Wirtschaft3

Die Weichen für die Zukunft sind gestellt - 16 Millionen Euro investiertPfeifer Group errichtet Gleisanschluss in Lauterbach

LAUTERBACH (ol). Seit zehn Jahren verfolgt die österreichische Pfeifer Group den Wunsch, den größten ihrer acht Standorte mit einem eigenen Gleisanschluss langfristig wirtschaftlich abzusichern. Anfang Dezember konnten die Bauarbeiten für die Gleisstränge beginnen. Ziel der Firmenleitung ist es, mittelfristig ein erhebliches Frachtvolumen auf die Bahn zu bringen und damit das Lkw-Aufkommen vom und zum Werk Lauterbach deutlich zu reduzieren. Davon profitierte ab dem voraussichtlichem Nutzungsstart Mitte 2021 die gesamte Region.

Als in der ersten Dezemberwoche die Bagger für die Erdarbeiten anrollen, herrscht in der Pfeifer Holz Lauterbach große Erleichterung: Nach langjährigen Verhandlungen, zahlreichen Studien und detaillierter Vorplanung nimmt der dringend benötigte Gleisanschluss für das Säge- und Produktionswerk im Stadtteil Wallenrod endlich Form an. Hinter den intensiven Bemühungen um eine eigene Bahntrasse steht zum einen der Wunsch, Bevölkerung und Umwelt zu entlasten, zum anderen das wirtschaftliche Gebot, die Rohstoffversorgung nachhaltig sicherzustellen.

Rund 1 Million Festmeter Rundholz sollen künftig am Standort Lauterbach jährlich eingeschnitten und zu einer breiten Produktpalette (Schnittholz, Palettenklötze, Pellets und Ökostrom) weiterverarbeitet werden. Um diese Menge aus dem näheren und erweiterten Umkreis des Werks möglichst emissionsarm und effizient zu beschaffen, setzt Pfeifer bewusst auf die Bahn. „Speziell bei Distanzen über 150 Kilometer erweist sich der Transport auf Schiene als vorteilhaft.

Auch die verschärfte Situation im Straßenverkehr bzw. im Frächterwesen macht diese Alternative für uns attraktiv“, berichtet Gernot Hormeß, Geschäftsführer der Pfeifer Holz Lauterbach. Derzeit fahren bereits bis zu sechs Garnituren in Deutschland ausschließlich für Pfeifer, konzernweit wächst das Volumen der Bahntransporte um 30 bis 40 Prozent jährlich. Dieser Trend gründe auch auf dem Nachhaltigkeitsgedanken, der in der Unternehmensstrategie der Pfeifer Group verankert ist.

16 Millionen Euro für Standortsicherung

Der Gleisanschluss in Lauterbach, der voraussichtlich ab Mitte 2021 genutzt werden kann, dient sowohl der Rohstoffanlieferung als auch dem Abtransport der Fertigware. Bei veranschlagten Baukosten von 16 Millionen Euro ist die bekannt investitionsfreudige Pfeifer Group auf die Förderzusage des Eisenbahnbundesamts angewiesen, um die Wirtschaftlichkeit des Großprojekts zu garantieren. Als wesentliche Kostenfaktoren erweisen sich Geländesteigungen und erforderliche Brückenbauten für die 1,7 Kilometer lange Bahntrasse vom Bahnhof Wallenrod zum Werk.


Errichtet werden mehrere Ladegleise für Rundholz und Fertigware, die von effizient beladenen Halbzügen befahren werden. „Als Familienbetrieb denken wir langfristig. Deshalb sind wir auch bereit, dieses enorme Investment zu tätigen“, betont Michael Pfeifer, CEO der Pfeifer Group, die nach Fertigstellung des Gleisanschluss insgesamt 200 Millionen Euro in den 2009 errichteten Standort Lauterbach investiert haben wird. Mit 245 Mitarbeitern in Wallenrod und weiteren 55 am zweiten hessischen Pfeifer-Standort Schlitz, wo Brettsperrholz (CLT) für den boomenden Holzbausektor produziert wird, ist Pfeifer ein wichtiger Arbeitgeber im Vogelsbergkreis.

Flexible Verladung und Verkehrsreduktion

Für die Arbeitsabläufe in Lauterbach bringt der Gleisanschluss beträchtliche Vorteile. „Durch das stündliche Zeitfenster für die Be- und Entladung können wir die Logistik viel flexibler gestalten“, freut sich Gernot Hormeß. Von der Verlagerung auf die Schiene profitiere aber auch die gesamte Region: „Langfristig kann der Gleisanschluss zu einer Einsparung von bis zu 20.000 Lkw-Fahrten jährlich führen. Damit reduziert sich das Lkw-Aufkommen am Werk Lauterbach spürbar. Eine Lärmbelästigung durch die Bahntransporte ist nicht zu befürchten, auch Nachtfahrten sind keine geplant“, so Hormeß, der die Bevölkerung regelmäßig über Baufortschritte und geplante Verladezeiten informieren möchte.

Durch die 100 Prozent-ige Verarbeitung von Rundholz entlang der gesamten Prozesskette sowie die Synergie mit dem CLT-Werk im nur 15 Kilometer entfernten Schlitz besticht der Standort Lauterbach bereits heute mit effizienter interner Logistik und möglichst kurzen Transportwegen. „Unser Ziel ist es, die Weiterverarbeitung am Standort zu erhöhen und damit die Wertschöpfung zu vertiefen. Dadurch muss noch weniger Schnittholz über weite Distanzen zur Veredelung befördert werden“, unterstreicht Ewald Franzoi, CFO der Pfeifer Group, das strategische Bemühen um Verkehrsentlastung.

Die Pfeifer Group zählt zu den wettbewerbsstärksten Unternehmen der europäischen Holzindustrie mit rund 2.000 Mitarbeitern an acht Standorten in Österreich, Deutschland und Tschechien. 3,8 Millionen Festmeter Holz werden in den vollintegrierten Sägewerken der Gruppe zu Schnittholz und Hobelware, Betonschalungsplatten, Schalungsträgern, CLT, Brettschichtholz, verleimten Massivholzplatten sowie Palettenklötzen, Briketts, Pellets und Biostrom verarbeitet. Exportiert wird in 90 Länder weltweit.

Der Standort Lauterbach wurde 2008 auf einem 50 Hektar großen Areal komplett neu errichtet und 2009 in Betrieb genommen. Aktuell produzieren 245 MitarbeiterInnen entlang einer der modernsten Hochleistungs-Sägelinien Europas und in der Weiterverarbeitung jährlich 620.000 m³ Schnittholz, 235.000 m³ Palettenklötze, 75.000 t Holzpellets (mittelfristig 90.000 t) und 80 Millionen kWh Öko-Strom, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Zum 10-Jahres-Jubiläum investierte die Pfeifer Group zuletzt in die Erweiterung der Palettenklotz-Produktion und in modernste Trocknertechnik.



3 Gedanken zu “Pfeifer Group errichtet Gleisanschluss in Lauterbach

  1. ob das wohl eine Finte ist, der Gleisanschluss wurde schon in der Baugenehmigung vor vielen Jahren in die Auflagen und Bedingungen geschrieben und bis heute hat sich nichts dergleichen getan,
    daher bleibt uns die Hoffnung,dass der Gleisanschluss jetzt kommt.Über 10 Jahre Belasten die Holzkutscher unsere Bundes- Landes und Kreis Straßen und dabei spielt es keine Rolle ob die Qualifikation der Strasse sich für diesen schwerlastverkehr geeignet erachtet.
    Selbst die Beschilderung auf 12 Tonnen Nutzlast hatte den LKW Fahrern nichts zu bedeuten.
    Die Folge schwere Fahrbahnschäden und Bankettschäden, Unfälle usw.
    Schwere Strassen und Bankettbeschädigungen waren die Folge die dem Steuerzahler durch höhere Steuern und Abgaben aufgebürdet wurden.
    Es erhebt sich die Frage wie glaubwürdig sind eigentlich unsere Politiker und unsere Behörden wenn solche eklatande Bedingungen unterschlagen werden das abgebildete Foto dient nur zur Beruhigung der Gemüter.
    Eine Planierraupe macht noch keinen Gleisanschluss sondern kann auch einen andere Bautätigkeit bedeuten.!

    1

    2
  2. LieberRobin das ist doch erstmal egal lieber das Holz auf der Bahn Strecke als auf der Straße

    8

    0
  3. Löblich.

    Interessant dürfte aber werden, wie die Transporte mit dem Fahrplan der Vogelsbergbahn harmonieren. Nicht vergessen: die Strecke ist einspurig, und mittlerweile fahren die Personenzüge schon recht häufig. Bin sehr gespannt, wie Pfeifer die Transportzüge in den Takt integriert.

    12

    6

Comments are closed.