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St. Elisabeth-Verein soll Seniorenwohnprojekt in Romrod mietenWas der Marburger Betreiber mit dem Luwia vorhat

ROMROD (ls). Die Neue Altenhilfe St. Elisabeth soll das Seniorenwohnprojekt Luwia in Romrod betreiben. Was genau haben die Marburger in Romrod vor? Was reizt sie an dem Projekt? Und wie verliefen die Verhandlungen mit der Stadt? Oberhessen-live hat mit Geschäftsführer Oliver Pappert gesprochen. 


Seit Dienstagabend ist es beschlossen: der Marburger St. Elisabeth-Verein wird mit seiner Tochtergesellschaft „Neue Altenhilfe St. Elisabeth“ der neue Betreiber des Luwias. Das Stadtparlament fiel die Entscheidung einstimmig und gab ohne Diskussionen oder Nachfragen dem Magistrat den Auftrag, einen entsprechenden Vertrag abzuschließen. Doch die Abgeordneten, so hört man, waren im Vorfeld besser als vorher in den Auswahlprozess vor der Abstimmung einbezogen worden. Ebenfalls in der Endausscheidung um den Zuschlag waren nach OL-Informationen die Schottener Sozialen Dienste gewesen.

„Wir freuen uns sehr über die Entscheidung und sehen dem neuen Projekt in froher Kunde entgegen. Es wird eine tolle Herausforderung“, erklärte Oliver Pappert, Geschäftsführer der „Neuen Altenhilfe St. Elisabeth“, auf Anfrage von Oberhessen-live. Der St. Elisabeth-Verein gehört zum Diakonischen Werk Kurhessen-Waldeck und ist seit dem Jahr 1879 in den Bereichen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, der Sozialpsychiatrie sowie in der Altenhilfe tätig.

Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg bei ihrer Rede auf der jüngsten Parlamentssitzung. Foto: ls

Im Raum Marburg kann der Verein auf rund 140 Jahre Erfahrung zurückblicken und beschäftigt rund 1.600 Mitarbeiter. Die Neue Altenhilfe selbst betreibe bereits ein sehr ähnliches Objekt wie das Luwia in Wetter im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Das Luwia in Romrod sei „direkt ansprechend gewesen“, sagt Pappert. Seine Einrichtung ist durch das Interessenbekundungsverfahren der Stadt Romrod auf das Projekt aufmerksam geworden.

In Wetter betreibt die Neue Altenhilfe eine Hausgemeinschaft mit sechs Einheiten und ebenfalls 54 Plätzen – so viele sind auch im Luwia geplant. „Wir persönlich sehen die Zukunft der Altenpflege in eben solchen kleineren Einheiten, die in der Ortslage sind und wo den Menschen ein normales Leben mitten in der Gesellschaft ermöglicht wird“. Auch in Sterzhausen und Rosenthal betreibt die Neue Altenhilfe solche Hausgemeinschaften.

Für die Bewohner entstehe damit ein kleiner, familiärer Rahmen – was auch den Mitarbeitern guttue. Derzeit sei es noch schwer zu sagen, wie viele Arbeitsplätze in Romrod entstehen sollen. „Ich rechne mit etwa 70 Mitarbeitern in Vollzeit und Teilzeit, die nach den tariflichen Anforderungen bezahlt werden“, sagte Pappert. Doch am Anfang würden es voraussichtlich weniger sein. Mitbringen werde man die nicht, sondern neu „akquirieren“. Sobald der Mietvertrag unterzeichnet sei, wolle man damit starten. Durch die kleineren Wohneinheiten habe man allerdings einen höheren Stellenschlüssel.

Die Vernetzung vor Ort ist dem Verein wichtig

„Auf die 54 Bewohner kommen beispielsweise in Wetter 14 Mitarbeiter, die gleichzeitig da sind. Das sind ganz andere Verhältnisse, als in einem größeren Haus, weil viel mehr darauf geachtet wird, dass die Ressourcen der Bewohner gestützt werden“, sagte der Geschäftsführer. Heißt im Klartext: Um den einzelnen Bewohner kann sich besser und intensiver gekümmert werden – und zwar im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe.

„Wir haben natürlich vorher geprüft wie die Gegebenheiten in dem Projekt sind und ob das zu unserer Arbeit passt – das tut es“, sagte Pappert. Das Luwia soll mit dem Mehrgenerationenhaus vernetzt, die Bemühungen verschiedener Einrichtungen in der Seniorenarbeit so gebündelt werden. Eine Begegnungsstätte soll das Projekt nach außen hin öffnen. So etwas habe man gesucht, die Grundidee des Luwia passe gut in das Konzept des Vereins, der gerne das „große Ganze“ im sozialen Bereich im Blick habe.  Somit habe sich in kurzer Zeit ein „gutes Vertrauensverhältnis“ zu der Stadt aufbauen lassen.

Bedenken das Haus zu übernehmen, das anfänglich für den dann abgesprungenen Betreiber SozioVita gedacht war und bei dem es unter anderem ein Wasserschaden beim Rohbau gab, habe man keine gehabt. Man sehe das neue Projekt in Romrod als eine interessante Herausforderung über die Grenzen von Marburg hinaus. „Auch in Romrod wollen wir den Bewohnern einen Platz zum Wohlfühlen und zum Leben schaffen“. Selbst war Pappert bislang zwei Mal im Gebäude, in der kommenden Woche steht die nächste Begehung an.

3 Gedanken zu “Was der Marburger Betreiber mit dem Luwia vorhat

  1. In Anbetracht der Tatsache, dass die Wohngruppen im Pflegebereich mit dem Mehrgenerationenhaus/der offenen Begegnungsstätte „vernetzt“ werden sollen, um weitere pflegerische Angebote/Aktivitäten und ehrenamtliches Engagement einzubinden, vermisse ich die „ausgestreckte Hand“ des neuen Trägers in Richtung auf die zukünftigen Akteure aus der Romröder Bürgerschaft. Die Floskel, es habe sich in kurzer Zeit ein gutes Vertrauensverhältnis zu der Stadt aufbauen lassen, dürfte da kaum ausreichen. Wer ist denn das – „die Stadt“? Das „große Ganze im sozialen Bereich“ in den Blick zu nehmen, ist ja schön und gut. Nur erweist sich Realität gemeinhin als sperrig und der Teufel steckt im Detail. Um die ehrenamtliche Kooperation zu organisieren, braucht ein Projekt wie LuWiA zumindest mal eine(n) hauptamtliche(n) Quartiersmanager*in. Die Politikerträume früherer Jahre, durch Förderung des Ehrenamtes qualifiziertes Personal und hohe Personalkosten einsparen zu können, sind durch die Praxis längst widerlegt.

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  2. „Das Stadtparlament fiel die Entscheidung einstimmig…“
    „Wir freuen uns sehr über die Entscheidung und sehen dem neuen Projekt in froher Kunde entgegen.“
    Vermieter und Mieter im Geiste vereint.

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  3. Was sagt BürgerVertreterin Schlitt zu diesem Artikel der bösen Presse? War da auch ein Whistleblower aus den Reihen ihrer Fraktion am Werk?! Wann werden eigentlich rechtliche Schritte für den geplatzten Vertrag geprüfte? Wer bezahlt das? Die fwg/cdu?!

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