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Ein Gespräch mit dem neuen Stadtbrandinspektor Björn Müller und seinem Stellvertreter Heiko Loetz„Ich habe vor jedem Einsatz Respekt“

ROMROD (akr). Die Romröder Brandschützer haben ein neues Führungs-Duo: Björn Müller wurde in der Jahreshauptversammlung von seinen Feuerwehrkameraden zum neuen Stadtbrandinspektor gewählt, nachdem Oliver Rabe im Juni diesen Jahres sein Amt aus persönlichen Gründen niederlegt hat. Das Amt seines Stellvertreters hat der Ober-Breidenbacher Heiko Loetz übernommen. Wieso haben sich die beiden dafür entschieden, das Amt zu übernehmen? Was haben sie für die Zukunft der Romröder Feuerwehr geplant und in welchen Bereichen sehen sie in den kommenden Jahren die größten Herausforderungen?

Ganz neu ist das Amt des Stadtbrandinspektors für Björn Müller nicht. Drei Jahre lang war er nämlich der Stellvertreter des langjährigen Stadtbrandinspektors Oliver Rabe, der vor wenigen Wochen sein Amt aus persönlichen Gründen niederlegte. Seit September ist Müller sein Nachfolger. Am 30. August wurde er auf der Jahreshauptversammlung von seinen Feuerwehrkameraden zum neuen Stadtbrandinspektor der Schlossstadt gewählt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Die Nachfrage sei nämlich nicht groß gewesen, erzählt Müller. Das habe sich auf den beiden Sitzungen der Wehrführer gezeigt. Also habe er sich bereit erklärt, sich zur Wahl aufzustellen. „Wir mussten die Stelle ja besetzen“, betont er, außerdem habe er sich so oder so mehr auf sein Ehrenamt in der Feuerwehr konzentrieren wollen. „Die Entscheidung habe ich natürlich gemeinsam mit meiner Familie getroffen“, erzählt Müller.

Nun, mit seiner Kandidatur wurde dann schließlich auch das Amt des Stellvertreters vakant. Heiko Loetz erklärte sich bereit. „Ich wollte Björn nicht alleine lassen. Das Pflichtgefühl der Bundeswehr kam durch“, lächelt der Soldat. Auf den Wehrführersitzungen habe auch er gemerkt, dass sich keiner um das Amt reiße. Doch woran liegt das? „Ich kann nicht in die Köpfe schauen“, antwortet Müller. Der 41-Jährige könne aber verstehen, wenn man sagt, dass man es zeitlich nicht schaffe, so ein Amt zu bekleiden. „Man setzt sich da ja schon ins Schussfeld anderer Leute. Man trägt viel Verantwortung“, ergänzt der 50-Jährige Heiko Loetz.

Es sei eben ein Amt, in dem man auch Kritik aushalten können müsse – so wie bei allen anderen Führungspositionen. Müller sagt, er könne mit Kritik gut umgehen. „Konstruktive ist mir die liebste. Es geht ja dann darum bestmöglich etwas zu erreichen. Kritik sollte lösungsorientiert sein“, lächelt er.

Heiko Loetz und Björn Müller sind das neue Führungs-Duo der Romröder Brandschützer. Foto: akr

Das neue Führungs-Duo ist schon lange in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Beide haben in jungen Jahren in der Jugendfeuerwehr ihre Leidenschaft für das Ehrenamt entdeckt. Müller ist im Alter von zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr in Zell eingetreten, Loetz war damals zwölf. Er war allerdings nicht in Zell, sondern bei den jungen Brandschützern in Lehnheim bei Grünberg. Während der neue Stadtbrandinspektor ein waschechter Romröder ist, zog es den 50-jährigen Berufssoldaten vor 20 Jahren in die Schlossstadt – genauer gesagt nach Ober-Breidenbach, wo er übrigens auch der Wehrführer ist.

Die beiden engagieren sich aber nicht nur in der Feuerwehr ehrenamtlich. Der Bankkaufmann Björn Müller ist unter anderem noch Stadtverordneter, Mitglied im Kirchenvorstand und Rechner im Verkehrsverein Alsfeld. Loetz ist ebenfalls im Kirchenvorstand und seit gut drei Jahren Küster in Ober-Breidenbach. „Meine Frau sagt immer, ich hätte ein Helfer-Syndrom“, lacht der 50-Jährige.

Einen Schwerpunkt bilde aber für beide die Arbeit in der Feuerwehr. „In der Feuerwehr ist immer etwas los. Es wird nie langweilig“, lächelt Müller und betont, dass er vor jedem Einsatz Respekt habe. Am meiste gefalle ihm, wenn man einen Einsatz oder ein Projekt erfolgreich abgeschlossen habe – egal in welcher Größenordnung. „Das sind dann einfach alles Erfolgserlebnisse“, freut er sich.

Projekte und Herausforderungen

Apropos Projekte: davon stehen in der Schlossstadt nämlich noch einige auf der Agenda. „Natürlich der Umbau der Gerätehäuser in allen Ortsteilen, bis auf Zell. Das war 2010 bereits an der Reihe“, erklärt Müller. Dazu gehöre auch das Feuerwehrhaus in Romrod. Dort werde aktuell die Schadstoffbelastung in den Fahrzeughallen geprüft und auch was die Einfahrt zum Feuerwehrgerätehaus angehe, müsse etwas getan werden. „Für ein Auto ist sie okay“, erklärte er – aber eben nur für eines.

Ebenso stehe die Erneuerung der Fahrzeuge, die Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplanes und der Wiederaufbau des regelmäßigen Übungsbetriebes auf ihrer Prioritätenliste. „Wir müssen den Ausbildungsstand sicher halten, damit wir auch trotz Corona 24/7 da sein können“, betont Müller. Aber auch er und Loetz müssen noch spezielle Lehrgänge nachholen. „Es gibt gewisse Führungslehrgänge, die man machen muss“, erklärt Müller. „Man muss sich ja eh stetig weiterbilden“, lächelt Loetz.

Und was haben die beiden sonst noch so für die Zukunft geplant? „Natürlich dass wir weiterhin für unsere Bevölkerung das Schutz- und Sicherheitslevel halten“, lächelt der neue Stadtbrandinspektor. Ein gutes Miteinander, eine vertrauensvolle Arbeit auf allen Ebenen und die Stärkung, Förderung und der Ausbau der Jugendarbeit dürfe natürlich auch nicht vergessen werden. Die größte Herausforderung sei für Müller, auch in Zukunft weiterhin ausreichend qualifiziertes Personal zu haben, um die Hilfsfristen abdecken zu können. „Wenn etwas ist, dann kommen die Profis, egal ob Berufs- oder Freiwillige Feuerwehr, das ist die Erwartung. Wir haben viele erfahrene Kräfte“, betont er. Dieses qualifizierte Personal gelte es zu halten oder gegebenenfalls auch zu verbessern.

6 Gedanken zu “„Ich habe vor jedem Einsatz Respekt“

  1. Was wird denn da für eine Schadstoffbelastung in den Fahrzeughallen überprüft? Um welchen Schadstoff geht es? Asbest? Gibt es da mehr Details?

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  2. Die fünf Dörfer Romrods liegen so nah beisammen, warum baut man da nicht eine große und moderne Feuerwache? Das ist doch effizienter! Wenn ich das Gerede von den Feuerwehrleuten in Zell höre, kocht aber wohl jedes Dorf lieber sein eigenes Feuerwehrsüppchen.

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  3. Ich wollte nach dem Rücktritt von Oliver Rabe schon 50 Euro darauf wetten, dass dieser Posten genau so besetzt wird, wie er jetzt besetzt worden ist …

    Getreu dem Deutschen Sprichwort: „Beiß‘ nie die Hand, die dich füttert.“

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  4. Die CDU-Bürgermeisterin wird dem CDU-Stadtverordneten schon sagen, was er in seinem Amt als Stadtbrandinspektor zu tun und zu lassen hat. Feuerwehrleute ohne die erforderliche Qualifikation in solche Ämter zu heben, spielt der Frau Bürgermeisterin in dieser Hinsicht nur zu. Etwa 170 aktive Feuerwehrleute in der Kartei, aber nur 40 auf der gemeinsamen Jahreshauptversammlung – Frau Bürgermeisterin redet sich das immer noch schön. Warum hat man in der Stadtverordnetenversammlung noch nichts über eine Schadstoffbelastung im Gerätehaus gehört? Dienst bei der Feuerwehr Romrod, da gibt es Krebs statt Anerkennung oder was?

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