Gesellschaft0

Alexander-von-Humboldt-Schule zum zweiten Mal rezertifiziert mit dem „Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung Hessen"Für die Zukunft der Schülerinnen und Schüler

LAUTERBACH (ol). Berufliche Orientierung und qualifizierte Berufs- und Studieninformation sieht die Alexander-von-Humboldt-Schule als ihr Aushängeschild und Markenzeichen – nicht umsonst ziehen sich Inhalte aus diesem Bereich spätestens mit Beginn der Mittelstufe durch alle Schuljahre. Zum dritten Mal wurde das mit der Verleihung des OloV-Gütesiegels bestätigt.

In der Pressemitteilung heißt es, das Lauterbacher Gymnasium bietet für jedes Lebensalter und später für jeden entscheidungsrelevanten Zeitraum berufsorientierte Maßnahmen und Projekte, anhand derer die die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen sowohl für spezifische Berufe als auch das Arbeitsleben im Allgemeinen erhalten.

Zwei große Standbeine stellen zielgerichtete und von Experten und Expertinnen vorgetragene Informationen auf der einen und verschiedene Möglichkeiten zu Praktika auf der anderen Seite dar. Eng vernetzt mit den Beratern der Arbeitsagentur, Unternehmen in der Region, hessischen Hochschulen und Alumni bietet die AvH ihren Schülerinnen und Schülern ein ganzes Füllhorn an Möglichkeiten und Kooperationsfeldern, von dem diese auch nach ihrem Abitur noch profitieren.

In regelmäßigen Abständen werden nicht nur Alumni und Fachleute zu den Inhalten und der Wirksamkeit der Beruflichen Orientierung des Gymnasiums befragt, sondern es wird mit dem OloV-Auditteam auch eine externe Einrichtung beauftragt, die Maßnahmen zu evaluieren und – falls diese den hohen Anforderungen der OloV-Kommission (OloV = Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule – Beruf) entsprechen – mit einem Gütesiegel zu zertifizieren.

Zertifizierung zeugt von großer Konstanz

Unterstützt werde dieses Siegel durch das Hessische Kultusministerium, das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, SCHULEWIRTSCHAFT Hessen, die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, den Hessischen Industrie- und Handelskammertag, die Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern und die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit. Breit aufgestellt ist es damit zum einen, und zeigt zum anderen auch die Bedeutung, die diesem „OloV-Siegel“ beizumessen ist.

Zum zweiten Mal bereits wurde vor kurzem die Alexander-von-Humboldt-Schule mit ihrem herausragenden BO-Konzept rezertifiziert. Nachdem sich die Schule unter Federführung von BO-Koordinator Oliver Stoy für die Dokumentation des Konzepts und die Erfüllung der Auflagen zur Rezertifizierung starkgemacht hatte, konnte die Schulleitung das Siegel höchstpersönlich im Frankfurter Haus der Wirtschaft abholen. Überreicht wurde die Urkunde von Hessens Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Philipp Nimmermann, Désirée Derin-Holzapfel, Vizepräsidentin der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände und Sprecherin SCHULEWIRTSCHAFT Hessen, sowie Christopher Textor, Stellv. Abteilungsleiter im Hessischen Kultusministerium.

Gemeinsam mit 22 weiteren hessischen Schulen, darunter auch die Lauterbacher Schule an der Wascherde, wurde der AvH eine „ausgezeichnete Berufliche Orientierung“ mit „wirksamen Konzepten zur Vorbereitung auf die Studien- und Berufswelt“ bestätigt.

Dass Schulen wie die AvH bereits zum dritten Mal zertifiziert werden, zeuge von großer Konstanz, die wiederum zum Ausdruck brächte, das „Siegelschulen nicht auf ihrem Status Quo stehen bleiben, sondern sich in einem kontinuierlichen Prozess der Evaluation und Weiterentwicklung befinden“, lobten die Vertreter der verleihenden Institutionen das Engagement und die Leistungsstärke der Schulen.

Die erste Berufswahl ist nicht immer eine rationale Entscheidung

Dr. Phillip Nimmermann, Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, erklärte in seiner Rede die Wichtigkeit der Beruflichen Orientierung an Schulen: „Wir wissen: Die erste Berufswahl ist nicht immer eine rationale Entscheidung. Vielfach spielen andere Aspekte die größte Rolle bei der Entscheidung für oder gegen einen Beruf. Z.B. wählen Schülerinnen noch viel zu häufig sogenannte typische Frauenberufe (Bürokauffrau, Altenpflegerin, Friseurin) während die Jungs sich eher für noch immer als typisch männlich deklarierte Berufe wie den Kfz-Mechatroniker entscheiden.

Auch der Ruf eines Berufs, dessen Platz bzw. Ansehen in der Gesellschaft spielen nach wie vor eine größere Rolle als uns lieb ist. Auf der einen Seite stellen die Vielzahl der beruflichen Möglichkeiten, lebenslanges Lernen und Digitalisierung die jungen Menschen vor große Aufgaben, die sie alleine kaum bewältigen können. Auf der anderen Seite sind die Chancen, die eine duale Ausbildung und die Vielzahl der Ausbildungsberufe bieten, bei vielen Jugendlichen und deren Eltern noch nicht hinreichend bekannt. Hier müssen wir ansetzen und die Jugendlichen weiter unterstützen. Herausragende Berufsorientierung an Schulen, auch an Gymnasien, ist dabei der wichtigste Baustein.“

Désirée Derin-Holzapfel, Vizepräsidentin der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände und Sprecherin SCHULEWIRTSCHAFT Hessen lobt die Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft mit dem gemeinsamen Ziel, junge Menschen bestmöglich zu fördern.

„Das Gütesiegel Berufsorientierung ist ein Musterbeispiel für eine gelungene Kooperation zwischen dem Schulwesen und der Wirtschaft auf dem wichtigen Feld der schulischen Qualitätsentwicklung. Nicht ohne Grund gelten die hessische OloV-Strategie und das Siegel bundesweit als innovativ und vorbildlich. […] Unser gemeinsames Ziel von Schule und Wirtschaft ist es, die Begabungen und Potenziale jedes einzelnen Kindes und jedes Jugendlichen bestmöglich zu fordern und fördern. Das sollten wir nicht nur aufgrund der demografischen Entwicklung tun, sondern wir sind es jedem jungen Menschen schuldig!“

Nach der Zertifizierung ist vor der Zertifizierung

Christopher Textor betonte für das Hessische Kultusministerium den Stellenwert der Beruflichen Orientierung über alle Schulformen hinweg und würdigte das kontinuierliche und nachhaltige Engagement der Schulen und die koordinierte Zusammenarbeit ihrer Partner. Das Gütesiegel zeichne die Schulen nicht nur aus, weil sie den Schülerinnen und Schülern Zukunftsperspektiven eröffneten, sondern hebe auch die tragende und unverzichtbare Rolle der Eltern im Prozess der Beruflichen Orientierung hervor. Die Bemühungen der Schulen seien undenkbar ohne die tatkräftige Unterstützung der regionalen und überregionalen Partner aus Wirtschaft, Schule und den regionalen Agenturen für Arbeit.

Über solch einen Erfolg verbunden mit einem derart großen Lob freute sich natürlich auch die Schulleitung, die stolz ist, an ihrer Schule ein so umfangreiches Angebot für Schülerinnen und Schüler vorzuhalten: „Vom Berufswahlpass über die MINT-AG, das Sozialpraktikum und den GEVA-Test bis hin zur hochkarätigen Alumniveranstaltungen und den Oberstufen-Info-Tagen bieten wir ein breites Spektrum an, von dem unsere Schülerinnen und Schüler ganz sicher noch über ihre Schulzeit hinaus profitieren“, gratulierte Gitta Holloch ihrem verantwortlichen Team. Doch auch sie weiß: Nach der Zertifizierung ist vor der Zertifizierung.

„Auch wenn das Siegel der zweiten Rezertifizierung fünf Jahre lang seine Gültigkeit behält, bleibt die Schule am Ball“, verspricht Oliver Stoy, „schließlich geht es um nichts Geringeres als die Zukunft der Schülerinnen und Schüler.“