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Vogelsberger Bäcker stellten sich der jährlichen Stollenprüfung - Zehn Vogelsberger Stollen mit Note "sehr gut" ausgezeichnetDrei Alsfelder Stollen sind Gold wert

ALSFELD (sd/ls). Marzipan, Mohn, Nuss, Zimt und Orange. Wenn diese Düfte in der Luft im Foyer der Alsfelder VR Bank liegen, dann kann das nur eins bedeuten: Die alljährliche Stollenprüfung der Vogelsberger Bäckereien stand an. Insgesamt 17 verschiedene Weihnachtsstollen wurden dabei getestet – zehn davon mit der Note „sehr gut“, fünf mit der Note „gut“ und drei davon wurden in diesem Jahr sogar mit Gold ausgezeichnet.

Wenn es in der ganzen VR Bank in Alsfeld nach leckeren Stollen riecht, dann kann es nur eines bedeuten: Die jährliche Stollenprüfung stand mal wieder an. Von Nuss-, Mohn-, Rotkäppchen -, Champagner- oder Cranberry-Kirsch-Stollen: Stollenliebhaber wären hier ganz sicher auf ihre Kosten gekommen. Vier Vogelsberger Bäckereien stellten in diesem Jahr ihre Stollenkreationen dem Qualitätsprüfer Michael Isensee vom Deutschen Brotinstitut vor, um die Qualität überprüfen zu lassen – natürlich freiwillig.

Genau dieser Herausforderung stellten sich in diesem Jahr vier Teilnehmer: die Bäckermeister Birgit Günther und Udo Rahn aus Alsfeld, Franz-Joseph Selzer aus Ruhlkirchen und Markus Lind aus Romrod. Wie viele Stollen jede Bäckerei mitbringen wollte, war ihnen selbst überlassen. Insgesamt kamen so 17 verschiedene Stollen zusammen, die von Prüfer Michael Isensee unter die Lupe genommen wurden – und der weiß ganz genau was er tut. Seit rund 28 Jahren bewertet Isensee bereits Brote und Brötchen in Nord- und Mitteldeutschland. Die weihnachtlichen Stollen sind dabei das jüngste Kind der Tests.

17 Stollen gab es in diesem Jahr zu testen. Fotos: sd

Ein klassischer Wettbewerb ist die Stollenprüfung allerdings nicht. Jeder Stollen bekommt entweder die Beurteilung „Sehr gut“, „gut“ oder „nicht prämiert“, wenn das Gebäck weniger als 90 Punkt erreicht. „Jeder Stollen startet mit 100 Punkten und je nach ‚Fehler‘ werden Punkte abgezogen“, erklärte Isensee. Die Bewertung an sich verläuft dann nach sechs unterschiedlichen Kriterien: Die Beschaffenheit, die Oberflächen- und Krusteneigenschaften, Lockerung und das Krumenbild, die Struktur und Elastizität, den Geruch und natürlich das Aroma


Neben dem traditionellen Butterstollen, den jeder zur Prüfung mitbringen musste, gab es aber auch außergewöhnliche Kreationen wie Champagnerstollen, Mohnstollen Rotkäppchenstollen, Cranberry-Kirsch-, oder 1001-Nacht-Stollen. Von den 17 Stollen, haben am Ende zehn Stollen die Note „sehr gut“ und fünf die Note „gut“ bekommen.

Zwei Stollen wurden nicht prämiert, dafür haben drei Stollen aus Alsfeld sogar die goldene Urkunde bekommen. Drei Jahre in Folge haben der Mandel-Bitterstollen und der 1001 Nacht Stollen von der Bäckerei und Konditorei Günther und der Mohnstollen von der Stadtbäckerei Rahn das höchste Auszeichnung bekommen und erhielten dafür die Urkunde.

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Die Teilnehmer und Auszeichnungen im Überblick

Bäckerei und Konditorei Günther Alsfeld: Mohnstollen (sehr gut), 1001 Nacht (sehr gut, prämiert), Mozartstollen (gut), Butterstollen (sehr gut), Rotkäppchenstollen (gut), Mandel-Butterstollen (sehr gut, prämiert)

Bäckerei Lind Romrod: Nussstollen (sehr gut), Mohnstollen (sehr gut), Marzipanstollen (sehr gut), Meisterstollen (sehr gut)

Stadtbäckerei Rahn Alsfeld: Nussstollen (sehr gut), Marzipanstollen (gut), Mohnstollen (sehr gut, prämiert), Butterstollen (gut)


Bäckerei Selzer aus Ruhlkirchen: Butterstollen (gut)


2 Gedanken zu “Drei Alsfelder Stollen sind Gold wert

  1. Dazu gehört natürlich auch die alljährliche Stollenprüfung. Ich finde, da fehlen nur noch die Testfragen zur Allgemeinbildung, wie sie bei Misswahlen(, Bier- und Weinköniginnen-Wahlen usw. inzwischen allseits üblich sind. Und die Wettbewerbsbedingungen („Jeder Stollen bekommt entweder die Beurteilung ‚Sehr gut‘, ‚gut‘ oder ’nicht prämiert'“) reichen doch schon verdächtig an die Benotungsgepflogenheiten beim Abitur in manchen Bundesländern heran.
    Multiple-Scheiß-Frage (nur mal zum Beispiel): Warum heißt der Stollen Stollen?
    A – Wegen des Backwerks im Bergwerk (https://www.nwzonline.de/panorama/backwerk-im-bergwerk-christstollen-aus-dem-stollen_a_31,1,2606747551.html)?
    B – Weil das Original der ältesten schriftlichen Erwähnung des Wortes Stollen für ein Gebäck (Innungsprivileg des Naumburger Bischofs Heinrich I. von Grünberg aus dem Jahr 1329) leider inzwischen „vers[+t/-ch]ollen“ ist?
    Oder – C, weil Kinder, die was wollen, zur Strafe was auf die Bollen, aber leider keinen Stollen bekommen?
    P.S.: Ich suche immer noch das grinsende Gesicht eines mutmaßlichen zukünftigen Romröder Bürgermeisters. Wer hilft?

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  2. Bringt sich da ein neuer Bürgermeisterkandidat für Romrod in Stellung? Das eine Gesicht grinst in letzter Zeit häufig in die Kameras…

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