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Generell würden zwei Testungen im Kreis vorgenommen werdenVogelsberg fordert bundesweit einheitiches Vorgehen bei Corona-Testungen

VOGELSBERG (ol). Dieser Fall hatte für Schlagzeilen im Vogelsbergkreis gesorgt: Mitte Mai war eine Schülerin positiv auf das neuartige Corona-Virus Sars-Cov-2 getestet worden. Da die junge Frau keinerlei Symptome aufwies, ordnete das Gesundheitsamt eine zweite Testung an. Das Ergebnis: negativ. Die junge Frau war nicht die einzige Vogelsbergerin, die falsch getestet wurde. Deshalb fordert der Kreis nun ein bundesweit einheitliches Vorgehen bei den Corona-Testungen.

Wie die Vogelsberger Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung erklärt, gingen insgesamt zehn solcher falsch-positiven Ergebnisse aus verschiedenen Laboren ein, die lediglich eine Screening-Untersuchung durchgeführt hatten. „Das ist nicht länger hinzunehmen, unser Gesundheitsamt lässt in solchen Fällen generell eine Bestätigungsuntersuchung durchführen“, erklärt Landrat Manfred Görig laut dieser Pressemitteilung.

Nicht nur in den Testcentern der Kassenärztlichen Vereinigung, sondern beispielsweise auch in Krankenhäusern oder in Praxen niedergelassener Ärzte werden Abstriche entnommen, die in verschiedenen Laboren auf Sars-Cov-2 getestet werden. In einigen Einrichtungen werde lediglich eine Screening-Untersuchung (E-Gen) vorgenommen. Fällt diese positiv aus, wird das zuständige Gesundheitsamt informiert.

Zehn solcher unvollständigen Ergebnisse, die sich im Nachhinein als falsch erwiesen, gingen beim Vogelsberger Gesundheitsamt ein. „Solche Nachrichten führen bei den Betroffenen zu psychosozialen und möglicherweise auch zu finanziellen Problemen“, weiß Landrat Manfred Görig. „Es kann passieren, dass die Patienten ohne wissenschaftlichen Grund für 14 Tage in häusliche Quarantäne abgesondert werden“, ergänzt Gesundheitsdezernent Dr. Jens Mischak. Auch Schul- und Kindergartenschließungen könnten solch falsch-positive Ergebnisse nach sich ziehen. Nicht zu vergessen die Kontaktpersonen der angeblich Infizierten, die sich ebenfalls in häusliche Quarantäne begeben müssen – ohne jegliche Grundlage.

Das Problem sei bekannt – nicht nur im Vogelsberger Gesundheitsamt. Daher forderte Dr. Henrik Reygers bereits Mitte Mai in einem Schreiben an Sozialminister Kai Klose landesweite Standards bei der Testung auf Sars-Cov-2, um der ungenauen Vorgehensweise einiger Labore entgegenzutreten. Seit dem 2. Juni empfiehlt nun auch das Robert Koch-Institut, dass zwei Genabschnitte untersucht werden sollten. Zum positiven Nachweis seien der Screeningtest und der Bestätigungstest erforderlich. Auch die WHO-Leitlinie zur Labordiagnostik fordert positive Nachweise an mindestens zwei Stellen des Sars-Cov-2-Genoms.

Im Vogelsbergkreis würden diese Empfehlungen längst umgesetzt: „Wenn ein Labor nur den Screeningtest vornimmt und uns ein positives Ergebnis meldet, wird generell eine zweite Untersuchung in einem anderen Labor angeordnet“, erklärt Landrat Manfred Görig. „Nur so kommen wir zu verlässlichen Ergebnissen.“

Landrat Görig und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak plädieren für ein einheitliches Vorgehen. „Es kann nicht sein, dass in anderen Landkreisen die Ergebnisse des einfachen Tests akzeptiert werden, denn das Screening reicht für eine verlässliche Aussage nicht aus. Daher brauchen wir ein bundesweit einheitliches Vorgehen: Die Bestätigungsuntersuchung auf das zweite Gen muss analog der RKI-Vorgaben verpflichtend von allen Laboren vorgenommen werden.“

3 Gedanken zu “Vogelsberg fordert bundesweit einheitiches Vorgehen bei Corona-Testungen

  1. Der Vogelsberg fordert bundesweit einheitiches Vorgehen bei Corona-Testungen… Warum nicht gleich weltweit oder intergalaktisch? Ich glaube, die Herren Görich und Mischak sind in ihren Ämtern unterbeschäftigt oder haben ihre Mund-Nasen-Dummlaber-Masken auf irgendeinem Dixi-Klo liegen lassen. Kümmern Sie sich lieber um Ihre unerledigten Aufgaben im Vogelsbergkreis, als sich mit so einem Blödsinn in die Öffentlichkeit zu drängen! Man fasst es nicht.

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    1. Warum wohl forderte Dr. Henrik Reygers, Leiter des Vogelsberger Gesundheitsamts, bereits Mitte Mai in einem Schreiben an Sozialminister Kai Klose landesweite Standards bei der Testung auf Sars-Cov-2, anstatt beim Bundesgesundheitsminister Spahn bundeseinheitliche Testverfahren anzumahnen? Richtig: Er kennt sich anders als sein Dezernent, der Landrat und Kommentator Rahm Peter bei den Zuständigkeiten und Weisungsbefugnissen aus!

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  2. Sehr gut von der Kreisverwaltung.
    Aber eine orginäre Aufgabe von Herrn Spahn, diese Anordnung bundesweit durchzusetzen. Doch das eignet sich nicht für eine Sprechblase.

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