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Saisonstart im AmateurfußballVorfreude und vorsichtiger Optimismus

VOGELSBERG (ls). Neue Runde, neues Glück: Der Fußball geht wieder los – und gleichzeitig schwingt große Vorfreude und vorsichtige Hoffnung auf einen reibungslosen Verlauf mit. Wie haben Fußballer die Zwangspause erlebt? Ein Gespräch mit Marvin Rosengart, Michael Lotz und Lukas Ruppel.

Marvin Rosengart, FSG Alsfeld/Eifa in der A-Liga

Pünktlich und ganz klassisch geht es bei der FSG Alsfeld/Eifa am Sonntag zum Rundenauftakt los – im Auswärtsspiel gegen die FSG Ohmes/Ruhlkirchen. Auf dem Platz wird auch FSG-Neuzugang Marvin Rosengart stehen. Wie er die spielfreie Zeit genutzt hat, was er aus der Krise gelernt hat und worauf er sich zum Rundenstart am meisten freut.

„Endlich wieder mit den Jungs auf dem Platz zu stehen ist ein Hammer-Gefühl – vor allem jetzt wo die Runde vor der Tür steht. In der Spielfreien Zeit nachdem erst die Runde unterbrochen und dann die Saison abgesagt wurde, habe ich am meisten die regelmäßigen Einheiten und das Beisammensein nach dem Training oder den Spielen vermisst. Jetzt merkt man natürlich, dass die Grundfitness etwas fehlt. Nach acht Monaten Pause ist das wahrscheinlich völlig normal und den meisten Gegnern dürfte es genauso gehen. Da hat die Ausdauer etwas gelitten und irgendwie hab ich am Anfang der Vorbereitung öfter über das Fangnetz geschossen.

Am Sonntag steht der Auftakt der FSG Alsfeld/Eifa an – und zwar gegen die FSG Ohmes/Ruhlkirchen. Hier ein Blick auf das Spiel im Oktober 2020. Foto: archiv

Zwar wurden zwei Testspiele in der Vorbereitung kurzfristig abgesagt, aber das Training lief gut, wir fühlen uns fit und die Moral in der Mannschaft ist top. Wir gehen mit Zuversicht in die neue Saison. Da in dieser Saison das Hinrundensystem eingeführt wurde, bin ich hierbei ziemlich optimistisch. Ich finde das ist für den Amateurbereich eine gute Lösung und hoffe natürlich, dass jede Mannschaft bis Mitte November regelmäßig seine Punktspiele absolvieren kann. Durch die Corona-Pandemie habe ich gemerkt, dass man das, was man hat, einem auch ganz schnell genommen werden kann. Daher sollte man auch die kleinen Dinge, sowohl in der Familie als auch im Freundeskreis, Sport und vielen anderen Bereichen zu schätzen wissen.“

Michael Lotz, Schiedsrichter

Nicht nur für die Spieler geht es nach knapp acht Monaten coronabedingter Spielpause zurück auf den Platz, sondern auch für die Schiedsrichter der Region geht es wieder los, so wie für Michael Lotz. Der bekannte SGAES-Mann hat vor einiger Zeit seinen Schiedsrichter-Lehrgang absolviert und ist der neutrale Part auf dem Platz.

„Ich habe trotz Corona jede Möglichkeit genutzt, um auf dem Platz zu sein. Da ich auch die Kids trainiere, war die Pause für mich nicht so lange wie für viele Schiedsrichter-Kollegen. Trotzdem ist es schön, dass es wieder los geht und ich hoffe, dass wir die Runde durchziehen können. Am Amateurfußball habe ich wirklich alles vermisst und um ehrlich zu sein vermisse ich es immer noch. Ich glaube es wird Monate dauern, bis es wieder so wird wie früher. Es war doch ganz normal nach dem Spiel noch mit den Spielern und Zuschauern zu schnacken. Das ist derzeit alles noch so fremd und entfernt. Man geht den Leuten aus dem Weg und das nimmt auch ein wenig den Flair von unserem schönen Hobby.

Ehe er als Schiedsrichter auf den Platz stand, spielte Michael Lotz oft im aktiven Spielbetrieb für die SGAES, so wie hier zu sehen. Foto: archiv

Ich war Anfang des Jahres viel Wandern und wir haben jede Lockerung für das Training mit den Kindern beim SV Altenburg genutzt. Die Kids haben das so sehr gebraucht – die Bewegung und das Miteinander. Das kann man sich gar nicht so vorstellen, wie man das als Trainer allein in den ersten beiden Einheiten merkt.

Ich habe bisher nur Jugendspiele geleitet. Das ist verhältnismäßig relativ „einfach“, aber wenn es wieder zur Sache geht, fehlt einem vermutlich schon der Blick für versteckte Fouls oder Abseitsstellungen. Aber das geht den Kickern genauso und im Grunde ist jeder froh, dass es überhaupt weiter geht. Deshalb ist es wichtig, dass die Runde wirklich durchgezogen wird, das hoffe ich jedenfalls sehr.“

Lukas Ruppel, SpVgg. Leusel in der Gruppenliga

Den Start in die Gruppenliga machte die SpVgg. Leusel schon am Freitagabend. Los ging es da mit dem Gastspiel beim VfB Wetter. Das war zwar das erste Punktspiel für die Grün-Weißen, aber nicht das erste Mal, dass das Team gemeinsam auf dem Platz stand. Nichtsdestotrotz war die Freude groß, wenn auch die Vorbereitung eher durchwachsen lief.

„Es ist ein gutes Gefühl wieder zusammen auf dem Platz zu stehen und für ein Ziel zu trainieren und zu spielen. Während der Corona-Pause haben wir zwar versucht trotzdem in kleinen Gruppen zu trainieren als es die Infektionszahlen zugelassen haben, ich habe aber trotzdem die Gespräche und Späße in der Kabine sehr vermisst – als Fußballer gehört das einfach dazu, genauso wie das Beisammensitzen nach Siegen oder aber verschiedene Teamabende.

Ein Blick auf das Spiel der Leuseler im Oktober 2020, ehe es wieder zurück in die Corona-Pause ging. Foto: archiv

Die Vorbereitung und die ersten Spiele waren meiner Meinung nach sehr durchwachsen. Wir hatten einige Pokalspiele, bei denen die Platzverhältnisse teilweise sehr schwierig waren. Wir hatten aber auch Testspiele gegen höherklassige Mannschaften, die aus meiner Sicht sehr wichtig waren, da ich es persönlich gut finde, wenn man sich mit starken Gegnern misst. Grade in unserer jungen Mannschaft konnten hoffentlich viele Spieler etwas mitnehmen und sehen wo es noch fehlt.

So eine Pandemie kann jeder Zeit kommen, und grade für Leute die einen Mannschaftssport ausüben, ist es eine schwierige Zeit. Aber Corona hat auch gezeigt, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als Fußball, auch wenn der Sport für mich zu einem glücklichen leben dazu gehört. Ob die Runde dann wirklich fertig gespielt wird, das wird sich die nächsten Wochen zeigen. Sollten die Infektionszahlen in den kommenden Wochen weiter steigen, glaube ich nicht, dass die Runde durchgezogen wird.“