Ottmar Wolf, 1. Vorsitzender des Storndorfer Obst- und Gartenbauvereins bei seiner Ansprache. - Foto: Kulturverein

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Vereinsjubiläum: 1893 wurde der Storndorfer Obst- und Gartenbauverein gegründetWichtig für die Ernährung der Bevölkerung

SCHWALMTAL (ol). Was heute vielfach „nur“ noch als Hobby betrieben wird, war ehemals eine Notwendigkeit: Die Unterhaltung eines Nutz-Gartens. Man zog Gemüse nicht zum Spaß, sondern zur Sicherstellung der Ernährung. Daraus entstand vor 125 Jahren auch der Storndorfer Obst- und Gartenbauverein der nun sein Jubiläum mit einer Feier beging.

Mit großherzoglicher Unterstützung wurden, laut Pressemeldung des Vereins, gegen Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Obst- und Gartenbauvereine gegründet. So auch der Storndorfer Verein, der im Sommer 1893 ins Leben gerufen wurde. Das war vor 125 Jahren. Aus diesem Anlass richtete der Verein eine kleine Feier aus, die auf dem Gelände der Storndorfer Grillhütte stattfand. Auf dieser kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Das musikalische Trio mit Otto Bellinger aus Hopfmannsfeld, Theo Leipert aus Hörgenau und Dieter Achenbach hatte mit Live-Musik auf Schifferklavier, Violine  und Teufelsgeige für so gute Stimmung gesorgt, dass die Besucher über viele Stunden hinweg dem Veranstalter ihre Referenz erwiesen.

Sie sorgten für beste Stimmung: Otto Bellinger (Hopfmannsfeld), Theo Leipert (Hörgenau) und Dieter Achenbach (von links). Alle Fotos: Kulturverein

125 Jahre – Geschichtsträchtige Lebensmittelversorgung

Eröffnet worden sei die Feier von Ottmar Wolf, dem aktuellen Vereinsvorsitzenden, der in einem kurzen geschichtlichen Überblick das Vereinsgeschehen der vergangenen 125 Jahre Revue passieren ließ. Der Obst- und Gartenbauverein Storndorf 1893 e.V. wurde am 5. Juni 1893 als Ortsgruppe Storndorf des oberhessischen Obstbauvereins Friedberg gegründet. Sinn und Zweck der Gründung war die Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit gesundem Obst und Gemüse, sowie die Beschaffung von preiswertem Pflanz- und Saatgut. Die acht Gründungsmitglieder waren: Oberförster Georg Bär, Landwirt Heinrich Georg Döring, Lehrer Wilhelm Fischer, Landwirt Georg Hamel, Postagent Ludwig Jäger, Bürgermeister Konrad Leim, Briefträger Wiegand Rausch und Landwirt Johannes Rausch der Zweite.

Mit dem Beitritt in den oberhessischen Obstbauverein Friedberg habe man beste Möglichkeiten für die Beschaffung und den Anbau von besseren Obst- und Gemüsesorten, und somit die Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit gesunden Produkten, gesehen. Ein Obstbaumtechniker namens Koch von der großherzoglichen Obstbaumschule Friedberg habe als Wanderlehrer den Obstanbau im ländlichen Raum propagiert. Der erste Obmann des Storndorfer Vereins, auch Vorsitzender genannt, sei der Storndorfer Maurermeister Georg Hill gewesen. Weitere Vorsitzende waren Konrad Linn und Johannes Hofmann.

Manfred Steuernagel überbrachte die Grüße und Glückwünsche der gemeindlichen Gremien.

Viele Aufgaben neben dem Lebensmittelanbau

Bedingt durch den zweiten Weltkrieg seien die Tätigkeiten der Obst- und Gartenbauvereine nahezu zum erliegen gekommen. Am 22. Februar 1951 habe eine erneute Gründungsversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Storndorf stattgefunden. Als Vorsitzender sei Andreas Fink bestimmt worden, dem Georg Richtberg, Heinrich Weitzel, Emil Braun und Karl Keißner folgten.

Heute sei der Zweck des Vereins, der aus etwa 70 Mitgliedern bestehe, die Förderung des Obst-und Gartenbaues, der Landschaftspflege, des Natur- und Umweltschutzes, die Unterhaltung von vier Streuobstwiesen, die Verschönerung des Gemeindebildes sowie die Durchführung von kulturellen Veranstaltungen. Die Streuobstwiesen umfassen eine Gesamtfläche von 1,8 Hektar, die sich in Gemeindebesitz befinden. Es werden etwa 70 Obstbäume unterhalten.

Ingo Pliska (links) überbrachte die Grüße des Kulturvereins.

Ingo Pliska, der Vorsitzende des Storndorfer Kulturvereins, habe die Grüße der im Kulturverein organisierten Storndorfer Vereine übermittelt und ein kleines Präsent übergeben. Der Obst- und Gartenbauverein sei aus dem Vereinsleben nicht wegzudenken. „Ohne euch gäbe es beim Maifeuer kein Feuer, beim Backhausfest vormittags keine Getränke und beim Adventsfest keinen Glühwein. Es gäbe kein Erntedankfest und bei den Ferienspielen hätten wir eine Veranstaltung weniger. Kurzum, würde es euch nicht geben, so würde ein wichtiger Teil fehlen. Was auch heute wieder geleistet wurde, verdient Respekt“ so die anerkennenden Worte von Pliska an den Vorsitzenden und die Mitglieder des Jubiläumsvereins.