Wirtschaft0

Hausverwaltung Wigbert Hill wirbt mit Plänen für BürokomplexWas entsteht auf dem Bücking-Gelände?

ALSFELD (ls). Das ehemalige Bücking-Gelände am Ortseingang von Alsfeld: Seit fast zwei Jahren ist die VR-Bank Hessenland der Eigentümer, doch über die Verwendung des rund 26.200 Quadratmeter großen Geländes traten bislang nicht mehr als Spekulationen an die Öffentlichkeit. Jetzt kommt eine neue hinzu: Auf dem Areal ist allem Anschein nach ein Bürokomplex geplant. Dieser jedenfalls wird auf der Webseite vr-immo.plus von der Hausverwaltung Wigbert Hill präsentiert. Was hat es damit auf sich?

Mittlerweile ist es fast sechs Jahre her, dass die Brandmeldeanlage in den Lagerhallen auf dem Alsfelder Bücking-Gelände am frühen Morgen anschlug und Feuer meldete. Daraufhin entwickelte sich ein Inferno in der Stadt, das bis heute seines gleichen sucht. Flammen schlugen in den Himmel, dicke schwarze Rauchwolken vernebelten die Sicht und mehr als 400 Feuerwehrleute schossen Hunderttausende Liter Wasser und Schaum auf einen wachsenden Aschehaufen. Einzig das leerstehende Bücking-Gebäude erinnerte lange Zeit noch an das Unglück.

Im Dezember 2017 kaufte die VR-Bank das fast 27.000 Quadratmeter große Gelände, die Sondermannhalle war bereits Eigentum der Bank. In enger Abstimmung mit der Stadt, so erklärte Vorstandsvorsitzender Helmut Euler damals, sollte eine sinnvolle und zukunftsweisende Verwendung gefunden werden. Zunächst aber wurden die Überreste der alten Bücking-Gebäude abgerissen.

Was man auf dem Gelände plant, war zu diesem Zeitpunkt noch immer unklar. Bereits im April 2017 berichtete Oberhessen-live allerdings über Mutmaßungen, die VR-Bank könnte Eigentumswohnungen auf dem Gelände errichten. Bis heute ist davon aber nichts zu sehen.

Nur eine Idee – aber solch ein Gebäude könnte auf dem Bücking-Gelände entstehen. Quelle: vr-immo.plus

Jetzt scheint wieder Bewegung in das Thema zu kommen, denn auf der Internetseite vr-immo.plus präsentiert die Hausverwaltung Wigbert Hill, die sich unter anderem um die Immobilien der VR-Bank kümmert und dafür gegründet wurde, einen neuen Bürokomplex in der Stadt – und zwar in der Georg-Dietrich-Bücking-Straße, auf dem Bücking-Gelände. 29.000 Qudratmeter groß soll es laut den Angaben sein und als Gewerbe genutzt werden. Welche Art von Gewerbe und welche Nutzung, darüber werden keine Angaben gemacht.

Auf Anfrage von Oberhessen-live bei Wigbert Hill, macht auch der Geschäftsführer der Hausverwaltung keine genauen Angaben. „Die Hausverwaltung verwaltet nur die Gebäude, über mehr kann ich Ihnen keine Auskunft geben, zumal das Objekt noch in der Entwicklung steckt“, erklärte er.

Wohnungen, Ärztezentrum oder doch ein Gründer-Zentrum?

Anfang 2018 erklärte VR-Bank-Vorstandsmitglied Helmut Euler bereits, dass man bei der Vermarktung auf drei Schwerpunkte setzte: ein Dienstleistungs-Zentrum, ein Gründer-Zentrum oder aber ein Ärztezentrum seien denkbar. Konkreter wurde Euler auch auf erneute Anfrage noch nicht. Die Anzeige über den geplanten Bürokomplex sei bereits seit einem halben Jahr im Internet zu finden.

„Es handelt sich dabei um eine visuelle Appetitanregung, die keiner konkreten Planung entspricht“, lässt Euler aus von der Vorstandsassistenz ausrichten. Ansonsten gebe es rund um das Bücking-Gelände und dessen Planungen keine Neuigkeiten. Sollte es etwas geben, werde man auf die Öffentlichkeit zukommen.

Auch wenn es sich also nur um erste visualisierte Ideen handelt – angepriesen wird das Grundstück dennoch. Auf der Website ist zu lesen: „Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen jedweder Art, Kino, Schwimmbad, Schulen sowie eine Bahnanbindung sind in fünf bis zehn Gehminuten erreichbar. Der direkte Zugang zur Bundesautobahn A5 ermöglicht ebenso eine zügige An- und Abreise mit dem PKW. Die Stadt Alsfeld hat, neben verschiedenen Auszeichnungen im Bereich Kultur und Freizeit, als erste Kommune im Vogelsbergkreis die Würdigung der IHK ‚Ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte‘ erhalten.“

Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule sagt dazu: „Es ist gut, dass es Überlegungen der Eigentümerin gibt, das Gelände einer Nutzung zuzuführen. Ob sich die Lösung im Rahmen der Visualisierungen bewegt, wird das konkrete Vorhaben zeigen. Wenn sich die Pläne konkretisieren, wird die Stadt mit ihren Gremien eng mit der Eigentümerin bei der Schaffung des Baurechts zusammenarbeiten.“