Foto: Stadt Alsfeld

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Heinrich Hermenau aus Eifa feiert 95. GeburtstagZum Jahresbeginn ein Meilenstein gefeiert

ALSFELD (ol). Gleich mit Beginn des neuen Jahres feierte Heinrich Hermenau aus Eifa seinen 95. Geburtstag. Stadtrat Heinrich Muhl und Ortsvorsteher Rainer Feldpusch gratulierten dazu dem Geburtstagskind im Namen von Bürgermeister Stephan Paule und der städtischen Gremien der Stadt Alsfeld.


In der Pressemitteilung der Stadt Alsfeld heißt es, Heinrich Hermenau wuchs als Sohn des Bergmanns Otto Hermenau in Borbeck bei Essen auf. Nach dem Besuch der Volksschule begann er dort in 1938 eine Tischlerlehre, die er allerdings kriegsbedingt abbrechen musste. Im Krieg wurde Heinrich Hermenau als Signalgast auf Deck mehrerer Frachtschiffe der Handelsmarine – die Kohle, Erz- und Kriegsgüter zwischen Deutschland und Norwegen transportierten – eingesetzt. Nachdenklich rückblickend auf diese Zeit führte Heinrich Hermenau aus: „Drei Frachter auf denen ich diente sanken nach Torpedobeschuss durch U-Boote, meine immer aufmerksamen Schutzengel müssen dafür verantwortlich gewesen sein, dass ich das überleben durfte“.

Nach Kriegsende und zweijähriger Kriegsgefangenschaft in Belgien arbeitete Hermenau zunächst in Flensburg in einer Fischerei und einer Emaillefabrik. 1949 heiratete er dort seine Ehefrau Lieselotte und es stellte sich der erste Familiennachwuchs ein.

Um mehr Geld zu verdienen und seine Familie ernähren zu können, zog er 1952 um nach Bönen im Kreis Unna. Dort wurde Seemann Hermenau dann zum Bergmann. 23 Jahre baute er dort in der Zeche Königsborn – 1000 Meter unter der Erde – Steinkohle ab. Bei der Erinnerung an die Bergmannszeit kommen Heinrich Hermenau die folgenden leise Worte über seine Lippen: „Wer unter Tage einfach so darauf los gearbeitet hat, der hat das nicht überlebt. Man musste immer erst nachdenken, wie man was am besten bewältigt und dann danach die Arbeit auch stets besonnen ausführen.“

„Wir Kinder mussten alle 14 Tage die Lohntüten vom Vater vorm Zechenschacht abholen, dabei hatten wir es schwer, den eigenen Vater zu finden. Alle Bergleute sahen gleich aus, sie waren rabenschwarz, nur ihre Augenpartien stachen weiß hervor“, erklärte Sohn Dieter. Die letzten Jahre vor seiner Rente – von 1975 bis 1986 – arbeitete er als Materiallagerverwalter bei der Firma Oevermann in Bönen. 1989 zog Heinrich Hermenau dann mit seiner Ehefrau Lieselotte von Bönen nach Eifa in das Haus seines Sohnes.

Heinrich Hermenau ist Vater zweier Töchter und zweier Söhne, ist Großvater von neun Enkelkindern und hat mittlerweile fünf Urenkel. Auch nach dem Tode seiner Ehefrau Lieselotte in 2015 bestreitet er seinen Haushalt im Wesentlichen immer noch alleine. Sein Lebensmotto: „Mit Kopf und Geduld lässt es sich lange aushalten“ hat sich bewahrheitet. In seinem Fall darf man wohl aber auch sagen, dass ihm Gesundheit und Schutzengel im Leben immer bei Seite standen.

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