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Stadt und Vereine besprechen die Zukunft der Alsfelder StadtfestesViele Fragen, wenig Konkretes

ALSFELD (ls). Ein Abend, an dem ganz Alsfeld bei viel Musik, dem ein oder anderen Bier und guter Stimmung in der Innenstadt zusammen kommt. Das ist es, was das Alsfelder Stadtfest am ersten Augustwochenende seit jeher ausmacht. Jetzt soll das Fest neu aufgestellt werden, Vertreter der Stadt trafen sich deswegen mit Vertretern der Alsfelder Vereine, die das Event gemeinsam organisieren sollen. Dabei blieben jedoch noch viele Fragen offen.

Das Alsfelder Stadtfest wird in diesem Jahr erstmalig von der Stadt selbst organisiert, zuvor lag diese Aufgabe bei den Alsfelder Vereinen und unter Federführung des Verkehrsvereins. Dort allerdings habe es in diesem Jahr personelle Engpässe gegeben, weshalb sich der Verein aus der Organisation zurückzieht, wie Alsfelds Wirtschaftsförderer Uwe Eifert bereits Ende Januar erklärte. Jetzt geht es darum, die Tradition des Stadtfestes aufrecht zu erhalten, alles wird auf Anfang gesetzt. „Wir haben den Wunsch, dass das Stadtfest so wird wie die letzten Jahre“, beteuerte Eifert.

Genau darüber wollte man am Mittwochabend gemeinsam mit den Vereinsvertretern sprechen und erste Ideen sammeln. Die Öffentlichkeit sollte dabei zunächst außen vor bleiben. Für die anwesenden vier Pressevertreter blieben die Türen zum großen Raum in der Alsfelder Feuerwache erst einmal geschlossen. Man habe die Einladung an die Vereine gerichtet und wolle in einem „offenen, ungezwungenen“ Gespräch über die Zukunft des Stadtfestes sprechen – ohne die Presse, hieß es. Nach Protest seitens der Journalisten und einer kurzen Diskussion vor dem Saal durfte dann am Ende doch über den Abend berichtet werden.

Ein Blick auf die Versammlung in der Alsfelder Feuerwache am Mittwochabend. Foto: ls

Neun potentielle, neue Locations

„Es soll natürlich wieder ein tolles Fest werden, wie schon in den letzten Jahren. Aber wir fangen bei null an“, sagte Eifert. Genaue Planungen gebe es nicht, lediglich bisherige Ideen und gewisse Rahmenbedingungen. „Der Marktplatz, der Schwälmer Brunnen und das Museum stehen nicht zur Verfügung, das das ist der erste entscheidende Punkt“, sagte Eifert. Während das Alsfelder Museum seit Jahren bereits saniert wird, dehnen sich nun die Sanierungsarbeiten vom Marktplatz im Rahmen der Altstadtsanierung auch auf den Bereich des Schwälmer Brunnens aus. Hinzu komme außerdem, dass die Marburger- und die Altenburger Straße nicht gesperrt werden dürften. Dort verläuft zu dieser Zeit die Umleitungsstrecke für die Sanierung der Schellengasse.

Nachdem der Verkehrsverein nicht mehr als Organisator zur Verfügung stehe, seien außerdem alle bisherigen Vereinbarungen aufgehoben, dennoch wolle man als Stadt eine Dachveranstaltung bilden, mit einem gemeinsamen Sicherheitskonzept. Das Budget der Stadt selbst liege bei 3.000 Euro.“ Wir haben den Wunsch, dass das Stadtfest so wird wie die letzten Jahre – eine zusammenhängende Veranstaltung“, sagte der Wirtschaftsförderer.

Mit dem Kirchplatz, der Fläche vor der Gemütlichkeit, dem Laternchen, dem Grabbrunnen, dem Bereich am Kreuz, der Steinborngasse, dem Klostergarten, der Mainzer Gasse und dem Bereich rund um das Märchenhaus würden neun potentielle Locations zur Verfügung stehen, „allerdings wäre es wünschenswert, wenn man Locations wählt, die enger zusammenliegen, damit sich die Veranstaltung nicht verläuft“.

Auch das Laternchen und der Platz drum herum hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Hotspot am Stadtfest gemausert. Foto: jal/archiv

Eine Art Party-Meile in der Untergasse wurde hier angesprochen, blieb allerdings zunächst noch nicht konkret. Man solle so trotzdem das Gefühl haben, dass es eine Veranstaltung ist. Einheitliche Getränkepreise und unterschiedliche kulinarische Angebote, könnten, so Eifert, die Veranstaltung als ein großes Fest erscheinen lassen und es attraktiv machen.

Ein Vorschlag: Stadtfest nur am Samstag

Grobe Ideen hatte man sich seitens der Stadt schon vorher gemacht, „da ist aber noch nichts gesetzt und das muss man nicht so machen“. Um das zu besprechen, sitze man hier zusammen. Der Vorschlag der Stadt: Nur ein Tag Stadtfest feiern – und zwar am 1. August. Da allerdings könne man bereits am Mittag oder Nachmittag beginnen mit einem Kinderstadtfest samt Kinderdisco, Spielen und Raum für die Vorstellung der Vereine selbst rund um den Bürgergarten. Abends solle es dann so laufen wie die letzten Jahre: Essen, Getränke und Musik an unterschiedlichen Hotspots, die von den Vereinen – gerne auch als Gemeinschaften – organisiert würden.

Als Stadt wolle man sich um das Marketing, die Toiletten, Wegweisungen, Sperrungen, den Rahmen, die Genehmigungen und um das Kinderstadtfest kümmern. Die Verbrauchskosten wie Strom würden dann bei den Vereinen liegen. „Die Vereine sollen sich nach Möglichkeit nicht mit dem Drumherum beschäftigen, sondern mit ihrem Stand und ihrem Programm“, erklärte der Wirtschaftsförderer. Alles, was mit Aufbau zu tun habe und im Rahmen gewisser Tätigkeiten des Bauhofes ist, könne ebenfalls von der Stadt übernommen werden.

Rockige Musik und schon nachmittags gut Andrang gab es im letzten Jahr im Klostergarten. Foto: archiv/jal

Genau das allerdings führte auch zu Skepsis unter den rund 60 anwesenden Vereinsvertretern aus lokalen Feuerwehren, Carnevalsclub, sowie verschiedenen Sport-, Musik-, und Fördervereinen. „Für Vereine ist es wichtig zu wissen, ob ein wirtschaftliches Risiko entsteht und hier sehe ich erst einmal ein Risiko. Es muss ein Rahmen geschaffen werden, um hier rechtlich und sicher arbeiten zu können“, hieß es aus dem Plenum. Das grundsätzliche Interesse sich zu präsentieren sei zwar vorhanden, aber das Risiko der finanziellen Belastung sei hoch, dazu müssten im Vorfeld verschiedene Rahmenbedingungen geklärt werden.

„Ein gewisses wirtschaftliches Risiko ist bei solchen Veranstaltungen aber immer da“

Zwar sicherte Eifert zu, dass sich die Stadt um Security, Reinigung und Marketing kümmere, „ein gewisses wirtschaftliches Risiko ist bei solchen Veranstaltungen aber immer da“. Außerdem, so hieß es aus den Reihen der Vereinsvertreter, sei ein städtisches Budget von 3.000 Euro für die Veranstaltung sehr wenig. Das liege, erklärte Eifert, daran, dass die Beiträge, die in den letzten Jahren immer vom Verkehrsverein selbst kamen, wegfallen würden: „Die letzten Jahre war es eine angenehmere Situation, auch wenn sich da manchmal beschwert wurde.“

Doch nicht nur das Geld sei ein Problem, sondern auch die „Manpower“ der Vereine, immerhin falle der Termin seit jeher auf die Sommerferien, wo einige Mitglieder im Urlaub seien. „Das Problem kennen wir auch. Wir haben zu dieser Zeit nicht wirklich die Möglichkeit, uns zu präsentieren“, hieß es von einem Vereinsvertreter. Den Termin allerdings, wolle man in diesem Jahr nicht verschieben, das sei zu kurzfristig. Im nächsten Jahr könne man aber sicher mal darüber reden.

Gute Stimmung und volles Haus. Ein Eindruck vom Grabbrunnen im letzten Jahr. Foto: archiv/jal

„Es kommt hier etwas so vor, als wäre das alles ins Blaue herein geplant worden. Jetzt wird plötzlich alles umgedreht, was nicht möglich ist“, kam außerdem als Kritik auf. Geplant, so erklärte es Eifert nochmals, sei erst einmal gar nichts. „Das sind alles nur Gedanken, es gibt noch keine Planung“. Allerdings habe man mit dem Grabbrunnen als Hotspot, der in den letzten Jahren mit Musik von Halb6 und der Bewirtung und Organisation vom Alsfelder Carneval Club Teil der Veranstaltung war, insgeheim schon einmal gehofft. „Also so viel können wir schon einmal sagen: Wenn alles so bleibt wie die letzten Jahre, dann sind wir wieder dabei und bieten ein Rundumkonzept mit Getränken, Essen und Musik“, stellte Torsten Funk vom ACC in Aussicht. Die erste konkrete Zusage an diesem Abend, denn die anderen Vereine hielten sich bis dahin eher bedeckt.

„Vielleicht wäre es eine Idee, etwa drei bis vier Hauptlocations auszuweisen, an denen sich die Vereine gemeinsam um Musik, Essen und Trinken kümmern können“, schlug Eifert vor. Etwa auf der großen Rockmusik-Bühne im Klostergarten, woran auch in diesem Jahr wieder der Verein Rockmusik Alsfeld am Mittwochabend Interesse bekundete. „Wir haben uns als Verein aus dem Stadtfest gegründet und wären mit der Bühne auch in diesem Jahr wieder dabei. Wir können uns gut vorstellen, dass die Bühne auch von anderen Vereinen für Programmpunkte genutzt wird oder der Ausschank und das Essen zusammen mit anderen Vereinen gemacht wird“, erklärte Vorsitzender Stephan Haus. Wer Lust habe, könne sich gerne melden.

Nächster Termin für Anfang März geplant

Da waren es dann auch die Oldtimerfreunde, die Reservistenkameradschaft, der Verein Friedensquelle Vogelsberg, der Städtepartnerschaftsverein, der SV06, der TVA und der Alsfelder Harley Club, die durchaus erst einmal Interesse bekundeten, mitzuwirken. Wünschenswert sei es auch, dass der Cocktailstand von Schloss Romrod in der Mainzer Gasse wieder dabei wäre. „Der Stand gehört zum Stadtfest dazu und hat mit dazu beigetragen, dass das Stadtfest heute das ist, was es ist“, hieß es aus den Reihen der Anwesenden. Einen weiteren Wunsch an die Stadt gab es auch noch: Die solle sich um mögliche Fördergelder bemühen. „Das machen wir“, versprach Eifert.

Die Deko dürfte bekannt vorkommen; darunter steht alljährlich die beliebte Cocktailbar in der Mainzer Gasse. Foto: archiv/jal

Bis auf ein paar wenige Ausnahmen wurde es also noch nicht richtig konkret um das Alsfelder Stadtfest, sechs Monate bleiben für weitere Planungen allerdings noch übrig – und vielleicht bringt schon das nächste Treffen einen genaueren Plan mit sich. Bis zum 4. März können sich alle konkret interessierten Vereine bei der Wirtschaftsförderung melden. Daraus wolle man ein Orga-Team bilden und mit den Planungen ins Detail gehen. „Mal sehen, was im zweiten Schritt passiert, jetzt fangen wir erst einmal bei null an“, wiederholte Eifert seine Worte vom Anfang.