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Patrick Krug und Matthias Weitzel tauschten sich mit Kreishandwerksmeister Edwin Giese ausEin Gespräch über die aktuellen Entwicklungen im Vogelsberger Handwerk

VOGELSBERG (ol). Zu einem Gespräch über die aktuellen Entwicklungen im Vogelsberger Handwerk trafen sich kürzlich der Vorsitzende der Vogelsberger SPD, Patrick Krug, sowie der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Matthias Weitzel mit Kreishandwerksmeister Edwin Giese.

Hierbei ging es auch um die Auswirkungen der Corona-Pandemie, hinsichtlich derer Giese laut Pressemitteilung der Sozialdemokraten ein differenziertes Zwischenergebnis zog. „Wir sind bisher noch mit einem blauen Auge davongekommen“, so Giese, „während einige Branchen mit Umsatzrückgängen fertig werden müssen, waren andere Bereiche wenig bis gar nicht betroffen.“ Zudem sei in den letzten Wochen seiner Einschätzung nach eine Veränderung im Kundenverhalten zu beobachten.

So gehe im Lebensmittelbereich die Tendenz nach den jüngsten Skandalen in der Fleischindustrie wieder mehr hin zu traditionellen lokalen Handwerksbetrieben. „Wir begrüßen die Entwicklung hin zu einer größeren Nachfrage nach lokalen und regionalen Produkten. Um unsere heimischen Produzenten bei der Vermarktung ihrer Produkte besser zu unterstützen, haben wir im Kreistag bereits in den letzten Jahren die Initiative ergriffen, so dass der Vogelsbergkreis heute verstärkt auf Regionalmarketing setzt“, betonte der SPD-Vorsitzende Patrick Krug.

Aktuell stehe laut Giese bei den rund 1.500 Vogelsberger Handwerksbetrieben die Frage nach der Zahl der Ausbildungsplätze in Folge der Corona-Krise im Fokus. „Viele Ausbildungsmessen sind in diesem Jahr weggefallen, ebenso die Betriebspraktika.“, erläutert Giese. Zudem seien viele Betriebe angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage zurückhaltend beim Abschluss neuer Ausbildungsverträge. Anderseits sei aber auch der Wegfall von Fachklassen an den Vogelsberger Berufsschulen mit der Folge, dass beispielsweise für den Beruf des Bäckers die Berufsschule jetzt außerhalb des Landkreises besucht und damit oftmals weitere Wegstrecken zurückgelegt werden müssten, nicht förderlich für das Interesse junger Menschen an bestimmten Berufsausbildungen.

„Die starren Vorgaben der Landesregierung für Schülerzahlen, die mindestens erreicht werden müssen, damit eine Berufsschule einen bestimmten Ausbildungsberuf unterrichten kann, schaden nicht nur den Berufsschulstandorten in Alsfeld und Lauterbach, sondern auch dem Vogelsberger Handwerk. Denn fehlt die Möglichkeit eine wohnortnahe Berufsschule besuchen zu können, werden viele Ausbildungsverträge erst gar nicht abgeschlossen. Anstatt Berufsschulen im ländlichen Raum zu stärken und damit auch die heimische Wirtschaft zu fördern, hält die Landesregierung seit Jahren an ihrem falschen Kurs fest und verschärft damit den Fachkräftemangel“, machte Fraktionschef Weitzel die Kritik der Sozialdemokraten an der Landespolitik deutlich.

2 Gedanken zu “Ein Gespräch über die aktuellen Entwicklungen im Vogelsberger Handwerk

  1. Erinnert mich an Laurel und Hardy mit Gastauftritt… Was genau ist jetzt der Wert dieser Meldung?

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    1. Wenn die bleibende Erkenntnis nur wäre, die Berufsschulstandorte in Alsfeld und Lauterbach möglichst in ihrer ganzen Breite zu erhalten, weil dies das Angebot an Ausbildungsplätzen in der Region maßgeblich stabilisiert und dem Fachkräftemangel entgegen wirkt, so hätte der oben beschriebene Gedankenaustausch einen Sinn gehabt. In Wiesbaden neigt man leider dazu, in Feiertagsreden die Stärkung der ländlichen Regionen zu beschwören, doch gleich bei der nächsten Gelegenheit wieder mit dem Rotstift zu zu stechen und wesentliche Voraussetzungen zu zerstören. In wichtigen Fragen muss man einfach Prioritäten setzen und wissen, was man will. Region stärken und sämtliche Strukturen immer wieder beschädigen und schwächen – das passt nicht zusammen! Gerade erst hat der Deutschlandfunk in seiner Sendung „Marktplatz“ darauf hingewiesen, dass immer noch ein hoher Prozentsatz der Lehrstellenbewerber unmittelbar in der eigenen Region anheuert (siehe Link in der Überschrift!). Es ist also von entscheidender Bedeutung, eine größtmögliche Bandbreite regionaler Ausbildungsangebote durch ein wohnortnahes Berufsschulangebot zu erhalten.

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