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Nachfolge ungewissAlsfelder Kartoffelsack schließt wohl spätestens Ende Februar

ExklusivALSFELD (akr). Der Kartoffelsack ist ein fester Bestandteil der Alsfelder Gastronomie, das Ehepaar Becker hat das Restaurant mehr als 20 Jahre lang geführt. Das Lokal ist über die Grenzen der Stadt hinaus für seine gutbürgerliche, deutsche Küche bekannt. Doch damit könnte bald Schluss sein. Denn nach OL-Informationen hört das Wirtspaar Becker auf. Sollte sich nicht noch eilig ein Nachfolger finden, wird der Kartoffelsack Anfang des Jahres schließen.

Schon öfters hieß es in der Stadt, der Kartoffelsack würde zu machen. Doch nun werden aus Gerüchten Tatsachen. Der Mietvertrag für das Restaurant läuft Ende Februar aus und wird nicht verlängert, dementsprechend wird der Kartoffelsack unter seinen aktuellen Wirten wohl spätestens Ende Februar zum letzten Mal traditionelle Gerichte rund um die Kartoffel anbieten. Ein Schock, sicherlich nicht nur für die Alsfelder, vor allem nachdem vor Kurzem auch bekannt wurde, dass das Traditionsgeschäft Ramspeck am Marktplatz einen Nachfolger sucht.

Über die Gründe, warum der Vertrag für das Lokal unweit des Alsfelder Rathauses nicht verlängert wird, wollte sich das Ehepaar Becker zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Der Vermieter des Lokals war für OL zunächst nicht zu erreichen.

Auch Stephan Paule ist die Nachricht um die mögliche Schließung des Kartoffelsacks zu Ohren gekommen. Der Bürgermeister hat daraufhin nach eigener Aussage zusammen mit Wirtschaftsförderer Uwe Eifert das Gespräch mit allen Beteiligten gesucht und ist immer noch darum bemüht. „Nach meinen Kenntnissen endet der Pachtvertrag Ende Februar und die Verhandlungen über eine Verlängerung sind soweit ich weiß noch nicht abgeschlossen“, erzählt der Rathauschef – und hält damit die Hoffnung aufrecht, dass vielleicht doch noch eine Einigung erzielt werden kann. Nach OL-Informationen scheint das Ausscheiden der Beckers jedoch besiegelt zu sein.

„Wir strecken unsere Fühler aus, um eine ‚definitive Info‘ zu bekommen und gegebenenfalls auch einen Pächter zu finden“, sagt Paule. Sollte der Kartoffelsack tatsächlich schließen, „dann wäre das ein erheblicher Verlust, nicht nur für die Gastronomie in Alsfeld, sondern auch für den Tourismus. Da würde uns richtig etwas fehlen“. Die Stadt wäre laut Paule auch bereit, ihre Flächen im Weinhaus zu verpachten. Die stehen leer, seitdem das Restaurant Pranger im vergangen Jahr nach ungefähr acht Monaten wieder schließen musste.



21 Gedanken zu “Alsfelder Kartoffelsack schließt wohl spätestens Ende Februar

  1. Schon mal an den Aspekt gedacht, dass die Mieten für Geschäftsräume / Lokalitäten zu hoch sein können und deshalb sich manche Geschäfte und Lokale nicht halten sondern lange leer stehen?! Solange die Hauseigentümer sich den Gegebenheiten vor Ort nicht anpassen, sondern immer noch unbeirrt ihre Mieten hoch lassen, wird sich daran nichts ändern… da können Geschäftsleute und Politik sich bemühen, wie sie wollen!

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  2. Geht endlich wieder in Alsfeld einkaufen & gut essen und beschwert euch nicht. Wer sein Geld in andere Städte und zum Internethändler bringt muss sich nicht wundern wenn Alsfelder Geschäften langsam die Luft ausgeht.
    Alsfeld hat eine sehr attraktive Innenstadt und ich als nicht Alsfelder finde das Alsfelder Veranstaltungen extrem gelungen und ansprechend sind. Für die Zukunft wünsche ich mir, das Alsfeld es schafft eine breitgefächerte Ladenstruktur in der Innenstadt anzusiedeln, eine aktive Gastronomieszene zu renommieren und viele Konzepte entwickelt um Besucher und Einheimische ins Städtchen zu locken. Alsfeld hat Potenzial, es muss nur wachgeküsst werden…

    Wer wirklich wissen möchte warum einige Gastronomen aufgeben, denen empfehle ich folgendem Link zu folgen: https://www.mopo.de/hamburg/ausgehen/essen—trinken/ein-hilferuf-aus-der-branche-buerokratie-frisst-die-gastronomie-auf–31944170
    Außerdem ist es sehr schwer im ländlichen Raum neue, gut ausgebildete Servicekräfte zu finden und zu binden. Unter Gastronomen kursieren schon Sprüche wie: Liebe Gäste bitte beleidigen sie nicht mein Personal. Es ist leichter neue Gäste zu finden als wie neue Kellner….

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  3. Es ist traurig, wenn ich an die Geschäftswelt vor 20 Jahren in Alsfeld denke – die Stadt verliert damit Lebendigkeit, es schließen Lokale und keiner kommt nach, es wird damit natürlich auch weniger ansprechend für den Besucher.

    Besonders beim Ramspeck – so sehr ich es auch verstehe – aber so sehr treibt es einem die Tränen in die Augen, dass es vielleicht nicht weitergeht. Ich hoffe dass es so wie bei Ramspecks Weinkeller ausgeht und dieses Kleinod weitergeführt wird.
    Wenn Ramspeck schließt und kein Nachfolger da ist, dann ist der Punkt vom Bordsteinhochklappen erreicht, bitte Öl bei der Awema bestellen, solange es wenigstens noch qualifizierten Werkzeughandel gibt.

    Wir haben dort Restaurants und Gaststätten in bester Innenstadtlage – es werden aber auch erfahrene Gastronomen und gutes Personal benötigt, dass dies funktionieren kann, zeigen doch andere Betriebe im Vogelsberg.
    Der Pranger und der Kartoffelsack liegen mitten drinnen.
    Andere Gastronomen bieten auf der Karte die Klassiker an – aber mit frischen Zutaten, wenn das Schnitzel oder der Kartoffelauflauf am besten geht, gerne, warum nicht, haben aber auch etwas gehobenere Küche im Angebot.

    Ja, wer dort auf das Adeles anspielt – das ist nicht gemeint – was höherpreisiges kann sich nur auf DAuer halten, wenn die Qualität immer top ist.
    Dabei möchte ich keinem zu nahe treten – aber Alsfeld hat sowas: https://www.tripadvisor.de/ShowUserReviews-g1383651-d261393-r588780576-Romantik_Hotel_Schubert-Lauterbach_Hesse.html
    leider nicht.
    Dabei muss gar nicht soweit geschaut werden – wenn ich mal nach Marburg schaue – dort ist Leben in der Stadt. Ja, das ist durchaus unfair, weil es eine Studentenstadt ist – aber alleine auch das Essen war dort sehr gut zu einem sehr fairen Preis…

    Das Potential und die Lage wäre da, es fehlen Ideen, Mut und – neben allen überbordenden Vorschriften – meist auch das Kapital.

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  4. @Schabl-Fleisch
    Ich glaube dass sich H. Meier-Schabl, etwas ungeschickt ausgedrückt aus. Man muss nicht gleich beleidigend werden. Er meint wohl, dass nun zwei Lokale mit deutscher Küche in Alsfeld fehlen und falls neue Restaurants eröffnen, es seiner Meinung nach deutsche Küche sein muss. Besser wäre es, wenn man ein vielfältiges Angebot hat, auch vegane Speisen sollten angeboten werden.
    Und bitte keine Convenience-Lebensmittel.

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  5. Das Problem ist doch nicht der „Kartoffelsack“ (naja… gibt bessere Gastronomie), sondern eine Innenstadt, die eine bessere Filmkulisse ist, aber kein liebens- und lebenswerter WOHNort!

    Solange die Leute nicht mehr in der Innenstadt leben wollen, machen auch keine Geschäfte und Restaurants Sinn. Wer erstmal in einem der Neubaugebiete wohnt, hat doch gar kein Interesse an der Innenstadt. Die wollen nur noch morgens schnell auf die Piste zur Arbeit und abends möglichst schnell wieder nach Hause. Essen gehen? Gibt genug Fastfood-Ketten in Alsfeld! Einkaufen? Ja, da wo viele Parkplätze existieren.

    Was einfach fehlt: Innenstädte, in denen man LEBEN möchte. Und dann klappt das auch mit Restaurants und kleinen Geschäften. Weil die Leute viel zu faul sind, um woanders hinzugehen. Aber in den Vogelsberger Innenstädten gibt’s nur ranzige Altbauwohnungen, in denen niemand wohnen möchte.

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  6. Würde man den Alsfelder Marktplatz Auto frei gestalten, mit entsprechend mehrsitzmöglichkeiten für die Gastronomie, würde sich sicherlich wesentlich leichter ein neuer Pächter für den Kartoffelsack finden.

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    1. Klar doch. Im November sitzen auch ganz viele Leute draußen vor dem Restaurant.

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  7. Ja „richtige“ Gastronomen sind sehr selten die noch arbeiten wollen und das Geschäft vor ihrer Freizeit stellen….Den es sind schon zwei Speiselokale die uns in der Versorgung der Toristen fehlen….☝️ Denn in Lokale MUSS wieder Deusche Küche….

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    1. Unsinn. Was deutscheres als den „Kartoffelsack“ gibt es doch gar nicht. Und gerade der muss jetzt schließen. Vielleicht mal ’nen Sehschlitz in Ihren Kartoffelsack machen und schauen, wie es wirklich aussieht in der Welt. Die dicksten Bauern posten die dümmsten Kommentare, oder wie sagt es der gastronomische Volksmund…

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  8. Als Nichtalsfelderin habe ich nur gute Erfahrungen gemacht..und ebenso die Menschen, die ich darauf hingewiesen habe… :einfach etwas Besonderes…und immer gut besetzt, wenn wir da waren..ergo:was gibts zu meckern? Dass so ein gut laufender „Laden“ geschlossen werden soll..wie auch immer..nicht weitergeht??
    P.S. Unfeundlichkeit habe ich nicht erlebt..und wenn ein Betrieb auf Hochtouren läuft,kann man sich auch mal Stimmungsschwankungen erklären: siehe andere öffentlich zugängliche Institutionen..angefangen vom Rathaus, bis über Krankenhaus bis zu Poststellen oder die eigene Familie…

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  9. Naja, ich fühle mich in der autogerechten Altstadt nicht wohl und mein Geld fehlt dadurch sowohl den Läden als auch der Gastronomie.

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  10. Das Essen war grundsätzlich in Ordnung. Zwar wird bei den meisten Produkten auf fertige Kartoffelmasse zurückgegriffen, aber gut war es dennoch. Jedoch muss man klar sagen, dass die Freundlichkeit in diesem Laden unterste Schublade war. Die Besitzer waren ja gerade zu frech, vorallem am Telefon.. von daher… sei es drum…

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    1. Ich kann da nicht zustimmen.
      Ist vielleicht ein generelles Problem: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt’s heraus :)

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  11. In Alsfeld ist fast jedes zweite Geschäft leer. Echt traurig. Dass da keine Touristen mehr kommen, ist doch klar. Wenn jetzt auch noch zwei gute Geschäfte (Kartoffelsack u. Rammspeck) schließen, kann man Alsfeld wohl entgültig vergessen.

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    1. Gab es nicht mal diese „Samstage gegen das Vergessen?“ Könnte man für Alsfeld doch als Pflichtveranstaltung einführen. Irgendwas vergisst man beim Online-Einkaufen doch immer. Und wer bestellt bei Amazon ne Tüte Milch für 71 Cent, wenn die Versandkosten 3,75 Euro betragen? Also: Samstags kaufen wir in den Alsfelder Geschäften all die Kleinigkeiten, die wir die Woche über vergessen haben, und anschließend laben wir uns dann im Kartoffelsack an Kartoffelsnacks aus fertiger Kartoffelmasse. Eine Region atmet auf. Eine kleine Stadt ist gerettet.

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    2. Das wird noch schlechter.
      Sollte die A 49 gebaut werden,
      Wird sich kaum noch jemand
      Nach Alsfeld verirren.

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  12. Das wäre echt sehr schade!
    Damit wäre die Innenstadt um ein weiteres Ziel ärmer!
    Für Besucher der Stadt fallen damit voraussichtlich gleich zwei außergewöhnliche Einrichtungen weg.
    Es sei denn, das das Haus Ramspeck einen interessanten Nachfolger gefunden hat.?
    Für die bevorstehende Jahrfeier eher unschön.

    Für den Kartoffelsack wünsche ich auf jeden Fall eine gute Lösung und einen Nachfolger mit Herz für die Sache! Ist schon einzigart. Und lecker!

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  13. Die Innenstadt wird immer unattraktiver,nur die oberen wollen es nicht mitbekommen und erzählen immer noch das Alsfeld eine Reise wert ist.Da nützt auch der ,neue, Marktplatz nichts.

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    1. Das ist wohl ein generelles Problem in unserer „alte, weiße, Männer Politik“ in Deutschland.

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      1. Na, so lange Frau Dr. ihren Rasen noch selbst mäht, kann man mit dieser Politik leben. Und aus fertiger Kartoffelmasse formt Frau Dr. dann noch allerlei lustige Kartoffelsack-Erinnerungs-Kreationen, die anschließend einen roten Häkelüberzug des SPD-Handarbeitskreises bekommen und auf Wohltätigkeitsbasaren verhökert werden.

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  14. Noch ist Zeit auf dem neuen Marktplatz Scharniere für die Gehwege einzubauen, die man dann abends hochklappen kann. Vorher aber noch genug WD-40 bestellen, damit alles möglichst lange funktioniert.

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