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1. Altenburger Brückenfest lockt zahlreiche Besucher anEin Grund zum Feiern: Die Brücke in Altenburg ist offen

ALTENBURG (bk). Kaum ein Gespräch beinhaltet am Samstagabend beim ersten Altenburger Brückenfest nicht die Worte „endlich ist sie auf“. Die Altenburger feierten, dass ihr lange Zeit gesperrtes Bauwerk schließlich doch noch geöffnet wurde – und sie es nun leichter haben, von der Disco „heimzuschleichen“ 

Ein jahrelanger „Kampf“ ist zu Ende. Die Firma Laudemann, die die Brücke in Altenburg bereits seit drei Jahren gesperrt hielt, hatte sich vor kurzem auf ein Vergleich mit der Stadt Alsfeld eingelassen. „Das war eine Nacht-und-Nebel-Aktion der Firma Laudemann. Am Morgen waren die Poller einfach weg. Wir hatten zwar den unterschriebenen Vertrag bekommen, wussten aber nichts von der Öffnung“, sagt Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule, der ebenfalls bei dem Fest vorbeigekommen ist.

Auch Skeptiker sehen die Vorteile der Brücke

Doch wieso, weshalb und warum die Poller so plötzlich verschwanden, ist den Altenburgern herzlich egal. „Hauptsache das Ding ist endlich auf“, strahlt Beate Gonder und mit dieser Ansicht ist sie nicht allein: „Diese Aussicht auf die Schwalm, das herrliche Wetter. Es könnte nicht besser sein. Endlich können wir das alles genießen“, sagt Barbara, eine Rentnerin aus Altenburg. Auch ihre Freundin Hannelore pflichtet ihr bei: „Es ist einfach schön. Aber auf Facebook habe ich heute morgen gelesen ‚und nach der Feier wird die Brücke wieder gesperrt‘“, sagt sie belustigt, denn davon geht am Samstagabend niemand der Anwesenden aus. Stattdessen erinnert man sich an die Zeit der Sperrung zurück: „Ich bin mal drüber gekrackselt, als die noch ganz frisch geschlossen war. Ich wollte halt den Umweg nicht gehen“, lacht Andrea, die mit ihren Freundinnen zum ersten Altenburger Brückenfest gekommen ist um die lang ersehnte Eröffnung zu feiern.

Geselliges Beisammensein: Auch spontan sind die Altenburger zum feiern bereit. Alle Fotos: bk

„Wir schlagen eine Brücke von der einen Seite zur anderen“, freut sich Brigitte Peter über die plötzliche Öffnung des Bauwerks, die in ihren Augen auch für die Vereinigung der Altenburger steht. „Wir sind eins.“ Für viele wird die Brücke das Leben nun einfacher machen und für teils enorme Zeitersparnisse sorgen. „Wenn ich jetzt nachts von der Disco nach Hause schleiche, bin ich endlich schneller und muss nicht den langen Umweg laufen“, sagt Heide Birkenstock mehr als zufrieden mit dem Entschluss der Firma Laudemann, endlich einzulenken.


„Ich habe die Brücke zwar nicht gewollt, aber ich habe mich damit arrangiert. Sie sorgt ja doch für ein ziemliches Zeitersparnis“, sagt Elfi Dörr, die nur unweit der Brücke ihr Zuhause hat. Aber auch Nicht-Altenburger freuen sich über die Brückenöffnung, denn direkt neben der Brücke ist ein Spielfeld, welches gerade von einem Vater und seinen beiden Jungen zum Fußballspielen genutzt wird. „Das ist eine klasse Sache. Außerdem sind wir für offene Mauern“, sagt Michael, der extra aus Alsfeld mit seinen Kindern zum Fußballspielen nach Altenburg fährt.

Auch Bürgermeister Stephan Paule spendierte ein „Fässchen“ für das spontane Fest.

Altenburger halten Zusammen und feiern Zusammen

Doch auch etwas Wehmut ist dabei: „Jetzt müssen wir uns für Fasching etwas anderes überlegen“, sagt Bernd Kirchhof mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Denn bereits seit drei Jahren rissen die Altenburger Narren immer zur Faschingszeit über die „unbegehbare Brücke“ ihre Witze. Das wird nun ein Ende finden. „Obwohl, einmal geht noch. Vielleicht bleibt es auch ein Running Gag. Wir Altenburger und unsere Brücke“, lacht Traudi Schlitt.

Möglich ist auch, dass es nicht das letzte Brückenfest ist. Das zumindest stellt Kai Gehrau vom Organisationsteam für das spontane Fest in Aussicht: „Traditionsfeste beginnen oft mit einem Fest, welches aus einer spontanen Idee entstanden ist. Wir Altenburger sind eben dafür bekannt, dass wir gut und gerne feiern. Warten wirs mal ab, wie es die Leute annehmen.“ Bei all der positiven Resonanz scheint einer Fortsetzung des Festes nichts im Wege zu stehen, denn nach nichtmal einer Stunde, war die erwartete Gästezahl von 50 Besuchern bereits geknackt. „Es sind so viele gekommen. Da merkt man einfach, dass die Altenburger immer Spaß zusammen haben können“, resümiert die Altenburger Kolumnistin Traudi Schlitt. Auch Paule ist sichtlich erfreut. „Das ist Altenburg. In so kurzer Zeit ein solches Fest auf die Beine zu stellen. Einfach toll.“

Endlich sind die Poller weg: Altenburger feiern ihr erstes Altenburger Brückenfest.


Gerade einmal zwei Tage hatten die Altenburger als Vorbereitungszeit, denn die spontane Idee zu der „kurzen Spaßveranstaltung“, hatten fünf Herren nach dem Mittwochstraining der Alt-Herren-Fußballmannschaft. „Wir wollten einfach spontan etwas auf die Beine stellen“, sagt Gehrau. Von Haus zu Haus sind die fünf Organisatoren, Kai Gehrau, Werner Weber, Volker Lotz, Michael Lotz und Bernd Kirchhof gezogen und haben die Anwohner persönlich informiert und eingeladen.

„Anfangs sollte jeder einfach mitbringen, was er verzehren wollte, wir hätten es dann hier einfach auf den Grill gepackt. Doch das ist jetzt im Grunde garnicht mehr nötig“, denn das Organisationsteam erhielt für ihre „tolle Idee“ eine Menge Unterstützung. Nicht nur, dass sich innerhalb kürzester Zeit eine Menge Helfer zusammenfanden, sie erhielten auch Sachspenden von Fassbier, Würstchen und Brötchen. Auch Paule spendierte ein Faß Bier: „Ich freue mich natürlich sehr, dass die Brücke nun offen ist und unterstütze dieses Fest gerne“, sagt der Bürgermeister begeistert von der Resonanz der Altenburger Bürger.

Weitere Eindrücke vom Fest:


Ein Gedanke zu “Ein Grund zum Feiern: Die Brücke in Altenburg ist offen

  1. Das war wirklich ein Grund zum feiern! Schön war‘s. Danke an die Organisatoren und Sponsoren.

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