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Das frühere Rockel-Grundstück in Alsfeld wurde gerodet – Das DRK hat damit Pläne:Eine Seniorenresidenz in der „Grünen Oase“

ALSFELD (aep). Die meisten Alsfelder kennen das Eck vor allem als verwildertes Gelände mitten in der Stadt – eines, auf dem das dichte Gestrüpp Einblicke verwehrt und das Haus darauf nur schemenhaft erkennbar war. Jetzt ist es gut sichtbar, weil Arbeiter das Grundstück zwischen Katzenborn und Euronics-Elektronikmarkt rodeten und den Pavillon freilegten. Grund: Der DRK Kreisverband plant, auf dem Grundstück eine Seniorenresidenz zu bauen.

 

Wenn alles klappt, dann entsteht auf dem 2150 Quadratmeter großen Grundstück mit dem Volksnamen „Grüne Oase“ eine Residenz mit 16 Wohnungen für Senioren, erklärt der DRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Hasemann auf Anfrage. Dafür habe der Kreisverband es von einem Eigentümer aus Ohmes erstanden. Wann gebaut wird, sei allerdings noch offen.

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Wo man es sich einst gutgehen ließ: der alte Pavillon auf dem Grundstück.

Für dieses Projekt lasse das DRK die lange verwilderte Fläche jetzt erst einmal roden: „Das geschieht im Winter, weil jetzt keine Nistzeit ist“, erklärt Manfred Hasemann. Im Frühjahr könne es problematisch werden, Bäume und Büsche zu beseitigen. Pläne für eine solche Seniorenresidenz gebe es zwar bereits, aber der Baustart sei noch offen. Das DRK habe auch noch keinen Bauantrag bei der Stadt gestellt.

Derweil taucht durch die Rodungsarbeiten ein alter Pavillon wieder auf, der seiner Größe nach sogar eine kleine Gaststätte gewesen sein könnte – mitsamt einem Biergarten nebenan. Tatsächlich aber gehörte das Gelände vor mehreren Jahrzehnten der alten Hutmacher-Familie Rockel, deren Fabrik unweit an der Löbergasse produzierte. Da passte alles zusammen: Produktionsstätte und Wohnort der Familie, und gegenüber besaß man ein größeres Gartengelände zum Erholen. Das ist lange her, und spontan findet sich auch niemand, der sich konkreter daran erinnert.


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Arbeiter roden das Gelände. Das geschieht jetzt, damit darauf nicht genistet wird.

Jedenfalls baute die Familie Rockel auch den großzügig bemessenen Pavillon, der äußerlich erstaunlich gut erhalten scheint. Das Gelände „Grüne Oase“ ist der ungenutzte Rest des einstigen Rockel-Besitzes. Auf dem unteren Teil wurde später der Baumarkt errichtet, in dem heute der Elektronikmarkt Euronics XXL zu finden ist. Nun hat der Dornröschenschlaf ein Ende: Das DRK will dort bauen.

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Gut erhalten: der über Jahrzehnte ungenutzte Pavillon.


Ein Gedanke zu “Eine Seniorenresidenz in der „Grünen Oase“

  1. Umgangssprachlich hieß der Pavillon „Rockel’s Eispalast“. Aus Erzählungen weiß ich, dass im Eispalast viele Feiern stattgefunden haben. Seinen Namen verdankt der Eispalast wohl der Tatsache, dass er nicht geheizt wurde.
    Ich selbst habe in der Hutfabrik Rockel von 1967 – 1970 eine Ausbildung zur Industriekauffrau erfolgreich abgeschlossen. Seit Oktober 2015 wohne ich gegenüber dem Eispalast. Jetzt habe ich nach der Rodung des Geländes einen wunderbaren freien Blick auf das ehemalige Rockelgelände und vom Wohnzimmer aus schau ich nun immer wieder auf die frühere Hutfabrik.
    Back to The roots – Zurück zu den Wurzeln!

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