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Stadtverordnetenversammlung in RomrodÜber schnelles Internet, Corona-Folgen und nötige Investitionen

ROMROD (akr). Welche Investitionen stehen eigentlich aktuell auf der Agenda der Stadt Romrod? Gibt es größere Einnahmeausfälle hinsichtlich der Corona-Krise? Und wie sieht es mit dem Weihnachtsmarkt aus? Antworten auf diese Fragen gab es am Dienstagabend in der Romröder Stadtverordnetenversammlung, in der sich die Parlamentarier auch mit einem allzeit bekannten Thema in der Schlossstadt beschäftigten: dem schnellen Internet.

Den Anfang machte Bürgermeisterin Birgit Richtberg mit ihrem Bericht aus dem Magistrat, in dem sie unter anderem über dringend notwendige Investitionen sprach. So steht derzeit die Sanierung des Tiefbrunnens, der für die zentrale Wasserversorgung in Romrod und den Stadtteilen sorgt, auf der Agenda. „So ein Brunnen versandet auch und muss eben von Zeit zu Zeit saniert werden“, erklärte sie.

Neben der Sanierung der Hochbehälter steht auch noch die Verbesserung der Löschwasserversorgung in Strebendorf auf dem Programm. Dort sei nämlich der zu geringe Wasserdruck im Falle eines Brandes ein Thema. Zwei Varianten standen diesbezüglich im Raum – einmal mit und einmal ohne Pumpenanlage. In der Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend stimmte man einstimmig für die teurere Variante ohne Pumpe. Das koste die Stadt zwar 90.000 Euro, aber langfristig gesehen sei es die günstigere Investition.

Ein großes Projekt betrifft den Kindergarten in Romrod. Aktuell gebe es nämlich weder einen geeigneten Schlaf- und Ruheraum, noch einen Raum fürs Essen. „Momentan wird schichtweise in den Gruppenräumen gegessen“, so Richtberg. Eine Lösung für dieses Problem müsse gefunden werden.

Bürgermeisterin Birgit Richtberg.

Eine geeignete Lösung müsse auch noch für den Weihnachtsmarkt in Romrod gefunden werden, denn in der Schlossstadt ist der Wille da, den beliebten Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen – wenn auch anders, als man ihn kennt. Jetzt müsse man sich nochmal mit allen Beteiligten treffen, um ein Konzept zu erarbeiten, wie man den Markt trotz Corona veranstalten könnte. „Wir haben uns es jetzt erstmal zur Aufgabe gemacht, die Flinte nicht ins Korn zu werfen“, sagte die Bürgermeisterin.

Schnelles Internet in Romrod

Etwas, das die Schlossstadt auch nicht erst seit Gestern beschäftigt, ist das Thema Glasfaserausbau, beziehungsweise schnelles Internet. Die Möglichkeit, Glasfaser bis ins Haus in allen Ortsteilen zu bekommen, liege auch dem Magistrat sehr am Herzen. „Es müssen aber auch genügend Nachfrager da sein, die die Anschlüsse buchen“, betonte Richtberg und lobte das Engagement der Menschen in den Stadtteilen, die sich aktuell dafür einsetzen, dass sich die Bürger Gedanken um das Thema machen.

Zum Hintergrund: Die Firma TNG Stadtnetz GmbH verspricht den Romrödern echte Breitbandgeschwindigkeiten zu liefern – und zwar mit einem Glasfaseranschluss bis ins Haus, der kostenlos für denjenigen ist, der bis zum 18. Oktober einen Vorvertrag unterschreibt. Doch mindestens 40 Prozent aller Haushalte in dem betreffenden Gebiet müssen sich entscheiden, ihr Internet über den Provider zu beziehen. Nur dann wird ausgebaut, der Planung nach bereits im nächsten Januar.

Romröder appellieren an Romröder: Holt euch den Glasfaseranschluss

„Ich persönlich stelle jedem die Frage: Kann er nicht einfach mitmachen, damit wir die Infrastruktur hinkriegen?“, so Richtberg. Es gehe jetzt darum zusammenzuhalten und mitzumachen, wenn man keinen Schaden davon trage. Das sehen auch die Romröder Stadtverordneten so. In einer gemeinsamen Resolution der SPD-Fraktion und CDU/FWG-Fraktion bitten sie um öffentliche Unterstützung des Glasfaserausbaus, wie er von der Firma TNG angeboten wird. „Die zunehmende Digitalisierung ist unaufhaltsam und aus den Bereichen Beruf, Ausbildung sowie Familie nicht mehr wegzudenken. Die Anforderungen an Daten-Hausanschlüsse werden stetig steigen. Hierfür ist eine zukunftsorientierte Daten- und Telekommunikation-Infrastruktur unabdingbar“, heißt es in der Resolution.

Raphael Kupfermann während seines Vortrages.

Darüber hinaus solle auch überprüft werden, in wie weit Anschlüsse für städtische Gebäude wie Dorfgemeinschafts – oder Feuerwehrhäuser bei der Firma TNG beantragt werden könnten, um die notwendige Mindest-Anmeldequote leichter erfüllen zu können.  „Ich bin wirklich ganz guter Dinge“, so Richtberg – und im Zweifelsfall mache sie kurz vor Anmeldeschluss eine Woche Urlaub und mache dann einfach Haustürbesuche, lachte sie. Zum Thema Glasfaserausbau gab es an diesem Abend auch noch einen kleinen Vortrag, und zwar von Raphael Kupfermann, Geschäftsführer der Breitbandinfrastrukturgesellschaft Oberhessen, kurz BIGO. In diesem berichtete er unter anderem, wie es zur Gründung der BIGO gekommen ist, welche Unterschiede es in Sachen Glasfaser gibt und welche Vorteile eine Breitbanderschließung mit sich bringt.

Finanzielle Situation

Anschließend gab Bürgermeisterin Birgit Richtberg einen Einblick in die finanzielle Situation der Stadt – auch hinsichtlich Corona. „Seit Mai laufen die Mieteinnahmen aus unserem Haus Schlossblick“, erklärte die Rathauschefin. Diese belaufen sich auf rund 23.000 Euro und setzen sich unter anderem aus der reinen Pacht und der Nebenkostenberechnung zusammen. Momentan habe man wegen der Corona-Krise noch keine großen Auffälligkeiten feststellen können. Richtberg erklärte, dass man aber auch noch nicht alle geplanten Investitionen, wie sie im Haushaltsplan verankert sind, ausreichend angreifen habe können – „da hinken wir einfach noch ein bisschen hinterher. „Aber wir nehmen uns ja jedes Jahr mehr vor, als wir schaffen können“. In Zeiten von Corona sei es einfach schwierig, Projekte voranzutreiben.

Und wie sieht es mit der Einnahmesituation der Stadt angesichts Corona aus? „Man sieht es schon, gerade was den Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer, der Umsatzsteuer und was den Familienleistungsausgleich betrifft“, erklärte Richtberg. In diesem Bereich würde man mit einem Minus von rund 94.000 Euro rechnen. Die Stadt habe aber dafür eine positive Gewerbesteuer-Prognose. „Da haben wir momentan mehr im Ertrag, als angesetzt war – und zwar ein Plus von rund 96.000 Euro, was bedeutet wir gehen da noch mit einem leichten Plus raus“, so die Bürgermeisterin. Für dieses Jahr sehe sie keinerlei Liquiditätsprobleme für Romrod. „Wie sich aber die langfristigen Auswirkungen spürbar machen, wissen wir nicht“, betonte sie.

12 Gedanken zu “Über schnelles Internet, Corona-Folgen und nötige Investitionen

  1. Warntag in Romrod, wow! Was hat man in Romrod gehört? Nichts! Wieder einmal gibt es eine gesetzliche Vorgaben (HBKG), die in Romrod ignoriert wird! Im Ernstfall kann man sich die Warnung vermutlich aus dem Rathaus faxen lassen?

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  2. Jeder der schon mal einen neuen Hausanschluss für Strom, Wasser usw. hat bezahlen müssen weiß das das schnell in die zig 1000€ gehen kann…

    Wenn man sowas jetzt quasi für fast Gratis bekommt wäre es echt dumm nicht zu nehmen, selbst wenn man es aktuell nicht benötig, es wird in ein paar Jahren Standard sein… Das ist wie mit Strom und Wasser Anschluss damals…

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  3. Meine Zündspur geht gleich an, in welcher Demokratie leben wir eigentlich? Da wird über eine kleine Bühne (Zeller Runde mit max. 7 Personen) Werbung für Glasfaser betrieben. Hierbei wird kurz erwähnt, dass sich die anfallenden Kosten pro Hausanschluss auf leicht über 2000 Euro belaufen. Ist ja alles so easy, Leute unterschreibt die Verträge, dass es losgehen kann.

    Wie wäre es denn mal mit folgendem Vorschlag:

    – Frau Bürgermeister ruft per öffentlicher Bekanntmachung zu einer Bürgerversammlung höchster Priorität auf dem Sportplatz zu Romrod auf, um nur diese eine Maßnahme zu beschließen.
    – Hier werden dann detailliert die Kosten pro Hausanschluss bekannt gegeben, gerechnet allerdings auf alle in Frage kommenden Liegenschaften. Beispiel geschätzt; 1500 Häuser x 2200 Euro ergibt 3.300.000 Euro. Vielleicht noch einige Zuschüsse von Bund und Land abgerechnet, bleiben 2.800.000 Euro. Die geteilt durch die Häuser ergibt 1866 Euro pro Anschluß, den dann bei Mehrheitsbeschluss jeder Haus-oder Liegenschaftsbesitzer zu bezahlen hat! Danach die Abstimmung ja oder nein, und fertig ist der Salat!

    – Das wäre für mich Demokratieverständnis und auch gerecht für alle nachvollziehbar.

    Vielleicht lässt sich ja ein Kanton Romrod einrichten.

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  4. Ich glaube es hackt, wer Digitaliesierung, 5G oder sonst einen Scheiß braucht, soll es bezahlen, basta! Kalbleische Werner hat scheinbar nix anderes zu tun, als witzige Sachen in Die Welt zu verbreiten. Ein schönes Leben im Cyber noch

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    1. Schreibt hier jemand (natürlich anonym) der keine Ahnung vom wirklichen und vom virtuellen Leben hat. Weitere Erklärungen gerne persönlich von mir. Anruf genügt.

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  5. „Zum Thema Glasfaserausbau gab es an diesem Abend auch noch einen kleinen Vortrag, und zwar von Raphael K-u-p-f-e-r-m-a-n-n, Geschäftsführer der Breitbandinfrastrukturgesellschaft Oberhessen, kurz BIGO. In diesem berichtete er unter anderem, wie es zur Gründung der BIGO gekommen ist, welche Unterschiede es in Sachen Glasfaser gibt und welche Vorteile eine Breitbanderschließung mit sich bringt.“
    Dreht euch nicht um, der Kupfermann geht herum und erzählt euch was von der Glasfaser. BI(N)GO. Hauptsache, es hat dann doch jeder seinen Glasfaser-Hausanschluss, egal, was der dann monatlich kostet.

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    1. Viel zu lange schon haben die „Kupfermänner“ und Breitband-/Vectoring-Lobbyisten den Fortschritt im Vogelsbergkreis aufgehalten. Aber es hat auch immer schon vor der Glasfaser-Debatte weit voraus schauende Bürgermeister gegeben, die beispielsweise über die schon vor rund zwanzig Jahren verfügbaren TV-Kabelnetze ihre Gemeinden an die digitale Welt angeschlossen haben. Nur so konnte sich etwa die Firma Riess-Landtechnik in dem Vogelsberg-Dorf Maulbach praktisch von einer Dorfschmiede zu einem starken mittelständischen Unternehmen entwickeln. Es ist doch oft so: Ein kleiner Obolus jedes Bürgers, der für entsprechende Anschlusszahlen und die spätere Netzwerk-Rendite sorgt, entscheidet darüber, ob man in der Vergangenheit stehen bleibt oder sich Zukunftschancen eröffnen, die zum aktuellen Zeitpunkt oft noch gar nicht absehbar sind, sich aber später segensreich auswirken.

    2. Die monatlichen Kosten der Firma TNG für einen Glasfaseranschluss sind doch transparent nachzulesen. Ich sehe da keine Mehrkosten im Vergleich zu den anderen Anbietern.

      Man kann sicherlich über die Notwendigkeit oder den Aufwand des Glasfaser-Hausanschlusses diskutieren, aber um eine Diskussion geht es Ihnen ja nicht ;).

    3. Wäre BI(N)GO während der Stadtverordnetenveranstaltung, oder auf einer der Infoveranstaltungen der TNG, anwesend gewesen, wäre der Kommentar vielleicht ein wenig geist- und inhaltsreicher geworden. So bleibt wie üblich das anonyme Geschwafel eines unbelehrbaren Nichtinformierten. Hauptsache dagegen – so erreicht man nichts, außer digitale Verhältnisse anno 1980.

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    4. Merke: Breitband ist nicht gleich Glasfaser-Hausanschluss, sondern Telekom-Gebastel mit veralteter Kupfer-Vectoring-Technologie zwischen Verteilerkasten (bis dahin Glasfaser) und dem individuellen Hausanschluss (mit künstlich schneller gemachtem Kupferkabel). Die Leute von der Breitband-Infrastrukturgesellschaft erkennt man an den Alu-Hüten mit terrestrischer 50er-Jahre-TV-Antenne oben drauf.
      Vorsicht Verschwörung!

  6. In ganz Deutschland werden Veranstaltungen abgesagt und in klein Romröd wird laut über einen Weihnachtsmarkt nachgedacht. Was soll man dazu noch sagen…

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  7. Wer nicht mitmacht schadet der Gemeinde ,und hat Schuld wenn es kein schnelles Internet gibt.Bei uns ist es wie in einem Irrenhaus,wer hat sich so einenUnsinn ausgedacht.

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