben. Falls nicht, können wir mit den Überlebenden unser weiteres Zusammenleben aushandeln. Ich für meinen Teil möchte weiterhin die Corona-Regeln einhalten, zum Schutz ALLER!

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    1. Ich Frage mich , wenn wir in einer Diktatur leben, warum dürfen wir dann demonstrieren???

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      1. Irrtum! Auch in einer Diktatur sind Demonstratitonen und demonstrierende Demonstranten gern gesehen. Beim Warum gibt es vielleicht ein paar kleine Unterschiede gegenüber liberaleren Staatsformen. Man darf. Nur nicht zu jeder Zeit und für jedes Ziel.

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