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Ein Besuch im Logistikzentrum der Beamten am Dannenröder WaldEin Ort der Ruhe und Sicherheit für die Polizei

DANNENROD (akr). Nicht nur die Arbeiten im Dannenröder Wald schreiten voran, sondern auch die für das Logistikzentrum der Polizei, das außerhalb des Waldes auf der geplanten Trasse zwischen Dannenrod und Appenrod entsteht. Doch was hat es damit eigentlich auf sich? Ein Besuch vor Ort.

Der Weg zum Logistikzentrum ist matschig – trotz Schotterung. Doch es ist ein Weg, den die Beamten sicherlich gerne auf sich nehmen, denn dort angekommen erwartet die Einsatzkräfte in ihren Augen ein Ort der Ruhe und Sicherheit. Hier können sich die Polizisten ausruhen, stärken und aufwärmen – und genau das machen gerade auch einige. „Jetzt muss man nicht mehr auf der Motorhaube essen“, lächelt Jochen Wegmann, Kriminaldirektor und Sprecher der Einsatzlage A49, der an diesem Tag gemeinsam mit dem Polizeipressesprecher Felix Geis unterwegs ist.

Insgesamt 7.000 Quadratmeter groß ist das Areal, auf dem seit knapp einer Woche das Logistikzentrum der Polizei entsteht. Zusätzlich Einschnitte in die Natur habe es dafür aber nicht gegeben, heißt es, denn das Lager der Einsatzkräfte befinde sich genau auf dem geplanten Trassenverlauf der A49 zwischen den Homberger Ortsteilen Dannenrod und Appenrod.

Ein Blick auf das Logistikzentrum der Polizei auf der geplanten A49-Trasse. Im Hintergrund sieht man die Schiffscontainer-Festung der Deges. Fotos: akr

Raus aus der Kälte, rein ins Warme

Zwei große beheizte Zelte stehen bereits auf dem Gelände, zwei weitere folgen noch. „Drei davon dienen der Verpflegung, beziehungsweise dem Aufenthalt der Polizei“, erklärt Wegmann. Sowohl von innen als auch von außen erinnern sie auf den ersten Blick ziemlich stark an Kirmeszelte: Auf der einen Seite stehen Bierzeltgarnituren, auf der anderen Seite befindet sich die Theke, an der die Einsatzkräfte warme und kalte Getränke bekommen und sich den ein oder anderen Snack mitnehmen können. In Zeiten von Corona darf auch der Desinfektionsmittelspender am Eingang natürlich nicht fehlen. „Es werden auch noch einzelne Boxen im Zelt errichtet, in denen jeweils vier Leute Platz nehmen können“, erklärt Michael Klier von der technischen Koordination – auch eine Corona-Maßnahme.

Hier kann aber nicht jeder kommen, wann er will. „Es ist alles logistisch geregelt“, sagt Klier. Als einer der Verantwortlichen für diesen Ort kennt er sich bestens aus. In Zeiten von Corona muss natürlich alles einen geregelten Ablauf haben. „Man kommt als geschlossene Einheit.“ In jeder Einheit gebe es einen sogenannten „Versorgungsbeauftragten“, der sich, wie der Name eigentlich schon verrät, um die Versorgung, beziehungsweise Verpflegung kümmert – und genau dieser regele es auch, dass nicht alle Einheiten gleichzeitig die Zelte aufsuchen.

Kriminaldirektor Jochen Wegmann und Polizeipressesprecher Felix Geis.

Die beheizten Zelte sind jeweils 200 Quadratmeter groß, 40 Menschen dürften sich gleichzeitig drin aufhalten, erklärt Klier. Aber dieser Aufenthalt sei nie von langer Dauer. „Es geht wirklich nur darum, sich kurz aufzuwärmen, etwas zu trinken und zu essen“, sagt er. Immerhin sind es Polizisten mit einer Anzahl im „unteren vierstelligen Bereich“, so Wegmann, die im Dannenröder Wald im Einsatz sind. Nach der kurzen Verschnaufpause gehe es dann auch direkt mit der Arbeit weiter und es werde Platz für die nächste Einheit gemacht. Und weil bei über 1.000 Einsatzkräften ein Zelt definitiv nicht ausreicht, werden aktuell noch zwei weitere aufgebaut. Toiletten, Duschen und Umkleiden gibt es übrigens auch.

Wegmann: „Es ist für alle Beteiligten angenehmer“

Das Logistikzentrum der Polizei dient aber nicht nur dazu, dass sich Beamte ausruhen, sich umziehen und stärken können. Es gibt nämlich noch ein weiteres Zelt – und zwar für die Personen, die in Gewahrsam genommen wurden. Dort finden beispielsweise Durchsuchungen oder Identitätsfeststellungen statt. Sieben einzelne Kabinen, ausgestattet mit Bierzeltgarnitur, stehen dafür zur Verfügung. „Hier werden dann Fälle bearbeitet. Die Personen müssen dann nicht sofort zur Dienststelle gebracht werden, was auch zugleich weniger Transportwege bedeutet“, erklärt Wegmann. Ein wichtiger Aspekt, gerade in Zeiten von Corona. Außerdem könne man die Menschen ja nicht stundenlang im Wald festhalten, ergänzt er – obwohl Aktivisten mitunter genau dieses Festhalten im Wald auf dem kalten Boden anprangern. „Es ist für alle Beteiligten angenehmer“, sagt der Polizist.

Ein Blick in die einzelnen Kabinen.

Noch sind die Arbeiten für das Logistikzentrum aber nicht ganz fertig, denn es fehlt neben den zwei weiteren Zelten auch noch der große Parkplatz für die ganzen Einsatzfahrzeuge. Immer wieder fährt ein Laster auf das Gelände und kippt den ganzen Schotter auf dem matschigen Boden aus, auf denen dann künftig die Autos parken sollen – und zwar sicher. In der Vergangenheit wurden nämlich schon des Öfteren Polizeiautos beschädigt – sei es mit Krähenfüßen, Steinen oder Farbbomben.

Wegmann merkt an, dass die Einrichtung auch ein Schutzraum für die Kollegen sei, denn nicht nur Polizeiautos seien angegriffen worden, sondern auch Beamte. Um das ganze Gelände ist ein Zaun mit Natodraht errichtet worden, große Lichtmasten sorgen dafür, dass das gesamte Areal lichtdurchflutet wird – und das kann man bereits aus mehreren Kilometer Entfernung sehen. Auf dem umzäunten Gelände ist aber nicht nur das Logistikzentrum der Polizei untergebracht, sondern auch die Baumaschinen, die im Auftrag der Deges eingesetzt werden.

Die Sicherung der Baumaschinen durch Seecontainer.

Diese sind allerdings nicht nur durch den Zaun gesichert, sondern durch eine fast acht Meter Hohe Festung bestehend aus Seecontainern, Zaun und Draht. Auf der stehen auch gerade wieder einige Sicherheitsleute, laufen hin und her, beobachten die Umgebung. „Für diese Sicherheit der Baumaschinen ist die Polizei nicht zuständig“, erklärt Geis. Sie teilen sich nur einfach das rund 10.000 Quadratmeter große Gelände, das der Deges gehört. Während der Laster weiter Schotter anliefert, Baumaschinen in den Wald fahren, Polizisten zur Ruhe kommen und einige Arbeiter mit dem Zeltaufbau beschäftigt sind, kommt gerade wieder eine Einheit aus dem Wald gelaufen. Zeit für ein bisschen Ruhe im kräftezehrenden Einsatz zur A49.

12 Gedanken zu “Ein Ort der Ruhe und Sicherheit für die Polizei

  1. Ich finde es Lächerlich das sich die Polizei einzäunt,und auch die Vorgänge der Polizei gegen die Aktivitsten*innen weil die auch so „gefährlich“ sind, man sollte sich Mal Gedanken darüber machen das die Polizei Tiere im Einsatz verwenden sprich Pferde und Hunde, und so Aggressiv gegen die Aktivitsten*innen vorgehen zu krass echt ! Und klar es gibt immer Menschen die wo über ihre Strenge hinaus wachsen und ich finde das Gewalt von den Aktivitsten*innen aus geht auch nicht gut aber wahrscheinlich geht es leider nicht anderst traurig aber wahr

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  2. Die Polizistinnen u. Polizisten sind wirklich nicht zu beneiden. Beschimpft, beleidigt, angegriffen und ständig unter Hochspannung diese Arbeit zu verrichten um dem Recht Geltung zu verschaffen. Meine Hochachtung davor. Dass das eine oder andere Mal nicht ganz optimal verläuft, auch Fehler passieren ist nur allzu menschlich. Nur wer nichts macht macht keine Fehler. Auch wenn die sog. „Presse“ also meist Unterstützer der Kriminellen im Wald nach Kräften versuchen, der Polizei Rechtsbruch, Folter und schlimmeres durch gezielte Falsch- und Fehlinformationen zu unterstellen, die Mehrheit steht hinter der Polizei, viele wünschen sich sogar ein härteres Vorgehen gegen diese Leute. Machen Sie weiter so, ruhig, besonnen, lassen Sie sich nicht provozieren. Danke Polizei!

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  3. Ich habe dazu noch eine Frage, wer kommt für die Finanzierung der Aktivisten auf, Ist es ein besonderer Verein, oder ist es alleine nur der schwer arbeitende Steuerzahler ? Hätte gerne eine Antwort, denn das Geld könnte den Corona Opfern sehr gut helfen.

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    1. Meinen sie die teuren Aktivisten in Uniform? Ja, natürlich zahlen das schwer arbeitende Steuerzahler.

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  4. zuerst, finde ich das der Ausbau der A 49 auf jedenfall notwendig ist. Ich denke die Aktivisten haben noch nie etwas gearbeitet, wie können die ohne Erfahrung den Bau bewerten.
    Zum Klima, finde ich solten sich die Gegener mal an die eigene Nase fassen, denn wenn eine Kapitänin mit Ihrem Rettungsschiff die Luft im Mittelmeer verpestet hat, kann hier nicht von Klimaschutz reden.
    dann denke ich, daß hier einige Persöhnlichkeiten falsch gerechnet haben, denn wenn die Verkehrslast durch die A 49 mehr werden sollte, kann die Rechnunmg nicht stimmen, denn der Verkehr verteilt sich danach auf 3 Autobahnen in gleicher Richtung, jetzt haben wir nur zwei Nord Süd Verbindungen.

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  5. Sehr guter Bericht und angenehm neutral. Gut, dass für die Einsatzkräfte die Versorgungsstatiion so orofessionell, unter so kompetenter Leitung, aufgebaut wird. Alles Gute ubd ich hoffe, dass die Beamtinnen und Beamte alle gesund nach Hause kommen.

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    1. So kann es doch nicht weitergehen. Ich würde als Innenminister von Hessen die Ausbaugegner auffordern, innerhalb einer Stunde die besetzten Bäume zu verlassen! Andererseits werden diese Bäume auf den Wunsch der Eigentümer gefällt. Wer sich dann noch in den Bäumen aufhält, muss also zu seinem Vorteil so schnell als möglich die Bäume verlassen und seine Identität der Polizei preisgeben, oder er wird mit Fesseln abgeführt zum Haftrichter! Bitte Handeln im Sinne des Volkes! So etwas ist der Polizei nicht mehr zuzumuten. Wer sich mit Beton seine Hände einbindet, sollte mindestens einen Tag damit verbringen!

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  6. Es ist traurig das sich die Polizei einzäunen muß um mal einen Moment Ruhe vor den angeblichen ruhigen Aktivisten zu haben. Diese Zeltstadt sollte massiv errichtet werden, da dieses Szenario wohl die nächsten 5 Jahre während der Bauarbeiten der A 49 so bleiben wird. Kampf gegen die Arbeiten und Arbeiter.

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    1. Massiv. warum nicht gleich eine Burg, mizt Stacheldraht und Betonmauern, die aufsaessigen Buerger muessen sehen, wo die Obrigkeit sitzt

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