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Bundesnetzagentur bringt Funklochkarte an den Start - Vogelsberg demnach gut abgedecktWie steht es um den Mobilfunk im Vogelsberg?

VOGELSBERG (ls). Wo ist der Handyempfang gut, wo nicht? Die Bundesnetzagentur hat kürzlich eine Karte veröffentlicht, auf der von Nutzern gemeldete Funklöcher verzeichnet sind. Was manchen überraschen dürfte: Der Vogelsberg schneidet dabei gar nicht so schlecht ab – mit ein paar Ausnahmen wie Bieben, Bernsburg oder Radmühl.

„Bislang gibt keine verlässlichen Statistiken, wie viele Menschen in Deutschland vom Mobilfunknetz abgeschnitten sind. Selbst vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass Landstriche mit fast zwei Millionen Einwohnern ernste Probleme haben, weil Mobilfunkmasten zu weit weg ist. Die Telekom kommt auf gut 80 Prozent Netzabdeckung in der Fläche – und ist damit noch der führende Anbieter“, war am Montag in der Süddeutschen Zeitung zu lesen. Deutschland hat ein Netzproblem. Ende des vergangenen Jahres machte die Meldung die Runde, dass Albanien besser mit schnellem Handynetz versorgt ist als die Bundesrepublik.

Jetzt soll aufgeholt werden, zumindest verspricht das die Bundesregierung. 1,1 Milliarden Euro will sie bis 2024 ins Handynetz investieren, um Funklöcher zu bekämpfen. Genehmigungsverfahren für neue Handymasten sollen beschleunigt, Grundstücke der öffentlichen Hand verstärkt als Standort für neue Sendeanlagen genutzt werden, von denen es 5000 mehr geben soll. So sollen 99,95 Prozent der Haushalte abgedeckt und eine Flächenabdeckung von 97,5 Prozent erreicht werden. Die Opposition ist skeptisch. In diesem aufschlussreichen Interview mit dem heute journal legt die Linken-Politikerin Anke Domscheit-Berg dar, was aus ihrer Sicht schon jetzt bei der Planung des Mobilfunknetzes alles schief läuft.

Der Gießener CDU-Abgeordnete und Kanzleramtsminister Dr. Helge Braun sagte im ZDF-Morgenmagazin, „auch der Landwirt auf dem Acker“ werde die Möglichkeit haben, mit dem superschnellen neuen Internetstandard 5G zu arbeiten. Außerdem will die Regierung eine Informationskampagne starten, um den Menschen die Angst vor Handystrahlungen zu nehmen. In Bernsburg gibt es wegen genau solcher Vorbehalte Streit um einen neuen Handymast.

Passend zu der jetzigen Ankündigung der Bundesregierung hat die Bundesnetzagentur vor Kurzem ihre Funklochkarte vorgelegt. Die Darstellung beruht auf den Messdaten einer eigenen Funkloch-App der Agentur, die seit ihrer Einführung vor einem Jahr 187.000 Mal auf Smartphones installiert worden sein soll. Die Anwendung soll es Nutzern ermöglichen, ihre Handyverbindung zu überprüfen und so der Netzagentur mögliche Schwachstellen im Mobilfunknetz aufzuzeigen.

Das hört sich nach einer guten Idee an, doch wie Spiegel Online berichtet, gibt es durchaus Haken an der Sache. So sei zu beachten, dass die Karte keine endgültige Auskunft geben könne, da sie Messungen „stets nur in dem vom Anwender gebuchten Netz und im Rahmen des jeweiligen Mobilfunkvertrags vornehmen kann“. Wer also selbst keinen 4G-Vertrag hat, kann mit der App auch nicht überprüfen, ob das schnelle Netz an seinem Ort verfügbar ist. Hier kann man die Anwendung fürs Smartphone übrigens herunterladen.

Es kommen sogar mindestens noch zwei Punkte hinzu. Zum einen räumt die Netzagentur selbst ein, dass die Karte nicht repräsentativ ist. Zum anderen kann der erste Blick auf die Darstellung verwirren: Stellen ohne Einfärbung sind nicht automatisch Funklöcher. Dort, wo die Karte nicht eingefärbt ist, liegen nur keine Messdaten vor. Gemessene Funklöcher sind türkis markiert.

Das alles im Hinterkopf habend ist es dennoch interessant zu wissen, was die Karte über unsere Region aussagt. Im Bereich rund um Alsfeld ist mit einzelnen Ausnahmen eine 4G- oder 3G-Abdeckung zu sehen – mit Ausnahme der drei Ortsteile Hattendorf, Elbenrod, Berfa und Fischbach, wo lediglich eine 2G-Versorgung überwiegt, mit einzelnen Funklöchern.


Auch in Antrifttal ist das Netz nicht das beste, besonders in den Ortsteilen Ruhlkirchen und Seibelsdorf gibt es Schwächen, während Bernsburg fast gänzlich gar keinen Empfang zu haben scheint. Einen guten Mobilfunk zeigen hingegen die Gegenden rund um Kirtorf, Homberg Ohm und Gemünden auf, mit einzelnen Ausnahmen. Im Homberger Ortsteil Erbenhausen beispielsweise zeigt die Karte zum großen Teil keinen Netzempfang an.

Vermehrt kein Netz gibt es gemäß der Karte besonders in Richtung Grebenau – vor allem in der näheren Umgebung von Bieben. Etwas dünner scheint es mit dem schnellen Netz auch in der Gemeinde Mücke zu sein, wo es – besonders in den kleineren Ortsteilen – vermehrt lediglich ein 2G-Netz zu geben scheint. Das gleiche Bild zeigt sich auch rund um Ilbenhausen-Hochwaldshausen und vermehrt in den Kommunen Herbstein und Lautertal. In Freiensteinau hingegen scheint das Mobilfunknetz gut ausgebaut zu sein – bis auf Radmühl. Der Ort ist laut Karte völlig ohne Netz.

Und wer es ganz genau wissen will, wie es mit dem Mobilfunk im Vogelsberg oder in einem bestimmten Vogelsberger Ort steht, der kann ganz einfach selbst nachschauen. Die Karte ist hier im Netz abrufbar, auch mit dem Handy – natürlich vorausgesetzt, der Empfang lässt es zu.


5 Gedanken zu “Wie steht es um den Mobilfunk im Vogelsberg?

  1. Tja und in Antrifttal Ohmes ist der Hund begraben. Kein DSL und Lte nur mit Riesen-Antenne auf dem Dach. Handy-Empfang nur mit Glück.

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  2. In Homberg/Schadenbach, und Decken ach, gibt es auch kein Empfang, und wenn es dann noch Probleme des öfteren gibt mit dem Telekom oder Unitymedia, ist natürlich alles aus, schon traurig im Jahre 2020

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    1. Halte die Übersicht für realitätsfremd. Wo in Altenhain gibt es denn schon Handyempfang? Zumindest nicht durchgängig nutzbar.

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  3. Solange da nicht alles lila ist (= 4G/LTE) reicht es nicht aus. Und ganze Ortschaften wie Radmühl unversorgt zu lassen, ist ein schlechter Witz. Das D-Netz gibt es seit 1992. Die Zeit sollte ja wohl ausgereicht haben, um lückenlos auszubauen. Was ist eigentlich mit Schlitz-Willofs? Selbst mit dem besten Netz (Eigenwerbung) kommt man dort nicht weiter. Es wird aber auf der Karte als zumindest mit dem veralteten 2G versorgt angegeben. Das stimmt nicht.

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