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Schutzgemeinschaft Gleental macht erneut auf die Auswirkungen aufmerksamOnline-Petition gegen den Ausbau der A49 erreicht über 10.000 Unterschriften

LEHRBACH (ol). Die Online-Petition gegen den Ausbau der A49, die das Aktionsbündnis „Keine A49“ vor wenigen Wochen gestartet hatte, hat die kritische Hürde von 10.000 Unterschriften überschritten, das teilt die Schutzgemeinschaft Gleental jetzt mit. „Knapp 11.500 Autobahngegner haben die Petition bereits gezeichnet“, freut sich Barbara Schlemmer, führendes Mitglied im Aktionsbündnis „Keine A49“.

„Das ist doch ein klares Signal an die grüne Landesregierung, dass die Mehrheit in der Region diese Autobahn nicht möchte. Das Bauvorhaben zerstört ein einzigartiges Arten-, Natur- und Trinkwasserschutzgebiet. Dazu kommt die Rodung von 110 Hektar gesundem Mischwald im Dannenröder Forst. So sieht keine grüne Politik aus. Wenn Tarek Al-Wazir seine Glaubwürdigkeit nicht ganz verlieren will, muss er dieses Projekt endlich stoppen“, sagt Barbara Schlemmer in der Pressemitteilung der Schutzgemeinschaft Gleental.

Weiter heißt es, zuletzt hatte sich auch der bekannte Förster und Schriftsteller Peter Wohlleben gegen den Ausbau der A49 und für den Erhalt des Dannenröder Forst ausgesprochen. In einem Video, das über den Social Media-Dienst Twitter verbreitet wurde, wies er auf die Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz und gegen das Insektensterben hin. In diesen Zeiten eine Autobahn zu bauen, so Wohlleben, „Das geht nicht mehr.“

Neben den katastrophalen Folgen für die Umwelt kritisiert das Aktionsbündnis „Keine A49“, zu dem auch die Schutzgemeinschaft Gleental gehört, juristische Unregelmäßigkeiten beim Planfeststellungsbeschluss und fordert den sofortigen Bau- und Rodungsstopp und stattdessen die Entwicklung nachhaltiger Verkehrskonzepte, die Mensch, Natur und Umwelt in Einklang bringen. In den letzten Monaten hatte das Aktionsbündnis daher zahlreiche Aktionen organisiert, um die Öffentlichkeit über die Auswirkungen des Autobahnbaus zu informieren.

Zeitgleich formierte sich Widerstand bei den Kreisverbänden der Grünen und Linken sowie jungen Klimagruppen wie FridaysForFuture, Greenpeace, Extinction Rebellion und Robin Wood. Das habe Anfang Oktober, dem offiziellen Beginn der Rodungsarbeiten für den Autobahnausbau, zu Baumbesetzungen durch die Aktivistengruppe „Wald statt Asphalt“ und letztlich zur Verschiebung der Rodungsarbeiten um ein Jahr geführt.

Weiter Aufklärungsarbeit leisten

„Solange die hessische Landesregierung unsere Forderungen aber nicht anerkennt und den Ausbau stoppt, werden wir in der Öffentlichkeit weiter Aufklärungsarbeit leisten,“ sagt auch Christoph Schulze-Gockel, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Gleental. „Da hilft es auch nichts, wenn die DEGES sagt, dass sie am Termin für den Baubeginn festhält. Solange die mangelnden Ausgleichmaßnahmen und die Wirtschaftlichkeit des ÖPP-Verfahrens nämlich nicht geklärt sind, kann auch nicht gebaut werden.“

Dem Aktionsbündnis „Keine A49“ zufolge ist ein Autobahnbau in Zeiten der Klimakrise ein folgenschwerer Fehltritt: Die A49 werde verheerende Auswirkungen auf den Arten-, Natur, Trinkwasser- und Klimaschutz, den Wald und die Verkehrsentwicklung haben. Dazu komme die gesundheitsschädigende Lärmbelästigung für die Anrainer an der Trasse. Vieles davon sei den Bürgerinnen und Bürgern hier gar nicht bewusst. Das Aktionsbündnis setzt sich daher dafür ein, dass diese Themen sachlich und fachlich diskutiert werden.

Die Position des Bündnisses wurde laut Pressemitteilung nun vom Umweltbundesamt gestärkt. Es fordere drastischere Einschnitte als im beschlossenen Klimapaket, um die Klimaziele im Verkehr zu erreichen. Hier geht es zur Online-Petition, hier zum Video von Peter Wohlleben.

Auch Oberhessen-live hat eine Umfrage zum Ausbau der A49 gestartet.

19 Gedanken zu “Online-Petition gegen den Ausbau der A49 erreicht über 10.000 Unterschriften

  1. @gegen den Oekofaschismus

    Wie klein ist das, was einer ist, wenn man’s mit seinem Dünkel misst.

    warum nur antworten Sie, wenn es unter
    Ihrer Würde ist.

  2. Man erkennt leicht, dass ein Großteil der Stimmen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht aus der Region kommt:

    Laut Petitionswebseite hatte man in ~2 Monaten deutlich weniger als 5000 Stimmen zusammen, bis vor 7 Tagen Wohlleben die Petition an seine Twitter-Fans teilte.

    Dann holte man mehr als 5000 Stimmen in nur einem Tag!!
    Deutlich mehr als man lokal überhaupt mobilisieren konnte.

    Da die Petition regional schon fast 2 Monate bekannt war, ist davon auszugehen, dass zusätzliche Stimmen einfach „Waldfreunde“ aus dem Fanclub des Bestsellerautoren sind, die ein Interesse daran haben jeden Baum zu schützen.

    Das ist soweit auch ok. Eine Dreistigkeit ist aber, in diesem Wissen zu behaupten:

    „Das ist doch ein klares Signal an die grüne Landesregierung, dass die Mehrheit in der Region diese Autobahn nicht möchte.“

    Hier wird die Wahrheit wissentlich so arg gebogen und verzerrt, dass man fast von Lügen sprechen könnte.

    Auszug von der Webseite:

    vor 6 Tagen:
    10,000 Unterschriften erreicht

    vor 7 Tagen:
    5,000 Unterschriften erreicht

    vor 7 Tagen:
    Peter Wohlleben unterstützt unseren Protest gegen den Weiterbau der A49 […]

    vor 2 Monaten:
    1,000 Unterschriften erreicht

    Quelle:
    [https://weact.campact.de/petitions/ausbaustopp-a49-rettet-den-dannenroder-forst-und-herrenwald#signature-form]

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    1. Der Protest ist gesteuert. Und das nicht mal allzu intelligent. Ein paar Nerds irgendwo in Marburg sind beglückt davon, daß sie die Zahl der Stimmen auf dieser Seite manipulieren können. Gut, daß dies keine Basis für irgendeine politische Entscheidung ist.

      Die A49 kommt! Ich freue mich darauf.

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    2. Stand 09.12.2019 19:56:

      21 likes
      0 diskikes

      Hat das grüne Daumen-Rumpelstilzchen noch nicht erkannt, dass hier ein sachlicher Beitrag für die A49 schon mehrere Stunden ungestraft steht?! Ich darf doch bitten. Mindestens 60 Daumen runter und 3 sinnlose Kommentare, die nicht vorhandene Studien gegen die A49 erwähnen.

    1. Ach Uwe. Weil es vor den EUGH entschieden wurde, dass der Bau rechtmäßig ist? Weil jeder sachkundige Verkehrsexperte den Bau bereits befürwortet? Weil die Bagger schon rollen? Weil 95% der Autobahntrasse schon fertig sind?

      Ihre Frage beantwortet sich eigentlich von alleine.

    2. Wozu?

      Der Ausbau ist beschlossen und gerichtlich abgesegnet. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß die A49 weitergebaut wird.

  3. Achso, Statistik, ja da war etwas. Zahlen und so.

    Eine geographisch nicht abgegrenzte Onlinepetition, bei der 10.000 Menschen gegen den Bau waren, belegt also, dass die Mehrheit der rund 150.000 in Oberhessen lebenden Menschen gegen den Bau sind? Wow. Da kann nicht mal Pipi Langstrumpf mithalten, sich die Welt so zu machen, wie sie will.

    1. Sie sind ein Witzbold!
      Befahren die Autobahn und die Bundesstraße nur Oberhessen oder warum sollten nur Oberhessen darüber abstimmen dürfen?? Bzw. atmen nur Oberhessen CO2 ein?
      Schon man irgendwo eine geographisch eingeschränkte Online-Petition gesehen??

      1. Na Ihnen ist ja nicht mehr zu helfen. Gerade dem, der nur durchfährt, dürfte ja der lokale „leidgeplagte“ Gleentaler egal sein. Der freut sich über eine gute Autobahn.

        Wenn Sie sagen, dass das alle angeht: Dann sind doch 10.000 stimmen eine absolute Erbärmlichkeit. Damit haben sich 0,01% der Bundesbürger negativ gegen die Autobahn geäußert. Wenn man Ihnen glaubt und das ein deutschlandweites Thema ist, ist wohl kaum eine Mehrheit gegen den Bau.

        Mit der Petition und den Statements wird ganz klar der Eindruck vermittelt, dass die Menschen in Oberhessen gegen den Bau sind. Das ist aber eine dreiste Lüge. Fakenews würde man heute sagen. Die Leute wollen die Autobahn und die nachweislich, in dutzenden Studien belegte, Entlastung der Region und die kürzere Fahrzeit ins Rhein-Main-Gebiet.

  4. Bla, bla, bla. Könnte, sollte, müsste. Laber, laber, laber. Wie wärs denn, wenn die Querulanten, Aktivisten, Schutzgemeinschaftstheologen, Grüne, Linke und andere Weltretter erstmal dafür sorgen, daß Alternativen geschaffen werden. Solange der Schienenverkehr nicht ausgebaut ist wird die Industrie und die mittelständischen Betriebe auf die Autobahn angewiesen sein. Das Handwerk könnte seine Produkte vielleicht noch per Eselkarren und geprüften Eselflüsterern mit eingetragener Eseltreiberkennziffer 95 (Module für Ladungssicherung usw.) bewältigen. Ich wäre dafür, daß man die A 5 vom Reiskirchener Dreieck bis zum Hattenbacher Dreieck mal für ein halbes Jahr sperrt. Nur mal so als Test.
    So, jetzt warte ich geduldig ab bis die Gut- und Bessermenschen über mich herfallen und mich als Klimanazi oder ähnliches beschimpfen.

    1. Hallo Herr Hamel,
      wer ist denn hier eigentlich „Querulant“? Heute morgen schon mal in den Spiegel geschaut?
      Eine 2-spurige Autobahn über die geplante Trasse bringt für Alsfeld NULL Entlastung. Das können Studien belegen. Der Trassen-Planung ist mitlerweile über 30 Jahre alt und damit völlig veraltet.
      Und für Leusel und Angenrod wäre eine Ortsumgehung sinnig und wünschenswert, genauso wie es Wartenberg jetzt vor macht.
      Diese verläuft durch keinen Wald.

      1. Leser, eine Diskussion mit Ihresgleichen und den munteren Daumenfakern ist ja völlig sinnlos. Argumente lesen, bewerten und beantworten Sie ja gar nicht.

        Die Aussage, dass die Trasse null Entlastung für Alsfeld bringt, ist dermaßen sinnreich, dass man gar nicht darauf antworten sollte.

        Es Rollen täglich mehrere hundert LKW von Marburg und Stadtallendorf durch Alsfeld zur A5, um von da gen Norden zu fahren. Aber wenn man an der Realität vorbei lebt und auch keiner Arbeit nachgehen muss, dann faked man lieber munter Daumen und behauptet etwas von nicht vorhandenen wissenschaftlichen Studien.

        Übrigens bestätigen Verkehrsplaner, dass die Trasse heute wegen der Ostöffnung sogar noch mehr Entlastung bringen würde.

    2. Aber genau für diese Verkehrswende setzen sich viele der von Ihnen genannten Gruppen doch ein! „Gegen die A49“ heißt doch nicht „Lasst alles so, wie es ist“. In vielen Statements der Autobahngegner wird doch gerade auf nötige neue Verkehrskonzepte und Ausbau des Schienennetzes hingewiesen – und das nicht erst seit gestern. Nur hängt diese Verkehrswende an politischen Entscheidungen, so dass „dafür sorgen, daß Alternativen geschaffen werden“ aus Protest und Apellen bestehen muss – mal eben selbst eine Bahntrasse bauen und die nötigen Rahmenbedingungen für mehr Güterverkehr auf der Schiene zu schaffen, geht halt nicht. Denjenigen, die jetzt gegen die Autobahn sind, die jahrzehntelange verfehlte Verkehrspolitik vorzuwerfen, trifft einfach die falschen Adressaten.

      1. Die von mir genannten Gruppen haben sich in den letzten Jahrzehnten dafür eingesetzt, daß „unrentable“ Bahnstrecken stillgelegt und zu Freizeitradwegen umgebaut wurden. Natürlich wollen sie jetzt aber nichts mehr davon wissen. Und genau die selben Gruppen legen heute die Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke still obwohl es keine nennenswerten Alternativen gibt. Genauso ist es mit der Elektromobilität. Prof. Harald Lesch hat vorgerechnet: Wenn eine Million Fahrzeuge gleichzeitig (bei 54 Millionen insgesamt ist das ja nicht sooo viel, gerade mal zwei %) aufgeladen würden, wären 350 Gigawatt nötig. Das deutsche Stromnetz liefert aber gegenwärtig im Durchschnitt nur 69 Gigawatt. Soviel zum Thema Verkehrskonzepte. Durchdacht bis ins letzte Detail.

    3. Tja Dieter Hamel, da hast du keine Chance: der moderne Öko-Ideologe von heute bringt nicht nur nichtssagende Onlinepetitionen und behauptet dann etwas von „Mehrheit“. Nein – er zerbombt auch kritische und wahre Beiträge innerhalb von 5 Minuten mit hundert Dislikes.

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    4. @Ausbau der A49

      Hallo,

      Was würden Sie zu einem Ergebnis
      10.000 Stimmen für einen Ausbau der A49 sagen?
      Es dürfen sich alle drei Kommentatoren angesprochen fühlen.

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