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Restaurant der Zukunft soll in Alsfeld entstehen - Genehmigung steht allerdings noch ausMcDonald’s Alsfeld möchte „Platzhirsch bleiben“

EXKLUSIV | ALSFELD (ls). Ein neues Burger King und eventuell ein Kentucky Fried Chicken: Wenn tatsächlich alles so kommt wie geplant, dann könnte Alsfeld bald zum Mekka für Fastfood-Freunde werden. Der Chef des McDonald’s an der Pfefferhöhe reagiert auf die neue Konkurrenz und kündigt große Umbauarbeiten an. Das soll garantieren, dass McDonald’s unter Alsfelds Schnellrestaurants der „Platzhirsch“ bleibt.

So schnell kann es gehen. Erst die Meldung darüber, dass Burger King nach Alsfeld kommt und dann noch die Expansionspläne von Kentucky Fried Chicken an der Raststätte Pfefferhöhe. Es scheint, als hätten die großen Fastfood-Ketten der westlichen Welt das kleine Städtchen für sich entdeckt. Doch Alsfeld hat bereits seit langem ein McDonald’s-Restaurant an der Pfefferhöhe – und das will bei der neuen Konkurrenz mithalten.

„Wir wollen das Alsfelder Restaurant umbauen und dem neuen Markt vor Ort anpassen“, bestätigte der Franchisenehmer und Geschäftsführer von McDonald’s Mittelhessen, Steffen Stark, auf Anfrage von Oberhessen-live. Dem neuen Markt anpassen – konkret heißt das bei Stark: Umbauen zu einem „Restaurant der Zukunft“. Neben dem Alsfelder Restaurant stehen unter anderem vier weitere in Gießen, eins in Linden, das Restaurant in Lauterbach, zwei in Wetzlar, eins in Weilburg und das in Reiskirchen unter seiner Leitung. Auch das bereits umgebaute Restaurant in Aßlar, das unter seiner Leitung zu einem Restaurant der Zukunft umgebaut wurde, gehört ihm. Ähnlich könnte also bald auch das Alsfelder Restaurant aussehen.

Restaurant der Zukunft – was genau ist das?

„Digitalisierung, Individualisierung und eine optimierte Produktqualität stehen bei den Restaurants im Vordergrund – und das wollen wir auch für Alsfeld. Dabei soll es dann möglich sein, auf digitale Art und Weise im Restaurant zu kommunizieren“, erklärte Stark die Ziele des Umbaus. Das bedeute konkret: Man produziere in den Restaurants nicht mehr auf Vorrat, sondern in dem Moment, in dem die Bestellung des Gastes eingehe. Die Bestellung lasse sich, wie Stark erläuterte, direkt vom Tisch aus tätigen. „Mit einem Tablet kann man seine Bestellung aufgeben, die über Bluetooth an die Küche weitergeleitet wird“, sagte er. Dort zubereitet, sollen die Burger direkt an den Tisch der Gäste gebracht werden. So vermeide man Platz für viele Theken und längere Warteschlangen. Einzig die Bezahlung müsse man noch an der Kasse erledigen.

So ähnlich könnte bald auch das Alsfelder McDonald's aussehen: Das McDonald's am Terminal 2 des Frankfurter Flughafens ist bereits ein "Restaurant der Zukunft". Foto: obs/McDonald's Deutschland

So ähnlich könnte bald auch das Alsfelder McDonald’s aussehen: Das McDonald’s am Terminal 2 des Frankfurter Flughafens ist bereits ein „Restaurant der Zukunft“. Foto: obs/McDonald’s Deutschland


Auch Sonderwünsche bei der Bestellung und Individualisierungen seien dabei in Zukunft möglich. „Der Trend geht dahin, also wollen wir folgen“, erklärte der Geschäftsführer. Dazu sei eine passend auf den Gast zugeschnittene Bestellung bereits bei den Klassikern möglich und solle weiter bis hin zum Kreieren von eigenen Burgern ausgearbeitet werden. „Wenn man beispielsweise bei dem Klassiker BigMac vier Fleischpatties will, dann ist das jetzt schon möglich“. Auch eine Bestellung aus dem Auto sei in Planung. Dabei könne die Bestellung bereits bei Anfahrt ab einem bestimmten Umkreis aufgegeben werden und durch GPS-Signale übermittelt werden, so dass das Essen fertig ist, wenn man im Restaurant ankommt. Die Weiterentwicklung stehe hier allerdings noch aus.

Die Planung steht – die Baugenehmigung fehlt

Die Idee des „Restaurants der Zukunft“ hat sich Stark freilich nicht selbst ausgedacht. Das Konzept kommt aus der Deutschlandzentrale des Unternehmens mit dem goldenen M als Markensymbol. Bis April diesen Jahres gab es bereits rund 270 „Restaurants der Zukunft“ in Deutschland. Bis Ende 2019 soll der Großteil aller Restaurants von McDonald’s in Deutschland auf dieses Konzept umgerüstet werden, heißt es in einem Blog des Konzerns. Mit dem Alsfelder Restaurant will Stark aber auch offen auf die drohende Konkurrenz reagieren. „Das ist die Zukunft, aber wir wollen uns auch von der künftigen Konkurrenz in Alsfeld absetzen. Wir wollen auch weiterhin der Platzhirsch auf dem hart umkämpften Markt bleiben“, erklärte Stark.

Und dazu hat er einiges in Alsfeld geplant. Er plant das Restaurant nicht nur zu renovieren, sondern es komplett umzubauen. „Ich würde gerne die bestehende Fläche erweitern, um das Restaurant zu vergrößern“, sagte Stark. Dazu plane er die erste Parkreihe vor dem Alsfelder Restaurant als Drive-In-Spur zu nutzen, um so mehr Platz zu gewinnen. Auch die Terrasse wolle er nach vorne vergrößern und auch der Kinderspielbereich soll einen attraktiveren Standort bekommen. Außerdem soll es ein McCafé geben.

Umbau, der dringend nötig ist

„Seit 12 Jahren hat sich am McDonalds in Alsfeld nichts mehr verändert. Ich denke, wir schulden es der Region und auch der Autobahn, dass wir das endlich in die Hand nehmen. Nach dem Umbau wird es, denke ich, nicht mehr zu erkennen sein“, ergänzte Stark. Wenn es nach ihm geht, soll der Umbau bereits im nächsten Jahr realisiert werden und sechs Wochen in Anspruch nehmen. Ob das alles so klappt ist aber noch nicht ganz sicher. Die Baugenehmigung für das Vorhaben stehe nämlich noch aus.

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