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Erneuerbare EnergienWindpark Vockenrod verfehlt Crowdfunding-Ziel – wird aber dennoch gebaut

ExklusivANTRIFTTAL (jal). Vor wenigen Tagen haben regionale Unterstützer des Windparks Vockenrod Post bekommen. Darin hieß es, dass das Crowdfunding-Ziel des Projekts nicht erreicht wurde, da zu wenig Geld zusammengekommen ist. Der Betreiber der Anlage versichert jedoch: Der Windpark soll trotzdem gebaut werden.

Es ist eine Überlegung, die sich im Kern erst einmal ganz fair anhört. Die Gewinne von Windkraftanalgen sollen zumindest ein stückweit in der Region bleiben, wo sie aufgestellt werden. Das soll am Ende auch die Akzeptanz dieser Anlagen erhöhen. Denn ein Argument ihrer Kritiker ist oftmals eben genau dies: Die optischen Einbußen der Landschaft sind lokal, aber der Ertrag fließt an Investoren außerhalb.

Auch beim Windpark Vockenrod gab es daher für Menschen aus der Gemeinde Antrifftal und der Stadt Alsfeld das Angebot, sich finanziell zu beteiligen. Wer wollte, konnte für bis zu 4,5 Jahre zwischen 500 und 25.000 Euro investieren. Dafür sollte es drei Prozent Zinsen geben. Maximal hätten so 500.000 Euro aus der Region eingesammelt werden sollen.

Doch offensichtlich war das Interesse an dem Angebot nicht groß genug. Denn vor wenigen Tagen bekamen Anleger, die bereits investiert hatten, Post von der Firma VSB, die den Windpark bauen will. Darin war zu lesen, dass das Ziel von 100.000 Euro für das Crowdfunding nicht erreicht wurde. Das bereits eingezahlte Geld werde verzinst zurückerstattet.

„Ich habe eine kleine Summe angelegt, weil ich die Idee prinzipiell gut fand. Aus meiner Sicht muss mehr Geld für die Energiewende bereitgestellt werden, und zwar so, dass auch der kleine Mann etwas davon hat“, sagt einer der Anleger zu OL, der ebenfalls vor Kurzem Post bekommen hat und nun bald sein Geld zurückbekommen soll.

Wie viel hat gefehlt? Dazu schweigt der Betreiber

Auf Nachfrage von OL bestätigt die Firma VSB Neue Energien Deutschland GmbH mit Sitz in Dresden das Ende der „Schwarmfinanzierung“. Wie viel Euro gefehlt haben, um das Mindestziel von 100.000 Euro zu erreichen, dazu möchte eine Firmensprecherin nichts sagen. Jedoch versichert man in Dresden, dass der Windpark dennoch gebaut werden soll.

„Geplant war, die Crowdinvesting-Summe für den wirtschaftlichen Betrieb des Projekts zu verwenden. Die Finanzierung des Windparkprojekts ist durch den Abbruch des Crowdinvestings nicht betroffen. Auf der Fläche wurden die bauvorbereitenden Maßnahmen erfolgreich umgesetzt. Im ersten Quartal 2023 werden die Tiefbauarbeiten für den Windpark beginnen. In Betrieb gehen kann der Windpark voraussichtlich Ende 2023“, heißt es in dem Firmenstatement.

Antrifttals Bürgermeister Dietmar Krist sieht das Ganze recht gelassen. Es liege an den Bürgerinnen und Bürgern selbst, sich für oder gegen die Teilnahme an einem solchen Projekt zu entscheiden. Zwar sei im Vorfeld intensiv über den Park diskutiert worden. Aktuell nehme er aber keine große Ablehnung des Projekts war, so Krist. Für ihn sei wichtig, dass bei dem Bau der Windräder auch ein Gemeindegrundstück mit verwendet wird. Dies sei auch so beschlossen worden.

Im Windpark Vockenrod sollen drei Windenergieanlagen errichtet werden, die zusammen eine installierte Leistung von 17,1 Megawatt haben. Damit können – den Angaben der Betreiber zufolge – rein rechnerisch rund 14.100 durchschnittliche Haushalte mit Strom versorgt werden. Die Standorte der Windenergieanlagen stehen entlang der Landesstraße L3145 und grenzen an die Windparks Ruhlkirchen und Hengelberg. Die Windräder werden zum überwiegenden Teil auf Wiesenflächen errichtet. Eine Anlage soll auf forstwirtschaftlich genutzten Waldflächen stehen.

5 Gedanken zu “Windpark Vockenrod verfehlt Crowdfunding-Ziel – wird aber dennoch gebaut

  1. Hihi…. Das dachte ich mir auch 😂😂😂😂

    Eine Diskussion über Windkraftanlagen in Vockenrod und die Grünen Schwurbler Konzern das mit Whataboutism 2.0 😂😂😂

    Was hat die Diskussion mit den AKWs zu tun? Stellen sie sich doch so ein 200m hohes, lautes und auch gefährliches Ding hinters Haus, wenn es Ihnen gefällt 😡😡😡😡

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  2. Wann wird denn endlich mal das Bauen dieser unsäglichen Windparks im Vogelsberg, eingestellt? Wo man hinsieht stehen diese hässlichen Dinger! Bei Reuters im Wald wird auch ein Windpark gebaut.
    Jegliche schöne Aussicht wird dadurch zerstört!
    Ich bin der Meinung, irgendwann ist’s mal genug und das ist jetzt!
    Es kann doch nicht sein, das der ganze Vogelsberg damit zugepflastert wird, und andere Regionen dann den Strom bekommen.
    Einfach nur noch zum Heulen das Ganze! Grüne Energie schön und gut, aber bitte nicht so!

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    1. An Windkrafträdern ist nichts „Grün“ Für die Produktion muss gewaltig Energie(Atom,Kohle,Gas) genutzt werden. Das errichten erfordert versiegeln der Böden im direkten Umfeld der Anlagen. Für den Betrieb müssen Hunderte Liter Öl in die Getriebe,das dann regelmässig ausgetauscht werden muss. Um die Teile überhaubt betreiben zu können braucht man elektrische Energie(Atomkraft,Kohle,Gas) um sie ans laufen zu bringen. Die Entsorgung der Verbundwerkstoffe der Anlagen ist noch nicht geklärt und immer öffters bringt der Betonkrebs der Türme frühzeitig an ihre Nutzungsgrenze,das man schon mal welche sprengen muss. Und wenn wie jetzt Deutschlandweit eine windarme Wetterlage ist stehen die nur häßlich in der Gegend rum und grüßen die ökolistische Gesinnung. Das Alles und noch viel mehr,würde ich verschweigen,wenn ich ein Grüner wär.

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    2. Aber bisher haben Sie den Strom aus den Atomkraftwerken, von denen keines im Vogelsberg stand, auch gerne bezogen, gelle.

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      1. Sie haben sie ja nicht gefragt, ob sie mit dem Strom und den vielen gut bezahlen Arbeitsplätzen eines Atomkraftwerks im Vogelsberg leben könnte.

        Whataboutism der Extra-Klasse, wenn den Blechwindmühlenfans die Argumente ausgehen. Leider kann man mit solchen hirnloses Gegenthesen bis ins Amt des Wirtschaftsministeriums kommen.

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