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Kritik an Umgang der Stadt Homberg mit DiakonieÖkologische Liste fordert: Diakoniestation muss im Familienzentrum Homberg (Ohm) bleiben

HOMBERG OHM (ol). Die Ökologische Liste fordert in einer aktuellen Petition, dass die Diakoniestation in den Räumlichkeiten des Familienzentrums Homberg (Ohm) verbleiben sollte. Sie kritisiert die Stadt dafür, dass sie Eigenbedarf für die Räumlichkeiten geltend gemacht hat, um dort Flüchtlingshelfer unterzubringen. Die Diakoniestation könnte vor erhebliche Probleme gestellt werden, da sie keine adäquaten Ersatzräumlichkeiten finden könnte.

In der kommenden Stadtverordnetenversammlung stellt die Ökologische Liste laut einer Pressemitteilung einen Antrag auf Verbleib der Diakoniestation in den Räumlichkeiten des Familienzentrums Homberg (Ohm).

„Wir haben quasi beiläufig  erfahren, dass die Stadt Homberg ((Ohm) schon im Januar 2024 gegenüber der Diakoniestation für deren Räumlichkeiten im Familienzentrum Eigenbedarf geltend gemacht hat. Mittlerweile liegt uns eine Bestätigung der Diakonie auch in Textform vor. Die Stadt gibt an, sie wolle in den Räumlichkeiten zwei Flüchtlingshelfer unterbringen. Es handelt sich dabei um einen Minijob und eine 15-Stunden-Stelle, die von dort aus die erwarteten Flüchtlinge in der Frankfurter Straße 3 in der Etage oberhalb der Spielothek betreuen sollen. Wir sind der Meinung, dass dafür eine andere Lösung gefunden werden kann und dass die Diakonie auf keinen Fall dafür aus dem Familienzentrum weichen sollte“, so Fraktionsvorsitzende Barbara Schlemmer.

Denn die Diakonie würde mit dem Verlust dieses Standortes vor erhebliche Probleme gestellt. Seit Monaten findet sie keine anderen adäquaten Räumlichkeiten mit entsprechenden Parkplätzen in Homberg (Ohm), wie die Leitung berichtet. Es drohe daher, dass dieser Stützpunkt hier vor Ort verloren gehe. Dies wäre ein erheblicher Nachteil für alle Beteiligten und hätte unter Umständen immense Auswirkungen auf die soziale und pflegerische Versorgung der vielen Hombergerinnen und Homberger, die auf die Hilfe der Pflegekräfte angewiesen sind. Sie würden ihre Ansprechpartner vor Ort verlieren und in der Bevölkerung bestehen dazu auch bereits geäußerte Ängste. Die Pflegekräfte selbst würden einen existentiellen Teil ihrer Infrastruktur vor Ort verlieren, heißt es weiter.

Nach Mitteilung der Leitung werde das Büro mit zwei Schreibtischen vollumfänglich zur Dokumentation benötigt. Es werden von dort Beratungsgespräche mit den Bürgern geführt, Unterlagen verwahrt. Auch sei das Büro ein wichtiger Rückzugsort für die Pflegekräfte, um sich in ihrem anstrengenden Arbeitsalltag in ihren Pausen zu erholen und die Toilette zu nutzen. Der Verlust dieses Standortes brächte den MitarbeiterInnen in ihrem stressigen Arbeitsalltag noch mehr Belastung ein, Dies kann weder im Sinne der zu versorgenden Bevölkerung noch der Stadt Homberg (Ohm) sein, so Elke Müller.

Angesichts der schwierigen Situation im Pflegebereich, die derzeit nahezu täglich in den Medien berichtet wird, wäre es unverständlich, wenn die Stadt Homberg (Ohm) ausgerechnet diesem existentiellen sozialen Dienst durch ihr Verhalten die Arbeit noch mehr erschweren würde. In einer ähnlichen Situation haben vor einigen Jahren Pflegekräfte aufgrund der schlechteren Arbeitsbedingungen ihren Dienst aufgegeben. Dies kann nicht in unserem Interesse sein, so Schlemmer.

Durch die angestrebte Nutzung der Räumlichkeit für die Flüchtlingshilfe sei auch zu befürchten, dass durch die Verdrängung der Diakonie neuer sozialer Sprengstoff in der Bevölkerung entstehe. „Und wir sind der Auffassung, dass ein Büro für die beiden Flüchtlingshelfer sich viel leichter finden lässt als eine neue Bleibe für die Diakoniestation. Nicht zuletzt, weil die Diakoniestation auf mindestens10 Parkplätze angewiesen ist, die in der Umgebung des Familienzentrums an verschiedenen nahe gelegenen Plätzen zur Verfügung gestellt werden können“, so Schlemmer.

„Schließlich erinnern wir daran, dass die Diakoniestation vor einigen Jahren ihre angestammten Räumlichkeiten in der Sozialstation neben der evangelischen Kirche Homberg (Ohm), die extra für diesen Zweck gebaut worden war, geräumt hat, weil die Stadt Homberg dort ihr Archiv unterbringen wollte, das bis dahin im Familienzentrum, zuvor Amtsgericht, untergebracht war. Unserer Erinnerung zufolge hat die Stadt Homberg (Ohm) die Räumlichkeiten im Familienzentrum der Diakonie dafür als Ausgleich überlassen. Es stellt sich daher die Frage, inwieweit die Stadt Homberg (Ohm) verpflichtet ist, eine entsprechende Zusage oder Verpflichtung gegenüber der Diakoniestation einzuhalten. In jedem Fall sollte die Stadt Homberg (Ohm) ein deutliches Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit der Diakoniestation in unserer Gemeinde setzen, indem die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, die Geltendmachung von Eigenbedarf in den Räumen des Familienzentrums Homberg (Ohm) gegenüber der Diakoniestation Ohm-Felda zurückzunehmen und das Büro der Diakoniestation dort weiter zu erhalten sowie die nötigen Parkplätze weiterhin zur Verfügung zu stellen. Wir weisen abschließend nochmals darauf hin, dass die bis jetzt ungelösten Fragen der Flüchtlingsunterbringung in Homberg in einem Gesamtkonzept gelöst werden könnten, wenn das städtische Gebäude der alten Grundschule in der Friedrichstraße genutzt werden würde. Selbst der Kreis hat dieses Gebäude nach unserer Information der Stadt Homberg bereits vorgeschlagen. Für diese praktikable Lösung bräuchte es lediglich ein lösungsorientiertes Umdenken in Magistrat und Stadtverordnetenversammlung. Das würde uns viele Folgeprobleme ersparen“, so Schlemmer abschließend.

3 Gedanken zu “Ökologische Liste fordert: Diakoniestation muss im Familienzentrum Homberg (Ohm) bleiben

  1. Bei dem ganzen Leerstand in Homberg kann man sich kaum vorstellen, dass es keine Ausweichmöglichkeiten für die Diakonie gibt. Was ist denn mit dem alten SELL Gebäude, das man auch teilweise anmieten kann? Genug Parkplätze gibt es da auch.

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  2. Was für ein Armutszeugnis für die Stadt Homberg!
    Hier wird das Wohlergehen der alten, pflegebedürftigen Einwohner auf`s Spiel gesetzt, um irgendwelchen Wirtschaftsflüchtlinen den A…. zu pudern. So viel Geld kann man vom Landkreis gar nicht je Flüchtling bekommen, um eine solche Maßnahme zu rechtfertigen. Homberg attraktiv und lebenswert gestalten, wie in der „tollen“ IKEK Aktion gefordert – daß ich nicht lache. Wenn du alt oder krank bist in Homberg, dann mußt du sehen, wie du zurecht kommst. Hauptsache die Gemeinde erfüllt gemäß dem politischen Main-Stream ihre „Flüchtlingsquote“. Hat die Gemeinde nicht eine Fürsorgepflicht gegenüber ihren langjährigen Einwohnern, welche ihr Leben lang an der Gestaltung und dem Erscheinungsbild von Homberg beigetragen haben? Fleißig Steuern bezahlt haben, ihre Häuser denkmalgerecht renoviert haben, immer fleißig die Gasse gekehrt haben etc.. Aber nein, man schmeißt das Geld lieber für Menschen aus dem Fenster, die sich in der Regel ja noch nicht einmal mit unseren Grundwerten identivizieren wollen und nur unseren Sozialstaat abschröpfen wollen. Für das „Betreuungsbüro“ wird sich ja wohl bei dem aktuellen Leerstand in Homberg noch eine andere Räumlichkeit finden. Man muß das nur wollen.

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    1. Hier stimme ich voll zu!! Es darf nicht rechtspopulistisch werden, nein und nochmal nein!!! Aber denkt an uns, die, die arbeiten gehen ubd Jahr für Jahr ihre Steuer bezahlen. Die Politik unterstützt nur die Reichen, muss die Minderbemittelten mittels Zuschüsse am Leben erhalten. Schule und Ausbildung sind auf unterstes Niveau gesunken..Wie haben soviele Baustellen! Die geforderte Demokratie bedeutet Mitbestimmung nicht nur der Politiker sondern auch der Bürger. ….und nicht nur bei Wahlen!!

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