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Seniorenwohnprojekt in Romrod - Schottener Soziale Dienste waren ebenfalls im RennenSt. Elisabeth-Verein aus Marburg soll Luwia betreiben

EXKLUSIV|ROMROD (jal). Die Stadt Romrod hat einen neuen, potentiellen Mieter für das Seniorenprojekt Leben und Wohnen im Alter (Luwia) gefunden. Das geht aus dem Entwurf einer Beschlussvorlage für die nächste Sitzung des Stadtparlaments hervor, der OL vorliegt. Demnach soll der St. Elisabeth-Verein aus Marburg das Objekt mieten und betreiben.

Wie in dem Entwurf weiter zu lesen ist, soll der Vertrag eine Laufzeit von 30 Jahren bekommen. Am kommenden Dienstag sollen die Stadtverordneten abstimmen, ob sie den Magistrat mit dem Abschluss des Vertrags beauftragen.

Der St. Elisabeth-Verein gehört zum Diakonischen Werk Kurhessen-Waldeck und ist seit dem Jahr 1879 in den Bereichen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, der Sozialpsychiatrie sowie in der Altenhilfe tätig.

„Unverzichtbare Basis der Arbeit des St. Elisabeth-Vereins ist ein christliches und humanistisches Menschenbild, das jede Persönlichkeit als einzigartig, ganzheitlich und schöpferisch begreift. Jeder Mensch ist untrennbar in Beziehungen zu anderen Menschen und seiner Umwelt eingebettet. Jede Persönlichkeit trägt in sich das Vermögen, selbstbestimmt und bewusst Entscheidungen zu treffen und für sich selbst und andere Verantwortung zu übernehmen“, heißt es auf der Homepage des Vereins.

Betriebsbeginn eigentlich für dieses Frühjahr geplant

Eigentlich hätte das Luwia bereits in diesem Frühjahr in Betrieb gehen sollen. Doch kurz vor Weihnachten stieg der angepeilte Betreiber SozioVita aus dem bereits abgeschlossen Vertrag aus. Da sich die Planungen an dem Gebäude nochmals geändert hatten und unter anderem mehr Pflegeplätze geschaffen werden sollten, befand sich die Stadt Romrod in Nachverhandlungen mit SozioVita. (Eine Übersicht mit allen OL-Artikeln zu dem Thema finden Sie hier.)


Die Verantwortlichen der Stadt Romrod entschieden sich nach der Kündigung des Vertrags durch SozioVita dagegen, die Verhandlungen fortzuführen. Das lag auch daran, dass man sich von dem möglichen Betreiber und seiner in den Augen der Stadt überraschenden Kündigung des Altvertrags enttäuscht fühlte.

Stattdessen beschloss die Stadt Romrod, mit einem einer Ausschreibung ähnlichem Interessensbekundungsverfahren nach neuen Mietern zu suchen. Der Beschlussvorlage zufolge haben in diesem Verfahren 13 Organisationen Interesse gezeigt. Mit sieben sei man intensiver in Kontakt getreten. Zwei Organisationen hätten sich schließlich „als nachhaltig interessiert und geeignet“ erwiesen. Schließlich sei die Entscheidung auf die Marburger gefallen.

Nach OL-Informationen handelt es sich bei dem unterlegenen Finalisten um die Schottener Sozialen Dienste. Der Anbieter hatte schon ganz zu Beginn Interesse an dem Projekt gezeigt, sprang dann allerdings ab, weil es ihm zu unwirtschaftlich erschien. Das war jedoch vor der Aufstockung von 47 auf 54 Plätze.

Das Romröder Stadtparlament tagt am kommenden Dienstag ab 20 Uhr im Rathaus.


9 Gedanken zu “St. Elisabeth-Verein aus Marburg soll Luwia betreiben

  1. „Das komfortable Haus entstand nach den Ideen von BGM Richtberg. Der Besucher trifft nach dem Durchqueren der repräsentativen Empfangshalle in den oberen Stockwerken auf Einzelzimmer in modern-behaglicher Ausstattung. (…) Das Luwia Romrod soll nicht nur Pflegebedürftige wieder in Schwung bringen, sondern wird sicherlich auch ein wenig zum wirtschaftlichen Aufschwung Romrods und des Vogelsbergkreises mit beitragen. (…) Vielleicht wurde mit dem Standpunkt des Luwia auch ein weiterer Schritt zur Anerkennung des kleinen Städtchens Romrod zum Erholungsort getan“.

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  2. Ein sehr schöner und sehr seriöser Bericht, der ganz ohne „berndschen“ Klamauk auskommt. Hihihi.

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  3. Auch bei einem kirchlichen Träger geht es nur ums Geld, den Profit und die Wirtschaftlichkeit. Da gibt es keine Unterschiede zu allen anderen Trägern. Gewinnmaximierung ist oberstes Ziel, wie fast überall.

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  4. Statt „Paukenschlag“ höre ich von Ferne das leise geklöppel von Oskar Matzeraths Kinder-Blechtrommel… ;-)

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    1. Wo wäre denn in dem obigen Artikel von einem „Paukenschlag“ die Rede gewesen? Ich finde den zitierten Begriff nirgendwo. Oskar Matzerath befand sich laut „Die Blechtrommel“ in den Jahren 1952 bis 1954 in einer Heil- und Pflegeanstalt, wo er seine (fiktive!) Lebensgeschichte aufschrieb. Ich weiß nicht, was Sie da imaginieren, Rohrschlosser! Das „leise Geklöppel“ kommt vielleicht von der Innenseite Ihres Trommelfells.
      Sollten wir uns nicht lieber mit der objektiven Realität beschäftigen, zum Beispiel der jetzt in den Fokus rückenden Frage nach der richtigen Größe der Einrichtung? Wenn es stimmt, dass die wirtschaftliche Attraktivität des „LuWiA“-Gebäudes mit der Aufstockung der Zahl der Pflegeplätze steht und fällt (de facto zunimmt), warum sind dann die wesentlich größeren Vorhaben in Nieder Ohmen bzw. der Klinik-Vorläufer des „Landhotels“ gar nicht erst in Betrieb gegangen bzw. in die Pleite gerutscht? Die hätten doch erst recht wirtschaftlich zu betreiben sein müssen!

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      1. Tja, es gibt ganze Völkerstämme die nichts zu sagen und wenig Ahnung haben. Ich helfe Ihnen und Sie müssen nicht mehr google fragen:
        https://www.oberhessen-live.de/2019/01/10/luwia-projekt-in-romrod-mieter-sozio-vita-steigt-aus/#more-163291 Die Realität des Landhotels und der Ruine in Nieder Ohmen ist, dass NO nie in Betrieb gegangen ist, weil bereits im Rohbau pleite und das Landhotel schon bei der Eröffnung klamm war. Anleger und Angestellte wollten ihr Geld, wo das nicht ist Herr Jesu-Christ….

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  5. Gratulation, Frau Dr. Richtberg besser hätten Sie es nicht treffen können.
    Und man muss nicht alles schlecht reden nur weil es vom politischen Gegner kommt.

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    1. …holt am Abend die Katz!
      Nein, Schwälmer Hännes, „man muss nicht alles schlecht reden, nur weil es vom politischen Gegner kommt“ (wer auch immer das sein mag). Aber man muss auch nicht vorschnell bejubeln, was man gar nicht qualifiziert beurteilen kann! Ob Frau Dr. Richtberg es nicht besser hätte treffen können, muss sich erst noch zeigen. Vorerst ist noch kein Vertrag abgeschlossen, und ein Konzept des neuen Trägers, wie „Leben und Wohnen im Alter“ an diesem Standort mit guter Qualität gestaltet werden soll/kann, liegt auch noch nicht auf dem Tisch.

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