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Vogelsberger SPD-Chef zum Führungswechsel bei der BundesparteiKrug: Nahles’ Rücktritt war „unumgänglich“

VOGELSBERGKREIS (jal). Andrea Nahles tritt als Partei- und Fraktionsvorsitzende der SPD zurück. In den Augen von Patrick Krug, Chef der Vogelsberger SPD, gab es dafür keine andere Möglichkeit. Gleichzeit warnt der Richter jedoch vor einer verfrühten Personaldebatte in seiner Partei.



„Die Entscheidung von Andrea Nahles von ihren Ämtern als Partei- und Fraktionsvorsitzende zurückzutreten ist richtig und war nach dem miesen Wahlergebnis vom letzten Sonntag und den Ereignissen dieser Woche auch unumgänglich. Mich überrascht deshalb ihre Entscheidung auch nicht“, sagte Patrick Krug auf Anfrage von Oberhessen-live. Später am Sonntag wurde bekannt, dass Nahles auch ihr Bundestagsmandat aufgeben möchte.

Der Rücktritt der Bundesvorsitzenden Nahles werde aber die Probleme der SPD nicht lösen, sagte Krug. Es dürfen jetzt nicht wieder „die Fehler der Vergangenheit wiederholt werden, als einfach nur das Spitzenpersonal ausgetauscht wurde und man ansonsten weitergemacht hat wie vorher.“ Auf Nachfrage wollte sich Krug deshalb nicht auf einen Wunschkandidaten für die Nachfolge von Nahles festlegen. „Es ging in der Vergangenheit viel zu oft darum, wer was wird und wie Karriere macht, anstatt darum, für was die SPD eigentlich steht und für wen wir Politik machen. Das sollten wir in Zukunft anderes machen.“

Nahles’ Schritt eröffne jetzt die Möglichkeit losgelöst von Personen und Ämtern darüber zu reden, was sich in Berlin grundlegend ändern müsse, damit die SPD eine Zukunft als starke politische Kraft habe. Erst danach dürfe es darum gehen, welche Personen glaubwürdig für eine SPD stünden, die wieder „mutiger, klarer und erkennbarer ist und mit Optimismus und Zuversicht Zukunft gestalten will“. Dass das gelingen könne, würden gerade auch andere europäische Länder wie Spanien oder Finnland zeigen, wo die dortige Sozialdemokratie jüngst Wahlen gewinnen konnte.

18 Gedanken zu “Krug: Nahles’ Rücktritt war „unumgänglich“

  1. Sorry,
    mit großem Interesse lese ich die Kommentare und stellefedt, dass nur Patrick Krug seine Meinung mit seinem Namen verbindet.
    Keiner der Kommentatoren steht mit seinem Namen für seine Meinungsäußerung.
    Warum nicht ?
    Lasst es sich so leichter lästern ?
    Schade.

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    1. Oh nein! Da wurde gar nicht das namenlose Elend von Zorro mit der Maske interviewt, sondern der Kreisvorsitzende der SPD unter seinem richtigen Namen von Juri Auel (Das soll ein Name sein? Na ja.)? Helden des Alltags! Aber dann diese ehrlose Bande von arglistigen Kommentatoren. Ja, anonym ist leicht lästern. Da muss sich der Rahm-Peter (vermutlich der mit dem Blubb) jetzt aber mal mit einem beherzten „Sorry!“ einmischen. „Keiner der Kommentatoren steht mit seinem Namen für seine Meinungsäußerung. Warum nicht?“
      Tja, warum wohl nicht? Weil es egal ist, ob da der mit dem Blubb, der Hackepeter, der Geißen-Peter oder der schwarze Peter ihren Senf beigesteuert haben. Und nächstes Mal finden wir zur Abwechslung mal etwas „schade“, was auf dieser bösen Welt wirklich zu bedauern ist. Ich bin übrigens der Sorry 3! Ganz ehrlich.

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  2. Die SPD muß Hartz 4,die ganze Agenda 2010 abschaffen,die Rentenbetrügereien aufgeben (Betriebsrenten). Das Personalkarussell
    nutzt da nichts, im Gegenteil.
    Nur so kann sie vielleicht wieder stärker werden.Sie muß sich für eine Regierung neue Partner suchen (Grüne und Linke).

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    1. Und wollen wir dann auch schon mal den Staatsbankrott für die 2020er anmelden?

      Man kann nur hoffen, dass Deutschland auf diese unsinnigen, linkspopulistischen Forderungen nicht reinfällt.

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      1. Komisch, dass der Staatsbankrott immer dann droht, wenn die kleinen Leute drei Euro mehr Rente habe sollen. Rechnen wir einmal Steuerverschwendung, Steuerhinterziehung und Kosten für die staatliche Bankenrettung zusammen und schütteln wir das aus den Taschen der rechtskorrupten Politikidioten und Selbstbereicherungseliten wieder heraus! Dann müssen wir uns um den Staatsbankrott nicht sorgen. Und einen Mathematiklehrer für die „1. Klasse Mathematik“ kann man dann auch noch bezahlen.

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      2. Na, mit dem Rechnen dann aber auch sicher nach der zweiten Klasse aufgehört, oder?

        Deutschland verteilt sowohl absolut wie inflationsbereinigt wie in Relation zum BIP um. Wer denkt, dass der Sozialstaat in Deutschland zurückgefahren wurde, kann schlicht nicht rechnen. Oder ist zu faul sich mal mit ein paar Statistiken zu befassen.

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      3. Ich stelle fest, dass Sie die Forderung nach Abschaffung von Hartz IV und der ganzen Agenda 2010 (= Armutsfalle, siehe https://www.deutschlandfunk.de/agenda-2010-was-die-hartz-reformen-gebracht-haben.724.de.html?dram:article_id=385052) sowie eine Korrektur des Rentenbetrugs mittels Privatvorsorge (= O-Rendite dank O-Zins!), verfassungswidriger Doppelbesteuerung von Renten (https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/renten-doppelbesteuerung-100.html) und Doppelverbeitragung von Betriebsrenten (https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/krankenkassenbeitraege-merkel-raeumt-forderung-nach-entlastung-von-betriebsrentnern-ab/23984130.html?ticket=ST-10840-yABKLHQ2tgNpjaBQGxt2-ap6) für „unsinnige linkspopulistische Forderungen halten, auf die „Deutschland“ nicht hereinfallen sollte.
        Natürlich schützt der Art. 5 GG auch das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung von Menschen, die nicht wissen, wovon sie reden und einfach nur Bullshit verbreiten. Leider ist Ihre gesamte Allgemeinbildung auf dem Stand der 1. Klasse stehen geblieben. Ein Volk auf diesem geistigen Bankrott-Niveau ist leicht zu regieren und noch leichter zu bescheißen.

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      4. Schauen Sie auch mal über Ihren Tellerrand hinaus?
        In Portugal haben nämlich die „Linkssozialisten“ mittlerweile längst ein kleines Wirtschafts- und Arbeitswunder geschaffen – ausgerechnet gegen alle üblichen konservativen, rechtspopulistischen Träumer-Prophezeiungen („Die Linken können nicht wirtschaften“ blablub) Das läßt sich auch für Sie ganz leicht über „Tante Google“ ermitteln

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  3. Lieber Patrick Krug,

    von Ihnen hat man schon bessere Kommentare gehört, mit Inhalt und realen, pragmatischen Darstellungen.
    In Bezug auf Frau Nahles ist Ihre Stellungnahme ohne Inhalt, nichtssagend.
    Typisch Politiker halt. Genau das ist es was die Bürger nicht wollen. Bleiben Sie bei Ihren kritischen Hatungsweisen und verfallen bitte nicht schon als noch sehr junger Politiker in lethargische Zustände. Von solchen Mitgliedern hat die SPD schon genug und deshalb steht sie da wo sie jetzt steht. Das können Sie besser?

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    1. Im Prinzip richtig, Nachdenker! Aber vor dem Schreiben bitte in Zukunft besser nachdenken! Krugs Stellungnahme zum Fall Nahles war nicht „ohne Inhalt, nichtssagend“. Inhalt und Aussage mögen Ihnen nicht gefallen haben, aber es wurde doch ein dezidierter Standpunkt vertreten. Sonst hätte sich doch auch der ganze Artikel nicht gelohnt!
      Was die Bürger ganz sicher auch nicht wollen, sind Leserkommentare, die einfach nicht auf den Punkt kommen, sondern falsche Pauschalvorwürfe enthalten. „Sie haben wieder ellenlang geschrieben, aber kein einziges Argument gebracht!“ – „Herr Aurel stellt ja gar keine Frage mehr!“ – „Was soll sie denn in einem Interview ohne echte Fragen…“. Nänänänänä!!! Das sind doch alles Troll-Kommentare ohne Realitätsbezug, Trug- und Wahnbilder, reine Fantasiegebilde. „Kritische Hatungsweisen“ (wohl von engl. to hate = hassen) sind ja noch ein lustiger Lapsus. Aber wo – außer in Ihrer Fantasie – verfällt Herr Krug denn „schon als noch sehr junger Politiker in lethargische Zustände“?
      Von solchen „Mitgliedern“ (äußert Krug sich hier als SPD-Mitglied?) – so Ihr „Befund“ – habe die SPD „schon genug“ und das sei der Grund dafür, dass sie da stehe, „wo sie jetzt steht“. Wo sehen Sie denn lethargische SPD-Mitglieder, die den Zustand ihrer Partei selbst verschuldet haben? Wenn das so wäre, könnte man den ganzen „roten Sauhaufen“ doch getrost untergehen lassen. Oder etwa nicht?

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      1. Der Zustand der SPD ist allein auf ein Jahrzehnte langes Versagen der Parteispitze zurück zu führen. Und bitte jetzt keine (Selbst-)Mitleidstour von Nahles. Gestern bei Maischberger wurde daran erinnert, dass Nahles den Ruf der notorischen Königsmörderin hatte. Schon auf dem Mannheimer SPD-Parteitag, als man Scharping absägte, war sie beteiligt (https://youtu.be/DFybON1Mx6k?t=44) und auch bei Münteferings Sturz hatte sie ihre Finger im Spiel (https://youtu.be/FgWRjLfXxpI?t=53). Nun hat es sie eben selbst erwischt. Peinlich geworden wie Scharping, wurde sie isoliert und ausgegrenzt, bis ihr nur noch der Rücktritt blieb.

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  4. Mir fällt zu dem ganzen Polit-Dilemma gerade eine Metapher ein: Politiker sind wie Kinder in einer Schaukel (sogenannte Nestschaukel)….sie schwingen hin und her, mal lachen sie u. freuen sich, mal plärren sie oder weinen sogar…sie schaukeln hin und her…kommen aber keinen Schritt voran!

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    1. Also ich weiß nicht, ob die Kinderschaukel-Metapher den Politik-Zirkus gut abbildet. Politiker sind wie… Im Zweifelsfall sind Politiker wie wir alle, nicht besser und nicht schlechter. Und niemand MUSS ja in die Politik gehen oder gerät dort zufällig hinein. Wer allerdings nach einigen Jahren immer noch nicht gemerkt hat, nach welchen Regeln da gespielt wird, und wer vor allem dann dabei nicht von Skrupeln geplagt wird und den Ausstieg sucht, hat vielleicht etwas zu lange auf der Kinderschaukel gesessen.

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  5. Ach, was sind sie wieder alle betroffen. Nach dem Bauernopfer einer weiteren Parteivorsitzenden. Und gleich warnt man vor einer „verfrühten Personaldebatte“. Es könnte ja die eigenen Seilschaften ausdünnen. Also bitte immer nur einen Kopf zur Zeit rollen lassen. Begleitet von den üblichen Beschwörungsformeln, dass die jeweilige Personalie ja die Probleme der Partei gar nicht löse und es auf gar keinen Fall so weiter gehen dürfe wie bisher. Und dann geht es natürlich weiter wie bisher. Denn aus der einstigen Partei der Solidarität derer, die „unten“ mit dem Mittel der Solidarität um „Gleichheit“ kämpften, ist ja längst die Partei der sozialen Aufsteiger geworden. Da gönnt keiner dem anderen die Streichwurst auf dem Brot. Und gern steigt man zwar mit einem Erfolgreichen in den Aufzug nach oben, um aber ganz schnell die Kabine zu wechseln, falls den Betreffenden das Glück verlässt.
    Auf diese Weise haben die Sozialdemokraten nicht nur ihren Markenkern als Erbauer des kuscheligen „Volksheims“ (eine ursozialdemokratische Metapher, die man heute mit „Wohlfahrtsstaat“ übersetzt, vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Folkhemmet) verloren, sondern ein Image entwickelt, das die Kälte einer Wettbewerbsgesellschaft wiederspiegelt und geradezu unsympathisch ist.
    Die hiermit einher gehende innerparteiliche Verlogenheit und Widersprüchlichkeit hat fast schon etwas Faszinierendes. Zwar singt man noch die alten Lieder vom „Schreiten Seit‘ an Seit'“, doch danach vermeidet man eine zu große Nähe zum „Genossen“.
    Dass in innerparteilichen Krisen „das Spitzenpersonal“ ausgetauscht wird, wie es immer so schön heißt, ist übrigens nur ein Gerücht. Das Spitzenpersonal hielt in Gefahr und größter Not immer nur fest zusammen, um den einen Sündenbock in die Wüste zu schicken. Jeder weiß, dass der Sündenbock für die Dinge den Kopf hin hält und büßt, für die er gar nichts kann. Warum war Nahles‘ Rückzug von ihren Parteiämtern denn „nach dem miesen Wahlergebnis vom letzten Sonntag und den Ereignissen dieser Woche […] unumgänglich“, wenn man gleichzeitig feststellt, dies „werde aber die Probleme der SPD nicht lösen“? Warum dann immer wieder diese stereotypen Opfer-Rituale zu Lasten einzelner „Genossinnen und Genossen“? Weil das der beste oder sogar einzige Weg ist, sich mit den Problemen der SPD nicht wirklich beschäftigen zu müssen. „Was sich in Berlin grundlegend ändern müsse“, traut sich ein Nachwuchspolitiker aus der Provinz wie Patrick Krug doch nicht einmal zu denken.
    „Wer mit dem Teufel tanzt…“. Der neoliberale und globale Kapitalismus funktioniert nicht nach der Satzung eines SPD-Ortsvereins und tanzt auch nicht nach dessen Pfeife. Er funktioniert nach seinen eigenen Gesetzen, auf die sich die SPD zum Schaden ihrer eigenen Glaubwürdigkeit einlassen muss, um „im System“ überhaupt mitspielen zu dürfen. Das ist das eigentliche Problem der SPD. Und das lässt sich nicht lösen, ohne den Bund mit dem Teufel aufzukündigen. Und weil es hierzu kein „Ausstiegsszenario“ gibt wie bei Kernkraft oder Braunkohle, wird man wie immer um des Pudels Kern herumreden und bei Bedarf den nächsten Sündenbock in die Wüste jagen.

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  6. In mir tobt ein innerer Widerstreit. Was überrascht mich weniger? Der Rücktritt von Andrea Nahles von ihren Spitzenämtern? Oder die Reaktion des milchgesichtigen Vogelsberger SPD-Chefs, durch den ich mich immer wieder an Heinrich von Kleists Gerichtsposse „Der zerbrochene Krug“ erinnert fühle?
    Noch mal ganz langsam: Da werden auf einen Streich gleich der Partei- und Fraktionsvorsitz vakant, und Herr Krug freut sich über die „Möglichkeit, losgelöst von Personen und Ämtern darüber zu reden, was sich in Berlin grundlegend ändern“ müsse, „damit die SPD eine Zukunft als starke politische Kraft habe“? Warum verabschiedet sich die SPD dann nicht gleich komplett für ein
    Sabbatical von der Politik, taucht zwecks Nabelschau in der Toskana unter und überrascht die scheidende Frau Kandesbunzlerin dann am Ende ihrer Amtszeit mit in Schweinsleder gebundenen Ausführungen darüber, „für was die SPD eigentlich steht und für wen wir [also die SPD] Politik machen.
    Mein Eindruck: Politik machen macht keinen Spaß mehr. Am allerwenigsten den Parteigranden und dem politischen Spitzenpersonal. Man kennt das aus einem über Jahre verwahrlosten Privathaushalt. Irgendwann wachsen einem der angesammelte Unrat in Garage, Dachboden und Keller über den Kopf. Man räumt auf, repariert, putzt und macht…, aber irgendwie zeigt sich kein Fortschritt und ein Ende ist nicht abzusehen. Und dann dieser undankbare Wähler! Dauernd straft er die Parteien und ihr Spitzenpersonal ab, obwohl die sich doch so viel Mühe geben. Aber so ist es eben. Steckt die Karre zu tief im Dreck, bringt der Scheibenwischer keinen Durchblick mehr. Und auch der Rückwärtsgang hilft nicht mehr aus dem Schlamassel heraus.
    Wer soll denn jetzt „losgelöst von Personen und Ämtern“ in der Partei für Optimismus und Zuversicht sorgen? Vielleicht besteht – wie man’s auch dreht und wendet – hierzu gar kein Anlass, weil die Themen, zu denen sich die SPD neu positionieren könnte, bereits von genügend anderen Parteien kompetent besetzt werden? Und wer soll anschließend die Personen wählen, die „glaubwürdig“ für eine neue SPD stehen? Und vor allem: aus welchen Gründen? Hat man aus dem Schicksal des Wunder-Kanzlerkandidaten und -Parteivorsitzenden Schulz, dem bei aller Aufbruchsrhetorik eine Neuprofilierung seiner Partei gründlich misslang, denn nichts gelernt?

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