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Kommentiert: Umfrage zu Plänen für einen barrierefreien Marktplatz – Wenig Gegenliebe für städtischen Plan erkennbarTendenz: kein Umbau, aber ein neues Konzept

ALSFELD. 36 Stunden lang hatte die Leserschaft von Oberhessen-live Zeit, darüber abzustimmen, ob und gegebenfalls wie der Alsfelder Marktplatz baulich saniert werden könnte. Erstmals hatten wir zu dem Bericht von einer Ausschuss-Sitzung, auf der das Thema behandelt wurde, ein Abstimmungstool mit vier Antwortmöglichkeiten und der Option für eigene Vorschläge installiert. Siehe da: Das Ergebnis spricht eher weniger für die städtischen Pläne.

Es ist ja keine repräsentatives Umfrage unter allen Alsfeldern, dessen sind wir uns bewusst. Und es ist der erste Versuch, auf diese Weise zu einem Thema das Meinungsbild einzufangen – weshalb die Beteiligung mit knapp 200 abgegebenen Stimmen sowie einem Dutzende Kommentaren auch nicht so hoch ausfällt, wie die Aktualität der Thematik vermuten lässt. Vielleicht waren manchem Leser die Fragen auch zu konkret an der Frage der Barrierefreiheit ausgerichtet. In jedem Fall: Es gibt ein Ergebnis – und es wird nicht das letzte zu Umfragen bei Oberhessen-live sein – und damit auch einen erkennbaren Meinungstrend. Der erscheint eher recht skeptisch gegenüber dem Vorhaben, den Marktplatz zugunsten von mehr Sicherheit im Winter und Barrierefreiheit für Gehbehinderte umzubauen.

Denn die beiden konkreten Fragen nach mehr trittfesten Wegen um den Platz herum oder darüber bekommen eher wenig Stimmen: insgesamt 52 von 189 – also zusammen 27,5 Prozent. Die beiden weiteren Fragen, ob auf dem Marktplatz außer vielleicht etwas Begradigung gar nichts geschehen sollte – oder ob der Platz ein komplett neues Konzept bekommen sollte, erfahren also sehr viel mehr Zustimmung, zusammen 137 Stimmen. Und liegen am Ende ziemlich gleichrangig. Was soll uns das sagen?

Es sieht nach viel Erklärungsbedarf aus

Mit den bereits genannten Einschränkungen über die Aussagekraft der Umfrage könnte man schließen, dass das im Ausschuss gehandelte Projekt für über 1,5 Millionen Euro schlicht abblitzt. In jedem Fall dürfte es heißen, dass es dazu noch viel Erklärungsbedarf gibt.

Manche Leser nutzten auch die Möglichkeit, eigene Ideen zu äußern oder ihre Meinung zu bekräftigen – was ebenfalls als Stimmabgab gewertet werden kann. Dabei taucht durchaus auch der Wunsch nach rollstuhlgerechten Wegen auf – aber mehr die Meinung, dass nichts geändert werden sollte. Und eine vieldiskutierte Forderung ist ebenfalls wieder  im Gespräch: die Autos vom Marktplatz zu verbannen. Könnte diese Meinung mit der Neukonzeptionierung gemeint sein? Bleibt abzuwarten, was die Stadtverwaltung den Alsfeldern an Plänen vorlegt.


Axel Pries

Hier alle Meinungsäußerungen bei der Abstimmung im Wortlaut:

– Der Marktplatz sollte rollstuhlgerechte Wege bekommen, auf denen sich die Menschen nicht fühlen als säßen sie auf einer Rüttelplatte

– Es sollte sich gar nichts am Marktplatz verändern

– Alles rausgeworfenes Geld

– Ich finde, das historische Stadtbild sollte in keinem Fall angegangen werden. Eines der letzten Juwelen der Innenstadt zu modernisieren, würde die Seele der Altstadt stark beschneiden. Wenn man sich die Modernisierungen anderer innenstädte ansieht, erkennt man, dass sich dadurch nichts zum Guten wendet. Dafür sollten lieber Straßen die eine Sanierung notwendig haben, repariert werden. Ich bin vollkommen dagegen und halte es für ausgemachten Blödsinn.


– Keine Änderung alles bleibt wie es ist

– Keine Parkplätze mehr auf dem Marktplatz und geänderte Verkehrsführung

– Die Pflastersteine gehören einfach zum Marktplatz, er wäre sehr schade, wenn diese verschwinden würden. Allerdings ist es ziemlich gefährlich im Winter über den Marktplatz zu laufen, vielleicht ist eine Bearbeitung der Oberfläche der Steine möglich.

– Basaltsteine wieder griffiger machen, ansonsten entlang der Häuser einen griffigeren Belag, der aber mit dem Basaltpflaster auf dem Marktplatz korrespondieren muß.

– Der Marktplatz sollte für Kfz gesperrt werden.


– Die vielen Autos müssen weg. Paar Parkplätze vor der Apotheke wären noch zumutbar.

– Parkplätze weg und den Rest so lassen.

– Ein begeh- und bespielbares Wasserspiel würde ihn meiner Meinung nach aufwerten.


7 Gedanken zu “Tendenz: kein Umbau, aber ein neues Konzept

  1. Den Marktplatz für 1,5 Millionen umzugestalten ist reine Steuergeldverschwendung. Die Stadt Alsfeld sollte sich lieber mehr für die Verbesserung der Infrastruktur einsetzen. Die Städteplaner könnten mehr Parkplätze in der Innenstadt planen. Dadurch könnten die Parklätze direkt am Marktplatz wegfallen.
    Fördermittel für Geschäfte bereitzustellen für einen Behindertengerechten Umbau. Leider gibt es sehr viele Geschäfte in den alten Häusern, wo Treppenstufen in den Laden ein unüberwindbares Hindernis darstellen. Es wäre besser Ideen zu entwickeln, wie man alte Hauseingänge für Rollstulfahrer zugänglich machen kann.
    Auch der Bahnhof hat das Problem, das man nur über Treppen auf die Bahnsteige gehen kann. Wenn dort eine schiefe Ebene gebaut wird, könnten auch Rollstuhlfahrer auf die Bahnsteige gelangen.

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  2. Man bekommt den Eindruck als solle das Geld zum Fenster hinaus geworfen werden. Es sind ja auch nur Steuergelder … Das Geld könnte z.B. nachhaltig und gezielt zur Förderung des Wirtschaft-Standortes Alsfeld zur Ansiedlung von Industrie und Arbeitsplätzen investiert werden, ich denke da hätte Alsfeld langfristig mehr davon, denn der Schrumpfungsprozess der Bevölkerung in Alsfeld aufgrund Abwanderung zu Arbeitsplätzen in den Großstätten etc. ist bereits seit vielen Jahren in vollem Gange. Aber ehrlich gesagt habe ich mittlerweile wenig Hoffnung das es den verantwortlichen gelingt diesen Prozess umzukehren. Euch allen noch einen schönen Sonntag.

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  3. Denkt eigentlich irgendjemand von euch an die vielen vielen alten Leute in Alsfeld, die auch im Winter gerne am Leben in der Innenstadt teilnehmen würden? Die würden z.B. auch gerne im Winter in den Geschäften der Innenstadt einkaufen gehen ohne fremde Hilfe! Denkt mal ein wenig weiter… Wer jetzt sagt es ging früher auch, der hat nichts verstanden!!!

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  4. Noch mehr Fahrzeuge auf dem Marktplatz halte ich für nicht angebracht. Deshalb kann ich die Meinung von anderen nicht teilen.
    Wir haben genug Parkflächen außerhalb des Marktplatz und des Kirchplatzes. Deshalb ist es zumutbar, das die Leute, die am Marktplatz Einkäufe tätigen, auch einen Fußmarsch von 5 -10 Minuten in Kauf nehmen können. Die Bereiche Untergasse, Am Kreuz und Roßmarkt, sowie die schon angesprochenen Bereiche sollten Frei von Fahrzeugen im Durchgangsverkehr sein.
    Gerade die Geschäftsleute in den Bereich Untergasse, Am Kreuz, Roßmarkt sollten sich einmal Gedanken machen, wie sie ihre Angebote Attraktiver gestalten können. Nicht immer jammern, in die Hände spucken und etwas tun.
    Das gilt auch für die Geschäfte am Marktplatz. Da muss ganz einfach Leben in die Sache gebracht werden und nicht darüber sembeliert werden, welches Pflaster und was weiß ich noch am Besten wäre.
    Wir haben doch so schlaue Leute in der Stadtverwaltung, im Bauamt, in der Wirtschaftsförderung. Ja Ihr solltet euch mal brauchbare und umsetzbare Gedanken machen. Nicht wie ihr wieder einige Millionen verbraten könnt.

    Eure Kaline wieder mit der Laterne

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  5. „Es sieht nach viel Erklärungsbedarf aus“. Das klingt wie „der Bürger hat es nicht verstanden“. Hat er schon und man sollte es akzeptieren.

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  6. Lasst unseren schönen Marktplatz mal so wie er ist. Er gehört so zum Stadtbild und das schon seit Jahrzehnten. Außerdem hat da der Denkmalschutz sicherlich auch noch ein Wort mitzureden, oder braucht muss den nicht einbeziehen?

    Lasst die Autos auf dem Marktplatz und macht noch ein paar Parkplätze mehr. Der Dienst BMW eines vorhergehenden Bürgermeisters hatte ja schließlich auch einen extra – Parkplatz, und keinen hatte das gestört. Also, warum nun diese Diskussion. Am besten wäre wieder die Mainzer Gasse und Obergasse für den Verkehr freigeben…….

    Ach ja, und wenn der Denkmalschutz eingeschaltet wird und einem Umbau zustimmt, dann würde ich auch verlangen wollen, das in der Innenstadt auf den Hausdächern endlich Photovoltaik-anlagen werden…..

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  7. Ich will ja nicht jubeln, doch freut es mich das endlich einmal eine Anzahl von Alsfelder Bürgern Flagge gezeigt haben, weil sie mit den Planungen rund um den Marktplatz nicht einer Meinung sind.
    Ja viele lieben den Marktplatz so wie er ist und das sollte auch so bleiben.
    Es ist nicht notwendig, jedem der Wünsche nachzukommen, die von verschiedenen Vereinen und anderen geäußert werden.
    Leute die etwas verändern wollen, sollten lieber darüber nachdenken, wie man unsere Stadt aufwerten kann. So zum Beispiel der hintere Kirchplatz in eine Ruhe Oase verwandeln. Weg mit den Autos aus dem Bereich Kirchplatz – Marktplatz. Es gibt um die Altstadt so viele Parkmöglichkeiten, dass der Markt- und Kirchplatz frei von Autos bleiben könne.
    Aber Wasserspiele auf dem Marktplatz wie es in einer Leserantwort geschrieben war, ist nicht ratsam. So etwas wäre bei Festivitäten nur im Wege.
    Aber ab März alle Samstage vormittags Konzerte vor dem Rathaus zu veranstalten, das wäre geradezu optimal.
    Aber was soll ich mir alleine den Kopf zerbrechen, oder gibt es noch mehr Leute in der Stadt, die genau solche Gedanken haben.

    Es euch alle
    die Kaline

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