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hr-fernsehen begleitet Helmut Schraml - Beitrag am 11. Februar um 20.15 UhrHelmut Schraml, der Dorfretter aus Ober-Ohmen

OBER-OHMEN (ol). Helmut Schraml aus Ober-Ohmen im Vogelsberg war lange in der Welt unterwegs. Als er in seinen Heimatort zurückkehrte, musste er mit ansehen, wie immer mehr Häuser verfielen. Er konnte diesen Anblick nicht ertragen und beschloss, etwas zu tun: Bis heute hat er acht Häuser gekauft und saniert, die er zu einem günstigen Preis vermietet. Zu sehen ist der 45-minütige Film „Der Dorfretter im Vogelsberg“ in der Reihe „Erlebnis Hessen“ am Dienstag, 11. Februar, um 20.15 Uhr im hr-fernsehen – und ab sofort jederzeit in der ARD-Mediathek.

In der Pressemitteilung des HR heißt es, der Teil von Ober-Ohmen, in dem die acht Häuser von Helmut Schraml stehen, wirkt inzwischen fast wie ein zum Leben erwachtes „Museumsdorf“. Der Charme des Viertels zieht auch Stadtbewohner zurück aufs Land. Denkmalschutz und Nachhaltigkeit seien für den Augenarzt Schraml beim Sanieren ein Dauerthema.

Dafür habe er in dem Zimmermann Robert Malessa einen idealen Mitstreiter gefunden. „Bei mir gibt es keinen Abfall“, lautet ein Leitspruch des Handwerkers. Lehm, der auf den Baustellen keine Verwendung mehr findet, landet auf einem alten Reitplatz. Der wurde zu einem Naturparadies und bietet dank konsequentem Bioanbau eine reiche Gemüseernte – quasi ganz nebenbei. Und weil Robert Malessa in allen Lebensbereichen versucht, umweltbewusst zu leben, fährt er ein futuristisches Elektroauto, das sogar in der Region gebaut wird, heißt es weiter.

Der Film von Uli Pförtner zeige: Helmut Schraml, Robert Malessa und andere sind gute Beispiele dafür, wie aus Liebe zum eigenen Ort und aus Überzeugung für einen nachhaltigen Lebensstil das Leben in Ober-Ohmen Stück für Stück zurückkehrt – seit Kurzem sogar mit einer Kneipe, die wieder Kultur ins Dorf bringt.


16 Gedanken zu “Helmut Schraml, der Dorfretter aus Ober-Ohmen

  1. Da könnte sich Onkel Dagobert aus Entenhausen/Ohm mal eine Scheibe abschneiden! Der kauft auch ein Haus nach dem anderen (in Alsfeld) und lässt die Immobilien beim Warten auf die Wertsteigerung dann vergammeln. Aber wie heißt das geflügelte Wort bzw. Sprichwort fürs Geflügel: ‚Gänse, die früh spekulieren, holt am Abend der Fuchs‘. Oder es kommt der Kater Carlo…

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  2. Ganz große Klasse!

    Von solchen Menschen bräuchte der Vogelsberg noch viele mehr. Stattdessen müssen alle erfolgreichen Menschen, die hier eine gute Jugend und tolle Schulen genossen haben, dem Vogelsberg dauerhaft den Rücken kehren und unbedingt nach Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Co. ziehen.

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    1. Der „Dorfretter“ Helmut Schraml dürfte seine Ausbildung zum Facharzt für Augenheilkunde auch nicht im Vogelsberg absolviert haben. Und die vielen Junior-Chefs von erfolgreichen Vogelsberger Handwerks- und Industriebetrieben haben ihr Fachwissen nicht im heimischen elterlichen Kleinbetrieb erworben. Dr. Schraml hat lange Jahre im Ausland verbracht und ist erst spät in die Vogelsberger Heimat zurück gekehrt. Heimatliebe darf man nicht mit Provinzialismus verwechseln. Wer nicht raus will, kann ja hier bleiben. Nichts dagegen. Aber warum dieses kleingeistige Stänkern gegen diejenigen, die die Welt sehen und sich den Wind um die Nase wehen lassen wollen. Weltgewandtheit kann auch einem Vogelsberger nicht schaden.

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      1. Lesen, denken, dann schreiben wäre eine gute Reihefolge. Oben steht explizit „Schule“. Dass man auch mal aus dem Vogelsberg raus muss für ein gutes Studium ist wohl bekannt.

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      2. Ich weiß ja nicht, wo Sie beim Lesen falsch abgebogen sind. Jedenfalls haben Sie da wirklich zu kurz gedacht.

        Das Kommentar zielt doch genau darauf ab, dass der Vogelsberg mehr erfolgreiche Menschen braucht, die später im Leben auch etwas an ihre Heimat zurückgeben wollen und können. Wenn Sie dies als „Kleingeistiges Stänkern“ abtun, gibt Ihr eigener kleiner Geist wohl keine allzu große Rechenleistung her 😉

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      3. Also wenn der Inhalt dieses Kommentars hier massenhaft „disliked“ wird, kann der Schuss ja nur nach hinten los und direkt ins Knie gehen. Vulkan-Hirni hat offensichtlich was dagegen, wenn geistig rege Vogelsberger auch mal Großstadtluft schnuppern, statt ihr ganzes Leben in Orten wie „Stumpertenrod“ oder „Mücke“ zu verbringen (natürlich sollen diese Orte damit nicht abgewertet werden!). Dann hängt euch doch – wo immer ihr auch vor euch hin dämmert – diesen Spruch über die Stalltür:
        VB-ler, bleib in der Provinz / Und so beschränkt wie Kunz und Hinz!

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      4. Yeah! Ich geh‘ in ein provinzielles Forum und erzähle den Leuten aus der Provinz, wie beschränkt und provinziell sie doch alle sind! Und dann jammere ich noch rum, wenn mein Beitrag nicht geliked wird.

        Ein wenig mehr Belichtung im Oberstübchen würde Ihnen wirklich nicht schaden, Heinz Kunze.

        Und nun genießen Sie doch einfach Ihr kulturell gesegnetes Großstadt-Leben, zählen die Drogenabhängigen, schlürfen nachts am Kiosk fünf Bier und verschonen Sie die Vogelsberger von Ihrem „kleingeistigen Gestänkere“.

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      5. Heinz Kunze, geh doch in deine elitäre Großstadt und verschone die Landeier aus der Provinz von deinem Gesülze.

        In Berlin Neukölln oder Frankfurt Sossenheim findest du bestimmt jede Menge weltgewandte, offene und gebildete Bürger, die sich gerne mit dir unterhalten.

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      6. An den Autor des Beitrages von Heinz Kunze:

        Natürlich, sie wollen so Ortschaften wie Mücke und Stumpertenrod nicht abwerten. Gleichzeitig betiteln Sie diese Menschen aber als provinziell, zurückgeblieben, und jeder dort hat eine Stalltür, über die er etwas hängen kann.

        Bei aller Weltgewandtheit verbreiten Sie hier ganz klar volksverhetzende und massiv vorurteilsbehaftete Thesen. Sie sollten sich wirklich schämen und diese Seite einfach verlassen.

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  3. Mich hat der Bericht (heute im SR-TV gesehen) über das schöne Dorf Ober-Ohmen sehr berührt: Ich habe selbst im VB gewohnt vor vielen Jahren und finde Idee und Umsetzung absolut toll! Ich beneide alle Mieter, die dort ein neues Zuhause fanden und denke, solche Menschen wie Herrn Dr. Schraml (und den Zimmerer, Herrn Malessa) sollte es öfter geben: Wie würde manches Dorf aufblühen – womöglich nicht nur im ohnehin schönen Hessen!
    Wenn noch eine Wohnung zu mieten wäre – mich würde nichts davon abhalten! Gelungen auch der Kulturbeitrag in Sachen „Dorfkneipe“ – gutes Gelingen weiterhin und eine schöne Zeit in Ober-Ohmen!

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  4. Helmut Schraml und Familie Malessa, Hut ab.
    Ich habe die Sendung gesehen und finde was Sie hier machen ist absolut fantastisch.
    Genau solche Menschen braucht es!
    Menschen mit Visionen, Ideen und nun ja, auch Geld um es umsetzen zu können.
    Nicht nur die Sache mit den Häusern, das Wirtshaus setzt dem Ganzen noch die Krone auf.
    Ich wünsche Ihnen alles Gute!

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  5. Ich schaue gerade eine Sendung im Fernsehen über ihr Dorf. Ich bin sprachlos , fasziniert von der Geborgenheit, der Wärme und Herzblut , welches Dias Dorf und die Bewohner ausstrahlen.
    Susanne Ruth

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    1. ich hätte im Ortenberger Stadtteil Usenborn, Wetteraukreis eine Hofreite anzubieten.
      Wäre dies für Sie Interessant ?
      Grundstück 980 m2
      Scheune und Wohnhaus.
      Tel. 01772553461

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  6. „Bis heute hat er acht Häuser gekauft und saniert, die er zu einem günstigen Preis vermietet.“
    Bravo! Leerstände beenden und zusätzlich den Mitmenschen durch soziale Mieten Gutes tun! Aber mal ehrlich: Was hier einem Privatmann und seinen Helfern möglich ist, sollte nicht auch in jeder von Wegzug und Verfall betroffenen Gemeinde über die Kommune und wegen mir mit zusätzlichen ehrenamtlichen Helfern, Dorferneuerungsprogrammen, Volksbank und Sparkasse etc. ebenfalls möglich sein?
    Da fehlt es doch oft nicht nur an der Heimatliebe, sondern auch dem politischen Willen und der notwendigen Tatkraft!

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