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Großes OL-Interview mit Ralf Kaufmann, Stephan Paule und Berthold RinnerKrach ums Erlenbad: „Bisher wurden keine Verluste erzielt, im Gegenteil“

ALSFELD (ls). Über Sinn und Unsinn der im Alsfelder Erlenbad angebotenen Aktivitäten und Veranstaltungen wird gerade heftig diskutiert in der Stadt. Wir haben mit dem verantwortlichen Geschäftsführer Ralf Kaufmann und dem Aufsichtsratsvorsitzenden  Bürgermeister Stephan Paule sowie dem 1. Stadtrat Berthold Rinner darüber gesprochen, was sie von der Kritik am Erlenbad halten – und ob das Bad mit den neuen Angeboten tatsächlich rote Zahlen schreibt.

„Wie konnte es eigentlich so weit kommen?“, „Das Budget ist seit langem um ein weites überschritten worden“, „Inhaltlich redet man sich schlecht gelaufene Dinge schön“ oder aber „Das ausprobieren kostet auf Dauer zu viel Geld“ sind nur einige von zahlreichen Kommentaren, die in der letzten Zeit auf Oberhessen-live über das Alsfelder Erlenbad eingegangen sind.

Ausgelöst hatte den Sturm der Entrüstung ein Nachbericht zu der Silentparty im Hallenbad, die als ein Teil der Veranstaltungsreihe „BäderKultur“ stattfand und eher verhaltene Resonanz erfuhr. Ein Anlass für deutliche Kritik von vielen Bürgern. Wir von Oberhessen-live haben diese Kritik und die gestellten Fragen aufgegriffen und mit den Verantwortlichen darüber gesprochen.

Oberhessen-live: Was kosten die aktuellen Veranstaltungen im Erlebenbad? Wir würden gerne die Kalkulationen dafür sehen.

Stephan Paule: Da die detaillierte Kostenaufstellung und Kalkulation ein betriebliches Internum ist und aufgrund Handelsrecht nur dem Aufsichtsrat, nicht aber der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann, können wir Ihrer Bitte in dieser Form nicht nachkommen. Tatsache aber ist, dass die gesamte Veranstaltungsreihe durchkalkuliert ist und wir sie nur gestartet haben, nachdem wir alle entstehenden Kosten zusammengetragen und entsprechende Sponsorengelder aus der heimischen Wirtschaft akquiriert hatten, so dass klar war, dass es kein Zuschussgeschäft geben wird. Und das ist bis heute auch Stand der Dinge.


Aber um dennoch konkreter zu werden: Es gibt zwei Veranstaltungen in der Reihe, die kostenintensiver sind – das eine war die Silent-Party, das andere der FFH-Dummfrager. Aber bei beiden Veranstaltungen ist es gelungen, die Akteure aus Idealismus heraus und aus Begeisterung für die Idee der BäderKultur zu überzeugen, dies nur für ein Mindestmaß an Kosten zu tun, da eben technische Voraussetzungen geschaffen werden müssen.

So sah es auf der Silent-Party aus: Die Gäste tanzten zusammen – hörten Musik aber nur über Kopfhörer. Foto: Anja Kierblewski

Die anderen Events werden zum Teil von den Protagonisten ehrenamtlich gestaltet oder sie sind an den Einnahmen beteiligt. Sprich – wenig Gäste, wenig Gage. Das Risiko tragen die Künstler und Akteure mit, eben, weil sie sich mit dem Schwimmbad identifizieren und die Idee mittragen. Mehr noch: Der Musikverein Leusel spielt bei uns ebenfalls zwei Stunden ehrenamtlich ein Benefizkonzert. Die an dem Tag gesammelten Spenden lassen wir dann einem gemeinnützigen Zweck außerhalb des Schwimmbades zukommen.

Wurden durch die Veranstaltungen bislang Verluste verbucht?

Ralf Kaufmann: Bisher wurden keine Verluste erzielt, im Gegenteil, durch die Events haben wir Spenden für den Förderverein „Badefreu(n)de“ eingenommen und den Umsatz im ErlenQuartier gesteigert. Es sind – bis auf die Silent-Party und dem Open-Air-Konzert OSTROCK – keine Mitarbeiterkosten entstanden, denn die Events finden im Regelfall in der regulären Öffnungszeit des ErlenQuartiers statt. Bei den zuvor genannten Events sind zwei bis drei Mitarbeiter drei Stunden länger geblieben. Der Mehrbedarf an Personal konnte durch ehrenamtliche Unterstützung der Mitglieder des Fördervereins oder von dem Bad nahestehenden Personen. Und an dieser Stelle sei allen Helfern noch einmal ein besonderer Dank ausgesprochen.

Das bedeutet, die Veranstaltungsreihe, zu der auch die Silent-Party zählt, wird von Sponsorengeldern getragen und vom Förderverein veranstaltet?


Ralf Kaufmann: Genau, es handelt sich zum einen, um Sponsorengelder, die zweckgebunden gespendet wurden, nachdem ihnen der Programmvorschlag vorgelegt wurde und ihnen Fixkosten wie Treppenbau oder die Auslage eines Teppichs zur Sicherheit der Gäste benannt wurden und zum anderen sind es die Eintrittsgelder für die jeweilige Veranstaltung selbst. Es ist schon vorgekommen, dass die Bäder GmbH im Vorleistung getreten ist und Kosten übernommen hat, die beispielsweise im Vorfeld bei der Planung und Konzeption angefallen sind. Diese Gelder werden dem Förderverein allerdings in Rechnung gestellt, wodurch das Bad selbst keine Ausgaben hat.

Aber, ob man mir das glauben mag oder nicht, bin ich durchaus in der Lage persönliche und geschäftliche Dinge zu trennen.Ralf Kaufmann

Der Anteil der Sponsorengelder und der Einnahmen hält sich hierbei die Waage. Übrigens kam von einem Sponsor auf dem diesjährigen Alsfelder Unternehmertag auch die Idee zur Silent-Party, die das Erlenbad aufgegriffen und unter anderem Dank dessen finanzieller Unterstützung umgesetzt hat.

Wie kam man überhaupt auf die Idee, solche Veranstaltungen im Erlenbad zu machen und was soll damit bezweckt werden?

Stephan Paule: Die Idee zur dieser Veranstaltungsreihe kam von Frau Kierblewski im vergangenen Sommer. Sie sah das leere Hallenbadbecken, das ungenutzt fünf Monate im Jahr verwaist ist. Sie sah darin als Marketingbeauftrage der Bäder GmbH großes Potential – um mit dem leerstehenden Hallenbadbecken zusätzliche Umsätze für die Bäder zu generieren, neue Zielgruppen durch die unterschiedliche Ausrichtung der Events zu erschließen, denen gar nicht bewusst ist, wie schön das Schwimmbad vor der eigenen Tür ist, die Frequenz in der neuen Eigengastronomie „ErlenQuartier“ zu steigern und auch ein neues Angebot für die Alsfelder Bevölkerung zu schaffen.

Die angedachte Idee, die geplanten Veranstaltungen und das Logo inklusive dem gesamten Marketingkonzept wurden dem Aufsichtsrat in einer Sitzung bereits am 16. Oktober 2018 vorgestellt und wurde durch diesen zur Umsetzung empfohlen.


Dass nicht jeder alles gut findet, ist klar. Die Geschmäcker sind unterschiedlich. Aber genau aus diesem Grund ist die Veranstaltungsreihe so facettenreich und es sind viele Events, denn für zwei oder drei Events hätte sich der Aufwand der Locationeinrichtung nicht gelohnt.

In dem Kommentaren heißt unter anderem, dass es zu viele Veranstaltungen seien. Wie sehen Sie das? Ab wann ist viel zu viel?

Ralf Kaufmann: Da wir fünf Bereiche (Schwimmbad, Sauna, Gastronomie ErlenQuartier und Salzgrotte) haben, deren Attraktivität wir bekannter machen wollen, damit die Besucherzahlen und Umsätze in den einzelnen Bereichen gesteigert werden, sind auch unterschiedliche Maßnahmen notwendig.

Die Zielgruppe ist groß und alles andere als homogen, die Interessen sind unterschiedlich. Wir erwarten nicht, dass jeder jedes Event besucht und toll findet. Wir möchten unseren Gästen und auch potentiellen Gästen aber die Möglichkeit geben für jeden Geschmack etwas in unserem Veranstaltungskalender zu finden. Entsprechend vielseitig ist das Konzept. Und wenn man sich die umliegenden Bäder anschaut und merkt, dass die Verantwortlichen dieser Einrichtungen nun versuchen ähnliches umzusetzen, kann man durchaus von sich behaupten, dass man nicht alles falsch macht.

Für was genau ist Anja Kierblewski im Erlenbad zuständig? In den Kommentaren kommt Kritik auf, nach der sich Frau Kierblewski wie „die Geschäftsführerin“ verhalte.


Stephan Paule: Diese Kritik müssen wir vehement zurückweisen. Frau Kierblewski verhält sich nicht wie eine Geschäftsführerin, sondern übernimmt Verantwortung – und zwar im Interesse der Gäste. Sie ist als Dienstleisterin für das Marketingkonzept des Bades einstimmig vom Aufsichtsrat beauftragt worden.

Die PR-Agentur hat 2016 ein Angebot für ein Marketingkonzept abgegeben und musste sich dann in einem Auswahlverfahren mit einer Präsentation sowie einer Kostenkalkulation beim Aufsichtsrat vorstellen. Neben ihr waren noch andere PR-Agenturen aus Kassel, Schlüchtern, Gelnhausen und Gießen in dem Bewerbungsverfahren beteiligt. Die 15 Aufsichtsratsmitglieder haben sich einstimmig für die Beauftragung ihrer Agentur ausgesprochen. Die Geschäftsführer, Herr Kaufmann und damals auch noch Herr Gehrau, haben im Aufsichtsrat kein Stimmrecht.

Sie ist für das Marketing des gesamten Erlenbades mit all seinen Bereichen zuständig. Sie hat ein neues Corporate Design entwickelt, das es zuvor nicht gab, entwickelt Konzepte und Ideen, deckt Potentiale auf, hat ein Augenmerk auf die Außenwirkung und handelt im Auftrag und in der Abstimmung mit dem Geschäftsführer, vormals mit beiden Geschäftsführern, und dem Aufsichtsratsvorsitzenden, kontrolliert vom Aufsichtsrat, vor dem sie schon mehrfach Berichte ihrer Tätigkeit abgeliefert hat.

Sie übernimmt die Veranstaltungsplanung und -organisation, trifft gemeinsam mit dem Geschäftsführer Absprachen mit den Kooperationspartnern, übernimmt Werbekampagnen und Pressearbeit und pflegt auch unsere neu gestaltete Website und die Social- Media-Auftritte. Und sie springt oft ein – ohne zusätzliche Bezahlung – wenn irgendwo Not am Mann ist.

Die Kritik, sie würde sich als Geschäftsführerin verhalten, ist unberechtigt, allerdings macht sie – und das soll sie auch explizit – die Mitarbeiter des Bades darauf aufmerksam, wenn etwas in der Außenwirkung negativ sein könnte: Veraltete Informationen, mangelnde Kommunikation oder gibt auch Feedbacks, die sie von Usern der Social-Media-Kanäle erhält, ins Team und hinterfragt, ob die Kritik berechtigt war und macht Vorschläge, wie man mit solchen Situationen oder Herausforderungen besser umgehen könnte. Nicht allen gefällt das, das ist klar, aber dass sie diese Dinge anspricht ist absolut notwendig und hat im Bad auch vieles positiv verändert.


Herr Kaufmann, können Sie verstehen, dass es nach außen die Wirkung von „Vetternwirtschaft“ hat? Frau Kierblewski ist mit Ihnen liiert.

Ralf Kaufmann: Natürlich weiß ich, dass es immer Spekulationen gibt, wenn geschäftliche und private Beziehungen zusammenfallen. Das ist so und das war auch schon immer so. Und es mag auch Personen geben, die sich daran aufreiben möchten. Das kann mir wohl auch jeder bestätigen, der selbst schon einmal mit einer solchen Situation umgehen musste. Ich kenne da einige.

Aber, ob man mir das glauben mag oder nicht, bin ich durchaus in der Lage persönliche und geschäftliche Dinge zu trennen und was viel wichtiger dabei ist: Die Privatsphäre, auch von Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, ist unantastbar und muss respektiert werden. Von jedem.

Werbebudget 2017 überschritten

Stimmt es, dass das Budget für das Marketing bereits überschritten ist?

Ralf Kaufmann: Nein, das stimmt nicht. 2017 wurde das Budget überschritten, das ist richtig und war damals leider auch gar nicht anders planbar, weil die Kosten noch nicht bekannt waren. Daraus haben wir gelernt und auf die neuen Budget-Planungen angewendet.


Die Kritik kam auf, dass schlechte Veranstaltungen öffentlich schöngeredet werden. Wie stehen Sie dazu? Ein Beispiel wäre der von Ihnen verbreitete Nachbericht zur Silent-Party.

Stephan Paule: Der Abend wurde nicht schöngeredet. Vielleicht war der Nachbericht nicht geschickt und er sollte die Alsfelder wahrlich nicht als Hinterwäldler bezeichnen, wie es unterstellt wurde. Gerade weil wir nichts schönreden wollten, haben wir den Artikel geschrieben, sonst hätten wir auch einfach schweigen können. Dass diese Silent-Partys noch nicht so verbreitet sind, war uns im Vorfeld nicht so klar. Es fiel uns in der Woche vorher erst auf, weil ganz viele Anfragen bei uns und auch bei dem Discoteam eingingen, was das überhaupt sei. Es war also gar kein Vorwurf, sondern eher eine Feststellung, dass die Kopfhörerpartys noch nicht so bekannt sind. Aber es kam im Nachbericht missverständlich an, was wir bedauern.

Was gut und nicht gut gelaufen ist, wird am Ende der Saison ausgewertet und das Konzept angepasst.Stephan Paule

Aber Gegenfrage: Was ist eine schlechte Veranstaltung? Ist der Ostrock eine schlechte Veranstaltung gewesen, weil wir uns statt der gut 300 Gäste lieber 500 Besucher gewünscht hätten, weil beim Mexikanischem Abend „nur“ 27 Gäste da waren statt der möglichen 45? Vielleicht aber auch weil Silvester über 50 Gäste da waren, obwohl wir eigentlich nur 45 annehmen wollten? Eine schlechte Veranstaltung ist es unserer Meinung nach, wenn man entweder Verluste macht oder die Mehrzahl der Gäste während der Veranstaltung unzufrieden sind und gehen. Wenn das Publikum die Zeit bei uns toll fand und wir in Summe keine Verluste machen, dann kann man das auch schreiben.

Ab wann würde man die Veranstaltungsreihe stoppen oder heißt es eher „Augen zu und durch“?

Ralf Kaufmann: Da die Veranstaltungsreihe von vornherein kein Zuschussgeschäft war, denn sie ist konzeptionell gut geplant, ist die Frage eher, wieviel Geld wir am Ende auf dem Fördervereinskonto haben werden, was ohne die Veranstaltungsreihe definitiv nicht hätte eingezahlt werden können.


Herr Paule, was halten Sie persönlich von den Veranstaltungen im Erlenbad?

Stephan Paule: Im Aufsichtsrat haben wir sehr intensiv beraten, welcher Weg der richtige für eine bessere öffentliche Wahrnehmung des Erlenbades und seiner Angebote ist. Sehr positiv ist die Idee der Gründung eines Fördervereins, der Sponsoren akquirieren und kulturelle Veranstaltungen finanziell tragen kann, die der Zuschussbetrieb Bad aus Steuermitteln nicht so einfach hätte schultern können. Für mich persönlich waren Veranstaltungen wie des Ostrock-Konzert und der Klavierabend mit Famile Urvalov kulturelle Höhepunkte.

Es hätte sie ohne das Sponsoring, die ehrenamtliche Unterstützung und die Idee der mit Marketingaufgaben beauftragten Agentur nicht gegeben. Was gut und nicht gut gelaufen ist, wird am Ende der Saison ausgewertet und das Konzept angepasst.

Die finanzielle Situation der Stadt Alsfeld und der Bäder GmbH lassen keine risikoreichen Experimente zu. Als Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender muss ich dafür sorgen, dass die Betriebskostenzuschüsse der Stadt an die Bäder GmbH der Kernaufgabe Betrieb eines Frei- und Hallenbades und Beseitigung des vorhandenen Instandhaltungsstaus zugutekommen. Im nächsten Jahr müssen erhebliche Mittel für die Kofinanzierung der Bundeszuschüsse bereitgestellt werden. Bei allen Überlegungen steht immer die Grundaufgabe im Raum, das Bad der gesamten Stadt Alsfeld auch für die Zukunft zu erhalten.

OL-Linktipp: Lesen Sie auch das gemeinsame Statement aller Stavo-Fraktionen zu dem Thema.



15 Gedanken zu “Krach ums Erlenbad: „Bisher wurden keine Verluste erzielt, im Gegenteil“

  1. Peanuts, hier gehts um Peanuts. Die Vogelsberger haben zwei Probleme: Missgunst und Konservatismus. Am liebsten würde man noch in der eigenen Höhle hocken und sich daran ergötzen, wie die Artgenossen von einem Dinosaurier verspeist werden … (Nützlicher Fakt: da gab es übrigens noch keine Schwimmbäder)

    Ein Problem sind aber auch die fürstlich agierenden Kommunalpolitiker. Bestes Beispiel ist die Sonnenkönigin in Romrod. Absoluter Egozentrismus und fehlende Transparenz. Das möchte ich dem Alsfelder Stadtoberhaupt allerdings nicht attestieren. Mir dünkt, ihn ereilt des öfteren stellvertretend die Kritik für die Misswirtschaft anderer.

    Das Problem an der Sache ist, das mit den besagten Peanuts nur Affen gefangen werden können. Möchte man die Wasseranstalt tatsächlich aufwerten, sind Macadamianüsse nötig. Sprich ordentliche Investitionen. Man nehme sich ein Beispiel an Bad Endbach… Einer feudalen Persönlichkeit wie mir, sagt das 70er-Jahre-Ambiente in Alsfeld trotz pompöser PR leider nach wie vor nicht zu.

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  2. Das ist schön und lobenswert, dass der Musikverein Leusel ein Benefizkonzert für einen guten Zweck spielt. Für das Alsfelder Schwimmbad dürften sich Kosten und Nutzen aber maximal die Waage halten?

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  3. Ehrlich: Ich war noch nie im Alsfelder Erlenbad, aber da ich Lauterbacher bin, kenne ich den dortigen Schwimmbadbetrieb ein wenig. Es scheint mir wirklich überall dasselbe zu sein. Kaum hat jemand mal eine Idee – wird sie sofort zerredet. Neues wird nicht angegangen. Es wird nur genörgelt. In kleinen Städten ist es wirklich nicht gut, etwas Neues zu wagen. Und kommt dann doch mal was Neues, hagelt es Kritik. Ich kann verstehen, wenn junge Menschen den Vogelsberg verlassen. Wer will sich sowas schon antun?

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  4. Wichtig erscheint mir in der Politik immer, privaten Nutzen (hier: Aufträge für Dienstleistungen) vom politischen Engagement unbedingt zu trennen. Frau Kierblewski ist lt. Ausweisung der Stadt Alsfeld Stadtverordnete der CDU und im Ausschuss für Soziales, Kultur, Sport und Vereinsförderung. Wird nicht aus den Reihen der Stadtverordneten der Aussichtsrat der Bäder GmbH besetzt?

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    1. An Ihrer Stelle würde ich Ihnen empfehlen, einen Jäger-Aussichtspunkt in der Nähe des Erlenbades aufzustellen. Sie sollten sich die entsprechende getarnte Kleidung und ein Fernglas zulegen. So können Sie tagsüber, auch nachts mit eventuellem Nachtbildmodus alles genau überwachen. Oh je oh je, Schöne Aussichten :-)

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  5. Einige Gedanken dazu:
    Das Handelsrecht verbietet nicht dass die Daten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Vielmehr denke ich dass die Planung zu optimistisch gewesen ist und man befürchtet sich lächerlich zu machen wenn man die tatsächlich erreichten Zahlen gegenüberstellt.

    Es mag sein, dass im Vorfeld eine Kostenkalkulation vorgenommen wurde. Jedoch erschliesst sich nicht wie es auf Grund einer Kalkulation klar sein kann dass sich die Veranstalungsreiehe wirtschaftlich trägt. Eine Planung ist eine Planung – der wirtschafliche Erfolg eines Unternehmens kann nur rückblickend beurteilt werden.

    Eine persönlichen Verbindung zwischen Herrn Kaufmann und Frau Kierblewski muss nicht unbedingt ein Problem sein. Jedoch halte ich es für ungeschickt die Öffentlichkeit bezüglich der Hintergründe, wie eben z.B. die Planzahlen im Dunkeln zu lassen – so werden unnötig Vermutungen geschürt und Spekulationen provoziert.

    Es ist schön und sinnvoll das Schwimmbad zu nutzen und Veranstalungen zu organisieren. Ein bisschen mehr Transparenz und Kommunikationsgeschick bei den Verantwortlichen wäre allerdings wünschenswert.

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  6. Ich finde es gut, wenn außerhalb des normalen Geschäftsbetriebes zusätzliche Veranstaltungen im Schwimmbad angeboten werden, aber vielleicht ist die Anzahl innerhalb der kurzen Zeit zu groß. Auch andere Veranstalter mussten leider bereits feststellen, dass die Alsfelder nicht unbedingt das größte Partyvolk sind bzw. einfach nicht so gerne weggehen. Insbesondere dann ist es schwierig neue Impulse zu setzen.

    Mir gefällt jedoch nicht die Berichterstattung von OL in diesem Fall. Die Fragen sind größtenteils sehr kritisch und voreingenommen gestellt. Und auch OL, die Stadthalle oder Vobitz würden sich schwer tun, sich von jeglicher Vetternwirtschaft freizusprechen.

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  7. Frage an Herrn Paule: Werden Kostenkalkulationen zur Neugestaltung des Marktplatzes auch unter Verschluss gehalten? Meines Wissens sind Daten zu Ausgaben der öffentlichen Hand sehr wohl öffentlich und transparent zu machen – jeder weiß, mit welchen Kosten bei der Elbphilharmonie oder BER kalkuliert wurden – und was letztlich daraus geworden ist. Auf welchen Paragraphen aus dem Handelsrecht, wonach Sie die Zahlen nicht öffentlich machen dürfen, beziehen Sie sich?

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    1. Liebe Alsfelderin,

      ihre Unwissenheit über privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen ist ja nicht schlimm. Aber aus ihrer eigenen Unwissenheit eine Kritik an den handelnden Akteure abzuleiten und allgemeine Fragen zu stellen, die jeder BWL 1. Semester-Student erklären kann, dass benötigt dann doch eine erhebliche Portion Selbstironie. Respekt hierfür.

      Ich gehe davon aus, dass sie aus den genannten Gründen weder Bürgermeisterin noch Geschäftsführerin des Erlenbades sind, sondern einfach und anonym polemische und nicht konstruktive Kommentare verfassen. Es lebe das Internet.

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      1. BWL 2. Semesterstudent, aufgrund meines massiven Wissensvorsprungs rufe ich Sie strengstens zur Ordnung und schicke Ihnen meine Sekundanten. Denn unerträglich ist Ihre akademische Überheblichkeit! Wenn Sie sich im Rahmen ihrer vorpubertären Berufsorientierung wenigstens hier und da mal einen fundierten Artikel aus der Zeitung ausgeschnitten hätten, statt Fußballbilder zu tauschen oder Mutters Kacheln mit Prilblumen zu bekleben,
        dann wüssten Sie, dass die Betriebswirtschaftslehre zur Formulierung gültiger Gesetzmäßigkeiten wirtschaftlicher Betätigungen ungeeignet ist (siehe https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/oekonomie-ist-eigentlich-keine-wissenschaft-11418489.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0). Der „lieben Alsfelderin“ würde Ihr angeberisch zur Schau gestelltes Pseudo-Wissen also gar nichts nützen, um sich als Bürgermeisterin oder Geschäftsführerin des Erlenbades (Was wäre da Pest, was Cholera?) zu profilieren. Möge sie also unter Hochlebenlassen des Internets weiterhin „anonym polemische und nicht konstruktive Kommentare verfassen“. Was dem BWL-ler Recht ist, ist auch allen anderen billig! Nur so kann ein Julius zum Kasimir mutieren und andersherum. Um Volkes Stimme zu hören, muss man das Volk erst einmal reden lassen.

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  8. Ich finde es auch toll, wenn ein Schwimmbad viele Möglichkeiten rund ums Schwimmen, Saunieren, Wellness und wegen mir auch sonstige Kultur anbietet…. Aber eine öffentliche Einrichtung ist kein Ort, um sich persönlich -beruflich- profilieren zu wollen – und den Anschein hat es leider. Vielleicht sollte man erst einmal kleinere Brötchen backen statt in einem Hau-Ruck-Verfahren blind all ihre/seine Ideen umsetzen zu wollen. Manchmal ist weniger mehr!

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  9. Dass die drei Herren, wobei eigentlich nur 2, denn der 1. Stadtrat hat ja anscheinend gar nichts dazu zu sagen, die Vorwürfe abstreiten, verwundert jetzt eher wenig…
    Aber das Interview wirft doch zwei interessante Fragen auf:
    – Das Budget wurde 2017 überschritten, weil man noch nicht wusste, welche Kosten auf einen zukommen? Weiter oben steht aber, dass bereits bevor der Zuschlag an die Agentur verteilt wurde, eine Kostenkalkulation vorgelegt werden musste. Und noch viel spannender ist die Konsequenz aus der Budgetüberschreitung: das Budget wurde daraufhin angepasst. Was suggeriert dies? Die „Agentur“ kann sich kreativ ausleben, es wird schon bezahlt. Normalerweise wäre die betriebswirtschaftliche Konsequenz, die Kosten zu senken und nicht einfach die geplanten Ausgaben zu erhöhen. Da darf man sich jetzt dann über die Vorwürfe nicht wundern…
    – Prinzipiell ist es ja eine tolle Idee, Veranstaltungen zu organisieren und damit die Auslastung zu erhöhen. Und ganz nebenbei auch noch zusätzliche Einnahmen zu generieren. Aber wenn dafür das Sponsoring durch Unternehmen notwendig ist, fragt man sich schon, ob diese das Geld nicht auch einfach so gesponsort oder gespendet hätten und man es nicht in wahnsinnig teuer auszuleihende Kopfhörer oder ähnliches reinvestiert hätte. Denn was haben die Unternehmen durch die Veranstaltungen für einen Vorteil außer deren Nennung auf der Favebook-Seite, die sie auch so hätten bekommen können?

    Wie gesagt, grundsätzlich finde ich es gut, dass versucht wird, etwas zu machen, aber ich glaube, dass die Fülle an Veranstaltungen viele überfordert. Jede Woche wird man völlig überflutet von Veranstaltungen im Erlenbad, sodass man schon gar nicht mehr richtig liest.

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  10. Ich bin ehrlich erschrocken, wie in Alsfeld immer wieder Kritik laut wird, sobald mal etwas neues gewagt wird. Noch vor ein paar Jahren war es gar nicht sicher, ob das Schwimmbad geöffnet bleiben wird, oder geschlossen werden muss. Heute haben wir ein Schwimmbad mit einem Angebot, dass sich mehr als sehen lassen kann für eine Kleinstadt. Ich gehe gerne ins Schwimmbad, war begeistert von den Babyschwimmkursen, die wir mit unserem Sohn besucht haben. Auch gehen wir gerne in die Sauna und finden die angebotenen Events eine tolle Ergänzung zum gewohnten Angebot. Die Silent Party wäre zwar nicht nach unserem Geschmack gewesen, sie erreicht aber ein junges Publikum. Warum also nicht mal etwas neues ausprobieren im kleinen Alsfeld? Wir finden: weiter so liebes Erlenbad. Ihr macht das toll!!!

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  11. Meckern, nörgeln und Kritik üben, dass ist etwas was viele in Alsfeld nur zu gut können!

    Wer immer nach einer Möglichkeit sucht, alle Risiken auszuschalten,
    bringt sich um alle Möglichkeiten.

    © Thom Renzie

    Menschen mit Ideen muss einfach mal gewähren lassen!

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    1. Meckern, Nörgeln und Kritik
      Da hat man schnell die Faxen dick
      Doch sollt‘ man sich nicht streiten
      Nur um die Möglichkeiten
      Das Risiko stets zu bedenken
      Ist Teil der Kunst, Wirtschaft zu lenken
      Und sind Ideen schon deshalb gut
      Nur weil ein Mensch sie haben tut?
      Drum liebe Bürger, seid gescheit
      Verlasst euch nicht aufs Copyright ©

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