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Gelände gehörte früher mal der Alsfelder BrauereiEhemalige Disco „Zabou“ an heimischen Architekten verkauft

ExklusivALSFELD (jal). In den 90er-Jahren war sie ein echter Partyhotspot, doch schon seit geraumer Zeit steht die ehemalige Disco „Zabou“ leer. Im Rathaus bestätigte man nun Informationen von Oberhessen-live, wonach das verfallene Lokal nebst der Fläche drumherum den Besitzer gewechselt hat.

Bürgermeister Stephan Paule sagte, der Stadt liege eine entsprechende Information eines Notars vor, wonach der Architekt Herbod Gans aus Homberg (Ohm) das Gelände der Diskothek in der Liederbacher Straße gekauft habe – nebst den angrenzenden Parkflächen und dem alten „Brauereikiosk“. Aus einer Nachfrage beim Amtsgericht geht jedoch hervor, dass der Eigentümerwechsel noch nicht im Grundbuch eingetragen ist.

Insgesamt handele es sich um eine Fläche von rund 17.000 Quadratmetern, so Paule. Die Grundstücke gehörten früher einst der Alsfelder Brauerei, die wiederum einst zu Rhönsprudel gehörte. Auch das Hauptgelände der mittlerweile abgewickelten Brauerei befindet sich schon seit Langem im Besitz des Getränkeherstellers aus Ebersburg-Weyhers im Landkreis Fulda.

An einem guten Abend feierten früher mehr als 2000 Menschen im „Zabou“ – oder im „Titanic“, wie der Laden später unter anderem hieß. Die Tanzfläche war voll, wie alte Bilder zeigen. Inzwischen verfällt die frühere Partylocation jedoch mehr und mehr. Im letzten Sommer trainierte die Alsfelder Feuerwehr dort den Ernstfall. „Das Gelände ist videoüberwacht und wird regelmäßig kontrolliert, auch wenn es verlassen wirkt“, sagte ein Vertreter der Brandschützer damals.

Im Netz lässt sich ein alter OZ-Artikel finden. Obwohl undatiert, stammt er ganz offensichtlich noch aus D-Mark-Zeiten. Denn dort ist zu lesen, dass die Disco nach Zahlungsunfähigkeit der damaligen Besitzer für 2,23 Millionen Mark an die regionale Sparkasse ging, die damals noch Sparkasse Vogelsbergkreis hieß. „Die Disco Zabou hatte im November 1989 mit einer großen Eröffnungsparty den Betrieb in Alsfeld aufgenommen. Obwohl an den Wochenenden auch zahlreiche Besucher aus den umliegenden Städten Gießen und Fulda ins Zabou kamen, soll nach Beobachtungen der heimischen Disco-Szene während der Werktage der Besuch eher schleppend verlaufen sein“, ist in dem Beitrag zu lesen.

Ein Foto aus früheren Tagen zeigt eine volle Tanzfläche im „Zabou“. Quelle: privat

Auf die Frage, was nun mit dem Gelände passieren soll, antwortete Bürgermeister Paule: „Hierzu wird ein Gespräch mit dem Eigentümer stattfinden. Die Stadt wird hier mit eigenen Ideen der Initiative des Eigentümers nicht vorgreifen.“ Der Bürgermeister weiter: „Natürlich freue ich mich, wenn auf diesem lange brachliegenden Grundstück etwas entwickelt werden soll. Es handelt sich um verkehrsgünstig gelegenes Gewerbegebiet. Wenn die Ansiedlung eines Betriebes angedacht ist, würde das natürlich meine Unterstützung finden.“

Der neue Eigentümer reagierte bislang nicht auf eine Anfrage von Oberhessen-live. Dem Homberger Architekten Gans gehören noch mehr Immobilien in Alsfeld. Darunter ist auch das Haus, in dem das beliebte Restaurant „Kartoffelsack“ untergebracht ist. Die jetzigen Wirtsleute hören in diesem Frühjahr auf, ob das Geschäft weitergeht, ist ungewiss. Dem Vernehmen nach läuft jedoch die Suche nach einem Nachfolger.

Bleibt die Frage, was aus dem Hauptgelände der Brauerei wird, das von der Adresse her in der Grünberger Straße liegt und direkt an das „Zabou-Areal“ angrenzt. Die Firma Rhönsprudel ließ eine schriftliche Anfrage von OL unbeantwortet. Die Inhaber der Vogelsberger Landbrauereien, die die Namensrechte am Alsfelder Bier gekauft haben, hatten das Kesselhaus noch bis vor Kurzem gepachtet. Doch mittlerweile wird das Alsfelder Bier in Lauterbach gebraut. Eine historische Dampfmaschine, mit früher das Bier kühlte, wurde nach München verkauft.

„Natürlich wird auch dieses Gelände seitens der städtischen Wirtschaftsförderung bei möglichen Interessenten genannt, die Grundstücke in Alsfeld suchen. Aufgrund seiner Größe und der Ausweisung als Gewerbegebiet bietet sich das Brauereigelände auch für eine größere Entwicklung  wie zum Beispiel Bürogebäude, Hotel oder produzierendes Gewerbe, an“, sagt Bürgermeister Paule – und ergänzt: „Ein Traum wäre natürlich die Wiederaufnahme des Braubetriebs in Alsfeld, doch das halte ich bei den Überkapazitäten der Braubranche momentan für unrealistisch.“

Blick ins Alsfelder Kesselhaus. Foto: Archiv/ol

Blick ins Alsfelder Kesselhaus. Foto: Archiv/ol

Nachdenklicher äußert sich Michael Riese, Fraktionsvorsitzender der ALA im Stadtparlament. „Die Nachricht über das Engagement des Architekten Gans kommt für uns überraschend. Wir hätten uns von ihm zunächst vor allem gewünscht, dass es Fortschritte bei der Beseitigung des verfallenden Hauses Roßmarkt / Volkmarstraße gäbe“, sagt Riese. Das Haus gehört dem Architekten ebenfalls und ist stark verwittert.

Zudem kritisiert Riese den Informationsfluss aus dem Rathaus. „Öffentlich und mit den Stadtverordneten kommuniziert der Bürgermeister vornehmlich über Baugrundstücke, wie sie derzeit auch auf der Webseite der Stadt angeboten werden. Zu anderen Flächen, wie beispielsweise auch zum Bückling-Gelände, gibt es keine bis spärliche Informationen.“

Riese weiter: „Bei Grundstücksverkäufen sollte meiner Meinung nach die Stadt eigentlich ihre Strategie umkehren und Grundstücke erwerben, auch Gewerbegrundstücke, um damit über Vermietung oder Verpachtung größtmöglichen Einfluss bei der Stadtentwicklung auf Ansiedlung von Gewerbe, Gestaltung und Umweltschutz zu nehmen. Aber auch im aktuellen Fall sollte die Stadt ein Auge auf die kommende Entwicklung haben.“

Was Alsfeld in Innenstadtnähe eigentlich schon sehr lange fehle sei ein Kulturzentrum für kleinere Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen, für die „Hessenhalle und Stadthalle zu groß und unpersönlich sind“, sagt Riese außerdem. „Aber, wenn das nicht öffentlich finanziert wird, wird es das wohl auch noch lange nicht geben.“

15 Gedanken zu “Ehemalige Disco „Zabou“ an heimischen Architekten verkauft

  1. Außer dem sehr guten Beitrag von Bodo Runte kann ich eigentlich aus den restlichen Kommentaren nur Haß und Neid erkennen. Zugegeben: auch ein bisschen Packvolk schlägt sich und Packvolk verträgt sich. Warten wir es doch einfach mal ab. Eventuell sind wir alle irgendwann überrascht und es wird eine dolle Sache drauß.

    1. Sieht man’s wie der Vogel Strauß
      Wird eine dolle Sache drauß
      Doch steckt man nicht den Kopf in’n Sand
      Erkennt man gleich den Spekulant
      Was soll daraus denn Gutes werden?
      Man überlasse es den Pferden
      Gedanken sich dazu zu machen
      Und anschließend wiehernd zu lachen
      Denn hat konkret man nichts geplant
      Wird letztendlich nur abgesahnt.

    2. Außer einer gewissen Neutralität gegenüber der deutschen Rechtschreibung, die in einer deutlichen Vorliebe für das „ß“ zum Ausdruck kommt, sehe ich von einer neutralen Sichtweise überhaupt nichts. „Warten wir es doch einfach mal ab.“ ist nicht „neutral“, sondern indifferent. Aber sollte man Entwicklungen, wie sie sich hier anzudeuten scheinen (Ein G. kauft immer mehr Immobilien in Alsfeld auf, lässt sie aber verfallen und scheint überhaupt keinen Plan zu haben, was die Verwertung der Objekte angeht.) mit Gleichgültigkeit begegnen?
      Gleichzeitig äußern Sie sich alles andere als neutral, indem Sie die sich hier Äußernden als „Pack“ diffamieren, das sich schlage und vertrage, und dem Sie mit einer Ausnahme „Haß und Neid“ unterstellen. Für Herrn G. ergreifen Sie dagegen Partei, indem Sie ohne den allergeringsten Anhaltspunkt mutmaßen, dass er „vielleicht“ mit einem tollen Projekt überraschen werde. „Ei der Drauß!“ kann ich da nur ausrufen! Da haben Sie mich aber jetzt brutal übergerascht! Mit einer überraschend dreisten Umdeutung des Begriffs „neutrale Sichtweise“.

  2. Mein Tipp: Abreissen. Appartmentkomplex hinbauen. Kleine Wohnungen werden überall mit der Lupe gesucht. Auch in Alsfeld. Singlewohnungen mit bis zu 70 oder 80 qm. Gerne auch etwas luxuriöser. Disco (das waren die 80er…) oder Kulturzentrum (das waren die 70er…) sind kalter Kaffee.

  3. Schade, das es keine Disco mehr geben wird! Alsfeld ist am Wochende tot. Früher gab es das Kiss(Romantica) uns das Zabou und es war was los in Alsfeld. Herr Gans sollte sich auch mal lieber um sine Immobilie am Roßmarkt kümmern, die verfällt und er gewissen Auflagen der Stadt nicht nachkommt! Sicherlich ist es gut das die verfallenen Gebäude einen neuen Beitzer haben der was draus machen will (glaube ich aber nicht dran, wie gesagt um seine anderen Gebäude kümmert er sich ja auch nicht)also wird es so bleiben wie es ist!!!

  4. Ein regionales Kulturzentrum hatten wir im Museum in der Rittergasse, das seit fünf Jahren wegen Renovierung geschlossen ist. In Zusammenarbeit mit der Musikschule, dem Foto- und Schmalfilmclub und dem Kunstverein, Vorträgen und Ausstellungen aus dem Depot und mit zeitgenössischen Künstlern, haben wir jährlich einige tausend Personen ins Museum geführt.
    Mit dem Ausbau der Museumsscheune wäre es möglich, mitten in der Altstadt, im Museum, ein Alsfelder Kulturzentrum einzurichten für Theater, Konzerte, Vorträge, Lesungen und Ausstellungen. In Verbindung mit dem Museumshof, der schönste Innenhof Alsfelds, wäre das Museum ein kultureller Mittelpunkt.
    Der Museumsverband Hessen bezeichnet die Sammlung des Alsfelder Museums als besonders förderungswürdig. Unser Vorstand hat beim Museumsverband in den letzten Jahren hohe Zuschüsse besorgt für das Ausräumen des Museums, die Registrierung unseres Bestands und Restaurierungsmaßnahmen. Wir haben jetzt ca. 1.000 registrierte Exponate mehr, als bisher bekannt war. Darunter wahre Schätze, um die uns historische Museen beneiden.
    Bodo Runte
    Mitglied im Vorstand des Geschichts- und Museumsverein Alsfeld e.V.

    1. Verstehe ich Sie richtig, und es gibt „ein Kulturzentrum für kleinere Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen“ mit entsprechender öffentlicher Förderung in Alsfeld bereits? Dann verstehe ich das ALA-Gegacker von Herrn Riese einmal mehr nicht. Vielleicht sollten Herr Riese und seine Fraktionskollegen regelmäßig an Alsfelder Stadtführungen teilnehmen, um mal aus der eigenen Informationsblase raus zu kommen.
      Prinzipiell will ich Ihrer Einschätzung des Museumsprojektes gar nicht widersprechen. Man sollte aber auch einmal darauf hinweisen, dass diese ewigen kunstbeflissenen Projekte und Programme, die mit Unsummen öffentlicher Mittel gefördert werden, die dann im sozialen Bereich fehlen, häufig nur leeres Stroh sind, die vom Feuilleton und von den Kulturschmarotzern Herr*Frau*Professor*in-Doktor*in-Dozent*in-Irgendwer-für-Irgendwas pflichtschuldigst schön geredet werden, die in sie ersetzten Erwartungen zumeist nicht erfüllen. Bestes Beispiel ist die hier erwähnte Europäische Kulturhauptstadt Ruhrpott, die gerade ihr 10. Jubiläum feiert und im Rückblick doch erhebliche Diskrepanzen aufweist zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Guckst du: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/westblick/10-Jahre-Kulturhauptstadt-westblick-100.html

      1. „Mit dem Ausbau der Museumsscheune wäre es möglich, mitten in der Altstadt, im Museum, ein Alsfelder Kulturzentrum einzurichten für Theater, Konzerte, Vorträge, Lesungen und Ausstellungen. In Verbindung mit dem Museumshof, der schönste Innenhof Alsfelds, wäre das Museum ein kultureller Mittelpunkt.“
        Alles im Konjunktiv, werter „ALA-Gegacker“! Aber es gibt ein „Kulturzentrum für kleinere Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen“ in der Volkmarstraße 3, in dem Freiwilligenzentrum. Und da geht Herr Riese ein und aus und sollte eigentlich entsprechend informiert sein. Also doch „ALA“-Gegacker!

    2. Ja, das ist ein sehr gute Idee.
      Herr Gans kann ja seine Vorstellungen eines überdachten Museums von vor gut 10 12 Jahren bei der ehemaligen Disco umsetzen. Oh, Sorry vergessen da gibt es ja keine dumme Kommune die seine utopischen Vorstellungen finanziert. War Herr Gans nicht auch in der Anfangsphase an der Idee Erhalt altes Forsthaus Romrod beteiligt, was sich nach kurzer Zeit als vollkommen verpeilt herausgestellt hat? Die Stadt wird es noch bereuen, dass Herr G so viele Gebäude in der Altstadt besitzt. Zabou, ich würde mir mal eine etwas gehobener oder etwas andere Gastronomie in Alsfeld wünschen, etwas was auch Dritte nach Alsfeld lockt und nicht wegschickt. Ich möchte mich nicht negativ über die Alsfelder Gastronomie äußern, sie hat aber nur das konnte meine Mutter auch Niveau.

  5. Mal Gans genau nachlesen! Worum geht es eigentlich in dem obigen Beitrag? Da gab/gibt es einen Lost Place in bester Verkehrslage Alsfelds, den nach etlichen Jahren des unbeachteten Vergammelns niemand mehr so recht auf dem Schirm hatte. Immerhin (Romröder jetzt ganz genau aufpassen!): Dank Video-Überwachung kein Vandalismus wie etwa in dem Dauerärgernis „Neues Landhotel Vogelsberg“ (https://osthessen-news.de/mediathek/video.php?vid=5855). Ist doch schon mal bemerkenswert!
    Solche Immobilien stellen Werte dar. Und wie viele Personen, Gruppen, Institutionen haben dringenden Raumbedarf!? Und ist es nicht eine Schande und ein Zeichen von Wohlstands-Dekadenz, dass man es sich leisten zu können glaubt, solche Werte einfach dem Verfall preis zu geben? Soweit zunächst die grundsätzlichen Erwägungen.
    Das Interesse daran, was mit einem solchen Objekt geschieht, ist im besten Sinne ein öffentliches Interesse. Und egal was oder ob überhaupt etwas geschieht, so ist zu allererst nach den Eigentumsverhältnissen zu fragen. Wem gehört das Problem-Areal? Wer könnte und müsste was tun? Was ist der Plan, wenn von außen betrachtet nichts zu geschehen scheint (Nachlässigkeit? Inkompetenz? Spekulation? Ausstehende Genehmigungen?)? Und natürlich sind all diese Fragen auch an die Kommune zu richten, die ja ständig von Stadtentwicklung redet, aber tatenlos über Jahrzehnte zusieht, wie sich da überhaupt nichts entwickelt. Gibt es ein langfristiges Entwicklungskonzept, in dem die Problem-Immobilie eine Rolle spielt? Was wurde/wird getan, um in Kooperation mit den Eigentümern alt oder neu in dem fraglichen Bereich neues Gewerbe anzusiedeln, ein neues Mischgebiet mit Wohnen und Gewerbe anzulegen oder was immer? Von der Größe her hat das fast Stadtteilqualität. Also bitte mal hingucken und zupacken!
    Da werden nun endlich mal die notwendigen Fragen gestellt. Aber die Antworten fallen bestürzend lakonisch aus. Alt- und Neueigentümer tun so, als hätte sich die Öffentlichkeit für den Gesamtkomplex Brauerei und Zabou-Gelände gefälligst nicht zu interessieren. Und die Stadt Alsfeld? Die hält sich zurück und versteckt sich hinter der diplomatischen Formulierung, „mit eigenen Ideen der Initiative des Eigentümers nicht vorgreifen“ zu wollen. Hätte man denn eigene Ideen? Immerhin wird hierzu „ein Gespräch mit dem Eigentümer stattfinden“. Nach dem Prinzip „Schön, dass wir mal darüber gesprochen haben?“
    Reicht es denn aus – WENN sich etwas entwickeln sollte – sich dann „amtlich“ darüber zu freuen? Es handele sich um ein verkehrsgünstig gelegenes Gewerbegebiet. Davon gibt es ja nicht so viele im Vogelsberg. Und im Oberwald wird man sowas wohl auch kaum haben wollen. Zitat: „Wenn die Ansiedlung eines Betriebes angedacht ist, würde das natürlich meine Unterstützung finden.“ Natürlich. Warum auch nicht. Aber was solls. Merkwürdige Haltung.
    Um so engagierter die Diskussion um den Immobilien-Hoarder „Gustav“ Gans, der insgeheim ein Onkel Dagobert zu sein oder werden zu wollen scheint. Darum sollte man einen Blick nach Entenhausen werfen. So hat man festgestellt, dass die dort ansässigen Enten dem kanibalistischen Verzehr von Gänsen nicht abgeneigt sind (siehe https://www.fr.de/panorama/wenn-enten-gaense-essen-11455803.html).

  6. Das ich mal die Meinung von Herrn Riese teile, war bis zum heutigen Tage undenkbar. Aber Herr Gans hat sich mit dem Erwerb einiger Alsfelder Immobilien einen recht zweifelhaften Ruf erworben. Hierbei spare ich das Thema „Kartoffelsack“ bewußt aus! Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Herr Gans eher als vermeidlicher Spekulant in Erscheinung getreten ist, denn als Erneuerer unserer kleinen -im Tiefschlaf befindlichen- Stadt Alsfeld. Herr Gans, strafen Sie uns Lügen ;-)

  7. „Was Alsfeld in Innenstadtnähe eigentlich schon sehr lange fehle, sei ein Kulturzentrum für kleinere Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen“.
    Und in jedes Baues Lücke
    Passt Kultur zu unserem Glücke
    War doch mal wieder klar
    Darauf ein „Kölle ALA!!!“
    Wenn „Disco“ schon nicht gelaufen ist, läuft „Kulturzentrum“ aber ganz bestimmt.
    Mein Vorschlag für eine sinnvolle Nutzung heimischer Immobilien-Brachen: Ein Boot-Camp (Erziehungseinrichtung nach militärischem Vorbild) für solche Fälle: https://www.autobild.de/artikel/ford-mustang-shelby-gt350r-crash-in-garage-16269823.html?utm_source=browser&utm_medium=push-notification&utm_campaign=cleverpush-1579080104

    1. Genau so ist es, liebe Doremi Fasolati, Sie alte Kulturzerstörerin! Wollen den Spekulanten aber auch gar nichts gönnen. Dasselbe gilt für Herrn*Frau MSA! Discotheken sind übrigens per se schon mal keine sehr nachhaltigen Unternehmen. Die wechseln öfter den Besitzer als AWO-Flüchtlings- oder Seniorenheime. Meistens floriert der Laden bis zur ersten Betriebsprüfung. Ab da ist der Geschäftsführer ohne betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse dann mit der Geldkassette und den Einnahmen der letzten 10 Jahre im angezahlten Luxussportcoupé auf der Flucht, und der nächste unfähige „Pächter“ versucht sein Glück, bis alles in Grund und Boden gewirtschaftet ist. Aber juchu – wenn alles zu spät und nichts mehr geht – ist ja da noch immer die Kultur bzw. ein Heer überwiegend arbeitsloser Kulturschaffender. Mit deren Hilfe hat man das gesamte Ruhrgebiet (vermeintlich) „gerettet“: Kulturhauptstadt Europas! Dass ich nicht lache. Seid umschlungen, (Millionen-)Subventionen!
      „Aber, wenn das nicht öffentlich finanziert wird, wird es das wohl auch noch lange nicht geben“, nörgelt Herr Riese. Seien wir froh!
      Herzlichst
      Ihr
      Latido Doremifaso

  8. Die Reise in die Vergangenheit ergeht sich in mancherlei Wendungen. „Noch aus D-Mark-Zeiten“, „schon seit geraumer Zeit“, „früher einst“, „wiederum einst“, „damals noch“, „schon seit Langem“, „früher […] später unter anderem“, „lange brachliegend“, „wie alte Bilder zeigen“…
    Ein Orden wider das tierische Einst, der noch dringend zu stiften wäre (vielleicht von dem Institut, das damals noch Sparkasse Vogelsbergkreis hieß?), hätte den Schreiber dieses „exklusiven“ Artikels vielleicht von seinen Exklu -pardon – Exkursionen in die Alsfelder Geschichte abhalten oder wenigstens ermuntern können, seine Reminiszenzen mit ein paar belastbaren Fakten aus dem Hier und Jetzt anzureichern. Aber so entsteht nur eine weitere Rubrik „Alsfelder Immobiliengerüchte“, aus deren Küchentrakt lauter Dinge dringen, die man eh schon weiß. So neigen Architekten offensichtlich zum Immobilien-Hoarding, was immer ein gewisses Misstrauen weckt, auch wenn diese nicht Fuchs (Gib sie wieder her!), sondern Gans heißen. Und da haben wir es auch schon: Es mangelt an „Fortschritten bei der Beseitigung des verfallenden Hauses Roßmarkt / Volkmarstraße“. Und dazu gesellt sich nun zu allem Überfluss „das verfallene Lokal nebst der Fläche drumherum“ und dem „alten Brauereikiosk“, das früher einst „Zabou“, aber später dann auch wieder „Titanic“ hieß – unter anderem, wohlgemerkt.
    Da schwirrt einem das Hirn und man begreift, dass Immobilien viel Geld fressen und dieses Geld mit soliden Nutzungskonzepten verdient sein will. Aber natürlich kommen sofort die Roten oder Grünen aus ihren öffentlich finanzierten Löchern und stellen fest, dass lange schon „ein Kulturzentrum für kleinere Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen“ fehle. Also eine Nutzung, wo „während der Werktage der Besuch eher schleppend verlaufen“ wird wie schon bei den zuvor gescheiterten Vergnügungstempeln. Wenn das nicht mal die Zukunft von Wirtschaft 4.0 sein wird. Eine Industriebrache neben der anderen, wo hinter den bröckelnden Fassaden öffentlicher Subventionsruinen unter der Anleitung teilzeitbeschäftigter Sozialarbeiter*innen der übliche „kreative“ (hahaha) Schnickschnack und Schabernack zelebriert wird. Darauf ein historisches Alsfelder! Ein paar Flaschen des edlen Gesöffs finden sich sicher noch zwischen verlassenen Gebäuden und geborstenem Asphalt.

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