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Das Eröffnungswochenende an der alten, neuen Villa Raab im RückblickDas Ende des jahrelangen Dornröschenschlafs

ALSFELD (ls). Als OL-Gründer Axel Pries vor über fünf Jahren in einem der ersten Artikel zur Raab’schen Villa am Mühlbach die Frage aufwarf, ob der Dornröschenschalf bald ein Ende hat, konnte man noch nicht ahnen, in welcher Pracht die alte Villa über fünf Jahre später erstrahlen würde. Nun, jetzt wissen es die Alsfelder, denn seit diesem Wochenende hat der Dornröschenschlaf ein Ende und die Villa ist offiziell als Hotel eröffnet worden- und das vor den Augen von Tausenden Besuchern von Nah und Fern.

Am Donnerstag noch fehlte das Pflaster im Vorgarten, am Freitag war von der Baustelle schon fast nichts mehr zu sehen. Nach jahrelangem Dornröschenschlaf, weiteren fünf Jahren im Bau, allerhand Leidenschaft, Planung, Arbeit und Tränen wurde es am Freitag vor lokaler Politik und allen mitwirkenden Gewerken endlich eröffnet: das neue Hotel Villa Raab in der Altenburger Straße – und dazu ließen es die Betreiber von Schloss Romrod und auch das Investorenehepaar Ralf und Tanja Bohn ordentlich krachen. Drei Tage lange wurde besichtigt, bestaunt und natürlich gefeiert.

Bildergalerie von Freitag

Dass das Interesse an der alten Villa nahe der Alsfelder Erlen groß sein wird, das ließ sich bereits einige Monate vor der offiziellen Eröffnung absehen. Dass es allerdings so groß ausfallen wird, damit hatte man sicherlich nicht gerechnet und so bildeten sich schon weit vor 18 Uhr am Samstagabend – bevor das Eröffnungsfestival rund um die Prunkvilla offiziell startete – eine lange wartende Menschen-Schlange vor den gusseisernen Zäunen des Grundstücks. Die Blicke? Ausnahmslos auf der weiß-strahlenden Prachtvilla, die just als Geschäftsführer Bastian Heiser das Tor öffnete erstürmt wurde und sich im Laufe des Abends als wohl beliebtestes Fotoobjekt Alsfelds entpuppte.

Kein Wunder, denn das was die Alsfelder da nach all den Jahren Baustelle zu sehen bekamen, überzeugte auf ganzer Linie. Neben all den „Ohs“ und „Ahs“, die aus der Villa zu hören waren, kam man auch rund um die Jugendstilvilla nicht aus dem Staunen. Eine naturhafte Parkanlage, das ebenso prunkvolle neue Hotel-Gebäude, der Mühlbach, der sich plätschernd zwischen den Gebäuden her schlängelt, genussvolle Leckereien und Live-Musik mit der King Kamehameha Club Band wartete dabei auf die zahlreichen Besucher, die gemeinsam zur Eröffnung bis in die Nacht feierten.

Bildergalerie von Samstag

Kaum war die Musik erloschen, öffneten sich die Türen am Sonntag erneut und auch hier herrschte den ganzen Tag über Landunter und Hochbetrieb – und das schon weit vor der Eröffnung um 10 Uhr. Geschätzt über 7.000 Besucher waren es dieses Mal, die am Tag der offenen Tür sehnsüchtig darauf warteten, die Villa und das Hotel auch von Innen in der vollen Pracht bestaunen zu können. Aus den geplanten Führung wurde allerdings nichts, zu groß war der Andrang.


Unterdessen wartete auf dem Gelände der Prunkvilla neben der Heimatküche und Braukunstwerken auch hier wieder Musik und allerhand Programm für die kleinen Besucher, die das Eröffnungsfestival abrundeten. Bis es ruhiger um die neue, alte Villa wird, dürfte es allerdings noch ein wenig dauern – jedenfalls so lange, bis auch der letzte Alsfelder die Raab’sche Villa und das neue Leben in ihr selbst ausgiebig erkundet hat.

Bildergalerie von Sonntag


9 Gedanken zu “Das Ende des jahrelangen Dornröschenschlafs

  1. Es geht doch nur um das Geld – mehr nicht!
    Die Villa eines Industriellen gehört abgerissen, sollte er sich auch nicht um seine Mitarbeiter gekümmert haben.
    Burgen,Schlösser usw, sind nur auf dem „Rücken“ der Unterdrückten entsanden.
    Man sollte den Arbeier gedenken, die diese Bauwerke geschaffen haben, auch wenn es nicht Menschlich war.

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    1. „Die Villa eines Industriellen gehört abgerissen, sollte er sich auch nicht um seine Mitarbeiter gekümmert haben.“
      Genau! Und zwar, während er noch drin wohnt. Das wird ihn lehren, sich zukünftig besser um seine Mitarbeiter zu kümmern (hahahaha!).
      Aber was ist mit einer Industriellenvilla oder sonstigen Großbauten, die nach einem Konkurs oder aufgrund sonstiger widriger (Zeit-)Umstände irgendwann einer Kommune vor- und auf die Füße fallen und mit zunehmendem Ver-Fall zu einem „Lost Place“ und damit zum Fall für die öffentliche Hand verkommmen (siehe Dauer-Ärgernis „Neues Landhotel“ Romrod!)? Da freut man sich zuletzt über jeden Investor, der Geld hat und mit einem annehmbaren Nutzungskonzept vor der Tür steht? Wer würde denn sonst für einen Abriss aufkommen müssen? Eben – die Allgemeinheit. Und dies ginge wieder zu Lasten der „kleinen Leute“, die darauf angewiesen sind, dass die Gemeinde keine Industriellenvilla abreißt und kein ehemaliges Firmengelände saniert, sondern beispielsweise eine Kita baut.
      Burgen und Schlösser sind auf dem Rücken der Unterdrückten entstanden. Kann man so sehen, ist aber nur die halbe Wahrheit. Unter einer monarchischen Staatsform waren Burgen und Schlösser „öffentliche Bauten“, deren adelige Besitzer gleichzeitig „den Staat“ repräsentierten. Aber werden öffentliche Bauten unter demokratischer Verfassung nicht „auf dem Rücken der Unterdrückten“ (Steuerzahler) errichtet? Beispiele Elbphilharmonie (https://www.ndr.de/kultur/elbphilharmonie/index.html) oder Flughafen Berlin-Brandenburg (https://www.zdf.de/nachrichten/heute/bilder/flughafen-berlin-brandenburg-142.html). Der Witz: Selbst die größten Leuchttürme der Verschwendung entpuppen sich später oft noch als Tourismus-Magneten und wahre Goldgrube (siehe Neuschwanstein). Man kann es natürlich auch machen wie in Ulrichstein. Dort wurde die vollständig erhaltene Burg im 19. Jahrhundert an einen Privatunternehmer „auf Abbruch“ verkauft. Die Ulrichsteiner verbauten das preiswerte Baumaterial zu Hausfundamenten und Schweineställen. Heute würde man sich über einen attraktiven touristischen Anziehungspunkt freuen.

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  2. Ab 5:45 Uhr wird jetzt schärfstens zurück gedankt!
    4,00 € für ein Bratwürstchen und 3,00 € für ein 0,3 Bier im Plastikbecher?
    Preisvergleich: Gaststätten-Durchschnittspreis für ein Bier 0,3 ltr. = 2,20 Euro.
    Die Hälfte davon verbucht der Wirt als Gewinn (vor Steuer).
    Eine Bratwurst im Brötchen mit Senf (Serviette/auf Pappe) kostet im Durchschnitt bundesweit 2,00 Euro, wobei der Wareneinsatz bei ca. 1,00 Euro liegt.
    Gastronomisch pfiffig oder umweltbewusst klingt das Villa-Raab-Eröffnungsangebot also erstmal nicht, von volkstümlichen Preisen erst gar nicht zu reden.
    Der Gastronomie-Partner „Schloss Romrod“ wird meiner Meinung nach überschätzt und scheint in Alsfeld auch nicht gerade über sich hinaus gewachsen zu sein. Vogelsberger sind halt ziemlich anspruchslos. Da hält sich die „Challenge“ in Grenzen.

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  3. Es ist mir ein besonderes Anliegen Herrn u.Frau Bohn dafür,in der schärfsten Form
    zu danken,daß sie dieses Thema – Renovierung der Villa- angepackt haben.
    Aufgrund ihrer Möglichkeiten (Verbindungen u. Finanzen) haben sie eine super Attraktion geschaffen.
    Vielen Dank! MfG Ute Knorr
    Es ist wunderbar gelungen. Ich bin Altenburger u. konnte den Verfall über
    Jahre hin verfolgen!

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  4. Ja, tolle Eröffnungsveranstaltung. Leider waren die Imbisspreise mit 4 € für ein Bratwürstchen und 3 € für ein 0,3 Bier im Plastikbecher sehr hoch für eine bürgernahe Präsentation.
    Trotzdem viel Erfolg.

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  5. Ja, alles ganz toll.
    Aber jetzt ist es aber auch gut. Ich kann „Villa Raab“ nicht mehr hören. Es gibt wichtigere Dinge.

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    1. Donald Trump hätte das sicherlich als die bestbesuchte Hotel-Neueröffnung aller Zeiten gefeiert. Mir will sich der beschriebene Massenandrang aufgrund der Foto-Dokumente nicht so recht mitteilen.
      Aber was soll’s. An fehlender wirkungsvoller Unterstützung der Medien kann es jedenfalls nicht gelegen haben, wenn von Tausenden Besuchern aus Nah und Fern offensichtlich nicht alle mit aufs Bild gekommen sind.
      Pragmatisch gesprochen kann ein Hotel von Neugier-Besuchern, die massenhaft zu einer Neueröffnungsfeier strömen, ohnehin nicht leben. Man muss sich durch ein gutes gastronomisches Angebot und solide Gastgeber-Qualitäten seine Stammkundschaft schaffen. Die Voraussetzungen sind jedenfalls gegeben. Das Erlenviertel hat enorm gewonnen, indem an dessen Rand ein Schandfleck und Lost Place verschwunden ist. Das hat eine „gute Wohngegend“ entstehen lassen und deren parkartigen Charakter unterstrichen, wo vorher eine Industriebrache war. Das Thema Wasser wurde für die Gestaltung der Hotelanlage in hervorragender Weise aufgegriffen. Das angrenzende Hotel mit den Fassaden-Elementen aus dem „Baukasten“ der historischen Villa beweist hohe Stilsicherheit und hohe Klasse der Architekten. Man mag des Themas Villa Raab ein wenig überdrüssig geworden sein. Das Bauwerk selbst mit seinen unbestreitbaren Qualitäten wird man sich nie „über sehen“.

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