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Geschäftsinhaber seien auf Parkplätze angewiesenVerkehrsverein bittet: „Diskussion über die Befahrbarkeit des Marktplatzes endlich ruhen lassen“

ALSFELD (ol). Das Thema „autofreier Marktplatz“ nimmt wieder an Fahrt auf. Nun meldet sich der Verkehrsverein Alsfeld zu Wort. Er bittet darum, die Diskussion über die Befahrbarkeit des Marktplatzes endlich ruhen zu lassen. Für die Geschäfte sei es existenziell wichtig, dass ihre Kunden eine Parkmöglichkeit auf dem Marktplatz haben.

„Die Kunden kommen endlich wieder zurück und möchten das Einkaufen neu erleben”, schreibt der Verkehrsverein Alsfeld, die Interessenvertretung der heimischen Wirtschaft, der Gastronomie, der Kulturtreibenden und des Einzelhandels in einer Pressemitteilung. Vorausgegangen war vor wenigen Tagen eine Mitteilung des BUND Vogelsberg. „Im Rahmen der Bürgerbefragung haben sich 2018 über 56 Prozent der Teilnehmer für einen autofreien Marktplatz ausgesprochen“ – eine Tatsache, die laut BUND nicht von allen Stellen ernst genommen werde, hieß es dort unter anderem. Bei den politisch Verantwortlichen würden nämlich nicht die Menschen im Vordergrund stehen, sondern Autos und Parkplätze.

So schreibt nun der Verkehrsverein Alsfeld: „Man will wieder unter Gleichgesinnte, will sich in Modegeschäften inspirieren lassen, den Stoff fühlen, den Duft in der Parfümerie riechen, das Brot in der Bäckerei probieren. Man will spüren, ob die Schuhe tatsächlich passen, ob das Leder geschmeidig ist und die Farbe der Schuhe zur Bekleidung passt. Beratung ist gefragt, wo der nächste Urlaub hingehen soll und vieles mehr. Die Menschen wollen, soweit es geht, wieder zurück in das ’normale‘ Leben.“

Doch neben attraktiven Sortimenten, tollen kulinarischen Leckereien und vielfältigen weiteren Angeboten der Alsfelder Geschäftswelt müsse natürlich auch das äußere Umfeld passen. „Unsere Stadt strengt sich da gerade mächtig an, renoviert den Marktplatz, installiert ein modernes Wasserspiel und das finden wir gut und unterstützen das Tun der Stadt. Dies alles bewirkt, dass die Aufenthaltsqualität steigt und die Menschen gerne zu uns kommen“, so das Statement des Verkehrsvereins.

Und er führt weiter aus: „Wir wollen und brauchen Menschen in Alsfeld. Dazu benötigen wir eine attraktive und erlebbare Innenstadt. Gerade unser Marktplatz ist für die Gäste und Touristen das absolute Highlight. Gemeinsam mit der Stadt haben wir künftig noch viel vor. Wenn die Baumaßnahmen in der Innenstadt bald vorbei sind, wird Alsfeld in neuem Glanz erstrahlen. Der Anfang mit dem Kopfsteinpflaster und dem modernen Wasserspiel ist bereits gemacht. Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, ausreichend Sitzgelegenheiten für Besucher, Blumenschmuck und so weiter werden folgen.“

Auf Parkplätze angewiesen

Die Geschäftsinhaber in der Innenstadt seien unbedingt darauf angewiesen, dass die Kunden in der Nähe ihrer Geschäfte parken können. Daher hatte sich der Verkehrsverein vehement für den Erhalt aller Parkplätze auf dem Marktplatz eingesetzt, war aber auf Grund der Debatte am Ende damit einverstanden, dass nach der Neugestaltung nur noch eine Parkreihe für Autos zur Verfügung steht. Um ebenfalls der „Wohlfühlgesellschaft“ genüge zu tun, wurden versenkbare Poller in die Zugangsstraßen eingebaut, die an den Wochenenden verhindern, dass man auf dem Marktplatz parken kann. Auch bei Veranstaltungen, wie beispielsweise dem Feierabendmarkt jeden Donnerstag, werden ab 14 Uhr die Poller hochgefahren und die Autos müssen draußen bleiben.

Der Verkehrsverein bittet nun darum, die Diskussion über die Befahrbarkeit des Marktplatzes endlich ruhen zu lassen. „Natürlich verstehen wir die Menschen, die gerne auf dem Marktplatz ungestört sitzen wollen, ohne Motorengeräusche“, so der Verkehrsverein, „Vergessen Sie aber bitte auch nicht die vielen Geschäftsinhaber, Selbständigen und die Mitarbeiter, deren Geschäft sich auf und in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes befinden und die tagein/tagaus dort ihr Geld verdienen müssen, um zu überleben“, heißt es weiter.

Für sie sei es existenziell wichtig, dass ihre Kunden eine Parkmöglichkeit auf dem Marktplatz haben. „Wir wollen und müssen erreichen, dass das Geld in Alsfeld ausgegeben wird, da müssen wir alles tun, es den Kunden so angenehm wie möglich zu machen. Niemand parkt weiter weg, nur um schnell ein Brot zu kaufen, ein Rezept einzulösen oder eben schnell eine Änderung abzuholen. Außerdem wohnen auch Menschen in der Innenstadt, die auf Parkplätze angewiesen sind.“

Der Verkehrsverein will es mal „klar und deutlich“ sagen: Wenn in der Innenstadt kein Geld mehr verdient werde, „verlieren Menschen ihre Arbeit, ihre Existenz und unsere wunderschönen Fachwerkhäuser, auf die wir so stolz sind und die maßgeblich das Ambiente ausmachen, verfallen, weil sie niemand unterhalten kann.“ Zum Abschluss schreibt er: „Wir wollen und müssen die Alsfelder und unsere Gäste zum Bummeln, Einkaufen und Genießen in die Innenstadt locken, wir wollen wieder eine lebendige, lebens- und liebenswerte Innenstadt.“

13 Gedanken zu “Verkehrsverein bittet: „Diskussion über die Befahrbarkeit des Marktplatzes endlich ruhen lassen“

  1. Welche Hybris ….
    Welch eine Überheblichkeit legen sie denn da an den Tag, Alsfelder Verkehrsverein ?!
    Kann nur hoffen, das ihre Vermessenheit, ihre ( eingebildete ? ) Einflussnahme auf die lokale Politik nicht ganz so vehement ausfällt als anscheinend von Ihnen gewünscht und gedacht !
    Aber das ist ein “ frommer Gedanke “ …..
    Die Lobby….. ist nicht zu unterschätzen !!!!!!


    Da kann man nur hoffen das unsere ( noch ) gewählten lokalen Politiker nicht blind sind !

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  2. Es ist schon frech,die Bitte des „Verkehrsvereins“ die Diskussion einzustellen ,wie mit dem Mittelpunkt der Stadt verfahren werden soll.Meiner Meinung nach besteht dieser Verein nur aus Lobbyisten der Gechäftsleute der Innenstadt.Die Begründung Autos müssen sein um Kunden zu binden ist fadenscheinig.Welche Geschäfte denn ??? Apotheken z.B. bieten Lieferdienste an…ein Brot vom Bäcker trägt noch der Schwächste und die Klamotten kriege ich wo anders qualitativ genauso.In anderen Städten sind flanierende Kunden mit Einkaufstüten gang und gebe.Nur hier soll dies nicht möglich sein ???

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  3. Verbannt doch einfach alle Autos aus der Innenstadt. Auch die Anwohner brauchen doch nicht mit ihren Blechkarossen die Strassen zu verstopfen. Im Schnepfenhain ein schickes 8stöckiges Parkhaus gebaut, wo die Anwohner, Menschen die in der Altstadt arbeiten (und falls es noch Besucher für die Stadt geben sollte) parken können. Gut Geschäfte, na ja, mal gewinnt man…mal verliert man. Wer braucht schon Geschäfte. Oder Menschen die da mal schnell was erledigen wollen. In meiner Welt habe ich leider weder Zeit noch Muse 30 Minuten für den Brotkauf einzuplanen. Aber hey, ich bin ja auch nur ein blöder Autofahrer. Aber ich verstehe nicht, warum ihr nur den Marktplatz autofrei wollt. Alles was zur historischen Altstadt gehört, bietet sich da doch an. Da kann man dann schöner mit dem Rad fahren. Die Kinder können überall spielen und Eltern können entspannt bei einem Chai Latte oder Flat White chillen ohne nach dem lästigen Nachwuchs zu schauen (ach was war meine Kindheit so schrecklich, dass ich mich an Regeln halten musste!! Okay, mir wurde auch noch beigebracht höflich zu Grüssen. Legt man heute auch keinen Schwerpunkt mehr drauf ;-) ) Oder generell ganz Alsfeld autofrei. Das wäre doch mal ein Ziel für eine klimaneutrale Stadt. Auf jedes Dach ein kleines Windrad, dass den Strom für den Eigenbedarf generiert. Es gibt da ja soooo viele Möglichkeiten man muss sie nur entdecken!

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  4. Schweigen ist Gold,sie haben damit den Geschäften der Innenstadt einen Bären ………………

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  5. Was ist mir denn da entgangen ? :-(
    Der Alsfelder Verkehrsverein, ….
    die Legislative, die Gesetzgebende Gewalt in ( Alsfeld ) !?
    WOW !!!!!
    Unabhängig meiner persönlichen Meinung bezüglich des “ Marktplatz “ …….
    So haben sie, Verkehrsverein, wirklich den “ Vogel abgeschossen “ !
    Wir alle ( die Welt ) “ mögen “ die Pandemie nicht … ( gelinde ausgedrückt )
    Wir alle sind froh wenn immer mehr wieder Öffnungen möglich werden … ( hoffen auf Normalität )
    Aber ihr @ Verkehrsverein Alsfeld …. selbst bemitleidendes Gesäusel …. ist wahrlich fehl am Platz !

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  6. Die Aufforderung des Verkehrsvereins, die freie Meinung , den Austausch, bezüglich der Gestaltung des Marktplatzes doch “ bitte “ einzustellen, also klar und deutlich im subtext : Die Klappe zu halten !
    …… ist wahrlich mehr als dreist !

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    1. Eine Überschrift ist keine Zusammenfassung, sondern dient dazu, möglichst viele Leser an einen Text zu locken.
      Wer mit der Überschrift nicht einverstanden ist, der beschwere sich bei der Redaktion. Der Verkehrsverein ist dafür nämlich nicht verantwortlich. Und der Inhalt hört sich demgegenüber ganz vernünftig an.

      Eine Umfrage ist keine Abstimmung, sondern eine Planungshilfe. Von daher ist das alles richtig gelaufen. Hätte man den Platz autofrei gestaltet, dann wären bei der nächsten Umfrage 70% gegen den autofreien Marktplatz gewesen. Und dann? Alles wieder von vorne?
      Ein Marktplatz ist für alle Menschen da, nicht nur für BUND-Radfahrer. Wie wärs mal mit Toleranz?

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  7. @ Verkehsverein
    Kurze Nachhilfe, die scheint ja leider bei Ihnen sehr notwendig.
    Artikel V unseres Grundgesetzes :
    MEINUNGSFREIHEIT

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  8. „Der „Verkehrs-„Verein bittet nun darum, die Diskussion über die Befahrbarkeit des Marktplatzes endlich ruhen zu lassen.“

    So, so …

    Einen solchen Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Es soll keine Diskussion mehr darüber geben, weil es einem “ Verkehrs-„Verein nicht passt.

    Und dann noch die wilde Behauptung, keiner! würde weiter weg parken, „nur um schnell ein Brot zu kaufen, ein Rezept einzulösen oder eben schnell eine Änderung abzuholen.“

    Zuguterletzt noch eine „klare und deutliche“ Aussage, – die wohl als unumstößlich wahr und unzweifelhaft unterstellt wird, – dass „Existenzen untergehen“ und daraus resultierend „Fachwerkhäuser verfallen“, wenn der wunderschöne Marktplatz nicht mit Blechvehikeln zugestellt werden darf.

    Man merke: Blechkutschen sind wohl eine aussterbende und gefährdete Art, deren Einschränkung ihres natürlichen Lebensraumes auch zur Folge hat, dass die Spezies Mensch mit unterzugehen droht. Überhaupt droht Armaggedon, bzw. der Untergang der Welt, wenn nicht jeder Faulpelz seine Stinkekutsche bis zum letzten Meter seines Zieles hin bewegen kann. Noch nie war die Existenz von Alsfeld so gefährdet, wie durch eine Meinung, die von der Mehrheit der Bevölkerung befürwortet wird (welch Dummheit).
    Bilder von verhungernden Menschen vor eingestürzten, ehemals wunderschönen Fachwerkhäusern drängen sich mir auf, marodierende Fahrradfahrer und obskure Gestalten zu Fuß machen die ehemals so sicheren, weil damals mit Autos befahrbaren Gassen unsicher. Keine Blechkiste mehr, in der man sich zurückziehen kann, um sein Leben zu retten. Welch Grauen ;-)

    Ok, also wenn ich jetzt mal Ironie und Spott beiseite lasse und mir Google-Maps zu Gemüte führe, stelle ich fest, dass es z. B. vom großen Parkplatz an der katholischen Kirche hin zum Marktplatz genau 350 m und 5 Gehminuten sind. Schon eine solche Info sollte doch reichen, um diesen Humbug ad absurdum zu führen, den dieser Verein da von sich gibt.

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  9. Prima, es wird wirklich Zeit, das diese Diskussion endlich ein Ende hat. Und ich finde es gut, das auf dem Marktplatz Autos parken dürfen. Was mich aber stört, in der Untergasse, Am Kreuz und Roßmarkt werden die Parkplätze ständig von Anwohnern und Geschäftsinhabern tagtäglich zugeparkt, die Parkscheibe nachgedreht alle 2 Stunden, und dort wird sehr selten kontrolliert. Diese Parkplätze sind leider für potenzielle Kunden nicht vorhanden. Es wäre schön, wenn dort öfters kontrolliert werden würde. Es sind ja schließlich immer die gleichen Nummernschilder zu finden.

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    1. Also nun muss ich mich doch auch mal zu Wort melden…Geht es ihnen eigentlich noch ganz gut???? Anwohner parken u.A. am Kreuz, weil die wenigen Anwohnerparplätze belegt werden durch Leute die mal „kurz“ einkaufen gehen wollen und zu faul sind vom Parkplatz an der kath. Kirche oder vom Parkplatz Rossmarkt zu laufen, denn in Wahrheit sind es genau diese Leute die dazu beitragen, dass die Anwohner dort parken wo sie Platz bekommen und nicht auf ihren Parkplätzen die von anderen benutzt werden…Und wenn wir schon bei der Ehrlichkeit sind, sollte man dazu auch noch vermerken, dass sehrwohl in den benannten Strassen kontrolliert wird, es aber mittlerweile vielen Anwohnern einfach lieber ist das Risiko einzugehen ein Ticket zu bezahlen und die Uhr weiterzudrehen, als vor der eigenen Wohnung Runden zu drehen, weil andere einfach zu faul sind ihren Hintern ein wenig weiter zu bewegen! Es sind immer diejenigen im System, die am lautesten kreischen wenn sie etwas so ganz und garnicht direkt betrifft….und hinterher dann immer schön posaunen und prusten! Die Stadt kann gerne den Marktplatz bis zum St. Nimmerleinstag für PKW´s öffnen, da hat jeder seine Meinung, aber dann sollten ALLE Anwohner mit Parkausweisen in der Innenstadt auch genausoviele ausgewiesene Stellplätze in physischer Form bekommen und diese dann sehr scharf kontrolliert werden…Und lustigerweise muss ich auch zu den immerselben Kennzeichen noch etwas sagen: Das sind die Kennzeichen die zahlen und nicht mit dem Ordnungsbeamten diskutieren, feilschen und handeln weil sie ja „nur“ kurz zur Apotheke wollen, nur gaaaaanz kurz was abgeben mussten, eine absoluuuuute Ausnahme haben…..aber wie gesagt, es sind in jedem System immer die die am lautesten krakeelen wenn es sie selbst nicht betrifft….

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  10. Das hört sich nicht nur besser an, sondern macht auch mehr Sinn als das ewige, egoistische BUND-Geschnattere. Einfach alles verbieten was einigen BUND-Mitgliedern nicht passt, das ist undemokratisch.

    Es ist immer einfach, gegen etwas zu sein. Einen Marktplatz hingegen so zu gestalten, dass er den vielfältigen Interessen der Benutzer gerecht wird, das ist eine wirkliche Leistung.
    Konstruktive Vorschläge kann man aber von einem Prozesshanselverein nicht erwarten.

    Wenn der BUND so viel Wert auf die Meinung der Menschen legt, dann sollte er mal von einem unabhägigen Institut umfragen zu seiner Arbeit machen. Es wäre mal interessant zu erfahren, wie viele Bürger mit der Wiederansiedlung des Wolfes einverstanden sind.

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  11. Warum sollen wir still sein, wir wurden doch gefragt, für was, für die Katz. Die Apotheke ist das einzige Geschäft, der die Mitbewerber merken wird, alle Anderen nicht, beweisen sie das Gegenteil. Für die Nicht anlieger wäre es vielleicht sogar besser, so käme der ein oder andere Kunde, auf dem Weg zum Merkt vorbei.

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