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Barbara Schönenberg wird übernehmenNachfolger für das Traditionsgeschäft Ramspeck gefunden

ALSFELD (akr). Die monatelange Suche hat endlich ein Ende: Es gibt einen Nachfolger für das Alsfelder Kult-Geschäft Ramspeck – und der ist kein, beziehungsweise keine Unbekannte: Barbara Schönenberg, Inhaberin von „BarBera Möbel & More“, wird das Ramspeck ab dem 2. Mai gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Dieter Lang übernehmen. Das Sortiment bleibt gleich, der Charme des Ladens erhalten.

Es ist bestimmt nicht übertrieben, wenn man sagt, dass das Ramspeck am Alsfelder Marktplatz das Aushängeschild der ganzen Innenstadt ist, welches man weit über die Grenzen Alsfelds hinaus kennt. Kein Wunder also, dass die Nachricht über die Suche nach einem Nachfolger hohe Wellen schlug.

Für Inhaberin Christine Metz-Schmidt war diese Entscheidung alles andere als leicht, schließlich ist das Geschäft bereits seit fast 200 Jahren in Familienbesitz. „Irgendwann ist man einfach in dem Alter. Es ist normal, es ist ein Prozess“, sagte die damals 62-jährige, als sie im Herbst vergangenen Jahres die Nachfolgesuche verkündete. Sie sei an dem Punkt angelangt, wo man überlege, wie es weiter geht. Ihre Kinder sind berufstätig, wollen, beziehungsweise können das Geschäft nicht übernehmen. „Es gibt natürlich die Möglichkeit, so lange weiter zu machen, bis ich nicht mehr kann“, sagt sie. Das sei aber nicht das, was sie möchte. „Ich habe Angst, dass wir dann nicht mehr gut sind und es zu Rückschritten kommt.“

„Jeder Laden darf zu machen, aber nicht Ramspeck“

Jetzt kann Christine Metz-Schmidt endlich aufatmen, denn die Nachfolge ist gesichert: Barbara Schönenberg und ihr Lebensgefährte Dieter Lang werden das Geschäft übernehmen. „Jeder Laden darf zu machen, aber nicht Ramspeck“: für Barbara Schönenberg ist sofort klar, dass es nicht dazu kommen darf, dass die Alsfelder auf ihr Aushängeschild verzichten müssen. „Ich war schon damals, als ich noch im Sauerland gewohnt habe, verliebt in den Laden“, lächelt sie.

Also habe sie nicht lange überlegt und sich als Interessentin vorgestellt – für Christine Metz-Schmidt ein Sechser im Lotto. „Geschmacklich sind wir schon ziemlich deckungsgleich“, freut sie sich. Das haben die beiden unter anderem auf den zwei Messen festgestellt, auf denen sie gemeinsam unterwegs waren. Und vor allem freut sie sich, dass Schönenberg, die bereits Erfahrung im Geschenke-Deko-Bereich hat, ihre Liebe für den Laden teilt. „Das Sortiment wird übernommen, der Laden wird so weiter laufen, wie bisher“, erklärt Metz-Schmidt.


Ihren Laden in der Mainzer Gasse wird Barbara Schönenberg übrigens Ende April schließen, sich voll und ganz ihrer neuen Aufgabe widmen. „Ich nehme alles mit, mein ganzes Herzblut. Mein Laden stirbt nicht, es steht nur die Mainzer Gasse leer“, sagt sie. Einen ganz kleinen Teil ihres Sortiments, beispielsweise die Kreidefarbe, werde sie aber mitnehmen. „Vielleicht wird es unten im Gewölbekeller eine ganz kleine Shabby-Chic-Ecke geben“, sagt die künftige Inhaberin, die in den vergangenen Wochen ein wahres Gefühlschaos erlebt hat. Wichtig sei ihr, dass der Charme des Ladens erhalten bleibe.

Verkauf geht wie gewohnt weiter

Der Verkauf geht übrigens die ganze Zeit wie gewohnt weiter. „Es wird keinen Ausverkauf geben“, betont Metz-Schmidt, die am 26. April, am diesjährigen Käsemarkt, ein letztes Mal als Inhaberin zwischen den vielen Regalen herumwuseln wird. Danach wird das Geschäft wegen der Inventur geschlossen haben, ehe am 2. Mai das Alsfelder Aushängeschild mit seinen neuen Inhabern und tollen Angeboten wieder eröffnen wird.

Am 26. April wird Christine Metz-Schmidt ihren letzten Tag als Inhaberin haben.

Auch auf die gewohnt liebevolle, fachliche Beratung müssen die Kunden nicht verzichten. Alle neun Mitarbeiter sollen, sofern sie es möchten, übernommen werden. „Das alles macht es mir viel leichter Abschied zu nehmen“, sagt Metz-Schmidt erleichtert. Zweifel in Sachen Nachfolge habe sie keine gehabt, man müsse einfach immer positiv bleiben, „außerdem habe ich im Leben schon viel Glück gehabt“, sagt sie lächelnd.

In den nächsten Wochen wird Barbara Schönenberg schon stundenweise in den Laden reinschnuppern, um wirklich alle Ecken des urigen Geschäftes kennenzulernen, ehe sie ab dem 2. Mai erstmals als neue Inhaberin auftritt. Christine Metz-Schmidt hat ihr ihre Unterstützung angeboten. Und wer weiß, vielleicht wird der ein oder andere Kunde sie ab und zu zwischen den üppig gefüllten Regalen hervorblitzen sehen – unwahrscheinlich sei das nämlich nicht.



10 Gedanken zu “Nachfolger für das Traditionsgeschäft Ramspeck gefunden

  1. #Jeder Laden darf zumachen, aber nicht Ramspeck……diese Aussage von einem Erwachsenen Menschen? Unglaublich. Wenn jeder Laden in Alsfeld zu machen würde, wäre beim Ramspeck auch nichts mehr los. Also, bei aller Euphorie, bitte erst mal nachdenken und dann reden…….hilft manchmal…..Mich haben Sie schon jetzt aks Kunden verloren.

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    1. Lieber Herr Meier,

      ist diese Auslegung der Aussage – die im eigentlichen bedeutet, dass es ein Verlust wäre, wenn so ein alteingessener und weit über die Grenzen Alsfelds bekannter Laden schließt – nicht etwas übertrieben?
      Lassen Sie die Menschen doch mal euphorisch sein, manchmal kann das auch gute Folgen haben – wenn Sie dort nicht mehr einkaufen mögen – gehen Sie in die anderen Läden in Alsfeld und unterstützen diese.

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  2. Etwas unglücklich ausgedrückt , das gebe ich zu. Aber das war auch symbolisch gemeint. Jeder wünscht sich das Ramspeck weiter geht und in Alsfeld gibt es nur SCHÖNE Läden !!!

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    1. In Alsfeld gibt es nur schöne Läden??? Okay, es ist Karneval! Lustig, aber eigentlich trotzdem nicht zum Lachen.

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  3. Endlich einmal gute Nachrichten aus unserem ehemaligen Kreisstädtchen!!!
    Ich bin ungeheuer erleichtert, daß sich nun doch noch ein Nachfolger für diesen wunderbaren und außergewöhnlichen Laden gefunden hat und wünsche der neuen Besitzerin ein glückliches Händchen,
    viel Freude und Erfolg mit ihm!
    Alsfelds Zukunft hätte ohne das Weiterbestehen dieses
    “ Schätzchens“ ein vielfaches an Attraktivität – nicht nur für den Tourismus -verloren!

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  4. „Jeder Laden darf zu machen, aber nicht Ramspeck“
    Tolle und nette Einstellung.
    Dort werden künftig bestimmt besonders gerne die alsfelder Geschäftsinhaber einkaufen.

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      1. Mit Neid hat das nichts zu tun, sondern was mit Fairness. Auch ein Ramspeck kann nicht bestehen, wenn die restlichen Geschäfte in Alsfeld zu machen würden.

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  5. Und vor allem Chapeau für Barbara Schönenberg und Dieter Lang, die sich mit einem solchen „Kramladen“ (ist nicht bös gemeint) unheimlich viel Arbeit aufhalsen. Hoffentlich bleibt das volle Sortiment erhalten, denn das machte immer den Charme dieses Geschäfts aus. Bin sehr glücklich, das dieses Herzstück der Alsfelder Altstadt erhalten werden kann! Viel Glück und Erfolg den neuen Betreibern!

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