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Grundqualifizierungskurs für PflegefamilienNeun Pflegefamilien wollen Kindern ein Zuhause geben

VOGELSBERG (ol). „Ich freue mich wirklich sehr darüber, dass Sie alle hier sitzen. Denn Sie stellen sich einer wichtigen und verantwortungsvollen Aufgabe und wollen Pflegekindern ein Zuhause oder auch ein Zuhause auf Zeit geben“: Neun neue Paare sind es, die Jugenddezernent Dr. Jens Mischak in den Räumen des Diakonischen Werks in Lauterbach begrüßen konnte. Dort hat in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt ein Grundqualifizierungskurs für Pflegefamilien in mehreren Modulen gestartet.

Bislang würden Kinder, die aus den verschiedensten Gründen vorübergehend nicht zuhause leben können, zu einem Großteil in Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht. „Für Kinder, deren Hilfebedarf in Form von Vollzeitpflege gedeckt werden könnte, standen uns bisher leider nicht genügend Pflegefamilien zur Verfügung“, so Mischak, laut Pressemitteilung des Kreises, weiter, „umso schöner ist es, dass Sie Interesse an dieser verantwortungsvollen Aufgabe haben und wir zukünftig bessere Möglichkeiten und Chancen für solche Kinder bieten können.“

Im vergangenen Jahr war die Fachstelle Pflegekinderwesen im Jugendamt mit Nina Behnken besetzt worden. Die Fachfrau hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst viele Paare oder Familien von einem Einsatz für Pflegekinder zu überzeugen. „Eine solche Arbeit ist kein gewöhnlicher Job, es ist eine anstrengende aber auch bereichernde Aufgabe“, sagt Behnken, „und wir werden unsere Pflegefamilien auf keinen Fall mit ihren Fragen und Unsicherheiten alleine lassen.“

Fragen gibt es jede Menge, ob zum Besuchsrecht der leiblichen Eltern oder zur Häufigkeit solcher Treffen, zur Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und, und, und. Zum Start an diesem Abend war eine Pflegemutter gekommen, um aus ihrer jahrzehntelangen Erfahrung mit Pflegekindern zu berichten und den künftigen Pflegeeltern Rede und Antwort zu stehen.

„Wir wollen unsere Pflegefamilien umfangreich qualifizieren und regelmäßige jährliche Fortbildungen anbieten“, kündigt der stellvertretende Jugendamtsleiter Helmut Benner an. Auch ein kontinuierliches Supervisionsangebot sowie eine gute Fachberatung, die in engem Austausch mit den Pflegeeltern stehe, gehörten dazu.


Der Vogelsbergkreis sucht weiterhin Familien, die Pflegekinder bei sich aufnehmen möchten, sei es vorübergehend oder auch längerfristig. Der nächste Qualifizierungskurs ist bereits für das Frühjahr 2020 geplant. Weitere Informationen sind in der Fachstelle Pflegekinderwesen unter pflegekinderwesen@vogelsbergkreis.de oder 06641-977-4105 erhältlich.


4 Gedanken zu “Neun Pflegefamilien wollen Kindern ein Zuhause geben

  1. Nach 25Jahren guter Pflegeelternarbeit sollte das jüngste Pflegekind gegen seinen Willen in ein Heim.Aks wir uns auf die Seite des Kindes stellten hieß es das Kind sei verwahrlost. Hochstrittige Situation zwischen dem Vater und uns. Das Kind würde voraussichtlich kriminell wenn es bei uns bliebe. Keines meiner 7 erwachsen Kinder ist kriminell. Weder Alkohol , Drogenmissbrauch oder Arbeitslosigkeit.
    Unsere Familie wurde dermaßen verleumdet, dass icj massive Schlafprobleme habe und mein Mann Herzstillstand erlitt.Das kind sagt nach fadt 3 Jahren immer noch es will nach Hause.

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  2. Das ist sehr wahr geschrieben…Ich bin auch eine Pflegemutter und habe angefangen ein Buch zu schreiben.
    Die Werbung für neue Pflegeeltern ist geblendet ,meiner Meinung nach.
    Sehr schlechte Erfahrungen gemacht.

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  3. Pflegeeltern sein ist ein große Aufgabe.

    Leider hat man wenn man dem Jugendamt nicht mehr passt verloren, auch wenn man seinen gesetzlichen Auftrag erfüllt.

    Wir waren Pflegeeltern im Kreis Gießen mit Herz und Seele und bis zu 3 Pflegekindern in Dauer und Bereitschaftspflege, bis das zuständige Jugendamt von uns verlangt hat Vorwürfe gegen die leiblichen Eltern zu unterschreiben um die Rückführung, die oberstes Ziel jeder Inobhutnahme sein muss (s. SGB VIII), zu verhindern.

    Die Folge war, dass unsere 2 Dauerpflegekinder von Heute auf Morgen ohne Gerichtsbeschluss und gegen den Willen der vollsorgeberechtigten Mütter aus der Familie gerissen wurden und bis heute, 10 Jahre danach, in einem Heim untergebracht sind.

    Wir würden vom Jugendamt komplett fallen gelassen und so verleumdet, dass wir unsere Existenz, unsere Gesundheit und unser soziales Umfeld verloren haben.

    Das blinde Vertrauen der Allgemeinheit in das Jugendamt, dass ja nur tätig wird wenn es fast zu spät ist, sorgt dafür, dass man keine Chance auf Rehabilitation hat.

    Denen haben sie die Kinder weggenommen verfolgt einen noch Jahre, und wird bei Konflikten immer genutzt um sich im Recht zu fühlen die Betroffenen herablassend zu behandeln.

    Vor allem, weil ja alle Pflegeeltern nur Kinder wegen den angeblich horrenden Summen aufnehmen.

    Auch mit einem positiven Gutachten und vom Jugendamt selbst bestätigt, dass die Vorwürfe gegen uns nicht stimmen ändert sich daran nichts.

    So leben wir nun traumatisiert, in Privatinsolvenz durch den Verlust unseres Hauses und mit, durch den jahrelangen Kampf und Terror, entstandenen chronischen Erkrankungen.

    Nur weil wir dem Jugendamt vertraut haben und helfen wollten.

    Durch die Gründung der IG Kunterbunt haben sich noch mehr Betroffene gefunden, die ähnliches und noch Schlimmeres erlebt haben, bis zur Wegnahme der leiblichen Kinder.

    Es gibt keine Rechtssicherheit.

    Würden ambulante Hilfen, wie gesetzlich vorgesehen priorisiert, dann gäbe es weniger Inobhutnahmen und die Plätze bei Pflegeeltern wären frei, für die Kinder die zeitweise nicht in ihren eigenen Familien leben können

    Das SGB_VIII §37 regelt auch die Zusammenarbeit der Pflegestelle mit den Eltern. Diese wird durch das Jugendamt oft unterbunden. Hierdurch werde Pflege und leibliche Eltern oft gegeneinander aufgehetzt, da behauptet wird, dass die Pflegeeltern den Kontakt nicht wollen.

    Das Jugendamt ist kein Gericht, Absprachen mit dem Jugendamt sind nicht mal rechtsgültig. Es hat nur eine beratende Funktion.

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    1. Ich kann nur allen Menschen, die den Gedankenken hegen, Pflegestelle zu werden, raten…MACHT ES NICHT. NIEMAND sollte sich hierfür ausnutzen lassen….Ihr seid dann ehrenamtlich tätig gegen eine Aufwandsentschädigung, leistet schwere Arbeit,seid Dienstleister für das Jugendamt, habt aber KEINE Rechte und seid ständig der Willkür des Sachbearbeiters ausgesetzt und müsst noch Geld mitbringen….MACHT ES NICHT. Keine Wetschätzung, keine Anerkennung eurer Arbeit.Ihr werdet im Regen stehen gelassen. Hier geht es selten um das Wohl der Kinder….hier geht es nur ums Geld….denn die Unterbringung in einer Einrichtung ist viel, viel teurer….

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