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Deges versichert: Keine Fällungen außerhalb der Planfeststellung - BUND Vogelsberg fordert Aufklärung durch LandesbehördenA49: Restliche Rodungsarbeiten im Maulbacher Wald haben begonnen

MAULBACH (ol). Im Maulbacher Wald wird gerodet. Die A49-Gegner schlagen Alarm: Es werde außerhalb der Planfeststellung und außerdem auf einem Privatgelände gerodet. Die Deges allerdings erklärt, dass das nicht der Fall ist. Es soll sich um Restarbeiten handeln, die bereits angekündigt wurden. Die Polizei ist vor Ort.

Bereits am Dienstagabend machte die Nachricht die Runde: Gegner des Autobahnausbaus der A49 befürchteten, dass es am Mittwoch zu einem größeren Polizeieinsatz in Maulbach kommen wird, wo ab den frühen Morgenstunden die Rodungen weiter gehen sollen. Schon in dem Tweet ist die Rede davon, dass etwa 300 Bäume außerhalb des Planfeststellungsbeschlusses gefällt werden sollen. Außerdem soll es bereits zu einer Konfrontation mit den Grundstücksbesitzern gekommen sein, da nach ihren Aussagen auch auf dem Privatgelände gefällt und gerodet werden soll.

Und tatsächlich wird am Mittwochmorgen gerodet, allerdings – so versichert es die Deges auf Anfrage von OL – handelt es sich um die restlichen Rodungsarbeiten für den Weiterbau der Autobahn. Auch die Polizei ist vor Ort, um die Fällarbeiten der Firma zu schützen und sich sichern. Wie eine Sprecherin der Deges erklärt, würden dabei Bäume gefällt werden, die nicht bereits im Herbst des vergangenen Jahres gefällt werden konnten. Schon nach Abschluss der Arbeiten im nahegelegenen Dannenröder Wald hatte die Deges erklärt, dass in den kommenden Wochen noch zu einzelnen Fällarbeiten kommen werde.

„Zu diesem Zeitpunkt wurde von einem Anrainer eine abweichende Auffassung bezüglich der Grundbesitzverhältnisse geltend gemacht. Deswegen wurde entschieden, dort zunächst nicht zu fällen“, erklärte eine Sprecherin der Deges auf Anfrage von OL. Der Sachverhalt sei allerdings inzwischen geklärt und die Fällung werde an diesem Mittwoch nachgeholt. Dabei stellt sie außerdem klar: Es handele sich um einzelne restliche Bäume, die sich im Bereich der Trasse und damit auch im Bereich der Planfeststellung befinden würden.

Mittlerweile hat sich ein naher Angehöriger des Grundstückseigentümers dazu geäußert und wirft der Deges eine Falschaussage vor. Er sei selbst vor Ort gewesen und habe gesehen, dass auf dem Privatgrundstück gerodet wurde – eine rechtskräftige Enteignung des Eigentümers habe es allerdings nicht gegeben.

Unterdessen haben die Ausbau-Gegner bereits mobil gemacht und sind mit einer Gruppe von Demonstranten in dem Bereich der Meisebach im Maulbacher Wald. Laut der Polizei handelt es sich um eine Gruppe von 15 Demonstranten, die sich zunächst im Bereich der Fällarbeiten aufgehalten hätten, diesen allerdings nach Gesprächen mit den Einsatzkräften freiwillig verlassen hätten. Der Protest sei friedlich, mittlerweile hätten die Arbeiten begonnen.

BUND Vogelsberg fordert Rodungsstopp und Aufklärung durch Landesbehörden

Auch der BUND Vogelsberg hat von den Rodungen erfahren, protestiert dagegen und fordert in einer Stellungnahme, dass die Rodungsarbeiten sofort eingestellt werden. „Wir fordern dringend Aufklärung was dort eigentlich passieren soll und mit welcher Rechtsgrundlage. Unser Adressat ist das Land Hessen mit seiner Planfeststellungsbehörde und den zuständigen Stellen des Regierungspräsidiums in Gießen“, erklärt der Vorsitzende Wolfgang Dennhöfer.

Der BUND habe ernstzunehmende Hinweise erhalten, dass die anstehenden Rodungen zusammen etwa ein Hektar ausmachen. Diese Rodungen würden – so die Informationen – außerhalb der durch die Planfeststellung rechtlich abgesicherte Trasse stattfinden. Angeblich, so heißt es in der Stellungnahme, soll die Autobahn durch den Maulbacher Wald etwas weiter östlich gebaut werden und die Stromtrasse weiter westlich als tatsächlich genehmigt. „Damit verbunden wären weitere Rodungen und ein weiterer Verlust an Natur“, so aus der Stellungnahme.

Nach ersten Recherchen des BUND würden für diese Arbeiten keine Genehmigung vorliegen, weshalb der BUND fordert, dass die Arbeiten einzustellen seien. „Tausende Menschen waren tief bestürzt von der Art und Weise wie im Dannenröder Wald ‚Krieg gegen die Natur‘ geführt wurde“, so Dennhöfer. Es dürfe nicht sein, dass weitere Eingriffe ohne Aufklärung der Bürger und ohne Beteiligung der Naturschutzverbände stattfinde. Außerdem würden dem BUND Informationen vorliegen, dass am Rande des Herrenwaldes der Bau eines Betonwerks geplant sei, der ebenfalls nicht von der Planfeststellung abgedeckt sei. „Auch hier sollen weitere Bäume geopfert werden – kurzfristig sei mit der Rodung des teilweise älteren Baumbestands am Rand der Fläche zu rechnen“, heißt es weiter.

Jeder Bürger könne sich direkt an die Planfeststellungsbehörde beim hessischen Wirtschaftsministerium wenden und um Prüfung und Aufklärung bitten.

2 Gedanken zu “A49: Restliche Rodungsarbeiten im Maulbacher Wald haben begonnen

  1. Der „BUND“ spielt mal wieder mit falschen Karten. Bei anderen wird auf die Einhaltung von Recht und Gesetz gepocht, rein vorsorglich, selbst wenn die Sachlage noch gar nicht geklärt ist. Auf der anderen Seite werden höchstrichterliche Entscheidungen nicht akzeptiert. Die Krawalle im letzten Jahr sind das Ergebnis.

    Bisher hat sich in allen Fällen herausgestellt, dass die Arbeiten der DEGES völlig legal waren.

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  2. Achtung!!

    Gleich kommen wieder die ganzen hasserfüllten Kommentare der A49-Befürworter!

    Kommt, traut Euch und zerfleischt auch diesen Artikel!

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