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Schnelles Internet in der SchlossstadtRomröder appellieren an Romröder: Holt euch den Glasfaseranschluss

ROMROD (jal). Für schnelles Internet zu kämpfen, sind Vogelsberger ja gewohnt. Doch in Romrod richtet man diesmal keinen Aufruf an die Politik oder Telefonunternehmen: Es sind Bürger, die an andere Bürger appellieren, sich einen Glasfaseranschluss anzuschaffen – und so schnelles Internet für die ganze Stadt zu ermöglichen.

Der Romröder Thomas Liebau hat sich einen Trick zurechtgelegt: Wenn ihm jemand sagt, ihm reiche sein jetziges Internet locker aus, dann erinnert er ihn an die Zeit, als den Menschen auch noch die Funktionen ihrer alten Nokia-Handys ausgereicht haben. So schafft er es, seinem Gegenüber klar zu machen, wie sehr sich Bedürfnisse ändern können. Liebau weiß, wovon er spricht. Von 5 Gigabyte im Monat hat sich sein Bedarf an Internetvolumen innerhalb von 20 Jahren auf 400 Gigabyte verachtzigfacht, sagt er. Eine Beobachtung, die eine bundesweite Statistik bestätigt. Doch der Reihe nach.

Die Sache mit dem Internet: Sie ist etwas kompliziert in Romrod. Wer es positiver ausdrücken möchte, der kann auch sagen, sie ist besonders. Im Juli 2017 verlegten Männer in orangenen T-Shirts umrahmt von Telekom-Magenta-farbenen Bannern Glasfaserkabel und setzten neue Verteilerkästen. „Wir sind kein Entwicklungsland mehr“, sagte Romrods Bürgermeisterin Dr. Brigit Richtberg damals und posierte zusammen mit den Arbeitern und Landrat Manfred Görig für ein gemeinsames Foto.

Inzwischen sind mehr als drei Jahre vergangen. Und tatsächlich gibt es mittlerweile schnelles Internet in Romrod. Aber eben längst nicht überall. Die Kernstadt und Zell gelten als vergleichsweise gut versorgt, wobei es Berichte aus der Bevölkerung gibt, dass sich selbst dort nach dem Ausbau der Telekom via Vectoring (das „Aufbohren“ der Geschwindigkeiten, die über Kupferkabel möglich sind, durch einen technischen Trick) kaum bis gar nichts spürbar verändert hat. Einige User helfen sich mit Lösungen übers Handynetz, in Zell und Romrod gibt es dazu Kabelanschluss über Unitymedia, das mittlerweile zu Vodafone gehört. Ober-Breidenbach, Nieder-Breidenbach und Strebendorf gucken dagegen bislang de facto in die Röhre.

Doch es gibt einen neuen Versorger, der um die Gunst aller Internetuser in der Kommune Romrod buhlt: Die Firma TNG Stadtnetz GmbH verspricht, den Menschen dort ebenso wie den Bewohnern von Gemünden und Grebenau echte Breitbandgeschwindigkeiten zu liefern – und zwar mit einem Glasfaseranschluss bis ins Haus, der kostenlos für denjenigen ist, der bis zum 18. Oktober einen Vorvertrag unterschreibt. Die drei Gemeinden im Vogelsberg sind als Pilotgemeinden ausgewählt worden. Das Unternehmen macht gerade massiv Werbung für sein Angebot, welches an eine Bedingung geknüpft ist, die die Sache verzwickt macht: Mindestens 40 Prozent aller Haushalte in dem betreffenden Gebiet müssen sich entscheiden, ihr Internet über den Provider zu beziehen. Nur dann wird ausgebaut, der Planung nach bereits im nächsten Januar.

Engagieren sich für schnelles Internet: Thomas Liebau (Mitte) und Hauke Schmehl (rechts).

Das ist der Punkt, an dem Thomas Liebau und seine Mitstreiter ins Spiel kommen: Sie wollen möglichst viele Menschen motivieren, sich einen Glasfaseranschluss zu bestellen, damit der Ausbau überhaupt starten kann. Liebau ist im E-Commerce tätig, er braucht das Netz mehr als andere Durchschnittsnutzer. Dennoch sagt er, die Aussage „brauche ich nicht“ im Bezug auf Breitband, reflektiere das Jahr 2020 nicht mehr. „In fünf oder zehn Jahren ist man mit der heutigen Bandbreite mit größter Wahrscheinlichkeit: strukturell abgehängt.“ Dass es heute in Stadtteilen teilweise offenbar nicht einmal die Geschwindigkeit gibt, die er selbst vor 20 Jahren in der Kernstadt hatte, macht Liebau ein Stück weit fassungslos.

Dienstagabend, der Vorplatz des Clubhauses der Heavy-Metal-Freunde in Zell. In der Einladung war von einem „zwanglosen Treffen“ von Menschen die Rede gewesen, die sich für schnelles Internet für ganz Romrod einsetzen möchten. Etwa zehn sind gekommen, nehmen bei Cola und anderen Getränken an einem quadratischen Tisch Platz. Die Gruppe ist auch auf Facebook, dort hat sie etwa 180 Mitglieder, die aber nicht alle eingeladen worden sind.

Diejenigen, die gekommen sind, beschreiben sich selbst als „engagierte Bürger“. Unter ihnen sind auch Politiker. Romrods SPD-Chef Udo Seiler sitzt neben seinem Parteikollegen Arndt Planz, ein bisschen weiter weg sitzt der Vorsitzende der Romröder CDU, Hauke Schmehl. Seiler ist im Ortsbeirat von Ober-Breidenbach, Planz und Schmehl sind im Stadtparlament. Die Herren betonen unisono, dass sie aber nicht in ihrer politischen Funktion, sondern als Privatpersonen gekommen sind.

Und das hat auch einen guten Grund. Sich als Politiker für einen bestimmten Internetanbieter auszusprechen, das hat schnell ein Geschmäckle. Sowieso möchte auch die restlichen Engagierten nicht als „Drückerkolonne“ der Firma TNG rüberkommen. Aber auf der anderen Seite, so stimmen an diesem Abend alle Anwesenden überein, scheint das Angebot des Unternehmens aus Norddeutschland objektiv betrachtet ziemlich gut zu sein.

Doch bevor es an die Details geht, ist vielleicht der Kern des Anliegens der Gruppe festzuhalten: Sie bezeichnet die Glasfaser als Möglichkeit, Romrod in „völlig andere Dimensionen“ zu katapultieren. Und das Angebot, was die Firma TNG auf den Tisch legt, scheint den Bürgern, die sich da lose und auf Zuruf zusammengeschlossen haben, ein sehr geeignetes Mittel zu sein, um diese Dimensionen zu erreichen – und das für die ganze Stadt. Zwar hat der Anbieter Goetel auch einen Netzausbau in den noch unterversorgten Stadtteilen angekündigt, jedoch sei die Firma in der Kundenakquise noch nicht wirklich „sichtbar“, sagt Liebau. Und in der Tat finden sich im Netz zwar einige Presseartikel über Ankündigungen eines Ausbaus, konkrete Angebote für Interessenten aus Strebendorf zum Beispiel sucht man allerdings vergeblich.

Glasfaser wird so wichtig wie die Wasserleitung.Theo Hansel

Während TNG 40 Prozent der Haushalte braucht, um auszubauen, sind es bei Goetel 60 – bei TNG zählt man jedoch die 40 Prozent in der gesamten Kommune, bei Goetel soll die Quote in den einzelnen Ortsteilen erreicht werden. Das bedeutet im Umkehrschluss: Ober-Breidenbach, Nieder-Breidenbach und Strebendorf sind bei dem Angebot der TNG anders als bei Goetel im Zweifel darauf angewiesen, dass auch Menschen in den bereits besser versorgten Stadtteilen Romrod und Zell sich für den neuen Anbieter entscheiden und umsteigen, damit die Vertragsquote von 40 Prozent in der gesamten Kommune erreicht wird und gebaut werden kann. Es ist fast ein bisschen paradox: Obwohl sich viele Menschen lange Zeit über zu langsames Internet beschwert haben, sind die „Glasfaser-Aktivisten“ um Initiator Liebau skeptisch, ob die Quote bis zum 18. Oktober zusammenkommt. Deswegen feilen sie an Ideen und Strategien, wie sie ihre Mitbürger nicht nur zum Umstieg auf Glasfaser, sondern generell von der Notwendigkeit einer schnellen Internetanbindung überzeugen können.

Mit am Tisch sitzt an diesem Abend auch Theo Hansel. Einen vernetzen, intelligenten Lautsprecher wie Amazons Alexa habe er zwar nicht zuhause, sagt der 71-Jährige, wohl aber schaue er ab und zu Filme über den Streaming-Dienst Netflix. Viele Bürger, vor allem auch ältere, würden weder die Informationsangebote noch die Dringlichkeit des Themas richtig wahrnehmen, sagt er. Dabei, so ist sich die Runde einig, gibt es so viele Dinge, für die ein wirklich schnelles Internet wichtig ist und immer wichtiger wird: Die Landwirtschaft werde digitaler, Apotheken und Arztpraxen ebenso. „Glasfaser wird so wichtig wie die Wasserleitung“, sagt Hansel schließlich. Das sollten ältere Menschen auch mit dem Blick auf ihre Kinder und Enkel in den Dörfern im Hinterkopf haben. Ulrike Geisel, Mitglied des Ortsbeirats aus Ober-Breidenbach, stimmt ihm zu. Corona und der dadurch entstandene Zwang, von zu Hause aus arbeiten oder lernen zu können, habe viele Leute zum Nachdenken gebracht. Aber längst nicht alle.

Flyer des Anbieters TNG.

Ein Problem sei auch, dass den Menschen kleinere Anbieter wie TNG nichts sagen würden. Dabei sei die Firma aus Kiel solide und habe in Schleswig-Holstein und Niedersachsen schon an einigen Orten Netze ausgebaut, stimmt man am Tisch überein. Außerdem fehle es an einer Alternative. „Was haben wir denn zu verlieren?“, fragt jemand in die Runde. Eine Anfrage von Oberhessen-live bei der zuständigen Verbraucherschutzzentrale ergibt: Den Experten liegen bundesweit für den Anbieter in diesem Jahr bislang sechs Beschwerden vor. „Das ist wenig. Es ging dabei um sehr unterschiedliche Probleme: aggressive Verkaufspraktiken, verzögerter Anbieterwechsel, Preiserhöhung, Ärger um Vertragslaufzeit und verspätete Rechnung“, sagte eine Sprecherin.

Udo Seiler spricht an dem Abend in Zell von einem „Akt der Solidarität“, wenn er unterstreichen will, warum es wichtig sei, dass sich möglichst viele Haushalte an dem Ausbau beteiligten. Schließlich fasst er die Hauptargumente der Gruppe, die für das TNG-Angebot sprechen, in drei Punkten zusammen.

  1. Die monatlichen Kosten seien in etwa so hoch wie bei im Kern vergleichbaren Angeboten anderer Anbieter, die aktuell in den Stadtgebieten theoretisch verfügbar sind. Das sagen die Glasfaser-Befürworter unter Berufung auf selbst erstellte Vergleichsübersichten, bei denen sie sich auf den Internetpreis konzentriert haben. Flatrates in Handynetze oder Abos für Streaming-Dienste, die in bestehenden, individuellen Tarifen enthalten sein könnten, wurden nicht beachtet. Wer partout nicht mehr Geld ausgeben will, obwohl er eine schnellere Leitung bekommt, sollte also aufpassen.
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  2. Der Glasfaseranschluss direkt ins Haus ist kostenlos. Zumindest, wenn man sich rechtzeitig bis zum 18. Oktober für einen Vorvertrag entscheidet. Ansonsten kostet die Verlegung eines solchen Anschlusses mindestens 2000 Euro.
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  3. Ein Glasfaseranschluss steigert den Wert eines Hauses. Daten der OECD zufolge sind in Deutschland nur 4,1 Prozent der Internetanschlüsse direkt an ein Glasfasernetz angeschlossen – eine Immobile, wo dies der Fall ist, ist hierzulande also etwas Besonderes. Beim Spitzenreiter Südkorea sind es 82,8 Prozent der Anschlüsse. Auch Hausbesitzer, die aktuell selbst nicht viel das Internet nutzen, sollten überdenken, im Sinne ihrer Erben oder für den Fall eines Verkaufs schon jetzt einen (kostenlosen) Glasfaseranschluss legen zu lassen. Der Verband Haus und Grund berichtet von einem möglichen Wertzuwachs zwischen fünf und acht Prozent.

 

Wie viele Verträge schon abgeschlossen wurden, dazu schweigt die TNG auf Nachfrage. Entsprechende Zahlen sollen aber zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. In den kommenden Tagen sind wieder verschiedene Infoveranstaltungen des Anbieters geplant. Ulrike Geisel sagt jedoch, man dürfe den Unternehmen nicht allein die Informationsbereitstellung überlassen. Die Menschen, vor allem ältere, zu überzeugen, gehe nur durch persönlichen Kontakt. Also will sie weiterhin auf die Leute zugehen, genau wie der Rest ihrer Mitstreiter. Schon bald soll es ein nächstes Treffen geben.

36 Gedanken zu “Romröder appellieren an Romröder: Holt euch den Glasfaseranschluss

  1. Liebe Leidende,

    es ist doch ganz einfach, lasst uns sehen das die 40 Prozent zusammen kommen!
    Die Leute die meinen Sie brauchen keinen Anschluss, denen ist es doch nicht klar zu machen das wir hier absolut abgehängt sind und es bleiben werden!
    Weil sehet das Leerrohr und das liegt jetzt da und nichts passiert!

    Mir stellt sich die Frage, was ist mit der BIGO? Wer verdient dort? Wer ist dort noch immer Geschäftsführer?!
    Die Leute die angeschlossen sind, haben gut reden.
    Wir in den Dörfern leiden!
    Fragt doch mal die Frau Bürgermeister/in (wie heißt das Geschlechtsneutral?) wann die Telekom hier oben ist? Oder wann ein Internetausbau kommt! Hab ich schon vor einiger Zeit gemacht. Die Antwort war sehr unfreundlich.

    Ich denke mit TNG kann man nichts falsch machen! Und wenn wir die 40 Prozent schaffen schauen die in die Röhre die sich nicht haben anschließen lassen!

    Zum Thema, im Haus verteilen?!
    Es gibt Wlan, es gibt Kabel. Man kann seinen Router so einstellen das im Haus eben bei 4 Parteien bei jedem nur 125 MBit ankommen, das ist immer noch schneller als jeder Anbieter den es hier gibt! Ich sage nur Telekom, es gibt maximal 2 Mbit, die nicht mal ankommen!

  2. Für mich als aussenstehenden stellt sich die frage: brauche ich das unbedingt und was kostet es? vorher treffe ich keinerlei entscheidung. und wie lange muss ich mich binden? die anbieter sind oftmals nicht unbedingt seriös, und deshalb ist auch die nötige vorsicht geboten. mit allgemeinen luftblasen lasse ich mich zu keiner unterschrift mehr nötigen.

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    1. Fangen wir mit der Vertragslaufzeit an: 2 Jahre (wie bei solchen Verträgen üblich)
      Was der einzelne zahlen muss hängt natürlich davon ab welche Services er alle bei der TNG einkauft: Nur Internetzugang und Telefon (in der Standardvariante liegt das bei ca. 40,00 €), evtl. noch Kabelfernsehen und andere Services erhöhen dann natürlich den Preis (hier der Link zur Übersicht: https://tng.de/privatkunden/glasfaser/produkte/). Vorsicht und genaues lesen Unterlagen ist immer geboten. Weitere Fragen bekommen Sie bestimmt bei einer der Präsenzveranstaltungen beantwortet.

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    2. Bezüglich des Preises liegt der billigste mit einem 50k Anschluss bei 40,-… Die ach so seriöse Telekom beutet Ihre Bürger mit einer schlappen Kartofelleitung aus, denn sie nimmt sich seit letzter Umstellung mind 35,- für 16k Leitung von der 6k ankommt. Das sollte eigentlich Betrug sein. Angenommen Sie benötigen diese teure Leitung nicht: Dann zahlen Sie zwei Jahre 5 Euro „zu viel“ 5*12*2=120, das sind 120 Euro in die Zukunft, danach können Sie sich ja wieder für die Telekom entscheiden. Kein junger Mensch wird jemals in eine Wohnung ohne annehmbares Internet ziehen. Das führt in Zukunft zu einem hohen Preisverlust beim Verkauf eines Hauses.

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    3. Deswegen, Herr Dr. Dumm, kann man sich bei den Informationsveranstaltungen vollumfänglich informieren (Leistung, Preise, Vertragsdauer etc.) lassen, frei nach dem Motto „Wer nicht fragt, bleibt dumm.“

  3. Es wäre schön, wenn ALLE mit Klarnamen auf der FB-Seite posten. Dann trennen sich die Mutigen von den Traumtänzern und alle Mitleser können sich eine seriöse Meinung bilden. Außerdem gibt es sicher genügend Haushalte, die in der Hauptsache Printmedien auf dem Tisch liegen haben. Da wären Hausbesuche sicher nützlicher.

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    1. Ob jemand mit Klarnamen kommentieren will, sei jedem selbst überlassen.
      Den Informationskanal Printmedien werden wir noch nutzen. Wir wollen ja auch jene erreichen die heute keinen, oder auch keinen ausreichenden Internetzugang haben erreichen.

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  4. In technikaffinen Foren wird seit geraumer Zeit über solche Dorf und Wiesen Provider geflucht. Es ist bei denen nämlich so das bei steigenden Kundenzahlen der Service nicht wirklich gewährleistet ist. Das bedeutet im Klartext das die Leitung oft schlecht, verstopft/überbucht ist und man nicht wirklich zur einer Lösung kommt. Zur einer schnellen schon mal gar nicht. Auch Glasfaser kann schlecht sein je nach dem wie der Anbieter seine Leitung zum Backbone ausstattet und wie das Peering funktioniert. Ohne echte Nutzer-Erfahrungen kauft man sich eine Katze im und bindet sich etwas ans Bein das man nicht mehr los wird. Der „Glasfaseranschluss“ gehört nämlich dieser Firma, sprich kein anderer alternativer Anbieter kann den jemals nutzen. Hat man einmal bei denen gekündigt so ist auch der Glasfaseranschluss für immer weg.

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    1. Hallo Verfasser,

      in technikaffinen Foren wird auch über bekannte Provider wie Vodafone, Telekom und o2 geflucht – so what. Wenn man Service benötigt, muss man überall warten. Ich schätze die Telekom sehr, habe dort ebenso leidliche wie gute Erfahrungen mit dem Service gemacht – und werde trotzdem zur TNG wechseln. Die TNG hat in Schleswig-Holstein und Niedersachsen gezeigt, dass sie Regionalnetze aufbauen kann. Hessen mit vielen „weißen Flecken“ bietet sich für einen solchen Anbieter an (deshalb auch der Ausbau in Gemünden und Grebenau).

      Der Glasfaseranschluss gehört der Firma, genau wie ein Netz einer Telekom oder Vodafone gehört – wenn Sie Kabel-TV haben, haben sie auch genau null Möglichkeiten, den Anbieter zu wechseln. Dafür liefert Ihnen dieser eine Anbieter genau das, was sie brauchen: ein schnelles Internet. (Ob sich auf das Netz der Telekom Vodafone oder 1&1 schaltet, dürfte dem Kunden ziemlich egal sein, wenn er mit maximal 1 Mbit/s surfen kann – die Leitung gibt nicht mehr her.)

      Die Aussage zum alternativen Anbieter ist nicht korrekt, die TNG selbst schreibt auf Ihrer Internetseite: „In Zukunft wird es auch möglich sein, die bestehenden Glasfasernetze über andere Anbieter zu nutzen. Fragen Sie Ihren gewünschten Anbieter, ob diese Verfügbarkeit vorliegt.“ Netze werden allerorten liberalisiert.

      Das Kupferkabel bleibt im Haus & ist der theoretische Fallback für alle Optionen.

      Aber mal anders gefragt: Sie wollen auf dem langsamen Internet bleiben, weil Sie Angst haben, in der Service-Hotline mal 15 Minuten warten zu müssen? Das ist für mich kein Argument, um die nächsten 10 Jahre zu verschlafen.

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    2. Ja, das Glasfaser gehört dem Provider. Die Bundesnetzagentur arbeitet zur Zeit an einer Regelung, die analog zu denen für das Stromnetz hier auch Durchleitungsverpflichtungen regelt. Sollte man also mit dem Anbieter nicht zufrieden sein, kann man auch wieder kündigen / wechseln. Das Glasfaser wird keiner zurückbauen, wie auch das Kupfer keiner zurückbaut. Also hat man sogar zwei Medien zur Verfügung

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    3. Hallo „100mbit ist nicht genug“,

      Ihre Angaben sind falsch! Man kann nach der ersten Vertragslaufzeit (24 Monate) jederzeit zum Monatsende kündigen. Man wird TNG also wieder los. Und das Wichtigste: Der Anschluss bleibt bestehen und man kann Verträge mit anderen Anbietern abschließen, die dann den Anschluss nutzen können. Ich rate allen Kritikern einfach mal eine der Infoveranstaltungen der TNG zu besuchen! Das hilft!

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    1. Jeder Provider / Dienstleister hat da so seine Schwächen.
      Habe bei der Telekom und anderen teilweise mal gute und mal schlechtere Erfahrungen gemacht. Das ist hier nicht anders. Und Google Rezessionen alleine zur Bewertung zu nehmen ist da nicht genug.

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    2. Bewertungen werden primär von Menschen abgegeben, wenn diese unzufrieden sind, vor allem bei einem dauerhaft vorhandenen Service, der sich nur im Hintergrund abspielt. Haben Sie jemals darüber nachgedacht Ihre problemlosen Provider positiv zu bewerten? Schauen Sie bitte auf Bewertungen von anderen Providern, Sie werden staunen!

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  5. 10 Gründe gegen Glasfaser:

    1. man kann auch ein Faxgerät statt E-Mail verwenden
    2. das Glas der Fasern ist leicht zerbrechlich, Schnittgefahr
    3. es gibt keinen Altglasfasercontainer in Romrod
    4. die schnelle Arbeitsgeschwindigkeit des Netzes wäre eine Überforderung für die Romröder Stadtverwaltung
    5. Strebendorfer Hausfrauen könnten auf mydirtyhobby streamen
    6. es gibt keine regionalen Glasfaserbläsereien
    7. Glasfaser kann man nicht essen, Glasnudeln schon
    8. die Breidenbächer Schützen würden zu online-ego-shootern
    9. Biggis Rathaus Blog in 4k droht
    10. noch mehr Zeller Kälber tindern (und Kälber haben bekanntlich keine dicken Euter)

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  6. Faszinierend wie die gewählten Volksvertreter für den Heilsbringer eintreten! Die Frage ist ob man bei den neuen Anbieter auch so einfach seinen Vertrag und Anbieter wechseln kann wie bei den etablierten Anbietern im Ort.
    Was mir an diesem Artikel noch fehlt ist im Übrigen das Bonusangebot, frei nach Hamburger Fischmarkt oder Kaffeefahrt… z.b. :“wenn sie einen Glasfaseranschluss buchen bekommen sie neun Monate Schlossblick dazu…“

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    1. Lieber Verfasser,

      Anbieterwechsel sind in Deutschland nach TKG46 geregelt.
      Diese Einzelnorm gilt für alle Provider, unabhängig von deren Größe. Die Umsetzung wird von der Bundesnetzagentur beaufsichtigt und kontrolliert. Einen Verstoß können Sie dort melden, dem wird auch nachgegangen und der Anbieter bei Verstoß gerügt.

      Auch unseriöse Verkaufspraktiken oder Haustürgeschäfte sollten Sie melden. Damit helfen Sie uns allen.
      Ganz im Gegensatz zu Ihrem unsachlichen Kommentar… 😉

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  7. Die Frage ist doch, wie ein Unternehmen aus dem hohen Norden es schafft, solche Preise anzubieten. Die Kosten für einen Glasfaseranschluss ins Haus liegen viel höher. Insbesondere sollte man bedenken, daß es nicht damit getan ist, daß der Anbieter das Glasfaser – angeblich – kostenlos in den Keller legt. Ab da ist nämlich der Immo-Besitzer auf sich allein gestellt und muß womöglich teure Fremdfirmen engagieren, die das Glasfaser jeweils in die separaten Wohnungen im Haus verlegen. Letztlich muß Jeder selbst wissen, wie sehr er schnelles Internet nutzt. Für die meisten Normalbürger ist ein Glasfaseranschluss eigentlich ein paar Nummern zu groß und zu teuer. Noch lange nicht Alle wollen ihr Leben vor einer 4K-Glotze verbringen und Filme anschauen.

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    1. Wie der Anbieter die Kalkulation aufstellt, dass er den Hausanschluß kostenfrei anbietet sei ihm überlassen. Klar ist Hausintern ist das Aufgabe des Besitzers. In einem Mehrfamilienhaus eben auch. Und die Mietswohnung läßt sich dann sicherlich in Zukunft auch besser vermieten

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    2. Lieber Verfasser,

      bei der eingesetzten Methode handelt es sich um ein modernes als auch wirtschaftlich sinnvolles Verfahren, welches bis auf EU-Ebene gefördert wird.
      Der Anbieter rechnet hier sicherlich mit einer Mischkalkulation und für ihn rechnet sich das Projekt vermutlich erst in einigen Jahrzehnten.
      Durch den Ausbau steigert er jedoch seinen Unternehmenswert und hat darüber hinaus die Möglichkeit, die letzte Meile nach der ersten Vertragslaufzeit entgeltlich anderen Providerm zu vermieten.

      In der Tat ist die Inhouse-Verkabelung ihr Privatvergnügen. Genau das gleiche im übrigen bei allen anderen Anbietern.
      Ab der TAE-Dose sind Sie verantwortlich.

      Was den Sinn der Leitung angeht, so stellen Sie sich zumindest nicht schlechter als mit dem Kupferdraht. Und sollten Sie nichts gegen eine Wertsteigerung Ihrer Immobilie haben, dann gibt’s noch einen Grund mehr.

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  8. @Thorsten
    Die Abkürzung LWL steht für Lichtwellenleiter. Es handelt sich um einen Leiter, der Informationen in Form von Lichtsignalen über große Entfernungen und mit hoher Geschwindigkeit übertragen kann. Lichtwellenleiter ist der Überbegriff für lichtleitende Verbindungen. Sie können aus Materialien wie Glas oder Kunststoff gefertigt sein. Lichtwellenleiter aus Glas werden als Glasfaser bezeichnet.

    Die Bandbreite an den Glasfaser-Hausanschlüssen wird durch den jeweiligen Anbieter festgelegt. Technisch Möglich sind derzeit bis zu 10 Gigabyte. Also noch genug Spielraum nach oben ;)

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  9. Hier kann man wieder Sehen was bei uns Fortschritt ist,jeder versucht den anderen zu betrügen.Bei uns ist alles umständlich und langsam,wo wir dind ist nicht vorn sondern hinten.

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  10. Dieses Projekt wird genauso enden wie in vielen anderen Gemeinden auch! Angefangen zu bauen, außer Späßen nix gewesen und warten auf den Anschluss!

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      1. Ja. In den letzten Monaten kann man immer wieder vom Anbieterversagen der angeblichen Heilsbringer lesen (auch auf Oberhessen Live!) . In Romrod ist die Anbindung der Telekom oder Mitbewohner durchaus akzeptabel oder im Vergleich zu TNG wirklich gut. Was die Zukunft mit diesem Netzanbieter bringt ist offen. Der Bericht kann denke ich ganz klassisch als Werbung eingestuft werden.

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  11. Warum dann keine richtige Glasfaserverkabekung? Eine anständig LWL Verbindung kann mehr als die von TNG ist aber teurer….. da kann die Telekom ja mehr liefern….

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    1. Lieber Thorsten,

      ich bitte Sie zukünftig einen solch irreführenden und für Laien sicherlich unnötig verunsichernden Beitrag im Vorfeld zu qualifizieren.

      Sie scheinen weder die AGB noch die Leistungsbeschreibung der jeweiligen Anbieter gelesen, verglichen oder verstanden zu haben.

      Im Gegensatz zu der von Ihnen aufgestellten Behauptung handelt es sich bei TNG um einen richtigen, echten, vollwertigen (…) FTTB/LWL Anschluss.
      Darüber hinaus bietet der Anbieter freiwillig und vertraglich zugesichert die Bandbreite dediziert, also garantiert an.
      Andere Anbieter bieten in dem Preissegment leider oft nur technisch/kaufmännisch überbuchte Anschlüsse an.
      Diese sind durch Angaben wie „mit bis zu“ erkennbar und bieten insbesondere zu Stoßzeiten oft nicht die beworbene Geschwindigkeit an. Das ist rechtens, da es bereits in deren AGB/LB steht. Liest/versteht heutzutage nur niemand.

      Als Branchenkenner kann ich guten Gewissens von einem sehr guten und fairen Preisleistungs-Modell bei den von TNG angebotenen Tarifen sprechen.

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    2. Lieber Thorsten,
      ich weiss jetzt nicht woher Du Deine Quellen hast. Fakt ist, dass
      1. die Telekom keinen Glasfaserausbau für Privatkunden in Romrod, Gemünden oder Grebenau durchführen wird.
      2. ein Glasfaseranschluss für den Privatkunden, mit ungefähr den gleichen Leistungen wie die TNG, bei der Telekom ähnlich viel kostet. Ausnahme hier ist eventuell der Anschluss mit 1000 MBit, der ist bei der Telekom um einiges preiswerter, als bei der TNG.

      Außerdem vermute ich, dass Du bei den „richtigen LWL Anbindungen“ bei der Telekom im Bereich der Geschäftskundenanschlüsse gelandet bist. Diese sind auf der gleichen Technik basierend, mit einem anderen Servicelevel (SLA) und einem anderen Leistungsumfang ausgestattet. Alleine aufgrund des höherwertigen SLA´s sind diese Anschlüsse teuerer. Auch bei Telekom intern gibt es preisliche Unterschiede zw. den Privat- und Geschäftskundenanschlüsse.

      Nur zur Info: Ich bin nicht Pro TNG eingestellt, als Mitarbeiter der Telekom wäre es mir auch lieber, wenn mein Arbeitgeber den Ausbau durchführen würde, aber ich kann bei dem Angebot erst mal grundsätzlich nichts negatives sehen. Außerdem fehlt mir ein alternativer Anbieter, der hier einen Ausbau durchführen würde.
      Und noch eines am Rande: Wenn man die eventuelle Alternative, die sich im Vogelsberg bewegt, die Götel, einmal betrachtet, die ruft noch ganz andere Zahlen auf, als TNG und Telekom

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