Gesellschaft0

Gegen Sechs Schulmannschaften aus Hessen durchgesetztTischtennismannschaft der Mädchen der Alexander-von-Humboldt-Schule ist Hessenmeister

LAUTERBACH (ol). Als frischgebackene Hessenmeisterinnen im Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ versammelten sich vor wenigen Tagen Laura Bernhard, Amelie Christen, Anna Eifert, Lana Götz, Mathilda Greb, Emma Seidler und Charlotte Wagner zum Pressetermin in der Alexander-von-Humboldt-Schule.

Gemeinsam mit ihren Lehrern Gerhard Steinebach und Markus Siebert waren sie am 27. Februar in der Sporthalle der SG Arheilgen in Darmstadt erfolgreich und konnten sich gegen sechs weitere Schulmannschaften aus ganz Hessen durchsetzen – allesamt die besten in ihrer Region, die sich nun auf Landesebene maßen. „Wir haben alle weggehauen“, freuten sich die Mädchen und mit ihnen die ganze Schule.

„Dass unsere Schülerinnen auf diesem Gebiet so erfolgreich sind, verdanken wir in erster Linie ihrem eigenen Engagement und der Unterstützung durch die Vereine“, unterstreicht Gerhard Steinebach. Im Falle der Hessenmeisterinnen sind das die TTG Vogelsberg und der TV Frischborn. Hier trainieren die sieben Spielerinnen der Schulmannschaft seit mehr als drei Jahren an zwei bis vier Tagen in der Woche.

Foto: Gerhard Steinebach

Hinzu kommen die Wettkämpfe, in denen die Sportlerinnen untereinander ihre Kräfte messen. „Beim Zusammenstellen der Schulmannschaft helfen uns dann natürlich die Bewertungen aller Spielerinnen, die der Hessische Tischtennisverband zur Verfügung stellt“, erläutert Steinebach. „Auf diese Weise können wir die Reihenfolge der besten Spielerinnen für das Turnier festlegen und bestimmen, wer wann sein Einzel und sein Doppel spielt“, führt er weiter aus.

Schule und Vereine, keine Konkurrenz

„Wir sehen hier deutlich, dass Schule und Vereine trotz Nachmittagsunterricht keine Konkurrenz füreinander sind, sondern ganz klar voneinander profitieren“, führt Schulleiterin Gitta Holloch aus, die den siegreichen Mädchen gratulierte. Durch die erfolgreiche Teilnahme an einem schulischen Wettbewerb stiegen Motivation und Ansporn der Sportlerinnen auch auf Vereinsebene, sagt der Tenor, gleichzeitig profitiere die Schule von der guten Leistung.

Auch für die Schülerinnen selbst sei die Vereinbarung von Schule und Sport kein Problem: „Man muss sich eben organisieren und seine Hausaufgaben gut einplanen, damit alles passt. Wenn man seine Zeit nicht mit Computerspielen vertrödelt, geht das sehr gut“, seien sie sich einig.

Sportlehrer Gerhard Steinebach fügt hinzu, dass man im Sport viele Dinge lernen könne, die sich positiv auf die schulischen Leistungen auswirken: Disziplin, Konzentration, Durchhaltevermögen. Dazu komme das gute Gefühl in der Mannschaft, denn obwohl die Sportlerinnen am Tisch – abgesehen vom Doppel – Einzelspielerinnen sind, ist Tischtennis ein Mannschaftssport: Der Erfolg zählt für die Mannschaft und damit auch für Schule oder Verein.

Tischtennis ist keine ruhige, langsame Sportart

Die elf- bis zwölfjährigen Sportlerinnen sind – wie könnte es anders sein – begeisterte Tischtennisspielerinnen. Was sie reizt: „Hier musst du alles selbst machen. Du gewinnst allein und verlierst allein und kannst es hinterher nicht auf andere schieben“, beschreiben sie ihren Sport, der – auf dem Niveau, auf dem sie spielen – viel Beinarbeit, Schnelligkeit und eine hohe Konzentration erfordert, wie sie unterstreichen: „Tischtennis ist keineswegs die ruhige, langsame Sportart, als die sie oft angesehen wird.“

„Wir freuen uns sehr, dass die Vereine es geschafft haben, den Tischtennissport so nachhaltig im Vogelsberg zu verankern“, ergänzt Holloch, deren Schulmannschaft nicht zum ersten Mal siegreich in Hessen war. Um das zu erreichen, mussten sich die Mädchen – nachdem sie auf Kreisebene ohne Gegner waren – auf Regionalebene durchsetzen.

Der Entscheid auf Bundesebene bleibe ihnen leider noch vorenthalten – in ihrer Altersklasse ist bei „Jugend trainiert für Olympia“ auf Landesebene Schluss. Ihrer Motivation für die Teilnahmen am Wettbewerb im nächsten Jahr leistet das natürlich Vorschub, denn dann wollen auch diese Mädels wie ihre Vorgängerinnen vor zwei Jahren zum Bundesentscheid nach Berlin. „Die Mädchen haben das Zeug dazu“, zeigt sich Gerhard Steinebach zuversichtlich.