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Dannenrod, ein Dorf in einer Ausnahmesituation: Dannenröder berichten über die Situation vor OrtAnwohner aus Dannenrod: „Das hat uns enger zusammengeschweißt“

DANNENROD (akr). Die Ruhe im Homberger Ortsteil Dannenrod ist vorbei. Seit über zwei Wochen finden in dem Wald, der sich nur wenige Meter von dem kleinen Ort befindet, die Rodungs-und Räumungsarbeiten für den Weiterbau der A49 statt. Tausende Polizisten belagern seither nicht nur den Dannenröder Wald, sondern auch das rund 200-Seelen-Dorf. „Es ist immer noch eine Ausnahmesituation, die jetzt zum Alltag geworden ist“, erzählt der 19-jährige Leonard Morneweg. Gemeinsam mit einigen anderen Bewohnern berichtet er, wie die Dannenröder mit dieser ganzen Situation umgehen.

Dannenrod ist schon lange kein unbekanntes Dorf mehr. Man könnte sogar soweit gehen zu sagen, dass es wohl kaum ein Dorf in Deutschland gibt, das derzeit präsenter in den Medien ist. Angefangen hatte alles vor über einem Jahr, als Umwelt- und Klimaaktivisten den Dannenröder Wald besetzten, um für dessen Erhalt zu kämpfen und den Weiterbau der A49 zu verhindern. Schon damals war das Interesse der Medien groß, erinnerten die Szenen doch ein kleinwenig an die Besetzung des Hambacher Forsts.

Immer mehr dieser Aktivisten zog es innerhalb dieses einen Jahres in den Wald. Sie errichteten über 400 Barrikaden und über 100 Behausungen. Mittlerweile sieht das allerdings wieder ganz anders aus, denn vor über zwei Wochen haben die Räumungs- und Rodungsarbeiten für den Weiterbau der Autobahn begonnen. Leonard Morneweg aus Dannenrod erinnert sich noch an den Tag, als es mit der Ruhe in dem Homberger Ortsteil von heute auf morgen vorbei war. „Es war Dienstag, der 10. November, als ich morgens um kurz vor sieben Uhr plötzlich durch viele hupende Autos geweckt wurde“, erzählt der 19-Jährige. Überall im Dorf habe plötzlich reihenweise Polizei gestanden. „Die Deges ist hier eingefallen, ohne Ankündigung, ohne alles, als wäre man im Guerillakrieg“, merkt ein älterer Herr an. Die Deges ist die Firma des Bundes, die den Bau der Autobahn verantwortet.

Weil es draußen zu kalt ist, entscheiden sich die Bewohner in die Kirche zu gehen, um dort über ihr Anliegen zu sprechen.

Seit zwei Wochen halten sich nun schon zum Teil fast zehn mal so viele Polizisten in Dannenrod auf, wie es Einwohner gibt. Die Situation mit den ganzen Polizeiautos habe sich jedoch durch den Bau des Logistikzentrums der Polizei schon etwas verbessert. „Natürlich weiß die Polizei nicht, was sie erwartet, aber es ist einfach zu viel Polizei vor Ort“, findet Morneweg. Die anderen Bewohner, die sich gemeinsam mit ihm an diesem Tag in der Kirche versammelt haben, um ihre Sicht der Dinge zu schildern, stimmen ihm zu.

Kritik an manchen Polizisten

„Wir sind nicht gegen die Polizei“, betont Leonard. Doch es habe einfach Situationen gegeben, die sie nicht in Ordnung fanden und über die sie sich auch heute noch ärgern. Eine dieser Situationen habe sich am vergangenen Freitag ereignet, als die Gruppe „Anwohner gegen die A49“ in Dannenrod demonstrierte, so wie seit einigen Wochen jeden Freitag. Die angemeldete Demo sei friedlich gewesen, sei aber dann durch mehrere Polizeiautos gestört worden. Polizeibeamte aus Nordrhein-Westfalen sollen es gewesen sein, die an diesem Tag versucht hätten, sich ihren Weg durch die Demo zu bahnen. „Wir haben das abgelehnt. Es war eine angemeldete Demonstration“, erklärt einer der Anwohner. Deshalb habe man auch den Beamten keinen Platz gemacht.

Nun, anstatt Umzudrehen und einen anderen Weg zu nehmen, sollen die Polizisten ausgestiegen sein und sich provokativ vor ihnen aufgestellt haben. Zwei der Autos sollen sogar versucht haben, sich dennoch durch die Demo zu schlängeln und Kameras ausgefahren haben. Die Polizisten, die den friedlichen Protest begleiteten, sollen gesagt haben, dass diese Kollegen von der Demonstration nichts gewusst hätten. „Es wäre okay gewesen, wenn sie einfach umgedreht hätten, haben sie aber nicht“, kritisiert der Anwohner das Verhalten der Einsatzkräfte – und das habe viele Leute aufgebracht. Seiner Meinung nach hätte die Polizei entweder besser miteinander kommunizieren oder die Demo besser absperren sollen.

Seit einigen Wochen wird freitags gegen die Autobahn demonstriert. Nicht immer in Dannenrod, hier waren die Teilnehmer in Maulbach unterwegs.

Polizisten sollen mit ihrem Verhalten schon öfter nicht gerade positiv aufgefallen sein. Eine Frau aus Dannenrod berichtet, wie sie einmal zum Friedhof wollte, die Polizei sie aber zunächst nicht habe durchlassen wollen. „Es ist der einzige Weg zum Friedhof, was sollte das?“, fragt sie verärgert. Leonard Morneweg erzählt, dass er beim Zeitungen austragen mal an ein Fenster eines Polizeiautos klopfte, das den Gehweg blockiert haben soll. Doch der 19-Jährige sei von den Beamten im Auto ignoriert worden, „nicht mal das Fenster haben sie runter gemacht“, erzählt er und ergänzt: „Man fühlt sich schon zum Teil provoziert und respektlos behandelt.“ Das treffe aber nicht auf alle Polizisten zu. „Es gibt gute und schlechte Polizisten. Man darf nicht alle über einen Kamm scheren“, betont er. Die anderen in der Kirche nicken.

Keine negativen Erfahrungen mit Aktivisten

Gleiches gelte für die Aktivisten im Wald. Negative Erfahrungen habe man mit ihnen aber bislang nicht gemacht. „Wir leben jetzt seit über einem Jahr friedlich mit ihnen zusammen. Die Verunglimpfung kommt von außen“, erzählt ein älterer Herr. Solche Aussagen wie „das sind alles arbeitslose Hartz IV-Empfänger“ machen ihn sauer. Das seien keineswegs dumme Menschen, die dort im Wald leben – im Gegenteil: „Die haben ordentlich was auf dem Kasten“, betont er. Es seien normale Menschen, die ganz normal arbeiten oder studieren gehen. Sie würden nur einfach über den Tellerrand hinaus schauen und sich Gedanken um die Zukunft machen.

Viele Menschen aus Dannenrod unterstützen die Aktivisten. Hier zum Beispiel ein Hinweis, dass sie hier duschen können.

„Ich vertraue auf das, was ich sehe“, betont ein Anwohner aus Appenrod, als es um das Thema Aktivisten und Gewalt geht. Er selbst, und da stimmen ihm die anderen zu, habe noch nicht mit eigenen Augen gesehen, dass die Besetzer Pyrotechnik oder Steine auf Polizeibeamte geworfen haben. „Es wird viel falsch berichtet“, merkt ein anderer Dannenröder an. Sollte es wirklich solche Vorfälle gegeben haben, dann distanziere man sich davon.

Für Gewalt habe man kein Verständnis, das könne man „nicht gut finden“, heißt es an dem Abend in der Kirche. Die Bewohner berichten, dass es aber auch Aktivisten gebe, die Einsatzkräfte provozieren würden. „Provokation ja, Gewalt nein“, sagt der Appenröder und betont erneut, dass er nur darauf vertraue, was er auch mit eigenen Augen gesehen habe. So zum Beispiel, als die Polizei mal Schlagstöcke eingesetzt hat. Aber daraus machen die Beamten schließlich auch kein Geheimnis. Einsatz von „unmittelbarem Zwang“ heißt so ein Schlagstockeinsatz im Beamtendeutsch, welches dann auf dem Twitterkanal der Polizei zu lesen ist.

Zusammenhalt statt Spaltung

Bei dem Gespräch in der Kirche geht es aber nicht nur um gute und schlechte Polizisten und Aktivisten. Es geht auch darum, wie sich die Bewohner aktuell eigentlich fühlen und wie man in Dannenrod zusammenlebt – einem Ort, über den oft gesagt wird, er sei gespalten. Doch ist das 200-Seelen-Dorf das wirklich? Nein, sagen die Menschen und schütteln den Kopf. „Das hat uns enger zusammengeschweißt“, erklärt Morneweg. Natürlich gebe es auch einige wenige Fälle, wo man nicht mehr miteinander spricht, sich einige Menschen ausgrenzen und es zu Streitigkeiten kam. „Davon aber abzuleiten, dass das Dorf gespalten ist, das ist schlichtweg falsch“, betont er.

Die Wut, die hier aufsteige, gelte den Verantwortlichen für den Autobahnbau und nicht den Mitmenschen, die eine andere Meinung haben. Man gehe auch ganz normal mit den etwa zehn bis 20 Prozent der Dorfbewohner um, die die Autobahn befürworten. „Wir wohnen gerne hier und wir müssen auch nach der ganzen Sache noch gut miteinander zusammenleben können. Jeder darf auch seine Meinung haben“, erklärt Morneweg. Mittlerweile wisse man auch, mit wem man sich über das A49-Thema unterhalten könne und mit wem nicht. Man vermeide das als Gesprächsthema dann ganz einfach.

An manchen Häusern hängen Plakate, um zu zeigen, dass man gegen den Bau der A49 ist.

Die Bewohner in Dannenrod seien aber nicht nur wütend, sondern auch enttäuscht. Sie fühlen sich alleingelassen, respektlos behandelt, wie sie erzählen. Fehlende Unterstützung und mangelnde Transparenz werfen sie unter anderem der Stadt Homberg, dem Vogelsbergkreis, aber auch der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil vor. „Man ist als Dorf auf sich allein gestellt“, betont einer der Dannenröder. Man sei auf diese ganze Situation, die aktuell in Dannenrod herrscht, nicht vorbereitet worden. Man sei sich durchaus bewusst, dass in Zeiten von Corona Bürgerversammlungen eher ungünstig sind, dennoch hätte man einen Weg finden können, die Bewohner besser auf die Situation vorzubereiten. „Eine offene Kommunikation hat gefehlt“, sagt er.

Eine Ausnahmesituation wird zum Alltag

Und jetzt ist sie eben da, diese Situation. Seit zwei Wochen bereits. „Es ist immer noch eine Ausnahmesituation, die jetzt zum Alltag geworden ist“, sagt der 19-Jährige Leonard. Ein Bewohner aus dem Nachbardorf Appenrod berichtet, dass vor allem der Verkehr den Anwohnern zu schaffen mache. Allein schon hunderte von Baufahrzeugen würden jeden Tag an seinem Haus vorbeifahren. Hinzu komme dann noch, dass durch die Sperrung der Alsfelder Schellengasse der Verkehr in Appenrod durch die Umleitung deutlich zugenommen habe. „Und dann kam auch noch die Sperrung der B62 Richtung Lehrbach hinzu“, betont er. Die Autofahrer mussten also den Umweg durch den Homberger Ortsteil nehmen.

Auch zwischen Dannenrod und Appenrod ist seit längerer Zeit die Straße gesperrt.

Es musste also etwas gegen das hohe Verkehrsaufkommen unternommen werden, fanden einige Bürger aus Appenrod. Der Mann aus Appenrod erzählt, dass man Anträge an Hessen Mobil und die Stadt Homberg stellte, die Geschwindigkeit innerorts auf 30 km/h zu reduzieren. Nun, die Anträge wurden stattgegeben – allerdings nur für LKW. Bis die Schilder aber erst einmal aufgestellt worden, habe es schon knapp eine Woche gedauert. „Wir hätten uns gefreut, wenn es auch für die Autofahrer gelten würde, aber Hessen Mobil hat so entschieden“, erzählt er. Nicht die ideale Lösung, aber ein Anfang. Der Großteil würde sich auch an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, „jetzt wackelt mein Haus nur noch ab und zu“, scherzt sein Appenröder Kollege.

Auch wenn der Weiterbau der A49 eine beschlossene Sache ist, geben die Dannenröder A49-Gegner die Hoffnung nicht auf, dass der Bau vielleicht nicht doch noch gestoppt wird. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, betont der Mann aus dem Nachbarort – und mit dieser Meinung ist er nicht allein. Jetzt würde man sich jedoch erst einmal freuen, wenn man wenigstens sonntags wieder seine Ruhe habe.

43 Gedanken zu “Anwohner aus Dannenrod: „Das hat uns enger zusammengeschweißt“

  1. Frau Roth hat einen guten Bericht geschrieben. Sie schildert sehr anschaulich die Erfahrungen von Menschen die seit Wochen hohen Belastungen ausgesetzt sind. Es sind deren persönlichen Erfahrungen und Empfindungen und niemand hat das Recht das in Frage zu stellen oder niveaulose Kommentare zu verfassen.

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  2. Grundsätzlich mal ein dicker grüner Daumen für alle, die hier mehr als nur einen Einzeiler der Sorte „Find‘ ick jut!“ oder „Tod den Chaoten!“ zuwege bringen. Wenn sich allerdings die umfangreichen Darlegungen und Erörterungen zu 95 Prozent darin ergehen, sich für die jeweils Andersdenkenden besonders beleidigende Zuschreibungen auszudenken oder die ideologischen Auseinandersetzungen der späten 1960er Jahre aufzuwärmen, wird es nervig.

    Wer wie ich bereits mehr als sieben Jahrzehnte auf dem Buckel hat und immer noch nicht dement ist, der erinnert sich gut, was aus den auch zur damaligen Zeit schon mit inbrünstiger Intoleranz vorgetragenen Positionen, Projekten und Personen geworden ist. Die einzig wahre „historische Perspektive“ ist nicht die Utopie/Dystopie vom aktuellen Zeitpunkt aus, sondern die Frage: Was hat’s gebracht und war es der Mühe wert?
    Keine „Bewegung“ von weltgeschichtlicher Bedeutung, der nicht irgendwelche nicht vorher gesehenen Entwicklungen den Wind aus den Segeln genommen hätten oder die sich nicht aufgrund der Mühen der Ebene oder der hinhaltenden Widerstände der realen Verhältnisse letztlich tot gelaufen hätten oder durch neue Themen von mindestens ebenso großer weltgeschichtlicher Bedeutung sang- und klanglos abgelöst worden wären. Haarfilz, Turnschuhe, Topfblume, Norwegerpulli und unvollendetes Strickzeug sind die Markenzeichen von Gestern. Aus systemverändernden Heißspornen wurden fettleibige Unternehmensberater oder millionenschwere Buchautoren sowie Rechtsanwälte ausländischer Oligarchen-Firmen. In einigen Fällen blieben auch armselige Loser zurück, denen mangels anpasserischer Geschmeidigkeit der Haarfilz in den immer noch getragenen Norwegerpulli gesunken ist und die irgendwann eines einsamen und traurigen Todes sterben. Bei den Würdigungen ihrer einstigen Bedeutung wird dann unscharfes Schwarz-weiß-Material gezeigt und jeder denkt sich: Ach, waren das noch Zeiten!

    In einer Demokratie sind nun mal nicht alle einer Meinung. Und Beurteilungsmaßstäbe ändern sich. Und der Rechtsstaat ist nicht erst dann verwirklicht, wenn jeder Recht bekommt. Gerade bei gegensätzlichen Betrachtungsweisen ist dies völlig unmöglich. Dennoch muss entschieden werden. Wenn man Glück hat, mit einer Mehrheit. Je kleiner die Mehrheit, desto mehr Sieger gibt es. Der Weise steht zumeist allein. Und vor anderer Leute Karren lassen sich nur Ochs und Esel spannen, die aber den Lauf von Was auch immer schon deshalb nicht aufhalten, weil man nicht gleichzeitig den Karren ziehen und sich den aus der Gegenrichtung kommenden Kräften entgegen stemmen kann.

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    1. …hilft nicht viel bei all den lockeren Schrauben
      Und wer’s nicht sehen kann, der muss es eben glauben.
      Torasemid treibt’s Wasser aus den Beinen
      Und Pfefferspray lässt Waldbesetzer weinen

      Will sagen:
      Weihnachten ist wie Ostern. Nur mit Zimt.
      Stimmt.

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  3. Nur mal zur INFORMATION
    Grüner Showdown: Der Krieg um die A 49
    Bundes- und Landstraßen sind gesperrt. Überall Polizeiwagen. Tausend Beamte in voller Montur sind im Einsatz. Ein großer Acker wird planiert, um ein Lager für Ruheräume zu schaffen, in dem sich die Polizisten erholen können. Lautsprecheransagen hallen über die Landschaft. Schweres Räumgerät ist im Einsatz. Eine große Zeltstadt bestimmt das Landschaftsbild. Wir sind in Mittelhessen, im beschaulichen Vogelsbergkreis.
    Das hier ist also Deutschland im Herbst 2020. Das Ereignis, das seit Monaten zu diesen bürgerkriegsähnlichen Zuständen führt, ist die Schließung einer Autobahnlücke von 30,8 Kilometern. Längst aber ist die A 49, die von Kassel in den Raum Gießen führt, zu einem Präzedenzfall geworden. Geklärt muss werden, ob die Bundesrepublik noch ein Rechtsstaat ist oder zum Experimentierfeld der ökokommunistischen Weltveränderer verkommen ist.
    Die Geschichte einer Autobahn von Gießen nach Kassel beginnt schon in den 1930er Jahren. Davon später mehr. Aktuell geht es um die letzten 30,8 km. Die Trasse, die festgelegt und von allen Gerichten bestätigt wurde, ist das Ergebnis jahrzehntelangen Projektierens. Sie ist verkehrstechnisch sicher nicht optimal, weil sie aus biotop-bedingten Gründen immer weiter weg vom Ballungsraum Marburg nach Osten verschoben wurde. Aber, und das haben alle Gerichtsverfahren bestätigt, die jetzt baurechtlich unanfechtbare Linie ist die mit den geringsten Eingriffen in die Natur. Dass sich ausgerechnet jetzt an diesem eher unspektakulären Lückenschluss die internationale Berufsprotestler-Truppe festgebissen hat, hat weder etwas mit Naturschutz oder gar Klimaschutz zu tun. Die Bewohner Mittelhessens haben das Pech, als Trainingsplatz und Kampfgelände der sich radikalisierten sozialistischen Gruppen herhalten zu müssen, die den Klimawandel als Vehikel ihrer Transformationspläne für die Gesellschaft nutzen.
    Arbeitsplatz für Berufsbaumbesetzer
    Vor allem sind es zwei Gründe, die ausgerechnet die Baustelle der A 49 zum Zentrum europaweiter Demonstrationen machten. Da ist einmal die Entwicklung am Hambacher Forst. Der Kohleausstieg ist beschlossen, der Hambacher Forst weitgehend gerettet, da machen große Demonstrationen keinen Sinn mehr. Die Aufmerksamkeit ist gesunken. Die dort engagierten Baumhausbewohner wurden arbeitslos. Da boten sich 27 Hektar Wald, die für die A 49 gerodet werden müssen, als neuer Einsatzort gerade günstig an.
    Zwar werden auch in anderen Bundesländern gerade Wald für Straßen und Autobahnen gerodet, aber es musste Hessen sein, weil damit der zweite Grund für eine Auseinandersetzung mit der Staatsmacht erfüllt wurde: die Realos in der Grünen Partei vorzuführen – sie entweder in ihrer Partei zu schwächen oder sie als Vorwand benutzen, eine neue radikale Ökopartei gründen zu müssen. Der böse Bube für die Baumbesetzer und Protestler ist neben dem CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer vor allem der grüne hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, der als Lord Voldemort, dem Dauerbösewicht aus der Harry Potter Geschichte, bekannt ist.
    Tarek Al-Wazir ist in der Tat in einer misslichen Lage. Wie alle Grünen – als er noch in der Oppositionwar, hat er gegen jeden Autobahnbau in Hessen gearbeitet. Durchaus erfolgreich. Die A 44, ein Verkehrsprojekt der deutschen Einheit von Kassel nach Eisenach, haben die Grünen und ihre NGO-Verbündeten Jahrzehnte blockiert und beklagt. Damit haben sie erreicht, dass die Trasse so verändert wurde, dass die Baukosten von gut 8 Millionen Euro pro Kilometer auf über 20 Millionen gestiegen sind. Geld, das woanders natürlich fehlt.
    Die gleiche Verzögerungstaktik wurde auch für die A 49 von den Grünen betrieben. Schon Mitte der 90er Jahre diskutierte ich mit Al-Wazir in einer HR-Sendung über die Kosten, die die fehlende A 49 für die Wirtschaft verursachte. Aber das Grünen-Prinzip war ökonomischen Argumenten nicht zugänglich. Da waren bis 1980 schon 36,6 Kilometer eingeweiht, 1994 kamen dann nochmal 8,3 km hinzu. Aber dann endete die Autobahn auf einer engen Landstraße. Die Millionen, die sie gekostet hat, konnten volkswirtschaftlich nicht genutzt werden. Dafür quälte sich der Verkehr über Bundesstraßen durch Dörfer und Kleinstädte, die alle massiv eine Autobahn forderten. Da diese Region eine letzte Bastion der SPD ist, waren und sind SPD-Politiker auch für die A 49.
    Ohne A 49 keine schwarzgrüne Koalition
    Der Sinneswandel von Al-Wazir und den Grünen kam während der Koalitionsverhandlungen mit der CDU 2014. Die Union verzichtete auf die Umgehungsautobahn von Darmstadt und den Frankfurter Alleentunnel, die Grünen akzeptierten den Weiterbau der A 44 und den Lückenschluss der A 49. Ohne A 49 keine schwarzgrüne Koalition. Dabei bauten die Grünen eine listige Bedingung ein: Der Lückenschluss darf nur weiter geplant und umgesetzt werden, wenn die Finanzierung gesichert ist. Nach der damaligen Autobahnfinanzierungsmethode würde das nie möglich sein. Die mehr als 1 Milliarde Euro, die mittlerweile veranschlagt wurden, hätte die Zuteilungen für Hessen auf Jahre nicht hergegeben. Sie hatten nicht mit Verkehrsminister Alexander Dobrinth gerechnet, der überraschenderweise 1,1 Milliarden Euro für die A 49 zusagte.
    Als dann auch alle Einwendungen und Klagen der Fußtruppen der Grünen, die den Kampf gegen den Individualverkehr vor allem mit Naturschutzargumenten seit den 80er Jahren betreiben, endgültig nach allen Instanzen vor dem Bundesverwaltungsgericht gescheitert waren, musste der mittlerweile zum Verkehrsminister aufgestiegenem Tarek Al-Wazir den Koalitionsvertrag erfüllen. Seine Behörde „Hessen mobil“, musste die A 49 umsetzen. Wenn er jetzt jammert, er sei ja gegen das Projekt, könne es aber nicht verhindern, weil der Bauherr der Bundesverkehrsminister sei, ist das noch nicht einmal die halbe Wahrheit. Er hätte nur auf den Koalitionsvertrag verzichten müssen. Dann würde zwar die SPD mit der CDU die A 49 bauen, aber er wäre jetzt nicht das Zielobjekt der rotgrünen Front. Zusätzlich kann sich Al-Wazir hinter der DEGES verstecken, der „Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH“, die Hessen mit der Planung und Bau der A 49 beauftragt hat und auf die nach dem neuen Straßenbaugesetze alle Autobahnprojekte ab dem 1.1.2021 übertragen werden.
    Den Attacken der Grünen Front aber kann er nicht ausweichen. Sie haben sich auf ihn eingeschossen. Wie präzise und eingespielt das abläuft, kennt er sicher. Schon vor über zehn Jahren wurde mir ein Papier zugespielt, in dem mit 21 Punkten aufgeführt wird, wie gegen den Bau von Autobahnen opponiert werden soll. Beispiele: Die Ziffer in Klammer bezeichnet den entsprechenden Punkt in dem Papier. „Zitiere ohne Bedenken“ (3). „Gib Dich niemals mit einer Auskunft zufrieden“ (10). „Drücke Deine Empörung gezielt und lang anhaltend aus“ (14). „Sollten Politiker…vorhanden sein, so beschimpfe sie auf das Heftigste“. (16) „Halte Dich möglichst wenig mit sachlichen Diskussionen auf“. (18) Stelle vorhandene Gesetze, Verordnungen, Richtlinien als …veraltet, unzutreffend und zu großzügig dar“. (20).
    Vor allem Punkt 19 der Straßenverhinderungsanleitung zwang Al-Wazir, aus seiner Deckung herauszukommen und deutlich zu widersprechen: „Sprich insbesondere immer wieder von noch unbekannten Gefahrenpotenzialen, die die Wissenschaft noch erforschen muss. Unter diesem Aspekt ist die vorgeschlagene Technik total veraltet, und es ist menschenverachtend, wenn sie zum Einsatz kommen soll.“ Im Fall der A 49 ist das die „anerkannte“ Gutachterin
    Dr. Roda Verheyen aus Hamburg, die „erdrückende Nachweise“ hat, dass die Leipziger Verwaltungsrichter übersehen haben, dass durch den Bau der A49 „Menschenleben gefährdet werden.“
    Es geht um das Wasserrecht. Die Trasse führt durch ein Wasserschutzgebiet. Grüne Bundestagsabgeordnete, der B.U.N.D. und die besagte „anerkannte“ Juristin, die von Greenpeace bezahlt wird, unterstellen, dass eine erhebliche Gefährdung der Wasserversorgung für 500.000 Menschen durch die A 49 besteht. Al-Wazir musste dem öffentlich widersprechen und stellte dabei fest, dass Frau Dr. Verheyen „nicht ausreichend fundiert“ argumentiere und ihre Schlussfolgerungen ohne „juristische Relevanz“ seien.
    Als Pinguin verkleidet aus einem Baumhaus geholt
    Schadenfreude darüber, dass die Grünen und vor allem Tarek Al-Wazir Ärger mit ihrer radikalen Basis haben, ist trotzdem unangebracht. Der Kampf um die A 49 macht vor allem auf das Elend in Deutschland aufmerksam, dass selbst über Jahrzehnte hinweg durchgeklagte Projekte von einer radikalen Minderheit weiter bekämpft werden und dies oft mit medialer Unterstützung. So haben wir zwar einen Rechtsstaat, aber daneben hat sich ein moralisches Recht etabliert, dessen Normen von den Gutmenschen „grünroter“ Durchfärbung ausgelegt und angewandt wird.
    Eine kostspielige Variante einer verwirrten Demokratie. Im Autobahnbau lässt sich das nachvollziehen. Im Auftrag der damaligen hessischen CDU/FDP-Regierung hat ein Planungsbüro anhand mehrerer Autobahnprojekte ausgerechnet: Bei einer Verfahrungsdauer vom Linienentwurf bis zum Planfeststellungverfahren ergeben sich für 1 Kilometer Autobahn 193.800 Behördenstunden, die mit 9,69 Millionen Euro ausgerechnet wurden. Zusätzlich waren im Schnitt 18 Gutachter und 200 externe Ingenieure tätig, die 4,9 Millionen Euro pro Kilometer kosteten. Für die reinen Baukosten inklusive Lärmschutz und Umweltschutzmaßnahmen waren noch einmal 11,73 Millionen fällig. Das ist der eigentliche Vorwurf an Tarek Al-Wazir und seine Kollegen: Sie lassen Milliarden in der Bürokratie vergraben, um daraus politische Vorteile zu erzielen.
    Aber das alles spielt zurzeit in Mittelhessen bei Weiterbau der A 49 keine Rolle. Bei einem Besuch in den Protestcamps und Baumhaussiedlungen traf ich auf eine Mischung aus freundlichen, auskunftsbereiten Berufsprotestlern und einer Atmosphäre wie in Filmen mit Räuberlagern von Robin Hood im Sherwoodforest. Mindestens ein Kilometer vor der eigentlichen Rodungstrasse begannen aufwändige Barrikaden, die alle zirka 200 Meter aufgeschichtet waren. Seit einem Jahr schon, so berichteten vermummte Protestler, lebten sie jetzt hier, um die Bäume zu schützen. „Wald statt Asphalt“ lautet die kurz zusammengefasste Hauptparole. Dabei wird in Kauf genommen, dass der Wald ziemlich vermüllt wird. Es wird sehr schnell deutlich, dass hier Profis am Werk sind. Vom Auskunftstand mit Lageplan für die einzelnen Aktivitäten, einem Zelt für die Medien bis zur Essensvorsorge, ist alles vorhanden. Damit wird das Motto untermauert: „Wir sind gekommen, um zu bleiben“.
    Bei den Gesprächen wird sehr schnell deutlich, dass die eigentlichen Für- und Wider-Argumente für die A 49 überhaupt keine Rolle spielen. Nach nur wenigen Sätzen wird deutlich: Es geht um die Überwindung des Kapitalismus. Nur dann kann die Natur gerettet werden und mit der Natur gleich die ganze Welt vor der Klimakatastrophe. Die beiden Waldstücke auf der Trasse, der Herrenwald und der Dannenröder Wald sind jetzt die Symbole für die Rettung der Welt. Da sind Argumente sinnlos. Dagegen haben die Promis der Klimarettung erkannt, dass es ihrem Image gut tut, wenn sie sich in Mittelhessen sehen lassen
    und womöglich auch noch abgeführt werden, wie die Berufsweltretterin Carola Rakete, die, als Pinguin verkleidet, aus einem Baumhaus geholt wurde.
    Sammelbecken der antikapitalistischen Linken
    Die Liste der Sympathisanten und gewaltbereiten Waldbesetzer umfasst so ziemlich alle Organisationen, die zurzeit dabei sind, den Klimawandel zur eigenen Profilierung und zur Umsetzung ihrer sozialistischen Träume aller Schattierungen zu nutzen. Wir kennen sie alle von ihren Auftritten im Hambacher Forst. „Ende Gelände“, „Robin Hood“, „extinction rebellion“, „Antikohle im Kidz“, der „B.U.N.D“., „Nabu“, „Greenpeace“ und natürlich „Fridays for future“. Die gemeinsame Protestaktion am 4. Oktober wurde von Uwe Hiksch angemeldet, Sprecher der marxistischen Plattform, einem Sammelbecken der antikapitalistischen Linken, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird.
    Nebenbei ist Hiksch auch noch Vorstand der „Naturfreunde“. Das alles wird nicht erwähnt, wenn er im öffentlichen Fernsehen als Anmelder der Demonstration für die Rettung des Klimas vorgestellt wird. Mit Recht wird bei Demonstrationen vom rechten Rand mokiert, wenn sich bürgerlich gebende AfD-Mitglieder nicht von Nazis distanzieren. Bei den Linken, vor allem wenn es um die Rettung der Welt geht, verwischen sich alle Grenzen. Fridays-vor-Future-Star Luisa Neubauer wird nachgesehen, dass sie mit den Verfassungsgegnern wie Hiksch gemeinsame Sache macht.
    „Gegen den Verbrennungsmotor“, „Verkehrswende jetzt“, „Naturräume statt Betonträume“, und immer wieder die Beschwörung, dass der Weiterbau der A 49 im Zeitalter der Klimarettung unverantwortlich sei. Diese Parolen machen vor allem deutlich, dass die aus der ganzen Republik angereisten Protesttypen sich mit der Realität in Mittelhessen nicht beschäftigt haben. Wer zu den Aktionshotspots fährt, kommt durch Dörfer, in denen viele Häuser leer stehen. Der westliche Vogelsbergkreis ist mit das strukturschwächste Gebiet in Hessen.
    Vor allem entlang der B 62 und B 3 sind trotzdem der Verkehrslärm und die LKW-Dichte unerträglich. Mit der A 49 wird die ganze Region aufgewertet. Statt die Umwelt zu belasten, wird direkt und indirekt die Umwelt entlastet. Ja, 27 Hektar Wald werden gerodet. Dafür werden 750 Hektar Ausgleichflächen saniert, durch das Anpflanzen von 35.000 Eichen und Hainbuchen zum Beispiel. Der Dannenröder Wald wird der Forstnutzung entzogen und in einen Naturwald verwandelt. 55 Hektar neue Waldflächen entstehen. Für Kiebitze werden Wiesen vernetzt, 2,8 Hektar Zauneidechsenbiotope hergerichtet und für die in ganz Nordhessen tausendfach vorkommenden Kammmolche extra 10 Tümpel gegraben.
    Bei Stadtallendorf führt die Trasse durch das Gelände der in der Nazizeit einst größten und modernsten Sprengstofffabrik Europas. 130 Hektar des total, von allen Giften, die bei der Herstellung von TNT anfallen, verseuchten Bodens, wird von der DEGES, die mit dem Bau der A 49 beauftragt ist, mit 10 Millionen Euro saniert. So fließen Millionen in Projekte, die ohne den Straßenbau aus dem Haushalt bezahlt werden müssten.
    Eine großdeutsche Verirrung
    Der fanatische Kampf gegen Autobahnen ist mit realistischen Argumenten nicht zu entkräften. Die Vorstellung, dass ausgerechnet die A 49 die sonst so hochgehaltenen Prinzipien wie Natur-, Umwelt- und Ressourcenschonung erfüllt, interessiert die „Grüne Front“ nicht im mindesten. Durch die A 49 verkürzt sich die Entfernung vom neuen
    Ohmtaldreieck mit der A 5 bis Kassel um 20 km. Zirka 7.000 Lastwagen werden sie benutzen. Das heißt, durch Mittelhessen nach Kassel wird ein Fünftel Diesel eingespart – oder in Zukunft entsprechend weniger Energie aus Elektro- oder Wasserstoffantrieben genutzt. Je nachdem, wie viele 40-Tonner es bei den Lastwagen gibt, sind das pro Tag zirka 4.000 Liter Diesel, die nach der Fertigstellung der A 49 sofort eingespart werden. Das ist eine zurückhaltende Schätzung.
    Die A 49 führt durch ein ziemlich ebenes Gelände, während die bisherige Strecke über die A 5 und A 7 über die Gipfel des hessischen Berglandes führt, was den Energieverbrauch noch extra erhöht. Mit der neuen Linienführung wird ein Kuriosum korrigiert, das die Nazis beim Bau der Autobahn zu verantworten hatten. Was kaum bekannt ist: Zusammen mit den Kommunisten hatten die Nationalsozialisten im Reichstag den Bau einer privat finanzierten Autobahn von Hamburg nach Basel verhindert. Die sollte auf der Trasse der jetzt im Bau befindlichen A 49 verlaufen.
    Nachdem es den Autobahnbefürwortern gelungen war, Adolf Hitler doch noch von vierspurigen kreuzungsfreien Autostraßen zu überzeugen, lief das Bauprogramm unter der Maßgabe, dass so dem deutschen Arbeiter in seinem „Kraft-durch-Freude-Auto“ die Schönheit Deutschlands gezeigt werden soll. Das kam der Reichsbahn entgegen, die mit dem Bau der Autobahnen beauftragt wurde. Sie sahen in den zunehmenden Lastwagen eine Konkurrenz für ihren Güterverkehr. Und so wurden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Autobahn wurde über Berggipfel geführt, die kaum von den schwachbrüstigen Lastwagen bewältigt werden konnten und gleichzeitig wurde Hitlers Wunsch nach einer die deutsche Landschaft präsentierenden Trasse erfüllt. Und so muss sich bis zum heutigen Tag der Nord-Süd-Verkehr in der Mitte Deutschlands auf einer stau- und unfallträchtigen Bergstraße abquälen.
    Die Gespräche und die Aktivitäten vor Ort machen deutlich, dass die Trasse der A 49 nur als Vorwand genommen wird, um den Staat vorzuführen. In den Berichten – sowohl der Regionalpresse als auch des HR – werden alle, die sich da im und um den Wald tummeln, neutral als „Aktivisten“ bezeichnet. Das mag für friedliche Demonstranten gelten, für die gewaltbereiten Gesetzesbrecher ist das allerdings eine Verniedlichung. Per 14.11., 14:00 Uhr, registrierte die Polizei: 176 Straftaten, 269 Personen wurden in Gewahrsam genommen, 850 Platzverweise erteilt und 26 Personen festgenommen. Diese Zahlen erhöhen sich jeden Tag. In den Polizeiberichten sind aufgeführt: Übergriffe durch Farbbeutel, Exkremente, Pyrotechnik, Steinwürfe, Verdacht auf Nötigung, gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr, Körperverletzungen, schwerer Landfriedensbruch, Verdacht auf Sexualdelikte gegen Polizeibeamte usw.
    Platzverweise nur für 24 Stunden
    Die Polizei hat als Handlungsanweisung ausgegeben: „Sicherheit geht vor Schnelligkeit.“ Das ist sicher richtig. Wird dann aber auch sichergestellt, dass nicht der Steuerzahler für die Millionen Euro aufkommen muss, die hier von Gesetzesübertretern verursacht werden? Zum Beispiel ist es schwer vermittelbar, dass Platzverweise nur für 24 Stunden gelten. Das bedeutet: Bevor die Polizei die Letzten einer Blockade vom Baum geholt haben, sitzen die, die sie vor 24 Stunden weggetragen haben, schon wieder auf der nächsten Barrikade. Was das mit Polizisten macht, sollte bei den Untersuchungen, warum so viele rechte Zellen bei den Ordnungskräften entstehen, nicht unerwähnt bleiben.
    Während ich an diesem Artikel schreibe, sind Hundertschaften der Polizei den Attacken der „Aktivisten“ ausgesetzt, oder müssen Blockaden abräumen, die mit dem Recht auf „zivilen Ungehorsam“ errichtet werden. Verbal und inhaltlich sind es vor allem die Linken, die die Radikalen unterstützen. Ist das aber noch „ziviler Ungehorsam, wenn morgens zur Hauptverkehrszeit sich trainierte Unruhestifter von Autobahnbrücken abseilen und kilometerlange Staus verursachen – oder ist das nicht schon Terror gegen die Gesellschaft? Juristisch eher nicht, aber die Pendler, die ihre Termine verpassen, fühlen sich terrorisiert. Sind das noch gerechtfertigte Streiche, wenn in Gießen 150 Autos mit Farbe besprüht werden, Baumaschinen beschädigt und besetzt, Bäume mit Stahlstiften gespickt, Kosten in Millionenhöhe verursacht werden?
    5 Prozent der Einwohner im vom Bau der A 49 betroffenen Mittelhessen wollen die Autobahn. Berichtet wird aber hauptsächlich von den wenigen, die die Besetzer unterstützen. Ist die wohlwollende Berichterstattung, die so neutral von Aktivisten schreibt, wenn es sich um klare Gesetzesübertretungen handelt, nicht mit dafür verantwortlich, dass die Berufsdemonstranten sich auch noch als Retter der Menschheit vorm Klimatod gerieren können? „Aktivisten erheben schwere Vorwürfe gegen die Polizei“, schreibt die lokale Presse, als eine Besetzerin abstürzte – und damit übernahmen sie die Darstellung der Besetzer schon in der Überschrift.
    Ein Jahr haben Verwaltungsgerichte und Politiker die Baumhausbesetzer auf der Trasse der A 49 geduldet. Warum? Die Sympathisanten, die in Kiel erwischt wurden, weil sie auch eine Autobahn blockieren wollten, die Unterstützung aus Berlin-Kreuzberg und Wien, ihnen allen geht es nicht um 30,8 Kilometer Autobahn, ihnen geht es um eine andere Gesellschaft – staatlich reguliert und kontrolliert, denn nichts anderes sagt ihr Motto in Mittelhessen aus: „Nieder mit dem motorisierten Individualverkehr.“ Willkommen in der Welt von Carola Rackete, Uwe Hiksch, Luisa Neubauer und den moralisierenden Grünen – und natürlich all jenen Studenten, die ihre Vorlesungen in den Baumhäusern der Weltrettungsgemeinde verbringen.

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    1. Normalerweise lese ich Artikel mit Überlänge bei OL nicht weil mit immer langweilig wird.

      Aber dies ist mal ein wirklich interessanter Beitrag, den es sich zu lesen lohnt.

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    2. Nervig
      Übrigens es gibt schon seit den 30 Jahren eine Autobahn von Kassel nach Giessen, nennt sich ‚A5/A7.

      Und der Widerstand gegen die A49 kam ganz massiv aus der CDU, insbesondere vom Kirtorfer Bürgermeister Küntz.

      Soviel zu den Fakten

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    3. Sehr, sehr gelungener Artikel. Wo ist dieser im Original erschienen?

      Schade ist: Wie Sie schon schreiben, der linke Block ist Argumenten nicht zugänglich und geht einer sachlichen Diskussion aus dem Weg. Leute in diesem Forum wie “Tom”, “Werner -Kalbfleisch” und “Klaus Meier” haben vermutlich in ihrem ganzen Leben noch keinen Artikel dieser Länge gelesen 😉

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      1. olizistensohn,
        ich mag es wie du als Teenager andere Menschen diffamierst, Liest dein Vater eigentlich mit. Er ist dein Erziehungsberechtigter und traegt ja eine Mitverantwortung fuer deine Diffamierungen.

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    4. Zu Nervig: Die Entstehung und Panung der A49 wird vortrefflich beschrieben. Die Doppelmoral „Der Grünen“ geben Sie genau wieder, vom Turnschuhtragenden hessischen Landtags Abgeordneten Joschka Fischer (Holger Börner: Wenn die in den Landtag kommen werde ich sie mit Dachlatten hinausbefördern!)zum hochdekorierten Außenminister, der den Grünen im Landtag die Koalition mit der CDU „vorgeschrieben“ hat, trotz des Baus der A49 im Koalitionsvertrag, die Bedenken konnten beide Parteien ja beiseite schieben, denn zuständig ist der Bundesverkehrsminister. So funktioniert Politik.
      Sie haben die Berufsprotestler erkannt, und die zweifelhafte Rolle der „FfF Aktivistin“ Luisa Neubauer haben Sie schonungslos offen gelegt. In fünf Jahren sitzt die auf einem für sie geschaffenen Posten im Aufsichtsrat bei „Thyssen Krupp“ oder ist in der Politik.
      Aus Ihrem Bericht sollte man mal diese Zahlen auf ein DIN-A1-Plakat drucken, und in der ganzen Region aushängen. Es werden nur 27 ha Wald gerodet, das entspricht 2,7%, also bleiben 97,3% diese werden in einen Naturwald umgewandelt. Es werden 750 ha Ausgleichsfläche aufgeforstet, 35.000 Eichen, Hainbu
      chen, Für Kiebitze werden Wiesen, und Zauneidechsen Biotope gebaut, der Kammmolch hat seine Heimat in Zukunft in extra gegrabenen Tümpeln.
      Diese Bau-Maßnahmen werden bereits vollzogen, manche davon sind fast fertig, sowie, übrigens, die A49 selbst

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    5. Ihren Kommentar habe ich sehr gerne und in Gänze aufmerksam gelesen.Er liefert viele Informationen und bestätigt meine Meinung.
      Herzlichen Dank dafür.
      Als vor einigen Wochen ebenfalls wegen Abseilaktionen die Autobahn gesperrt werden musste, sah man ein Banner auf dem Geländer hängen:
      „Liebig34 lebt“.Da geht es den „Aktivisten“ doch nicht um die A49 sondern um die Räumung von besetzten Häusern in Berlin, und wie Sie oben schreiben, um die Überwindung des Kapitalismus.

      Ende Gelände hatte für heute eine Kinderdemo durch den Dannenröder Forst angekündigt–wo bleibt da die Vernunft der Eltern?

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    6. Ha, genau was ich geschrieben habe. Blind, einfach nur vorgegebene Artikel und Argumente der Befürworter abgeschrieben und weitergegeben. Klar haben sich die
      Ihre Verteidigung schon zurechtgelegt. Aber die Länge eines Kommentars bezeugt schon die verzweifelte Lage der Befürworter weil sie sehen, dass die Gegner die besseren und wirklichkeitsnahen Gründe für ihr handeln haben. Nicht nach hinten gerichtet sondern nach vorn. Das Klima fragt nicht was mal geplant wurde, und schon gar nicht ob eine Mehrheit gegen den Klimawandel ist.

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    7. „5 Prozent der Einwohner im vom Bau der A 49 betroffenen Mittelhessen wollen die Autobahn.“ Die restlichen 95 Prozent sind also dagegen bzw. dem Projekt gegenüber indifferent? Und das wird als überwältigende Mehrheit für den Bau der A49 verkauft? Wo bin ich denn hier?

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      1. Der Artikel wurde von bereits genannter Quelle kopiert hier eingesetzt. Leider mit einigen Copy&Paste-Fehlern. Richtigerweise muss es nicht 5% sondern 75% Befürworter lauten.

        Auch ich sehe es kritisch ohne Quellenangaben Kommentare einzubringen. Und wenn dies auch noch fehlerhaft geschieht doppeltkritisch.

        Was mir hier bei der Kommentarfunktion negativ auffällt, ist die tlw. mangelnde Möglichkeit auf Kommentare direkt zu antworten, weil der Antwort-Button fehlt. So z. B. bei den beiden Kommentaren über dem Kommentar von „warsdas“. Weiß jemand dazu den Grund bzw. eine Lösung?

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  4. So so, die Aktivisten sind eine durchgeknallten Ökogemeinschaft, kosten den Staat täglich Millionen und sind eh eine Minderheit die eine rosarote Brille trägt. Eigentlich keinen Kommentar wert möchte ich nur darauf hinweisen dass die Befürworter keine Brille benötigen, das Sie Blind und Kaptalhörig sind. Die größte Hetze kommt doch gerade von Ihnen.
    Wer von diesen Hetzern hat sich selbst objektiv über alle Fakten informiert?
    Woher haben sie ihre so selbstsichere und einzig richtige Sichtweise?
    Wo waren sie vor Ort und haben mit Aktivisten gesprochen?
    Wo haben sie gesehen wie lieblich unsere Polizei sich hier aufführt.
    Aber warten wir doch einfach ab bis sich das Klima an diesem handeln rächt. Dann sind ein paar Milliönchen nichts gegen die Milliarden an Autobahnkosten und deren Folgen.
    Hirn durchpusten, vielleicht hilft es

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    1. @warsdas
      Die Autobahn hat doch gar nichts mit dem Klima zu tun. Im Gegenteil, die Strecke verkürzt sich und damit auch der CO2-AUSSTOß.

      Dass der Verkehr mit der Straße kommt ist ein Märchen. Wir haben nämlich ein Experiment laufen. Seit 35 Jahren Baustopp der A49. Und siehe da,
      der Verkehr hat trotzdem ständig zugenommen auf 25000 Fahrzeuge pro Tag.

      Schlimm fürs Klima ist, dass mittlerweile so viele Leute dieses Thema missbrauchen für ganz andere Zwecke.

      Wenn wir beispielsweise unseren Wald lieben und erhalten wollen, dann müssen wir Vorsorge treffen für die Bekämpfung von Waldbränden.
      Erklären Sie das mal Ihren selbsternannten Naturaktivisten: Kein Interesse.
      Erklären Sie das mal den Dannenrödern: Die unverbaute Fernsicht ist wichtiger.
      Erklären Sie das mal der Grünen Jugend, die heute morgen in Dannenrod demonstriert hat: Für die politische Karriere ein zu kompliziertes Thema. usw.

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      1. Gut gehen wir nochmal in die Schule. Bäume spenden Sauerstoff und binden co2. Menschen benötigen Sauerstoff. Ein hundert Jahre alter Baum produziert im Schnitt
        Sauerstoff für 12 – 15 Menschen, je nach Baumart. Er bindet pro Jahr ca. 5 t co2.
        Im Dannenröder- im Herrenwald und Maulbach sind Kind. 80000 Bäume gefällt worden.
        nach Angaben von Deges bei ca. 80- 85 ha. Hier gibt es Bäume bis 300 Jahre alt.
        das sind die wenigsten aber selbst bei einem Durschnittsalter von 70 Jahren ist dasSauerstoff für ca.800000 Menschen. Es sind aber nach Luftaufnahmen weit über 100 ha gefällt. Dazu ein Wasserschutzgebiet welches ca 500000 Menschen mit Wasser versorgt.

        Wenn das nichts mit Klima zu tun hat,ja was denn wenn zig tausende Bäume vertrocknen
        und im gleichen Moment hier gesunder, sogar vorbildlicher FFH-Wald gefällt wird?
        Die von Befürwortern propagierte Verringerung des Verkehrs sind Sand in die Augen der Anwohner gestreut. Lesen sie die von DEGES angegebenen und schon geschönten Zahlen, das allein widerlegt schon ihre Vorstellung.

        Schon das extrem schnelle und rücksichtslose Vorgehen, sogar an Sohn u. Feiertagen ist der Beweis, dass es den privaten Autobahnbauern nur um schnellen Profit für die nächsten 30 Jahre geht. Hier spielt Klimaschutz absolut keine Rolle. Könnte es sein das auch Politiker hiervon profitieren??

        Das geht auf Kosten der Natur sowie Ihrer und ihrer Nachkommen.

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      2. Tim,
        das der Bau einer Autobahn flchen versiegelt hat dir noch keiner erzaehlt, aber vielleicht bist du ja lernfaeig und merkst dass tausende Tonnen zusaetlicher Beton und Teer die Umwelt schaedigt.
        Ich will da die hoffnung nicht aufgeben

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  5. Was für ein gewäsch,haltet nur zu den ,scheiße werfenden Wald Terroristen.
    Jeder Einsatz Tag kostet das Land 1mio bis 1.5mio Euro.
    Für Einsätze, gegen bezahlte linksautonome,
    Die nichts als Ärger machen wollen.
    Wacht endlich auf, zieht die rosarote Brille ab.
    Verlasst endlich den Wald bevor es Tote gibt, durch die Uneinsicht einer durchgeknallten, Öko Gemeinschaft die mit politischer Rückendeckung viel zu lange im Wald schalten und walten durfte.
    Wer Sturm sät, wird einen Orkan Ernten.

    Wer zum zivilen ungehorsam aufruft, soll nun mit allem was jetzt geschieht die Konsequenzen tragen.

    Glück auf,
    Polizei
    Glück auf

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    1. Grimbart,
      warum sähst du Sturm und diffamierst dir völlig fremde Menschen.
      Ich hoffe der Orlkan wird dich nicht treffen.

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      1. Heho Tom!

        Nach dem “Blog Friday” bist du ja direkt in den “Stuss Saturday” gestartet. So viel Zeit andere Leute zu beleidigen und immer alles und jeden mit 1933 zu vergleichen muss man erstmal haben.

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  6. Das hohe Verkehrsaufkommen, welches kurzzeitig über Appenrod umgeleitet wird müssen Anwohner aus Kirtorf, Ober-Gleen und Lehrbach täglich ertragen. Für diese Menschen wird die Autobahn ein Segen sein ! Darüberhinaus führt eine einfache Betrachtung der Ursachen-Wirkungskette auch direkt zu dem Problem, dass vermehrt Verkehr durch Appenrod geleitet wird.

    Anwohner unterstützen Extremisten mit Baumaterial -> Extremisten bauen Barrikaden und Baumhäuser im Wald -> rechtsstaatlicher Prozesse -> Wald soll gerodet werden, Extremisten kommen Aufforderung nicht nach den Wald zu verlassen. -> Polizei muss leider den Wald räumen -> Sperrung der Bundesstraße-> Umleitung über Appenrod —> Anwohner, der Extremisten mit Material unterstützt beschwert sich über minimale Verkehrszunahme

    Richtig, da stimmt was nicht. Aber was erwartet man ? Leider die altbekannte Doppelmoral viele Ausbaugegner…

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    1. Ich muss selbst sagen, sollen sich die Waldaffen doch Mal in Kirtorf an die Kurve vor der Ampel, oder in die Kurve setzten. Ich hätte da jeden Tag Angst wenn ich mein Kind zur Schule schicke.

      Der eine Lkw vor mir hat den Bürgersteig überfahren, hätte da ein Waldaffe gesessen ,wäre er platt gewesenen.

      Auch nachts ,so ab 2200 ,ist dort keine Ruhe auf der B62 ,100 Lkw plus, dazu noch die Pkw.

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    2. Klaus B,
      du wirst viel Spass an der neuen A49-Ausfahrt Homberg Nord haben. Dann werden die LKWs von der A49 über Appenrod in dein schönes Kirtorf kommen.
      Informier dich mal lieber über die Pläne der DEGES, bevor es für dich zu spät ist.

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      1. Nur weil die A49 eine Ausfahrt bei Homberg bekommt, wird sich der Verkeht durch Kirtorf und Co. nicht erhöhen sondern eher verringern. Fakt ist, dass der alleine durch die Stadtallendorfer Industrie (Ferrero, Winter usw.) verursachte jetzige Verkehr durch die B62-Gemeinden mittels der A49 eben genau diese BAB nach Fertigstellung weitest möglich nutzen wird. Warum? Weil die A49 eine schnellere, kürzere und kostengünstigere Alternative zur B62 ist. Wenn Ware dieser Industrien in den Süden, Westen und Osten soll, bleiben zw. Niederklein und Alsfeld sämtliche Gemeinden vom Schwerlastverkehr weitestgehend verschont. Das gilt auch für den Rohstoff-Zubringerverkehr zu diesen Industriebetrieben. Stadtallendorf. Und für den Verkehr in und aus Richtung Norden wird die B3 entsprechend entlastet. Ich weiß nicht, was daran so schwer verständlich ist.
        Wenn dazu eben auch so ganz nebenbei auch noch die Umwelt geschont wird (z. B. Stichwort CO2-Reduktion), dann wird es Zeit, dass der Lückenschluss schnellstmöglich realisiert wird.
        Im übrigen soll Stadtallendorf eine eigene A49-Anbindung erhalten, womit der o. g. Verkehr die Homberger Zu-/Abfahrt im Normalfall eh nicht benötigt.
        Also bringen Sie doch endlich wirklich griffige Argumente gegen den Lückenschluss!

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  7. Ist der Artikel denn wirklich ernst gemeint? Ein 19-jähriger Schüler, der nächstes Jahr wegzieht, und ein paar ältere Herren in Rente brauchen die A49 nicht. Finde den Fehler. Ich für meinen Teil hoffe, dass die etwa 15.000 beschäftigten Menschen in Statdallendorf hier von nicht blockiert werden.

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    1. Polizistensohn,
      der Fehler liegt in deiner Verachtung diesen Menschen gegenüber.
      Aber das wundert ja keinen der deine Beiträge liest.

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    2. Der 19jährige Schüler macht garantiert erst einmal -klimaneutral natürlich (Achtung! Ironie!) – ein Auslandsjahr! Während seine Eltern die neue A49 nutzen um zur Arbeit fahren zu können. Irgendwo muss das Geld fürs Söhnchen ja herkommen…

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  8. Und wieder mal Frau Roth… ich zähle einfach nur mal die Framings gegen die Polizei auf.

    Liebe Frau Roth, wissen Sie, was wir ohne eine funktionierende Exekutive in diesem Staat wären? Jawoll, nichts. Wir würden in Anarchie leben. Warum also verurteilen Sie permanent – und vermutlich ohne dies zu wollen – die Polizei?

    1. Sie schreiben: „Tausende Polizisten belagern seither nicht nur den Dannenröder Wald, sondern auch das rund 200-Seelen-Dorf.“

    Meinen Sie das ernst? Wissen Sie, woher das Wort belagern kommt? Ich glaube weder, dass die Polizei an den Wertgegenständen der Dannenröder interessiert ist, noch dass sie das Land der Dannenröder erobern will. Die Polizist*innen können sich ganz sicher schönere Orte als Dannenrod vorstellen. Also unterlassen Sie solche Verunglimpfungen.

    2. Sie zitieren einen Dannenröder Anwohner mit: „Die Deges ist hier eingefallen, ohne Ankündigung…“

    Eventuell liest der Dannenröder Anwohner auch nicht so oft Nachrichten? Ich bin Jahrgang 1980 und schon in dem Wissen aufgewachsen, dass die A49 kommen wird. Und der ältere Dannenröder ist nun völlig überrascht, als gebaut wird? Und die Deges ist mit Hubschraubern und Panzern eingefallen? Ich bitte Sie, Frau Roth.

    3. Sie zitieren: „Natürlich weiß die Polizei nicht, was sie erwartet, aber es ist einfach zu viel Polizei vor Ort“.

    Ach ehrlich? Ich finde, man könnte mal mit dem 19-Jährigen Dannenröder diskutieren, ob nicht zu viele Terroristen vor Ort sind. Ich fange gar nicht erst an die Straftaten aufzuzählen, da sich nun schon neben 2 versuchten Tötungsdelikten an Polizeibemanten und 2 Brandstiftungen auch Kapitalverbrecher unter den so freundlichen Aktivisten befinden.

    3. Sie zitieren: „Die angemeldete Demo sei friedlich gewesen, sei aber dann durch mehrere Polizeiautos gestört worden. Polizeibeamte aus Nordrhein-Westfalen sollen es gewesen sein, die an diesem Tag versucht hätten, sich ihren Weg durch die Demo zu bahnen.“

    Ja geht es denn noch? Die Polizei muss natürlich – friedlich – zu jedem Punkt in einem Gefahrengebiet gelangen können, wenn sie das für notwendig erachtet. Wo kommen wir hin, wenn Schulkinder entscheiden, wann die Polizei eine Straße befahren darf?

    4. Sie zitieren: „„Wir leben jetzt seit über einem Jahr friedlich mit ihnen zusammen. Die Verunglimpfung kommt von außen“.

    Wie lächerlich ist denn dieser ältere Herr? Natürlich sind die Aktivisten, die vor einem Jahr dorthin „gezogen“ sind, friedlich und für die Sache eingestanden. Daran besteht kein Zweifel. Was nach dem Räumungsbescheid allerdings passiert, versteht der „ältere Herr“ wohl nicht so ganz. Dass die Aktivisten ihn hofieren, wo er seit einem Jahr Müll und Plastik in den Wald fährt, ist nicht überraschend.

    5. Sie schreiben: „Er selbst, und da stimmen ihm die anderen zu, habe noch nicht mit eigenen Augen gesehen, dass die Besetzer Pyrotechnik oder Steine auf Polizeibeamte geworfen haben.“

    Ja bitte? Wie peinlich soll der Artikel denn werden. Natürlich werfen die Aktivisten keine Steine und Pyrotechnik in Dannenrod am helligten Tag, wenn die älteren Herren noch unterwegs sind, etwas auf Polizisten. Wäre auch ziemlich dumm bei offener Weide und etwa 200 Polizei-Autos, die dort parken.

    6. Sie schreiben: „Provokation ja, Gewalt nein.“

    Uff. Das ist hart. Man kann sich kaum ausmalen, wenn 1.000 Polizisten und 85% des Vogelsberges nun anfangen dürfen zu provozieren gegen eine kleine links-grüne Minderheit.

    7. „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

    Ja Frau Roth, Sie können es nicht lassen, in den Glutnestern nochmal zu sticheln um ein Feuer zu entfachen. Glückwunsch, genauso stellt man sich die Presse vor Ort vor.

    Für mich gibt es keine gute Note für diesen Bericht. Alleine schon, dass Sie wieder völlig einseitig von Ausbaugegnern berichten. Keinen einzigen Polizisten, Unternehmer aus Stadtallendorf oder Anwohner, der pendelt, ziehen Sie in dem Bericht zu Rate.

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    1. Diese permanente, naive Verharmlosung dessen, was dort im Wald geschieht, ist doch gleichzeitig Motivation für diejenigen, die unseren Staat mit schlimmsten Brandanschlägen erpressen wollen.

      Anscheinend sind die Dannenröder unzufrieden mit der derzeitigen Unruhe. Dann will ich Ihnen mal einen oft bewährten Rat geben:

      Unterstützen Sie die Polizei und nicht die Rechtsbrecher im Wald. Dann wird Dannenrod bald wieder der beschauliche Ort sein, der er einmal war.

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    2. sehr gut!!!
      auch m.E. nach ist dieser Artikel wieder mal zu sehr zu Gunsten der „Waldbesetzer“ geschrieben. Hat man in Dannenrod (im „Belagerungszustand“)das Fernsehen und Internet gekappt? Gibt es auch keine Tageszeitungen mehr? Wie blind muß man sonst sein, wenn man immer noch denkt, diese „Öko-Terroristen“ wären alles Gutmenschen? Mal sehen, was passiert, wenn die Rodungsarbeiten abgeschlossen sind. Es könnte durchaus sein, das die „Aktivisten“ sich dann ein anderes Spielfeld suchen und die Krawalle dann in die Dörfer tragen. Ich habe sie in Homberg schon öfters in Kleingruppen rumlaufen sehen. Nicht etwa zum Einkaufen, sondern zum erkunden vermeintlicher Ziele für ihre abstrusen Aktivitäten, so kam es mir zumindest vor. Vor allem zu Uhrzeiten, wenn die Geschäfte zu haben und man im Dunkeln als „Vermummter“ nur schwer auffällt.
      Zu Punkt 4: Vielleicht ist der „ältere Herr“ ja auch froh, dass er die Altlasten seines stillgelegten Bauernhofes günstig durch die „Aktivisten“ in den Wald entsorgen konnte. Wenn er aber doch noch etwas davon gebrauchen könnte, kann er es sich gerne am Sportplatz in Niederklein wieder abholen.

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    3. Zu Warum. Die Themenrubrik im Magazin lautet: Proteste im Dannenröder Wald.
      Aber wirklich, ich bin „schokiert“ über die Dannenröder. Diese ganze Region macht sich Sorgen, durch Beiträge hier diskutieren wir über diese Chaoten, und erfahren, das man sich mit denen im Wald gut versteht? Sie haben also zugeschaut wie diese Fremden tonnenweise Baumaterial für die Baumhäuser und Barrikaden in den Wald geschleppt haben, möglichst noch mit Kleinmaterial ausgeholfen? Beispiel Nägel! Der Typ,“Haben sie mal 30 Stück?“ Ja, der Dannenröder. „Die Langen“ Ja. Mit Dank geht der Waldmensch. So: 10 fürs Baumhaus, 10 zum Bäume spiken und 10 fürs Nagelbrett im Waldboden, gegen die Polizei. Zum Verständnis. Baumhäuser unterliegen der Genehmigungspflicht, und werden wie Gartenhäuser behandelt, und ggf mit Geühren belegt, wenn diese zu groß sind. Dazu kommt der Brandschutz usw usw. Das hat die Stadt wohl gemacht? Der ältere Bewohner „die Deges ist hier eines Tages eingefallen?“
      Habe ich das nicht mitgekriegt? Ist Dannenrod hinterm Mond? Der Junge Mann, der Wortführer, der sagt, das diese Situation die Leute zusammengeschweißt,
      und wer anders denkt „mit dem spricht man halt nicht!“ Hat der das wirklich so gesagt? Der Höhepunkt dieses Artikels ist für mich Alsfelder der Herr aus Appenrod. „Nur weil die in Alsfeld die Schellengasse bauen haben wir hier den ganzen Verkehr!“* Bravo: Sie haben das Problem (ungewollt) erkannt.
      Genau deshalb wird die A49 gebaut, damit Alsfeld, Leusel, Angenrod, Ober-Gleen, Kirtorf, Lehrbach, Niederklein vom Verkehr entlastet wird. Das ist täglich ein mächtiges Verkehrsaufkommen nach, und von Marburg, die nach Gießen wollen, denn in Alsfeld beginnt die B49, über die B62. Deshalb hat Alsfeld zu viel Stickoxide in der Luft.
      Verbunden mit einem Aufschrei „He?“ ist in dem Bericht das Schild „Dusche – Shower“. Ich weiß nicht wie man das kommentiert? Vielleicht: „Saubere Toilette“ oder „Frühstück mit frischen Semmeln“
      Noch so ein Einwurf eines Dannenröders zu Pyrotechnik und Steine gegen die Polizei. „Ich glaube nur das, was ich auch sehe?“ Das hat der „Warum…“ in seiner Kritik auch bemerkt, kein gutes Wort zu der Polizei und zu der JA49 Bewegung. Das erinnert mich an den Beitrag des HR zur Hessenschau, wo nur Befürworter der Protestler zu Wort kamen, und nur gegen die Polizei gewettwrt wurde. Das Schlußwort des HR-Redaktors war: „Wir haben keine A49 Befürworter vor die Kamera bekommen.
      *Mehr Verkehr in Appenrod auch, weil die Chaoten die B62 immer wieder blockieren.

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      1. Alsfelder.
        Ja, die Dannenröder sind ganz schlimme Menschen. Wollen einfach keine Autobahn in ihrem Garten haben.
        Das ist unerträglicher „Terrorismus“ was diese Dannenröder betreiben, die sollen sich doch bitte für euch Alsfelder, Kirtorfer etc. aufopfern.
        Und wenn du von der Pyrotechnik und den Steinen fabulierst, weisst du ja besser Bescheid als die Einheimischen, weil du permanent vor Ort warst und nicht etwa weil du die BILD und Ostehssen News konsumierst.
        Ich mag deine Ausführungen, sie sind so wunderbar ehrlich.

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      1. Gerade eben im HR gehört. Die Dannenröder bringen den „Aktivisten“ Wolldecken gegen die Kälte?
        Ich stelle mir das vor. Die müssen an den Polizisten vorbei…..was sollen diese „Beschützer“ wohl denken?
        Es ist Erbärmlichkeit pur!
        Was hat die Polizei verbrochen? Wer kann das erklären.

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  9. Liebe Dannenröder ihr werdetnicht mehr froh ,weder jetzt noch bri dem Bau noch wenn die Aurobahn fertig ist.DieHeimat wird zerstört deshalb nicht nachgeben und weiter gegen den Bau sein.“Der Ausspruch,Der Klügere gibt nach, begründet die Weltherrschaft der Dummen,und der dümmere macht solange weiter,bis es sein Niveau ist,das das Gesicht der Erde pägt“.

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    1. W. Kalbfleisch ist mit Sicherheih, denke ich, frotarier der mit seinem Pkw über die Autobahn, zum eingeladenen zivilen ungehorsam fährt, sich dann in Dannenrot auf die Wiese stellt, um der Elite zu zujubeln die wie die Affen in Borneo von den Bäumen scheißt…

      Nur das die Affen in Borneo kein toi. Papier nutzen was wie Lametta in den Ästen hängt.

      Werdet wach, macht euch klar was hier passiert.

      Bezahlter Protest und Ökoterror

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    2. Der Bericht und viele Kommentare zeigen mir vor allen Dingen eines:
      1) für viele Menschen ist es schwer Demokratie zu ertragen. Einer fabuliert hier sogar über die immensen Polizeieinsatzkosten – komisch, wenn die Polizei aus meinen Steuergeldern finanziert, Wochenende für Wochenende dem DFB ermöglicht, seine Geschäfte mit dem Profifußball zu machen, hört man kaum einen Aufschrei.
      2) Nach wie vor habe ich den Eindruck dass das Jammern gegen unsere Polizei, verglichen mit anderen Ländern, hier denke ich mal explizit an Frankreich, auf hohen Niveau stattfindet. Gar so schlecht geht es uns nicht.
      3) Gleichwohl muss es unser ansinnen sein, Fehlverhalten der Polizei konsequent aufzuzeigen und vor allen Dingen auch einmal konsequent zu begegnen. Nur so schafft man eine Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Verweigerungshaltung der Innenminister und der Polizeiführung gegenüber eine unabhängige Kontrollinstanz, spricht Bände.
      Immerhin sind wir aber noch nicht soweit wie in Frankreich, wo es unabhängigen Journalisten zukünftig verboten sein soll prügelnde Polizisten zu filmen.
      4) ich hoffe dass die Autobahn endlich gebaut wird
      5) ich hoffe dass man die Protestierenden ohne größere Verletzungen aus dem Wald entfernt und zwar rechtlich einwandfrei.
      Wenn wir als Bürger überzeugt sind, dass unsere Polizei dies mit rechtlich einwandfreien Mitteln durchzieht, dann würde ich auch ein herabfallen eines Protestierenden als sein Lebensrisiko ansehen.
      6) die einseitige verfälschte Berichterstattung der Polizei auf eigenen Kanälen muss ein Ende finden! Die Ver’trump’ung der Polizei ist eines der größten Übel der letzten Jahren.

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      1. Endlich mal ein vernūnftiger Kommentar, auch wenn ich bei Punkt 4 nicht so ganz bei Ihnen bin.

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