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Die vorliegende Planung sei Jahrzehnte alt und berücksichtige nicht die heutige SituationLauterbacher Grüne fordern eine Neuplanung des Lückenschlusses der A49

LAUTERBACH (ol). Die Lauterbacher Grünen fordern wieder sachliche Argumente in den Mittelpunkt der Diskussion um die Fertigstellung der A 49 zu stellen. Die vorliegende Planung sei Jahrzehnte alt und berücksichtige nicht die heutige Situation. Weder die Klimaveränderung noch die Grundwassersituation oder das dramatische Sterben unserer heimischen Wälder würden in der veralteten Planung beachtet. Daher fordern die Lauterbacher Grünen eine Neuplanung des Lückenschlusses.

In der Pressemitteilung der Lauterbacher Grünen heißt es, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Juni 2020 gibt dazu wichtige Hinweise. Sorge bereite den Lauterbacher Grünen die Situation im Dannenröder Forst, die, ihrer Meinung nach, zu eskalieren droht. „Wald ist heute noch viel wichtiger als zu Zeiten der Planung!“, argumentiert Vorstandsmitglied Jutta Jawansky-Dyroff von den Lauterbacher Grünen. „Angesichts der Dürreschäden können wir es uns nicht erlauben, rund einhundert Hektar gesunden, alten Mischwald mit seiner gesamten Artenvielfalt zu zerstören.“

Ersatzaufforstungen, das heißt Waldbegründung an anderer Stelle, muss aufwachsen und wirke erst in Jahrzehnten. Der neue CO2 Speicher des Waldes baue sich erst sehr langsam wieder auf. „In Anbetracht des spürbaren Klimawandels geht das heute nicht mehr!“, so Jawansky-Dyroff abschließend. „Überlegungen zum Bau eines neuen Logistikzentrums in der Nähe der neuen Trasse verstärken die Befürchtung, dass es statt einer Entlastung zu einer Intensivierung des Verkehrs kommt.“, so Vorstandsmitglied José Jaraba Molt. „Das widerspricht den Zielen der Grünen, den Autoverkehr insgesamt zu reduzieren. Unabhängig davon muss die unerträgliche Situation für die Anwohner sofort verbessert werden.“

„Es lohnt das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Juni 2020 genau zu betrachten“, so Vorstandssprecher Berndt Ott von den Lauterbacher GRÜNEN. „Rein juristisch kann weiter gebaut werden. Andererseits, seit 2015 muss bei neuen Planungen der Wasserkörper anhand europarechtlich vorgegebener Kriterien geprüft werden.“ Ott führt weiter aus: „Die Richter haben entschieden, dass eine erweiterte Prüfung der Auswirkungen auf das Grundwasser bei heutigen Planungen erforderlich ist. Die Politik sollte entscheiden, dass diese Prüfung für die alte Planung nachgeholt wird. Das Gericht sagt dazu wörtlich in der Pressemitteilung 37/2020: …erforderliche Schutzmaßnahmen können nachträglich angeordnet … wasserrechtlich Erlaubnisse angepasst oder sogar widerrufen werden.“

Gute Gründe dafür gebe es genug. „Wir blicken auf drei Dürresommer im Vogelsberg zurück und eine aktuelle Trinkwasserknappheit in Regionen des Rhein-Main-Gebietes. In den letzten zwei Jahrzehnten finden sich die zehn heißesten Sommer seit Beginn der Messungen im Jahr 1894″, ergänzt Vorstandsmitglied José Jaraba Molt. Die Lauterbacher Grünen sind gegen den Weiterbau der A 49 in der geplanten Form und für den Erhalt des wertvollen Waldes. Für die belasteten Anwohner müsse sofort etwas getan werden. Eine Verkehrsreduktion werde nicht durch weitere Verkehrsstraßen, sondern durch sinnvolle Lenkung und die Schaffung von Alternativen erreicht.

Das sei sicher unbequemer als „das Festklammern an veralteten Beschlüssen“. Heutige Erfordernisse müssten daher in die Baumaßnahme einfließen. „Wir fordern die Landesregierung auf, die Prüfung des Grundwasserkörpers anhand der europaweit geltenden Wasserrahmenrichtlinie durchzusetzen. Bis zum Abschluss dieses Gutachtens muss der Wald unversehrt bleiben“, so die Grünen abschließend. Sie befürchten, dass die Situation im Wald eskaliert. „Private Werksschutzdienste patrouillieren mit schweren weißen Pick Ups durch den betroffenen Forst. Sie tragen sicher nicht zur Beruhigung der Lage bei. Was haben die dort eigentlich zu suchen? Sind im öffentlichen Raum – es handelt sich um frei betretbare Waldflächen – nicht die staatlichen Organe zuständig und ausreichend?“, fragen daher die Grünen mit einem sehr unguten Gefühl. Abschließend fordert der Vorstand: „Wir rufen daher alle Gruppen zum Innehalten und zum Dialog auf. Wir wollen keine Gewalt im Dannenröder Wald!“

15 Gedanken zu “Lauterbacher Grüne fordern eine Neuplanung des Lückenschlusses der A49

  1. Liebe Lauterbacher Grüne!

    In allen Wirtschaftswäldern werden kontinuierlich Bäume geschlagen und entsprechend aufgeforstet, ohne irgendwelche Auswirkungen auf das Klima. Die Verjüngung der Bestände ist der beste Klimaschutz. Von daher hat die Rodung im Danneröder Forst definitiv keinen Einfluss auf das Klima. Ganz im Gegenteil: Die wirkliche Gefahr für den Danni geht von zukünftige Waldbränden aus. Die Autobahn ist die beste Lebensversicherung für den Danni überhaupt. Das Feuer wird die Autobahnschneise nicht überqueren können.

    Wir haben in Deutschland 150000 Bestandskilometer Straßen. Diese Straßen wurden allesamt ohne die Europäische Wasserrichtlinie gebaut und führen durch Waldgebiete und Wasserschutzgebiete, ohne dass es irgendwelche Probleme gibt. Warum müssen von Ihnen hier wieder Ängste geschürt werden? Es gibt in unserem Land Menschen, die die Europäische Wasserrichtlinie nicht nur verstehen, sondern auch wissen, wie diese beim Straßenbau umzusetzen ist.

    Jetzt muss man sich doch die Frage stellen, warum machen Sie das alles? Ich glaube Ihnen nicht, dass sie für Dialog und gegen Gewalt sind. Sie gießen nämlich mit der gezielten Verbreitung von Falschinformation und mit dem Schüren von Ängsten so richtig Öl ins Feuer.
    Ihnen, liebe Lauterbacher Grünen geht es nicht um die Umwelt und auch nicht um Menschen, sondern nur darum Stimmung zu machen um Stimmen zu bekommen bei der nächsten Wahl.
    Dass im Hambacher Forst einer der Kletterer abgestürzt ist, ist keine Überraschung. Bereits der dauerhafte Aufenthalt in der Höhe ist lebensgefährlich. Aber niemand weiß, was bei der Räumung passiert. Eine kleine Rangelei reicht für den Absturz aus. Kann man nicht protestieren, ohne Menschenleben in Gefahr zu bringen?
    Vor ein paar Tagen setzt sich einer unter eine schwere Erntemaschine, um diese zu stoppen. Ich bin ähnliche Maschinen gefahren. Wenn Sie über einen menschlichen Körper fahren, dann merken Sie das nicht.

    Wenn Sie es doch ernst meinen mit dem Dialog und gegen Gewalt sind, dann führen Sie den Dialog mit Besetzern, damit diese von den Bäumen runter kommen.

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  2. Liebe Lauterbacher Grünen wisst ihr wie viel Wasser aus dem Vogelsberg nach Frankfurt gepumpt wird. Habt ihr wahrscheinlich vergessen. Das was hier gefordert fordert wird ist reine Heuchelei. Die Gesundheit der Anwohner an der B3 und A5 durch die Entlassung der A49 ist wichtig. Kümmert euch lieber um die Ortsumgehung Angersbach dort gibt es bestimmt auch was zu retten.

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    1. Was ist mit der Gesundheit der Anwohner der A49, interessiert die nicht?
      Wieso sollte sich die Gesundheit der Menschen verbessern, wenn wir durch die A49 massenhaft europäischen Transitverkehr anziehen und sich dadurch die Staus auf der A49 und A5 massiv vermehren werden. Warum wird die A5 in Richtung Frankfurt nicht ausgebaut, um dem zusätzlichen Transitverkehr gewachsen zu sein
      Was ist mit der Gesundheit der Menschen in Stadtallendorf und Homberg, die selbst laut Aussage der DEGES unter viel mehr Verkehr leiden werden?

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  3. Die Grünen sind die Besten überhaupt.

    Die sind immer nur gegen alles – aber die Wahlergebnisse sind trotzdem beachtlich.
    Woran liegt das? Am generell linken Mainstream vielleicht?

    Wäre trotzdem schön zu erfahren, ob die auch mal für etwas sind.
    Und zwar nicht nur für Sachen, die evtl. im urbanen, sondern auch im ländlichen Raum funktionieren!!

    P.S.: Ach ja. Den ländlichen Raum mitsamt der dortigen Bevölkerung einfach zurück ins 19. Jahrhundert zu katapultieren, halte ich – und vermutlich auch noch der/die eine oder andere – für nicht wirklich konstruktiv …

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    1. Du siehst einen generellen linken mainstream ? Was siehst Du denn noch so alles, wenn Du die Augen zumachst?-

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      1. @ Markus S.

        Hey Markus, du antwortest mit 2 Wochen Abstand auf ein Kommentar und fragst, warum andere etwas nicht sehen? Strange. Vermutlich bist du auf dem linken Auge genauso blind wie langsam im Internet.

        Dass die Medien eine Tendenz zu wohlwollender Berichterstattung gegenüber linksorientierter Meinungen haben ist dir noch nicht aufgefallen? Ok, dauert bei deiner Internetverbindung vielleicht noch mal so 2 oder 20 Jahre.

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  4. Die Grünen haben seit den 90er Jahren einen Anschluss der A 49 über die B 3 an Marburg vorbei an den Gießener Ring verhindert. Die Trasse wurde dank der Grünen über Jahre verzögert, verschoben und endete auf der geplanten Streckenführung.
    Jetzt werden drei Sommer mit trockenem Wetter u. a. als Begründung für eine Verlegung der Trasse herangezogen. Es wird so getan, als würde Deutschland unter einer Dürre leiden, die Millionen Opfer fordert.
    Die Waldflächen, die mit riesigen Fundamenten der Windräder verbaut und zerstört werden und die zu großen Teilen in Trinkwasserschutzgebieten oder im Bereich von Brunnen stehen,
    Erwähnen die „grünen“ Doppelmoralisten nicht.

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  5. Ich war auch für den Autobahn A49 Weiterbau, aber mMn ist in Zukunft Trinkwasser das wichtigste Gut der Menschen neben Nahrung, deswegen ist der Vorschlag der Lauterbacher Grünen sehr gut und richtig.
    Was ist wenn ein betrunkender Billiglohn Sektor LKW Fahrer mit Gefahrengut im Wasserschutz gebiet eine Umwelt Katastrophe auslöst und das Grundwasser verseucht? Auf der Autobahn kracht es jeden Tag x mal, eine Umleitung/Neu Planung im Weiterbau ist unumgänglich.

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    1. Zum Bau von Strassen inklusive Autobahnen durch Wasserschutzgebiete, was keine Seltenheit darstellt, gibt es klare technische Regeln und Vorgaben – z.B. die RiStWag (https://www.fgsv-verlag.de/ristwag-16). Sie tun gerade so, als wäre das was Neues und keiner kenne sich aus.

      Die ableitenden Leitungen für Oberflächenabwässer müssen in diesen Fällen dicht sein. Darüberhinaus muss in Gegenden mit entsprechenden Gesteinsschichten noch mehr getan werden, um Kontamination des Grundwassers bei Überlaufen zu verhindern.

      Für die Menge an Gefahrgut, was täglich über die Autobahnen rollt, welche wiederum regelmäßig Trinkwasserschutzgebiete queren, gibt es wenig Fälle von Verseuchung. Kennen Sie welche?

      Sie lassen sich von Parolen an der Nase rumführen – prüfen Sie die Fakten.

      Ein großer Teil unseres Grundwassers ist durch Nitratbelastung nicht als Trinkwasser nutzbar. Überdüngung ist dahingehend ein größeres Problem als Gefahrguttransporte.

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  6. @Laesterer

    Der Autobahnbau ist nicht durch Weltverbesserer und Umweltaktivisten verhindert worden sondern durch politische Akteure. Informieren statt lästern. Es ist doch ein Unding eine Autobahn einfach irgendwo enden zu lassen und den Verkehr der Region zuzumuten. Nehmt endlich einmal die Verantwortlichen in die Pflicht.

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    1. @lolita
      ok, mit der Bezeichnung „politische Akteure“ bin ich auch einverstanden.
      Wenn Sie selber sagen, es sei ein Unding, eine Autobahn irgendwo enden zu lassen (ich nehme an, Sie meinen das Autobahnende bei Neuental), dann ist der Weiterbau bis zum „Ohmtaldreieck“ doch bestimmt in Ihrem Sinne. Oder sehe ich das falsch? Diese A-Ende mitten in der Provinz ist doch die Folge davon, dass man den ursprünglichen geplanten Verlauf entlang der B3 Richtung Marburg damals verhindert hat.

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  7. Die grünen Flitzpiepen wissen doch da in der Provinz nicht einmal, wie man Autobahn schreibt.

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  8. rhabarber rhabarber rhabarber ….
    reicht es nicht endlich. immer wieder fast identische Artikel- nur von anderen „Weltverbesserern“ – hier aufzuzeigen?
    Ja sicher, die Planung der A49 ist schon Jahrzehnte alt! Der ursprüngliche Trassenverlauf ist ja genau durch solche „Umweltaktivisten“ verhindert worden und immer weiter Richtung Osten verschoben worden. Hätte man Anfang der 70er Jahre schon die Autobahn gebaut wie geplant, dann wäre jetzt über allen Wipfeln Ruhe. Diese ewigen Proteste und Aktionen haben zumindest eines erreicht, — das Projekt A49 ist um ein x-faches teurer geworden als ursprünglich mal geplant. Also gebt endlich Ruhe und setzt Eure Energie sinnvoller ein, als hier eine ganze Region politisch zu instrumentalisieren.

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    1. Wo ist der Nutzen der A49 für die Region. Diese Autobahn bringt doch nur noch mehr Verkehr, mehr Lärm und mehr Staus in unsere Heimat. Was haben wir davon?

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