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Konsequenzen aus fehlerhaften ErgebnissenCorona-Tests ab Montag im KKH Alsfeld und Eichhof-Krankenhaus

VOGELSBERGKREIS (ol). Der Vogelsbergkreis zieht Konsequenzen aus den wiederholt fehlerhaften Corona-Testergebnissen des Testcenters der Kassenärztlichen Vereinigung in Alsfeld. Ab Montag werden demnach Tests im Kreiskrankenhaus in Alsfeld und im Eichhof-Krankenhaus in Lauterbach möglich sein.

Das gab Landrat Manfred Görig bekannt, nachdem er tags zuvor angekündigt hatte, das Testcenter der Kassenärztlichen Vereinigung in Alsfeld nicht länger empfehlen zu können. Dort durchgeführte Tests waren mehrfach mit einem fehlerhaften Ergebnis zurückgekommen. Der Kreis und die Kassenärztliche Vereinigung hatten sich im Zuge der Ereignisse teilweise mit scharfen Worten gegenseitig kritisiert.

Die Anmeldung für eine Testung läuft über das Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises unter der Telefon-Hotline 06641/977-189. Das Amt stellt auch die für die Testung erforderliche Bescheinigung aus.

Mitte Mai war eine Schülerin positiv auf das neuartige Corona-Virus Sars-Cov-2 getestet worden. Da die junge Frau keinerlei Symptome aufwies, ordnete das Gesundheitsamt eine zweite Testung an. Das Ergebnis: negativ. Die junge Frau war nicht die einzige Vogelsbergerin, die falsch getestet wurde. Deshalb forderte der Kreis bereits im Juni ein bundesweit einheitliches Vorgehen bei den Corona-Testungen. In dieser Woche nun wurde noch massiver: Im Vogelsberg gibt es mittlerweile 14 Corona-Tests in Folge, deren zunächst positives Ergebnis sich im Nachhinein als falsch herausstellte.

„Wir brauchen Sicherheit, deshalb dürfen Proben nur an die Labore gegeben werden, die nach dem sogenannten Screeningtest auch eine Bestätigungsuntersuchung auf ein zweites Gen durchführen“, erklärten der Landrat und Gesundheitsdezernent Dr. Jens Michak und forderten die Kassenärztliche Vereinigung auf, das Labor zu wechseln – oder aber dafür zu sorgen, dass die Mainzer Einrichtung zuverlässig testet, also mit einer zweiten Bestätigungsuntersuchung. Im Kreis habe man sich entschieden, positive Ergebnisse so nicht mehr als ausreichend zu akzeptieren und ließ den zweiten Test auf mindestens zwei Covid-Gene bereits im Lauterbacher Eichhof Krankenhaus analysieren.

Nach den Verlautbarungen aus dem Kreishaus meldete sich auch die Kassenärztliche Vereinigung zu Wort, wies die Kritik aufs Schärfste zurück und erklärte, dass die Kritik der Kreisspitze ein „hohes Maß an medizinischer Inkompetenz und Verantwortungslosigkeit“ offenbare.

Zum einen arbeitet die KVH nur mit Laboren zusammen, in denen die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts und die vorgeschriebenen Maßnahmen zur Qualitätssicherung streng eingehalten würden. Das bedeutet, dass auf einen positiv ausgefallenen ersten Suchtest selbstverständlich der zweite, vorgeschriebene Bestätigungstest folge. Auch die Zusammenarbeit mit dem beauftragten Labor in anderen Landkreisen laufe völlig unproblematisch. Dass ein Test auf das Coronavirus einige Tage später anders ausfalle, sei keineswegs ungewöhnlich. Schließlich handele es sich bei einer Virusinfektion um einen biologischen Prozess, der sich stetig verändere.

Man sei „relativ sicher“, dass die Aussage des Kreises über die 14 angeblich falsch-positiven Tests so nicht stimme, sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung am Donnerstag auf Anfrage von OL. Man warte derzeit noch auf Informationen aus dem Kreis, um den Sachverhalt genauer zu überprüfen. Der Sprecher sagte weiter, es sei derzeit noch offen, ob die KVH ihre Teststelle in Alsfeld nach der jetzigen Ankündigung des Kreises, Testungen in den beiden Krankenhäusern zu empfehlen, weiter offenhalte.

4 Gedanken zu “Corona-Tests ab Montag im KKH Alsfeld und Eichhof-Krankenhaus

  1. Vielleicht wäre es auch einfach mal sinnvoll bei den betroffenen einen Bluttest durchzuführen auf Antikörper, anstatt sich gegenseitig die Schuld zu geben. So hat man Gewissheit ob der jenige mit dem Virus in Kontakt gekommen ist oder nicht.

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  2. Dann muss sich das Alsfelder Krankenhaus aber noch zum Thema Schutzmaßnahmen viele Gedanken machen, denn dort kann jeder hereinspazieren ohne das man Temperatur gemessen bekommt oder befragt wird etc. . Ganz anders im Krankenhaus in der Schwalm, dort wurde von JEDEM die Personalien aufgenommen und man durfte auch nur alleine das Krankenhaus betreten . Sehr vorbildlich finde ich. Selbst zu Hochzeiten von Corona gab es im Alsfelder Krankenhaus keinerlei Sicherheitsvorkehrungen, kann ich nicht nachvollziehen.

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  3. Ooohhhhhh, man darf zu diesem Thema
    eine eigene Meinung äußern.
    War in der Vergangenheit schon anders,da wurde die Möglichkeit zur Kommunikation von vornherein unterbunden. Oberhessen Live wird wieder gesellschaftsfähig. 👍

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