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Romröder Stadtverordneten entscheiden sich einstimmig für Marburger St. Elisabeth-Verein als neuer LuWiA-BetreiberEs ist beschlossen: Marburger Verein soll LuWiA betreiben

ROMROD (ls). Über das LuWiA in der Ortsmitte der Schlossstadt streiten die Romröder schon lange. Nicht erst, seitdem der Mieter für das fast fertige Seniorenprojekt seinen Vertrag Anfang des Jahres gekündigt hat – doch das entfachte die Diskussionen um das Millionen-Projekt von neuem. Seit dem dürfte es wohl kaum ein Thema gegebenen haben, das die Lokalpolitiker mehr beschäftigte. Jetzt ist aber endlich eine Entscheidung gefallen: Der St. Elisabeth-Verein aus Marburg wird mit der Tochtergesellschaft „Neue Altenhilfe St. Elisabeth“ der neue Betreiber. Dafür haben sich die Politiker im Stadtparlament entschieden. Im Oktober soll voraussichtlich eröffnet werden.


Am Anfang stand eine Idee: Leben und Wohnen im Alter – und das mitten im Herzen der Stadt. Und genau damit startete das Projekt LuWiA, dass seit dem Kauf des Grundstückes des Alten Forstamtes bis Anfang 2019 immer wieder für Diskussionen in und außerhalb der Stadtpolitik sorgte. Zunächst war es die Kostenentwicklung, dann der Absprung des Mieters SozioVita und in dieser Woche stand es wieder auf der Tagesordnung des Stadtparlaments. Der Grund: endlich gibt es einen neuen Betreiber.

Die großen Diskussionen blieben an diesem Dienstagabend im Romröder Stadtparlament aus. Einstimmig, mit neun Ja-Stimmen, entschied man, dass die „Neue Altenhilfe St. Elisabeth“, eine Tochtergesellschaft des St. Elisabeth-Verein aus Marburg, das Objekt mieten und betreiben soll. Gegenstimmen oder Enthaltungen gab es keine. Damit beschließt die Stadtverordnetenversammlung, „die Vermietung der Pflegeeinrichtung mit 5 Wohngruppen nach dem Hausgemeinschaftsmodell, Tagespflege und Begegnungsstätte auf dem Grundstück Zeller Str.3 in Romrod“, so im Wortlaut aus dem Beschlussvorschlag.

Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg bei ihrer Rede. Foto: ls

„Der Kern der Sache ist der, dass wir uns als Stadt Romrod glücklich schätzen können, dass wir uns in den Endverhandlungen um die Betreiberschaft unseres Projekt, zwei gute Betreiber hatten, denen wir es beiden sehr gut zugetraut hätten“, leitete Romrods Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg ein. Gemeint hatte Richtberg dabei die Schottener Sozialen Dienste und der St. Elisabeth Verein, für den man sich letztendlich entschied.

Der Vertrag umfasst eine Laufzeit von 30 Jahren. Die Stadt beschloss nach dem Absprung der vorherigen Mieters SozioVita, mit einem einer Ausschreibung ähnlichem Interessensbekundungsverfahren nach neuen Mietern zu suchen. Der Beschlussvorlage zufolge haben in diesem Verfahren 13 Organisationen Interesse gezeigt. Mit sieben sei man intensiver in Kontakt getreten. Mit dem Marburger Verein und den Schottener Sozialen Diensten seien es am Ende diese zwei Organisationen gewesen, die Erfahrung hätten und souverän aufgetreten seien.

„Langfristig war es unser Ziel, jemanden zu finden, der nicht nur ein Notnagel war, sondern der ein Partner auf lange Zeit ist und der unseren älteren Menschen ein gutes Zuhause bietet und auch den Familien einen sicheren Rückhalt bietet. Hier gibt es jetzt einen Ort, an dem man sich zurückziehen kann“, sagte sie. Wichtig sei bei der Auswahl nicht nur das Management der Wohngruppen, sondern auch der Führungsstil, die Motivation und die Erfahrung gewesen, aber auch, dass das Personal nach Tarif bezahlt werde. Dafür seien beide Bewerber geeignet gewesen, doch letztlich habe der Marburger Verein überzeugt.

Die Stadtverordneten in Romrod.

Neuer Betreiber mit jahrelanger Erfahrung

Der St. Elisabeth-Verein gehört zum Diakonischen Werk Kurhessen-Waldeck und ist seit dem Jahr 1879 in den Bereichen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, der Sozialpsychiatrie sowie in der Altenhilfe tätig. „Wir sammeln seit Jahren Erfahrung in der Altenhilfe und haben unseren Fokus selbst auf Hausgemeinschaften mit kleineren Einheiten“, erklärte Oliver Pappert, der Geschäftsführer der Tochtergesellschaft auf Anfrage von Oberhessen-live. Die Neue Altenhilfe selbst habe bereits ein Objekt, das ähnlich gestaltet sei und so sei man im Interessenbekundungsverfahren der Stadt Romrod auf das Projekt gestoßen.

Das Projekt sei sofort ansprechend gewesen, erklärte Pappert. „Wir persönlich sehen die Zukunft der Altenpflege in eben solchen kleineren Einheiten, die in der Ortslage sind und wo den Menschen ein normales Leben mitten in der Gesellschaft ermöglicht wird“. Dabei achte man vor allem darauf, dass für die Bewohner bedarfsorientiert und vernetzt gearbeitet wird. Also der Blick nicht nur auf der Pflege liegt, sondern auch sozialorientiert ist. „Wir haben natürlich vorher geprüft wie die Gegebenheiten in dem Projekt sind und ob das zu unserer Arbeit passt – das tut es. Wir hatten also vorab keine Bedenken und sehen es also als eine interessante Herausforderung über die Grenzen von Marburg hinaus. Auch in Romrod wollen wir den Bewohnern einen Platz zum Wohlfühlen und zum Leben schaffen“, erklärte Pappert vorab.

Ähnliches lässt sich auch auf der Homepage des Vereins lesen: „Unverzichtbare Basis der Arbeit des St. Elisabeth-Vereins ist ein christliches und humanistisches Menschenbild, das jede Persönlichkeit als einzigartig, ganzheitlich und schöpferisch begreift. Jeder Mensch ist untrennbar in Beziehungen zu anderen Menschen und seiner Umwelt eingebettet. Jede Persönlichkeit trägt in sich das Vermögen, selbstbestimmt und bewusst Entscheidungen zu treffen und für sich selbst und andere Verantwortung zu übernehmen.“

Der Inhalt des Beschluss-Entwurfs wurde Oberhessen-live bereits am vergangenen Wochenende bekannt, woraufhin berichtete wurde. 

2 Gedanken zu “Es ist beschlossen: Marburger Verein soll LuWiA betreiben

  1. Bleibt zu hoffen dass das Projekt weiter auf den Füßen landet und den Romrödern der Gang nach canossa erspart bleibt.

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    1. Auch ohne hoffen zu müssen kann ich sicher voraussagen, wo das Projekt am Ende landen wird: Auf dem Boden der Tatsachen!

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