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16. Februar ab 16 Uhr im Romröder SchlossmuseumFilmausstrahlung „Der marktgerechte Patient“ auch in Romrod

ROMROD (ol). In Alsfeld war er bereits ein voller Erfolg und auf die große Nachfrage hin wird er auch nochmal in Romrod ausgestrahlt: Der Film „Der marktgerechte Patient“. Los geht es am 16. Februar um 16 Uhr im Schlossmuseum der Schlossstadt.

Nachdem den Film bereits über 70 Zuschauer im Kino in Alsfeld gesehen haben und es
daraufhin viele weitere Nachfragen von interessierten Bürgern gab, hat sich der Heimat und Kulturverein und der Kneippverein dazu entschlossen, den Film „Der marktgerechte Patient“ auch in Romrod zu zeigen, so die Vorsitzenden Horst Blaschko und Ingo Schwalm.

Die Heil- und Pflegekultur in der Gesellschaft habe eine lange Geschichte. Die Hilfeleistung für kranke und der pflegebedürftiger Menschen und deren Betreuung ist mit einem hohen Ethos verbunden. Daraus entwickelte sich eine Kultur des Helfens, der Fürsorge und des Mitgefühls, die das Zusammenleben in der Gesellschaft entscheidend prägt. Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und die dahinterstehenden Leitbilder von Kostensenkung und Gewinnerwartung bedrohen diese Kultur erheblich. Die Institutionen, in und mit denen der Mensch gesunden soll, werden immer mehr rein betriebswirtschaftlich ausgerichtet.

Der Patient werde weniger als Mensch betrachtet, dem es zu helfen gelte, sondern mehr als Mittel, das man benutze, um Erlöse zu optimieren. Die Frage sei nicht mehr: „Was braucht der Patient, sondern was bringt er uns“. Wirtschaftsberater durchforsten jede Abteilung, ob ein Vorgang nicht doch noch mit weniger Personal bewältigt werden kann. Viele Ärzte und noch mehr Pflegerinnen wollen und können in diesem System nicht mehr arbeiten, ohne selbst krank zu werden. Der hilfsbedürftige Mensch werde zum marktgerechten Patienten umfunktioniert.

Genau diese Entwicklung behandele der Film „Der marktgerechte Patient“ von Leslie Franke und Herdolor Lorenz. Er beleuchte Ursachen und Entwicklungen und zeige Wege zu einer an den Bedürfnissen des kranken und hilfebedürftigen Menschen orientierten Gesundheitsversorgung auf. „Wir wollen mit diesem Film Anstöße zu einer Diskussion über die Kultur des Helfens im Gesundheitswesen geben. Deshalb: hinkommen, anschauen und mitreden“, heißt es in der Veranstaltungsankündigung abschließend. Los geht es am Samstag, den 16. Februar um 16 Uhr im Schlossmuseum in Romrod.